In Schloss Mauren finden Vergangenheit und Gegenwart zusammen, denn an diesem Ort zwischen Stuttgart und Tübingen spielt eine Geschichte von Anpassung und Widerstand, von Zerstörung und Wiederaufbau.
Die Ursprünge des Anwesens reichen in den Frühbarock, als der renommierte Architekt Heinrich Schickhardt mit den Plänen für ein Schloss beauftragt wurde. Es blieb nahezu unverändert bis zum Zweiten Weltkrieg – als Nebel für Verwirrung sorgte: Im Oktober 1943 nahmen allierte Bomber Kurs auf Stuttgart, flogen wegen schlechter Sicht aber gen Böblingen. Die damalige Schlossherrin Else von Dusch schrieb in ihrem Tagebuch von Erschütterungen, vom Pfeifen fallender Bomben und grellem Feuerschein – und davon,wie das Hofgut bis auf die Grundmauern niederbrannte.
Was tun mit der Ruine? In den folgenden Jahren trug man die Reste des einst so prächtigen Schlosses bis zum Erdgeschoss ab und setzte ein provisorisches Dach auf. Und dann versanken Ruine und Garten über Jahrzehnte in tiefem Dornröschenschlaf.
Bis neues Leben einzog, dauerte es bis Anfang der 2000er Jahre. Die aktuellen Besitzer – noch immer die gleiche Familie seit 1872 – beauftragten Architekt Ingo Bucher-Beholz mit dem Entwurf für eine Transformation: Er schlug zwei moderne Wohnkuben vor, die Schickhardt’s Schlossruine überbauen und gleichzeitig würdigen. Die Lösung wirkt auf den ersten Blick kühn, auf den zweiten feinfühlig.
Anke und Felix Krohmer verstehen Schloss Mauren nicht als Museum der eigenen Familiengeschichte – sondern haben das Schloss und den Garten wieder zum Veranstaltungsort für ein breites Publikum verwandelt. Im Atrium, inmitten von Schickhardts historischen Mauern und unter den Kuben von Bucher-Beholz, entsteht eine einzigartige Atmosphäre: beruhigend, konzentriert, zeitlos.
Der historische Saal bietet heute Raum für Versammlungen und Feiern bis 50 Personen. Hinzu kommen der Schlossgarten und verschiedene Außenbereiche – bis zu 100 Gäste finden hier Platz für offene Formate, Tische unter freiem Himmel, Picknicks im Park. Eine Outdoorküche mit Holzofen zum Pizzabacken, verschiedene Stellen zum Grillen und für Lagerfeuer ermöglichen gemeinsames Essen und rituelles Zusammensein.
Details
| Region | DE - Deutschland, Baden-Württemberg, Ehningen, Mauren |
| Lage | In der wildromantischen Natur des Würmtals, in einem kleinen Weiler mit 35 Einwohnern, zwischen Stuttgart und Tübingen; |
| Nutzung | |
| Personenzahl | |
| Übernachtung | Holzgerlingen und Ehningen sind jeweils rund 4 Kilometer entfernt, in beiden Orten gibt es Hotels. |
| Veranstaltungsräume |
Historischer Saal mit Gewölben (bis 50 Personen, indoor) |
| Ausstattung | Outdoorküche, Holzofen für Pizza, verschiedene Grillstellen, offenes Feuer, eigener See (10 Min. Fußweg) |
| Besonderheiten | Moderne Kuben mit Renaissance-Gewölben, spektakulärer Adlerhorst-Balkon, Dialog zwischen Historie und Moderne; denkmalgeschützte Schlossruine von 1617 mit moderner Wohnkuben-Überbauung, Modell im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt; |
| Design | Historisches Schloss: Heinrich Schickhardt; moderne Transformation: Ingo Bucher-Beholz, Gaienhofen |
| Fertigstellung | 1617 / 2005 |
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