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Wenn Architektur zur Einladung wird: Seoul

Tradition und Moderne treffen kaum irgendwo auf der Welt so eindrucksvoll aufeinander wie in asiatischen Großstädten. Besonders deutlich wird dieser Kontrast anhand urbaner Architekturen. Teil I der Reihe Architektur der (leisen) Kontraste: Seoul.

von Tina Barankay im Oktober 2025

 Wenn Architektur zur Einladung wird: Seoul in  /

Sowohl Seoul in Korea als auch Kyoto in Japan vereinen jahrhundertealte Kultur mit zeitgenössischer Architektur – jedoch auf ganz unterschiedliche Weise. Seoul steht für Dynamik, Verdichtung und sichtbare Kontraste, während Kyoto, das wir im zweiten Teil vorstellen, dem Wandel mit Zurückhaltung und Feinsinn begegnet. Wie können urbane Räume zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermitteln? Eine Betrachtung der vielschichtigen Verbindung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.


Im südkoreanischen Seoul treffen Tradition und Moderne ungefiltert aufeinander und ergänzen sich doch wie selbstverständlich. Inmitten dieses architektonischen wie sozialen Mosaiks finden sich zahlreiche öffentliche Orte, die Ruhe versprechen und gleichzeitig das soziale Miteinander fördern – viele davon an stark frequentierten Ecken der Millionenstadt, zwischen Leuchtreklame und Streetfood-Märkten.

Ein warmer Frühlingsabend in Seoul. Die Sonne sinkt hinter den Glasfassaden der hochmodernen Hochhäuser – ein paar Straßen weiter werfen Hanoks, die traditionellen Holzhäuser, ihre Schatten auf das Kopfsteinpflaster.

Im Park des Gyeonbokgung Palasts posieren Touristen in ausgeliehener koreanischer Tracht zwischen den blühenden Kirschbäumen, außerhalb der Palastmauern beleuchtet animierte 3D-Reklame den Weg ins historische Viertel Insa-dong. In kaum einer anderen Stadt liegen Vergangenheit und Zukunft so nah beieinander wie in der südkoreanischen Hauptstadt: Konfuzianische Ahnenschreine stehen neben automatisiert berechneten Gebäudehüllen, Teezeremonien treffen auf Mega-Trends wie K-Pop. Die Kontraste ziehen sich wie ein Dialog quer durch die Stadt – und durch ihre Architektur.

Mosaik aus Tradition und Moderne

Die Geschichte Seouls ist eine Historie der Umbrüche: vom Sitz der mehr als fünf Jahrhunderte regierenden Joseon-Dynastie zur Kolonialstadt, von den Ruinen des Koreakriegs zur Smart City. Auch die Architekturgeschichte der Stadt ist von diesen Brüchen geprägt – auf der einen Seite lebt die traditionelle Architektur (nicht nur als museales Relikt) in der Stadtplanung weiter, gleichzeitig nutzen internationale Stararchitekten und lokale Studios die Stadt als Bühne und machen Seoul zum Schaufenster globaler Zukunftsarchitektur. Das Ergebnis ist ein urbanes Mosaik, in dem Tradition und Moderne gleichberechtigt nebeneinander bestehen. Mitten in diesem Spannungsfeld findet man immer wieder öffentliche Orte der Entschleunigung – oft genau dort, wo man sie am wenigsten vermutet: an zentral gelegenen und hochfrequentierten Plätzen der Stadt.

Und damit sind nicht nur der geheime Garten Huwon des Palastes Changdeokgung, die vielen Tempel und Schreine oder die Erholungsflächen entlang des renaturalisierten Flusses Cheonggyecheon gemeint. Vielmehr gibt es zahlreiche urbane Flächen und öffentlich zugängliche Architekturen, die (Rückzugs-)Räume für unterschiedliche demografische Zielgruppen bieten.

Orte des Miteinanders – eine Auswahl

Wie eine Aluminiumskulptur schmiegt sich das amorphe Gebäude der von Zaha Hadid gebauten Dongdaemun Design Plaza in die ehemalige Festungszone der Stadt. Der Bau ist Ausstellungshalle, Marktplatz, Museum und öffentlicher Raum in einem – und mit seiner Vielfalt an Außenbereichen und Innenräumen ein lebendiger Ort und sozialer Treffpunkt für jedermann. Nicht weit entfernt lädt der Skygarden „Seoullo 7017“ zum Flanieren ein: Das von MVRDV umgebaute und mit 24.000 Pflanzen begrünte Autobahnviadukt schwebt über der größten Kreuzung Seouls und dient als Verbindung zwischen zwei Stadtteilen sowie als Erholungsraum – ein poetischer Akt urbaner Nachhaltigkeit.

Auf der anderen Flussseite, mitten im Trubel der COEX-Mall, einem der größten unterirdischen Einkaufszentren der Welt, bietet die Starfield Library einen offen zugänglichen Ort der Reflexion. Mit den 13 Meter hohen Bücherregalen wirkt die Bibliothek wie eine Kathedrale des Wissens – mitten im Trubel der Einkaufsmeile.

Auch der von Dominique Perrault entworfene Campus der Ewha Womans University denkt Bildung nicht als Rückzug, sondern als öffentliches Angebot: Der Weg durch den begrünten Campus scheint im Hügel zu verschwinden und öffnet sich doch der Stadt – mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten und Raum für soziales Miteinander, nicht nur im Bildungskontext. Im von der Samsung Foundation getragenen Leeum Museum ist die Architektur ebenfalls kein Selbstzweck – auch wenn der Bau die Handschriften der Architekturikonen Mario Botta, Jean Nouvel und Rem Koolhaas trägt. Das monumentale und gleichzeitig minimalistische Gebäude bildet vielmehr den Rahmen für ein Gespräch: zwischen koreanischer Antike und westlicher Gegenwart, zwischen lokaler Identität und globaler Kunstszene – offen für Kunstinteressierte ebenso wie für ein breites Publikum.

Spiel mit Kontrasten

Die Architektur in der koreanischen Hauptstadt zeichnet sich aus durch ein Nebeneinander verschiedener Stile, von Tradition und Technologie, von Stille und Lärm, von Monument und Mikroräumen. Sie spielt mit Kontrasten und Spannungsebenen – und wird dadurch zum inspirierenden Moment. Sie schafft Begegnungsräume, die nicht nur funktional, sondern auch kulturell aufgeladen und nachhaltig sind, und der Stadt in ihrer Vielfalt eine eigene architektonische Identität verleihen. In Seoul wird für die Zukunft gebaut, ohne die Vergangenheit zu verdrängen – gleichzeitig wird Architektur zum Medium des Miteinanders, oder besser: zur Einladung für alle.

Bildnachweise: Campus der Ewha Womans University ©️ Tina Barankay (Titelbild, 11, 12), Gyeonbokgung Palast ©️ Tina Barankay (1), Cheonggyecheon Stream ©️ Jieun Kim / Unsplash (2), Das moderne Seoul ©️ Tina Barankay (3), Traditionelles Hanok ©️ Tina Barankay (4), Garten Huwon des Palastes Changdeokgung ©️ Inhyeok Park / Unsplash (5), Dongdaemun Design Plaza ©️ Clark Gu / Unsplash (6), ©️ Tina Barankay (7) ©️ Inhyeok Park / Unsplash (8), Starfield Library – ©️ Kelvin Zyteng / Unsplash (9), ©️ Riza Gabriela / Unsplash (10)

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