Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

Posi­tionen Ohne Titel
urlaubsarchitektur.de
Zu Ver­kaufen Real Estate: Casa Balat
Was ist möglich, auch wenn die Land­flucht groß ist und Leer- bzw. Still­stand den Alltag regieren? Ein Gespräch mit dem Klein­stadt­ent­wickler, Visionär und Ex-Jour­na­listen Fre­derik Fischer, der seit Jahren neuen Wind auf dem Land sät.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

Pro­gressive Provinz: Die Zukunft liegt auf dem Land

Was ist möglich, auch wenn die Landflucht groß ist und Leer- bzw. Stillstand den Alltag regieren? Ein Gespräch mit dem Kleinstadtentwickler, Visionär und Ex-Journalisten Frederik Fischer, der seit Jahren neuen Wind auf dem Land sät.

im Oktober 2024

 Pro­gressive Provinz: Die Zukunft liegt auf dem Land in  /

URLAUBSARCHITEKTUR (UA): Fre­derik, mit Neu­landia und dem Summer of Pio­neers schiebst du schon seit Jahren das Thema Wohnen und Arbeiten auf dem Land an, vor­nehmlich in Ost­deutschland. Wie sind deine Erfah­rungen, welche Erfolge siehst du?

Die wich­tigste Erfahrung ist, dass man wirklich viel bewegen kann in länd­lichen Räumen. Dass Politik dort gestaltbar ist, unmit­telbar erfahrbar und dass sie sich für Poli­tiker auch „bezahlt“ macht. Während man auf der großen poli­ti­schen Bühne ja doch eher den Ein­druck hat: egal, was man macht, man kriegt immer irgendwie eines auf den Deckel.

Das erleben wir in länd­lichen Räumen anders: Poli­tiker, die sich richtig rein­hängen, die eine Vision ver­folgen und sehen, dass diese umge­setzt wird. Das kommt vor Ort nicht bei allen an, aber doch bei einer Mehrheit.

Ein kon­kretes Bei­spiel: Der Bür­ger­meister von Wie­senburg, mit dem ich gerade ein langes Gespräch geführt habe, hat schön beschrieben, wie er selbst durch die Zusam­men­arbeit am KoDorf unglaublich viel gelernt hat.

Einer­seits tech­nisch, also etwa betreffs Bau­leit­planung oder Bau­rechts­ver­fahren, aber eben auch stra­te­gisch —  wie wichtig Öffent­lich­keits­arbeit ist, wie wichtig gute Bezie­hungen zu För­der­mit­tel­gebern sind, einfach poli­ti­sches Lob­bying: Netz­werke in die Krea­tiv­szene, in urbane Räume. Es war total schön zu sehen, wie er eine „Lern­reise“ beschrieben hat. Und v.a. mit Happy End. Er ist jetzt wie­der­ge­wählt worden und kann bestä­tigen, dass die Arbeit vor Ort hono­riert wird. Das hat man auch gerade in der ZDF-Doku gesehen.

UA: Was hat eigentlich den Aus­schlag gegeben, dich als Medi­en­wis­sen­schaftler und Volks­wirt­schaftler gerade diesem The­men­komplex zu widmen?

Ich habe bereits kurz nach meinem Studium und Volon­tariat den klas­si­schen Jour­na­lismus ver­lassen und ein erstes Medien-Startup gegründet. Mit einem Acce­le­rator-Pro­gramm konnten wir ins Silicon Valley ziehen und wurden Partner von Twitter. In San Fran­cisco habe ich eine Form von Obdach­lo­sigkeit und Ver­wahr­losung erlebt, wie sie in Deutschland damals unvor­stellbar war. Im Ver­gleich zu der Woh­nungs­krise erschienen mir die Tech-Startups mit ihren oft zyni­schen Geschäfts­mo­dellen zunehmend unin­ter­essant.

Für Inno­vation begeistere ich mich aber wei­terhin. Nun ist es eben die soge­nannte Soziale Inno­vation, die mich umtreibt. Und das Soziale ist dann auch wirklich das, was mich an Archi­tektur am meisten fas­zi­niert. Gute Archi­tektur kann einen wich­tigen Beitrag leisten zu einer funk­tio­nie­renden Gemein­schaft.

UA: Kannst du uns ein Bei­spiel geben, was sich bes­ten­falls in einer Kommune alles in wenigen Jahren ändern kann? 

