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Zuhause im Baixa-Haus

Der Flug über Lissabon hatte es schon gezeigt: Die Stadt liegt nicht nur am Tejo, sondern -- wie Rom und Istanbul auf sieben Hügeln. Eines der dazu gehörigen Täler war einmal ein Flussbett. Hier breitet sich heute der Stadtteil Baixa Pombal zwischen der noch immer durch ihre ursprünglich arabische Siedlungsstruktur geprägte Alfama und der Festung São Jorge im Osten sowie dem Stadtteil Chiado im Westen aus. In der Baixa Pombal ist alles streng auf einem orthogonalen Raster aufgebaut. Nach dem großen Erdbeben 1755 ließ der Marquês de Pombal diesen Stadtbereich nach strengen geometrischen Vorgaben einheitlich überbauen. Seit dem trägt er seinen Namen. Selbst die Kirchen müssen hier ein Kleid wie alle anderen Häuser tragen.

von Olaf Bartels im Februar 2016

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im February 2016 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Zuhause im Baixa-Haus in  /

Ent­spre­chend schwer fiel es mir, mein Heim auf Zeit, das Baixa-Haus, zu finden. In Schlan­gen­linien durch­streifte ich nun das gere­gelte Stadt­gefüge auf seinen in geschwun­genen Mustern gepflas­terten Wegen und musste dabei unwill­kürlich an die Sequenz in Wim Wenders „Lisbon Story‘‘ denken, in der sein Prot­agonist die Haupt­straße mit den Stra­ßen­bahn­schienen in einem alten Borgward-LKW immer wieder kreuzt bis er eine Tram anhält und den Fahrer nach dem Weg fragt, der ihm dann freundlich und bereit­willig Aus­kunft gibt. Aber dann war ich auch schon ange­kommen und brauchte keinen Rat mehr. Eigentlich ist es doch auch ganz einfach, dachte ich dann bei mir: die blauen Fliesen an der Fassade und der Wein­laden auf der Ecke — das muss man doch finden. Bei spä­teren Erkun­dungen sollten mir diese Erken­nungs­zeichen dann auch wirklich helfen.

Das große Baixa-Haus ist in seinem Inneren dann noch einmal über­wäl­tigend. Seine alte, aber ver­gangene Pracht steckt irgendwie immer noch in dem großen Trep­penhaus und auch die Woh­nungen, die mir Maria und Juan auf dem Weg in mein tem­po­räres Domizil kurz zeigen konnten, strahlten eine alte Groß­ar­tigkeit aus, die zwar ver­blasst war, die Maria aber bei der Restau­rierung hatte ein­fangen und bewahren können. Die Geschichte des Hauses blieb dabei an jeder Ecke, an jedem Fenster, an jeder Trep­pen­stufe präsent. Daran konnten auch die neuen Küchen und Bäder nichts ändern. Die sorgsam in Anti­qui­tä­ten­ge­schäften und auf Floh­märkten beschafften Möbel legen dabei zwar hier und da eine falsche Fährte, aber sie regen auch die Fan­tasie an. Bequem sind sie ohnehin. Atem­be­raubend ist der Blick in das hohe Dach­ge­stühl über meiner Klause. Das Licht, aus den im Dach ein­ge­las­senen Ober­lichtern wird sorgsam durch Schächte in die Wohnung geleitet — nächtens mit Leuchten. Ein groß­ar­tiger Blick! Fast so schön wie der durch das fran­zö­sische Fenster in die Straße mit der Stra­ßenbahn aus Wenders Film. Im Schlaf­zimmer war ich aber dann ganz froh, nicht nur unter einer Decke zu liegen sondern auch eine Decke über dem Kopf zu haben.

