HomeStory: Rottaler Langhäuser

von Britta Krämer, Februar 2016

Das Hofgut Hafnerleiten im niederbayrischen Bad Birnbach ist ein Ort für Paare, die eine Auszeit vom Alltag nehmen und inmitten der Natur bemerkenswerte Architektur, Wellness und kulinarische Highlights erleben möchten. Zusätzlich zu den für kürzere Aufenthalte konzipierten Themenhäusern des Hofguts (Architekt: studio lot) wollten die Hausherren Erwin Rückerl und seine Frau Anja Horn-Rückerl auch die passende Unterkunft für “Langbleiber” schaffen, die dem Bedürfnis ihrer Gäste nach mehr Raum und Zeit nachkommen sollten. Das Resultat: Die großartigen Rottaler Langhäuser des Architekten Stefan Hanninger von formatelf.

HomeStories sind eine Reihe von Beiträgen, die von den Menschen und Geschichten hinter den URLAUBSARCHITEKTUR Häusern berichten.

URLAUBSARCHITEKTUR-Häuser sind ganz besondere Orte. Sie transportieren die Eigenheiten eines Ortes und machen die Visionen der Menschen, die sie erdacht und erbaut haben, in einzigartigen Raumkonzepten erfahrbar. Mit den HomeStories möchten wir Architekten und Architekturkritikern, Gastgebern und Gästen das Wort geben und dem Leser einen Blick hinter die Fassaden der URLAUBSARCHITEKTUR-Häuser gewähren, sie in ein sehr persönliches Licht rücken und gleichsam von innen heraus erzählen.

Die Bauherren Erwin Rückerl und Anja Horn-Rückerl: „Die Ausgangssituation war unser bestehendes, mehrfach preisgekröntes Themenhauskonzept. Eingebettet in die niederbayerische Landschaft liegen unsere Themenhäuser, zusammengehalten durch eine gemeinsame architektonische Sprache, differenziert durch die jeweilige thematische Ausgestaltung.

Allen gemein ist der konzentrierte Raum, nichts ist zu viel, nichts ist überflüssig. Im Laufe der Jahre kristallisierte sich bei uns das Bedürfnis unserer Gäste nach mehr Raum und Zeit heraus. Das bisherige ‚1-Raum-Konzept’ der Themenhäuser stieß aufgrund steigender Gästezahlen an seine Grenzen, der Wunsch nach räumlicher Erweiterung im Bedarfsfall und die Ausstattung der Häuser für längere Übernachtungsdauern stieg auf. Es wurde Zeit für ein neues Format.

ein neues Format

Credit: Erwin Rückerl und Anja Horn-Rückerl

Nach zunächst sehr freien und unterschiedlichen Ansätzen wurde schnell klar, dass nur die Fortschreibung und Weiterentwicklung bei gleichzeitiger Rückbesinnung auf die Kernwerte des bestehenden Konzepts der richtige Weg sein kann. Ziel war das Destillieren der Essenz des Hofguts, das Schärfen und Präzisieren der Aussage, sowohl konzeptionell als auch in der letztendlichen architektonischen Ausgestaltung. Das Konzept des ‚Häuschens für zwei’ , bildhaft reduziert im Logo unseres Hofguts, bedient einen Kindheitstraum und unterscheidet sich im Vergleich zu klassischen Hotelanlagen in erster Linie durch eigene Innen- sowie Außenräume, durchnummerierte Zimmertüren werden ersetzt durch eigene Identitäten.

Das Hofgut bietet als Kernwert einen vor Ort unmittelbar spürbaren, veränderten Begriff von Zeit in einem qualitätsvollen Rahmen. Die vielbemühte Schnelllebigkeit der Gegenwart weicht hier dem Müßiggang im positivsten Sinne. Das Fokussieren auf Ruhe und Intimität für den Gast wird im Hofgut gelebt.“

Architekt Stefan Hanninger/formatelf: „Die Hauptschwierigkeit für uns als Architekten bestand darin, dem Hofgut ein neues architektonisches Format zu geben, ohne Bewährtes in Frage zu stellen oder den schmalen Grat zum ‚Architektur-Disneyland’ durch allzu modische und vergängliche Entwürfe zu überschreiten. Darüber hinaus sollte natürlich die architektonische Attraktivität erhalten bleiben, die Funktionsanforderungen entsprachen immer mehr einem klassischen Raumprogramm für ein Einfamilienhaus – ohne, dass ein ebensolches entstehen sollte. Am Anfang stand das ‚elementare Häuschen’, das Durchdeklinieren des Satteldachhausmotivs auf der Suche nach klaren Proportionen und einer bildhaften Überzeichnung der Idee. Nach einem steten Ringen um Dimensionen, Raum und Funktionen wurde den gestiegenen Raum- und Funktionsbedürfnissen durch die Entscheidung für mehr Länge unter Beibehaltung der Grundproportionen Rechnung getragen.

Konzeptstudien

Credit: Stefan Hanninger/formatelf

Die ‚Langhäuser’ sind klar, kantig, präzise und ausdrucksstark gestaltet. Die Proportionen wurden geschärft, die Dächer sind in ‚elementaren’ 45 Grad geneigt. Edles Schwarz wie der wettergegerbte, alte Stadl, verwachsen mit der Umgebung, durch die dunkle Außenhaut vor dem dunklen Waldrand getarnt. Die Fassade bewegt, aufgeblättert vom Wind, ein bewegtes Leben wie die verwitterten Fassaden alter Nutzbauten.

In sanfter Hanglage situiert, werden die drei neuen, radial aufgefächerten Häuser über Stege, ähnlich Bootsstegen in einem Meer von Vegetation, erschlossen. Präzise, aus der Fassade ausgeschobene Kuben fokussieren das jeweilige Thema der Häuser und ermöglichen ein Leben mit und in der Landschaft. Spiegelnde Gläser verweben die Häuser mit der Natur, die Fassaden geschmückt mit Bildern der Landschaft.“

 

abgestimmte Entwürfe der drei Häuser

Credit: Stefan Hanninger/formatelf

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl

 

Rottaler Langhäuser

Credit: Günther Standl


1 Kommentare

Ulrich S. sagt:

Wir haben hier ein sehr entspanntes, langes Wochenende verbracht. Das Haus am See war ein perfekter Rückzugsort mit – auch im Detail – stimmiger Architektur und einem sehr aufmerksamen, angenehmen Service. Aus unserer Sicht die perfekte Erholung! Faszinierend fanden wir die architektonische Grundausrichtung der Häuser: jedes Haus eröffnet – je nach Lage und Thema – andere Blickachsen. Trotz der Nähe zueinander fühlt man sich so angenehm abgeschirmt und hat jeweils ein komplett anderes Erlebnis von der umgebenden Landschaft. Kurz: wir kommen gerne wieder!

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