Die gute Nach­richt vor­neweg: Sehr viel. Als Bei­spiel möchte ich Wit­ten­berge nennen. Dort haben wir 2019 den ersten Summer of Pio­neers orga­ni­siert. Die Stadt war damals der Inbe­griff des Wen­de­ver­lierers. Nahezu alle großen Indus­trie­be­triebe wurden nach der Wende innerhalb weniger Jahre abge­wi­ckelt. 40 Prozent der Men­schen wan­derten ab. Der Leer­stand war enorm.

Durch den Summer of Pio­neers und die breite mediale Bericht­erstattung über das Projekt, sowie die enga­gierte Arbeit der Ver­waltung, der Pio­niere und der Zivil­be­völ­kerung änderte sich die Stimmung.

Die Pio­niere belebten Leer­stände, star­teten Betei­li­gungs­pro­jekte und holten Künstler:innen in die Stadt. Einige Pio­niere bil­deten eine Art Will­kom­mens­agentur – die Elb­land­werker. In Koope­ration mit der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft bieten sie Gäs­te­woh­nungen an und helfen Men­schen beim Ankommen vor Ort. Aus den ursprünglich 18 Pio­nieren, die vor Ort blieben, ist inzwi­schen eine Com­munity von knapp 400 Men­schen geworden, die sich auch aktiv in die Stadt­ent­wicklung ein­bringen.

Zahl­reiche Fol­ge­pro­jekte brachten neue Akteure und mehrere Mil­lionen Euro an För­der­mitteln in die Stadt. Vor­läu­figer Abschluss dieser posi­tiven Ent­wicklung ist die Ent­scheidung des Bun­des­bau­mi­nis­te­riums, die Klein­stadt­aka­demie in Wit­ten­berge anzu­siedeln. Das Projekt wird über fünf Jahre mit zehn Mil­lionen Euro aus­ge­stattet und soll Klein­städte im gesamten Bun­des­gebiet in ihrer Ent­wicklung unter­stützen.

UA: Das Team von Neu­landia ist kürzlich gewachsen … das sieht nach großen Zukunfts­plänen aus. Was packt ihr als Nächstes an?

Unsere Ansätze funk­tio­nieren. Das können wir nach fünf Jahren wirklich sehr gut belegen. Das moti­viert uns, dem ein­ge­schla­genen Weg zu folgen. Ich möchte mich in Zukunft aber noch mehr mit inno­va­tiven Lösungen für den Bestand beschäf­tigen. Neubau ist derzeit pro­hi­bitiv teuer – ins­be­sondere, wenn man öko­lo­gisch und sozial ver­ant­wor­tungsvoll bauen möchte.

Wir sind immer auf der Suche nach Impact — Inves­toren und Stif­tungen, die an einer Zusam­men­arbeit inter­es­siert sind. Ich bin mir sicher, dass wir an einem der zen­tralen Themen unserer Zeit arbeiten. In der Woh­nungs­krise kommt alles zusammen: Öko­logie, Öko­nomie, Politik und Gesell­schaft. Ant­worten auf die Woh­nungs­krise lösen daher immer eine Vielzahl von Pro­blemen gleich­zeitig. Genau das mach die Aus­ein­an­der­setzung mit dem Thema so spannend und relevant.

UA: Welche spe­zielle Rolle kann Archi­tektur in euren Vor­haben spielen?

Ich bin weder gläubig noch spi­ri­tuell ver­anlagt. Neben Musik ist Archi­tektur für mich die einzige Quelle von Tran­szen­denz­er­fah­rungen. Nicht zuletzt dank Urlaubs­ar­chi­tektur und dem Glück, in einer his­to­ri­schen Gar­ten­stadt leben zu dürfen, konnte und kann ich her­aus­ra­gende Archi­tektur nicht nur als Beob­achter, sondern als Bewohner (auf Zeit) genießen und ver­gleichen.

Ich bin immer wieder ver­blüfft, wie gelungene Gestaltung Glücks­ge­fühle aus­lösen kann und mich umge­kehrt lieblose Gestaltung unmit­telbar traurig stimmt. Gelungene Gestaltung hat dabei nicht zwingend etwas mit Opulenz und teuren Mate­rialien zu tun. Auf die Gefahr hin, doch etwas spi­ri­tuell zu klingen: Es ist die „Seele“ von Räumen und Gebäuden, die deren Qua­lität aus­macht. Neben der Archi­tektur spielt hier auch Sto­rytelling eine große Rolle. Hier sehe ich wie­derum den Beitrag, den ich als Fach­fremder leisten kann.

UA: Du warst schon öfter über Urlaubs­ar­chi­tektur in Europa unterwegs. Wie erlebst du unsere Partner:innen und ihre Häuser?

