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Architektur der Elemente

Die Architektur der Färöer-Inseln wird geprägt von der Tradition, den Wetterlagen und der nordischen Baukultur. Und sie beeinflusst selbst die Baukultur des Nordens, oft in internationaler Zusammenarbeit.  

von Jan Dimog im Juli 2024

Architektur der Elemente

Die Übersetzung des Namens der Färöer-Inseln hören sich nach Flausch und Friedfertigkeit an: „Schafsinseln“. Dass die 18 Inseln alles andere als behaglich und milde sein können, zeigt sich, wenn die Elemente das färöische Zusammenspiel zelebrieren. Licht, Nebel und Winde verwischen die Konturen und machen sie beinah überirdisch. Die Berge und Hänge wirken undurchdringlich, mystisch, erhaben. Das Menschengemachte schrumpft bis zur Unkenntlichkeit. Als bestünde das Leben auf dem Archipel im äußersten Nordatlantik zwischen Schottland und Island ausschließlich aus harten, heftigen Böen, peitschendem Meerregen und baumloser Kargheit vor riesenhaft-rauer Kulisse.

Menschliche Konstruktionen können hier nur bestehen, wenn sie mit und nicht gegen die Landschaft errichtet werden – flach, eingegraben, bescheiden. Wer das erste Mal auf der Inselgruppe unterwegs ist, merkt umgehend, wie umfassend die Natur das Leben beeinflusst. Die Baukultur der 18 Inseln, die flächenmäßig etwas größer als Rügen und Usedom zusammengenommen sind, ist daher eng mit dem hiesigen Leben mit der Natur verbunden.

Die ersten Spuren menschlicher Behausung stammen aus der Ära der Wikinger. Deren Langhäuser waren niedrig und aus Stein und Gras errichtet. Sie boten Schutz vor den tosenden Elementen. Aus diesen Gehöften entwickelten sich Dörfer, insbesondere als die Fischerei an Bedeutung gewann. Die neuen Siedlungen brachten mit den Fischerhäusern eine neue Hausart hervor. Diese hatten einen Steinsockel, Grasdächer und waren mit Holz verkleidet. In ihrer robusten, spartanischen Form stehen sie für den traditionellen färöischen Baustil. Mit dem Wohlstand wuchsen die Häuser, bald ersetzten größere Gebäude mit kunstvollen Details die klassischen Fischerhäuser – ein Spiegel des Wandels von einer landwirtschaftlich geprägten Inselgesellschaft hin zur Fischerei-Industrienation.

Eine besondere Typologie auf den Inseln stellen die Kirchen dar. Besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden hölzerne Sakralbauten, die nach wie vor die Orte und Siedlungen dominieren. Die Fundamente sind weiß getüncht, die Wände teerbeschichtet und die Dächer aus Gras. Im Inneren sind die Holzarbeiten kunstvoll und detailreich gestaltet. Daher stehen die schlichten und zugleich eleganten Holzkirchen für tradierte färöische Handwerkskunst und den tief verwurzelten Glauben.

Heute sind die Färöer eine parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung. Staatsoberhaupt ist das Königshaus von Dänemark. Seit 2005 ist der Archipel eine gleichberechtigte Nation im Königreich Dänemark mit Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik. Das Gleiche gilt für Grönland, der größten Insel der Erde und ebenfalls Teil des Verbunds mit Dänemark. Das Zentrum der Färöer ist die Hauptstadt Tórshavn, die sich zu einem Motor des Wachstums entwickelt hat. Von den über 50.000 Insulanern leben fast 22.000 in Tórshavn. Wichtige Gebäude sind in den letzten Jahrzehnten entstanden, die prägend für die hiesige Architektur, aber auch für das Selbstverständnis der Färöer sind.

