Can Lis

Sie wollten schon immer Ferien mit Meerblick geniessen? Seit dem Sommer 2012 können Architekten auf den Spuren des dänischen Architekten Jørn Utzon ihre Ferien verbringen. Wo? Im ehemaligen Wohnhaus des Architekten an der Südküste von Mallorca. Utzon hat sich das spektakuläre Haus 1972 am Rand von Portopetro gebaut und bis in die neunziger Jahre bewohnt. Es ist eine fünfteilige, eingeschossige Anlage, erbaut aus dem traditionellem Mallorquiner Sandstein. Es gibt eine grosse Terrasse, daran angrenzend ein Esszimmer und eine kleine Küche, zwei Schlafzimmer für maximal vier Personen, ein Arbeitszimmer und ein sakrales Wohnzimmer mit eigenem Patio. Der – nach der Überlieferung – sehr ritualisierte Tagesablauf des Architekten ist im Haus noch deutlich zu spüren. Sitzgelegenheiten etwa, in den Räumen sind eingemauert – hier bestimmt die Architektur Sitzposition und Blickrichtung. Doch das macht nichts, denn der Blick ist spektakulär – das Haus liegt ja direkt über den Klippen und geniesst einen fantastischen Meerblick.
2011, drei Jahre nach Utzons Tod, hat die dänische Utzon-Stifung «Can Lis» einem Sohn abgekauft und renoviert. Sie stellt seit 2012 das «Haus von Lis», benannt nach Lis Fänger, 66 Jahre lang die Ehefrau das dänische Architekten, zwischen Oktober und Juni in erster Linie Stipendiaten der dänischen Kunst Stiftung zur Verfügung. Doch – und nun kommt’s – wenn das Haus zwischendurch leer steht, normalerweise im Juli und August, vermietet es die Stiftung kurzfristig auch an Architekten aus der ganzen Welt. Wer sich für die Utzon-Residenz interessiert, soll mit der Utzon-Stiftung Kontakt aufnehmen.

Der Artikel ist am 17.09.2012 auf hochparterre.ch erschienen.
Text und Bilder: Roderick Hönig

Bitte beachten Sie, dass nur wenige Gäste im Jahr das Haus mieten können und sich vorher bei der Utzon Stiftung bewerben müssen. Das Haus wird an Familien mit kleinen Kindern nicht vermietet, da die Terrasse zum Meer nicht gesichert ist.

Jørn Utzon ist als Architekt bekannt geworden durch die Gestaltung des Opernhauses in Sydney. Neben verschiedensten anderen Auszeichnungen für seine Arbeit erhielt er 2003 den Pritzker-Preis.

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