Wie in der Stadt kann man auch in dieser Wohnung leicht ver­loren gehen. Aber die vor­aus­schauende und sor­gende Empathie von Maria und ihrem Team ließen dieses Gefühl nicht eine Sekunde auf­kommen: Gleich zur Begrüßung hatten sie mir eine Box in die Hand gedrückt, die mir das Über­leben in der Stadt sichern konnte. Darin waren ein knautsch­barer und unka­putt­barer Stadtplan und mehr als ein Dutzend Visi­ten­karten von Restau­rants, Cafes, Läden und anderen mög­lichen Zielen für Aus­flüge und Stadt­er­kun­dungen. Aber wenigstens bis zum Mittag hätte ich diese Emp­feh­lungen nicht gebraucht. Am Morgen hing eine Tüte mit Brötchen an der Woh­nungstür und der Kühl­schrank war mit Allem gefüllt, was ich zum Früh­stück brauchte. Gute Geister füllten alles immer wieder nach. Beste Vor­aus­set­zungen, um die Aben­teuer in dieser Stadt zu bestehen und hier immer wieder ein Zuhause zu finden.

Maria, Gast­ge­berin im Baxia Haus

Ich habe immer in Städten gelebt, die nicht im eigent­lichen Sinne meine Hei­mat­stadt waren: auf Grund der Arbeit meines Vaters sind wir mehrfach umge­zogen während meiner Kindheit. Aber wir lebten immer in sehr attrak­tiven Städten in Spanien, so dass uns unsere Ver­wandten oft und gerne besuchten. Mein Vater war ein groß­ar­tiger Gast­geber und lehrte uns, ihnen das Gefühl zu geben zu Hause zu sein, wenn sie uns besuchten. Und wir lernten auch, jede ver­steckte Ecke jener Städte zu ent­decken, in denen wir lebten. Er war ein großer Lieb­haber von Städten und das bin ich auch.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass Kreative (egal in welchem Bereich sie arbeiten) niemals auf­hören können, kreativ zu sein. So geht es mir auch, und ich denke das Baxia Haus ist das Resultat: seit ich mit meinen Beruf als Gra­fik­de­si­gnerin von 15 Jahren auf­gehört habe, habe ich immer ver­sucht, das Ver­mächtnis meines Vaters mit meinem krea­tiven Sinn zu kom­bi­nieren.

Als ich vor 10 Jahren nach Lis­sabon zog, eröffnete ich das myhomein­lisbon B&B (welches grade aus­führlich bis Oktober 2016 reno­viert wird) und das war sowohl mein Zuhause, als auch ein wirk­liches Zuhause für alle Gäste, die darin wohnten. Sogar mein Hund Lola wurde zu “ihrem Hund”, solange sie bei mir wohnten.

Ein paar Jahre später wurde ich vom Eigen­tümer des Baixa Hauses ver­pflichtet, um seine Woh­nungen anderen Apart­ments, die ich bereits ver­mietete, hin­zu­zu­fügen. Also ent­schied ich ihm einen Vor­schlag zu machen: wir würden einen schönen Ort schaffen, der ein rich­tiges Zuhause für Rei­sende aus aller Welt werden würde. Sie würden ihre eigenen Räume haben, mit allem was sie even­tuell brauchen würden, aber… mit einer beson­deren Note: jede Wohnung sollte ein­zig­artig sein, mit einer Deko­ration weit ent­fernt von den üblichen Hotel­stan­dards. Wir würden jeden Tag ein haus­ge­machtes Früh­stück anbieten, mit fri­schem Brot an die Tür gebracht, so dass die Gäste ihre mor­gend­liche Ent­spannung aus­dehnen könnten, ohne ihr Heim zu ver­lassen (was gibt es für ein grö­ßeres Urlaubs­gefühl, als nach dem Früh­stück wieder ins Bett schlüpfen zu können); wir würden die Woh­nungen jeden Tag rei­nigen, so dass die Gäste sich um nichts zu kümmern bräuchten, und es würde eine Person geben, die sich um alle Bedürf­nisse der Gäste kümmern würde. Nicht ein Con­cierge, vielmehr eine Art “neuer Freund”, der die Gäste will­kommen hieße und “sein” Lis­sabon mit ihnen teilen würde. Und nicht zuletzt: frische Blumen.


Olaf Bartels, geboren 1959, ist Archi­tek­tur­his­to­riker und Archi­tek­tur­kri­tiker. Ver­öf­fent­li­chungen u. a. in der Bauwelt, Bau­meister, deutsche bau­zeitung. For­schung und Lehre zur Archi­tektur- und Stadt­bau­ge­schichte. Er lebt in Hamburg und Berlin.

Das Baixa House

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