Einer der bedeutendsten Neubauten der vergangenen Jahrzehnte ist das Haus des Nordens. Es ist das wichtigste Kultur- und Kongresszentrum des Landes und wurde 1983 eröffnet. Es ist ein Symbol der nordischen Architektur und Zusammenarbeit. Ola Steen aus Norwegen und Kollbrún Ragnarsdóttir aus Island entwarfen ein zweistöckiges Gebäude mit Grasdach, dem Boden aus norwegischem Granit, einer Inneneinrichtung aus Finnland (von Alvar Aalto) und der Stahlträgerkonstruktion aus Dänemark.

Nur wenige Gehminuten vom Haus des Nordens entfernt liegt Listasavn Føroya. Die Nationalgalerie ist ein flacher Museumskomplex mit Sattel- und Pyramidendächern und besteht aus zwei Bereichen. Der renommierte färöische Architekt Jákup Paula Gregoriussen entwarf den ältesten Teil 1970, der zweite Museumsbereich ist ein Erweiterungsbau von Niels F. Truelsen unter Mitwirkung von Gregoriussen (Fertigstellung 1993).

Außerhalb des Stadtzentrums stehen zwei Gebäude emblematisch für das färöische Faible der Symbolik und des Skulpturalen. Die Vesturkirkan (Westkirche) ist ein Kirchenbau der lutherisch-färöischen Volkskirche und mit 41 m Höhe das höchste Gebäude des Landes. Die 1975 eingeweihte Westkirche ähnelt in ihrer Form einem stilisierten Segel. Der Entwurf stammt von Holm & Grut, einem seit 1941 tätigen und großen Architekturbüro mit Sitz in Kopenhagen.

Ebenfalls von einem dänischen Büro stammt der spektakulärste Neubau der letzten Jahre. Das Glasir von BIG ist eine Bildungsstätte der Superlative. Es beherbergt die Technische Hochschule, das Business College sowie weitere Einrichtungen für fast 2.000 Lehrende, Lernende und Angestellte. Das Team um Bjarke Ingels entwarf einen Stapel aus fünf einzelnen Ebenen, die sich um einen zentralen Innenhof wickeln. Dieser wirbelartige Aufbau endet mit den obersten Ebenen, die bis zu 30 Meter weit in die Berglandschaft von Tórshavn ausstrahlen.

Dass auch außerhalb der Hauptstadt spannende Bauprojekte entstehen, zeigt die Gemeinde Eysturkommuna mit ihrem neuen Rathaus im Ort Norðragøta. Es stammt von Henning Larsen (HL, Kopenhagen), zuständig war der färöische Architekt Ósbjørn Jacobsen. Der Büropartner von HL entwarf mit seinem Team einen langgezogenen, mehrfach abgewinkelten Baukörper direkt am Hafen von Norðragøta. Ein Teil des Gebäudes führt über einen kleinen Fluss. Dadurch wird das begehbare, grüne Dach zu einer Brücke. Dieser Brückenschlag soll eine Verbindung zum Ortsteil Eystur schaffen, sodass es nur konsequent ist, dass sich der Ratssaal direkt über dem Fluss befindet. Trennendes und Bindendes gehören auf den Färöer-Inseln zusammen. Das Rathaus ist mit der Landschaft errichtet worden, nicht gegen sie und steht für die neue gelungene Insel-Baukunst: selbstbewusst, stilvoll und mit dem Anspruch, die färöische Baukultur weiterzuentwickeln.

Text: Jan Dimog

Fotos: Hendrik Bohle & Jan Dimog, thelink.berlin


Autoreninfo:
Der Journalist Jan Dimog betreibt gemeinsam mit dem Architekten Hendrik Bohle ein Digitalmagazin zur Baukultur. Auf thelink.berlin erzählen sie seit Jahren von ihren Entdeckungen in Europa, speziell von den Verbindungen zwischen Mensch und Architektur.
Wenn sie nicht unterwegs sind, kuratieren sie u.a. hochrangige Ausstellungen, etwa die Wanderausstellung zur Architektur von Arne Jacobsen.

Ein Kommentar

Andreas Misteli sagt:
Infos über Land und Leute Architekturbilder absolut wie es beschrieben wird ein Highlight. Gerne lese und schaue ich so „Urlaubsarchitektur“ an war auch schon so unterwegs. Danke
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