Als die Monschauer Architektin Sandra Stuppi-Bartsch dieses Haus zum ersten Mal betrat, fühlte sie sich wie in einer Zeitkapsel. Alle Räume noch möbliert, viele seit Jahrzehnten unberührt. Das Haus stellte die Besucherin vor die Frage: Was tun mit diesem Kleinod? Und die Architektin entschied sich, zuerst das Haus zu befragen, was es denn war und was es denn werden wollte.
Es folgten vier Jahre achtsames Suchen, Verstehen und Schaffen: Schicht für Schicht wurde freigelegt – alte Tapeten, bröseliger Putz. Darunter Kalkputze in Meeresblau und zartem Grün, die heute die Grundlage des Farbkonzepts bilden. So wurde das schichtweise Freilegen selbst zum Entwurfsinstrument. Strohlehm aus freigelegten Fachwerkwänden wurde zerstampft, gesiebt, eingesumpft und wieder eingesetzt. Originale Gussheizkörper, mächtige Eichenholztüren und Stuckelemente an hohen Decken blieben erhalten.
Das alles spielt in der Villa Seinerzeit aus dem Jahr 1780. Damals kam die Monschauer Tuchindustrie zu ihrer Blüte: Feintücher aus der Stadt waren gefragt an europäischen Fürstenhöfen und sogar im Orient. Wer auf sich hielt und es sich leisten konnte, baute hochherrschaftlich – und das galt ganz besonders für den Tuchmacher Peter Wilhelm Schmitz. Bis heute prägt die Villa, die dicht an den Felshang gerückt ist, das Ortsbild von Monschau. Im Laufe der Jahrhunderte wohnten hier Notare, Kaufleute und Ärztefamilien.
Das Haus beherbergt heute drei Ferienwohnungen, die zwischen zwei und sechs Personen Platz bieten. Alle Wohnungen atmen den Geist und die Geschichte des Hauses: Alte Möbel, die die Bauherrin und Architektin vorgefunden hatte, wurden aufgearbeitet und neu integriert, ausgebaute Eichendielen zu maßgefertigten Tischplatten weitergedacht. Jede Einheit hat einen eigenen Außenbereich, Kaminöfen sorgen für Atmosphäre.
Was geht hier
Im Roten Haus in die Geschichte der Tuchmacher eintauchen und in der Altstadt Senf verkosten. Wandern im Hohen Venn und dem Nationalpark Eifel, Radfahren auf dem Vennbahn-Radweg. Vogelsang IP, die bedeutende NS-Dokumentationsstätte, liegt ebenfalls in kurzer Fahrtzeit. Aachen ist nahe, die niederländische und belgische Grenze ebenfalls.
Warum wir dieses Haus mögen
Weil hier jemand ein Haus nicht einfach hübsch machen wollte, sondern wirklich verstehen.
Für wen passt dieses Haus
Familien, Paare oder Freundesgruppen. Mietet man das gesamte Haus, hat sogar ein lang erwartetes Familientreffen den richtigen Rahmen – bis zu 13 Personen finden hier Platz.
Nachhaltigkeit
Die Sanierung setzte konsequent auf natürliche Baustoffe – Lehm, Kalkputz, Holzfaser, Eichenholz – und auf Wiederverwendung: Strohlehm, Dielen, Türen und Möbel aus dem Bestand erhielten ein neues Leben. Geheizt wird CO₂-neutral mit Holzpellets, der Strom kommt aus erneuerbaren Energien. Anreise per ÖPNV möglich, Ladestation für E-Autos 100 Meter vom Haus.
Eigentümer
Die Architektin Sandra Stuppi-Bartsch und ihr Mann, der Geograph Oliver Bartsch, verstehen sich als Raumwissenschaftler: Menschen, die Räume nicht nur gestalten, sondern in ihrer Tiefe erfassen und weiterdenken. Sie sind in Monschau beheimatet und vermieten die Wohnungen direkt.
Details
| Region |
DE - Deutschland, Monschau Eifel |
| Name | Villa Seinerzeit |
| Lage | Im Ort mit Blick auf den Fluss Rur |
| Anzahl Gäste | 3 Ferienwohnungen für je 2 bis 6 Personen; das Haus kann auch für max. 13 Gäste als Ganzes gemietet werden. |
| Fertigstellung | 1780 / 2025 |
| Design | Sandra Stuppi-Bartsch, Monschau |
| Architektur | alt & neu, historisch |
| Unterkunft | Apartment, Ferienhaus |
| Kriterien | 1-6 (Haus/Wohnung), 8+ (Haus/Wohnung), Familie, Garten, See/Fluss, Wandern, Ohne Auto erreichbar |
Verfügbarkeitskalender
Der Kalender zeigt die aktuelle Verfügbarkeit der Unterkunft an. An Tagen mit weißem Hintergrund ist die Unterkunft noch vollständig verfügbar. Hat eine Unterkunft mehr als eine vermietbare Einheit, werden Tage mit freien Kapazitäten mit hellgrau markiertem Hintergrund angezeigt. An Tagen mit dunkelgrauem Hintergrund ist die Unterkunft nicht verfügbar.
Ein Kommentar
Ich bin bereits beim Lesen fasziniert :-) und freue mich riesig darauf, in absehbarer Zeit einige Tage den Geist des Hauses fühlen zu können.