Seit vielen Jahren mache ich zusammen mit meiner Frau fast aus­schließlich Urlaub in den von euch kura­tierten Feri­en­häusern. Wir wurden noch nie ent­täuscht. Als beson­deren Luxus emp­finde ich es, wenn wir mit den Eigentümer:innen oder Architekt:innen selbst ins Gespräch kommen können.

Eine Erfahrung möchte ich her­vor­heben. In Porto (das ich allen Archi­tektur-Lieb­habern ohnehin ans Herz legen möchte) waren wir in den Na Tra­vessa Suites, sehr zu emp­fehlen. Die Gast­ge­berin Mariana war umwerfend herzlich zu uns und unserer Tochter. Sie erkun­digte sich bereits im Vorfeld, was unserer Tochter gefällt und orga­ni­sierte ent­spre­chende Spielzeug, das bei unserer Ankunft schon im Zimmer lag. Sie und das gemein­schafts­ba­sierte Konzept dieses Hauses sind uns sofort ans Herz gewachsen.

Eben­falls in Porto durften wir in einem Haus von Pritz­ker­preis­träger Souto de Moura wohnen. Über de Moura wie­derum bin ich auf seinen Lehrer Alvaro Siza auf­merksam geworden. Beide haben meinen Blick auf Archi­tektur nach­haltig ver­ändert.

Oft steht Urlaubs­ar­chi­tektur dann auch am Anfang unserer Urlaubs­planung. Das Ziel ist beliebig. Im Mit­tel­punkt steht das Haus. So haben wir schon viele Orte bereist, die wir andern­falls nie besucht hätten.

UA: Welche Initia­tiven und Orte sollten wir uns, auch abseits von Neu­landia, unbe­dingt merken?

Inno­vative Ansätze sind z.B. beim Überland-Fes­tival Görlitz zu finden. Ins­gesamt wichtig ist die uner­müd­liche Arbeit der Bun­des­stiftung Bau­kultur. Was mich auch immer wieder beein­druckt: Die aktive Bür­ger­kultur in Mitt­weida. Nicht zu ver­gessen die Initiative Non­conform, die nicht nur Archi­tektur, sondern par­ti­zi­pative Mög­lich­keits­räume schafft. Auch die Viel­leben Genos­sen­schaft, mit der wir die KoDörfer ent­wi­ckeln, ver­dient Auf­merk­samkeit. Ich könnte die Liste noch lange fort­setzen. Es gibt unzählige Orga­ni­sa­tionen, Initia­tiven und Per­sonen, die fernab der Metro­polen neue Maß­stäbe setzen und den Wandel vor­an­treiben.


Zur Person

Fre­derik Fischer ist auf einem Dorf mit­telgroß geworden, hat seine Kindheit in einer Klein­stadt ver­bracht und zog dann in die weite Welt. Er stu­dierte Medi­en­wis­sen­schaft und Volks­wirt­schaft in Han­nover, Aarhus, Ams­terdam, London und Washington, hat in Berlin mehrere Startups mit­ge­gründet. Inzwi­schen ist er aller­dings der Über­zeugung: Die wirklich auf­re­genden Zukunfts­ent­würfe ent­stehen in der Provinz. Diese treibt er u.a. als Geschäfts­führer von Neu­landia seit Jahren kon­se­quent voran – ins­be­sondere mit dem Resi­denz­projekt Summer of Pio­neers und dem an den Gar­ten­städten ori­en­tierten KoDorf-Quar­tiers­ent­wick­lungen.

Interview: Ulrich Stefan Knoll

Bild­nach­weise: © Fini Ludwig (Titelbild), Wie­senburg, © Melanie Adloff (1), KoDorf Wie­senburg, © agmm Archi­tekten (2, 4, 5), Luft­auf­nahme KoDorf Wie­senburg, © Uwe Man­teuffel (3), Summer of Pio­neers Grabow, © Britta Liermann und Veit Grünert /Bureau Now  (6 – 12), Besuch von Bun­des­wirt­schafts­mi­nister Robert Habeck beim Summer of Pio­neers in Grabow, © Fre­derik Fischer (13, 14), Na Tra­vessa Suites, © José Campos (15 – 18), Casa1015, © Tiago Casanova (19 – 21), Bun­des­bau­mi­nis­terin Klara Geywitz und die Stiftung Bau­kultur zu Besuch bei der Klein­stadt­aka­demie Wit­ten­berge, © Fre­derik Fischer (22), Fre­derik Fischer, © Martin Gommel (23)

0 Kommentare

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.