Im Tessiner Onsernone-Tal, am steilen Hang unterhalb des historischen Dorfkerns von Loco, steht eine Schweizer Ikone: Die Casa Walser, 1987 von Luigi Snozzi entworfen. Entstanden ist dieses Haus aus einer langen Liebe, die in den 1960er-Jahren ihren Ursprung nahm. Damals fuhr der Zürcher Arzt Dr. Peter Walser erstmals auf einer unbefestigten Schotterpiste ins Tal, das zu dieser Zeit noch Golo Mann, Alfred Andersch und Max Frisch als Rückzugsort diente. Aber auch für die Familie von Peter Walser wurde das Tal zum Sehnsuchts- und Ferienort. Zwei Jahrzehnte später bauten Peter Walser und seine Frau Gertrude hier ihr eigenes Refugium – mit dem Tessiner Architekten Luigi Snozzi.
Er positionierte die Casa Walser zurückhaltend in der Topografie und ließ sie ihre Wirkung aus der Bewegung heraus entwickeln. Unterhalb vom Dorf führt ein Weg über eine Passerelle direkt ins Obergeschoss und setzt sich von dort aus nach unten spiralförmig fort – hinab durch das Haus und gleichzeitig hinaus ins Tal. Drei runde Fenster rahmen wie Bullaugen je einen Ausblick: hinauf zum Dorf, hinunter zum bewaldeten Hang, und hinüber zur Pergola. In der Loggia öffnet sich das Haus zur Talseite durch eine halbkreisförmige Verglasung; davor der Esstisch in privilegierter Position.
Der Baukörper bleibt einfach: Quadratischer Grundriss, Pyramidendach, Sichtbeton, Glas. Innen dominiert auf Wunsch der Bauherrin strenge Schwarz-Weiß-Gestaltung, Böden aus weißer Keramik, schwarze Stahlrahmen. Lediglich in den Schlafzimmern, den Vorstellungen des Bauherrn folgend, setzen Farbtöne in Anlehnung an Le Corbusier Akzente. Aber auch in der Küche setzte sich Bauherr Peter Walser an einer Stelle durch – und zwar in Bezug auf den Kamin und ganz explizit gegen Snozzis Widerstand: Alte Tessiner Küchen, so das Argument, hatten ihre Feuerstelle ebenfalls dort. Snozzi gab irgendwann nach.
Zur Einweihung 1987 begrüßten die Walsers über sechzig Freunde im Tal, und auch hochbetagt verbrachten sie noch gerne Zeit in Loco. Heute führt ihr Sohn Christoph das Haus als Feriendomizil – für alle, die erleben möchten, was seine Eltern und Luigi Snozzi an diesem Ort bewegte.
Was geht hier
Wandern auf alten Wegen durch Kastanienwälder und Bergdörfer, Baden im Isorno und in klaren Bergbächen, Lesen, Fotografieren und Kochen in stiller Umgebung, Tagesausflüge nach Locarno und Ascona mit Märkten, Restaurants und Uferpromenade, langsames Wahrnehmen von Licht, Wald und Stein, Rückzug und Entschleunigung fern vom Trubel
Warum wir dieses Haus mögen
Weil es ein sehr persönlicher Ort ist, an dem man die Familiengeschichte wirklich spürt: Ein Paar aus Zürich, das sich in ein stilles Tessiner Tal verliebt, jahrelang nach dem richtigen Grundstück sucht und dann – beide über fünfzig – ohne Kompromisse baut. Und weil das Haus diese Haltung bis heute erleben lässt.
Für wen passt dieses Haus
Alle, die Architektur nicht konsumieren, sondern bewohnen möchten. Die einen Ort suchen, an dem Stille keine Abwesenheit ist, sondern eine Qualität. Und die bereit sind, sich auf ein Haus einzulassen, das seinen eigenen Rhythmus vorgibt.
Nachhaltigkeit
Die Casa Walser ist auch ohne Auto erreichbar. Wer vor Ort einkaufen möchte, findet im Dorf einen kleinen Minimarkt.
Details
| Region |
CH - Schweiz, Valle Onsernone, Loco Tessin |
| Name | Casa Walser |
| Lage | In Hanglage mit weitem Blick, unterhalb des Dorfes |
| Anzahl Gäste | Max. 6 in 4 Schlafzimmern |
| Fertigstellung | 1986 |
| Design | Luigi Snozzi |
| Spezielles | Die Casa Walser liegt unterhalb des Dorfkerns von Loco und ist nur zu Fuss erreichbar. Ein gemieteter Parkplatz steht unterhalb der Schule Loco zur Verfügung. Von dort sind es fünf Minuten Fussweg über gepflasterte Wege und Treppen zum Haus. |
| Architektur | modern |
| Unterkunft | Ferienhaus |
| Kriterien | 1-6 (Haus/Wohnung), Berge, Familie, Garten, See/Fluss, Wandern, Workation |
| Registrierung | Identifikationsnummer Kanton Tessin: NL-00013804 |
Verfügbarkeitskalender
Der Kalender zeigt die aktuelle Verfügbarkeit der Unterkunft an. An Tagen mit weißem Hintergrund ist die Unterkunft noch verfügbar. An Tagen mit dunkelgrauem Hintergrund ist die Unterkunft nicht verfügbar.
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