Wo die Halbinsel Morrazo auf den Atlantik trifft, liegt Aldán – ein winziger Ort mit großem Blick, der Jahrhunderte lang allein den Fischern gehörte, die täglich mit ihren kleinen Booten von der Bucht in See stachen. Bis heute ruht der Küstenort weitgehend in sich und ist wie geschaffen als Refugium inmitten unserer schnellen Zeit. Ein Plan, den auch die vier Barrio-Schwestern verfolgten. Es gab ein Grundstück, zusammen mit der Frage: Wie lässt sich familiäre Nähe und privater Rückzug unter einem oder noch besser unter mehreren Dächern vereinen. Gemeinsam mit dem galicischen Architekten Alfonso Penela entwickelte die Miteigentümerin Marisa Barrio eine kunstvolle Struktur mit drei zinkverkleideten Baukörpern und vier unabhängigen Ferienapartments.
Das markanteste Merkmal von Ardora ist seine Dachlandschaft, die sich wie ein umgedrehter Bootsrumpf über der Atlantiklandschaft ausbreitet. Der Kommentar eines Nachbarn: „Wenn die Flut kommt, drehst du das Haus einfach um – und hast drei Boote zum Segeln.” Für diese ungewöhnliche Konstruktion öffnete Penela die Firste der Satteldächer und verschloss die Schnittkanten mit dreieckigen Verglasungen. So lesen sich die Körper von oben wie gefaltete Metallblätter, durchzogen von hellen Lichtlinien, die im Inneren die Räume erleuchten. Von unten ergänzen große Dreiecksfenster die Silhouette des Ensembles, das an die Bautradition der Hórreos erinnert – auf Stelzen stehende, galicische Speicherbauten.
Die Namen der vier Apartments sind Programm: Cíes, Ons und Sálvora verweisen auf Inseln vor der Küste, Ardora auf das Naturphänomen, das die Wellen gelegentlich bläulich aufleuchten lässt. Drei der Apartments fassen bis zu fünf Gäste, Sálvora zwei bis drei. Um der ursprünglichen Anforderung der spontanen Verwandlung gerecht zu werden, entwarf der Architekt eine kluge Anordnung von Türen, Treppen und geteilten Wegen, die die Volumina entweder zu einem einzigen Haus verbindet oder als eigenständige Wohneinheiten belässt. Der Rest ist Reduktion: außen Zink, innen Zedernholz, als Bindeglied Glas. Das matte Zink nimmt die Farbtöne des Himmels an – mal grau, mal silbern, mal bläulich – und macht das wechselhafte galicische Wetter zur Fassadengestaltung. Im Inneren duften Wände, Decken und maßgefertigte Einbaumöbel nach warmem Holz.
Jedes Apartment besitzt einen Außenbereich mit Blick auf die Mündung und besteht aus zwei flexiblen, übereinander gelegten Kuben, die sämtliche Funktionen beherbergen. Der Grundriss bleibt immer gleich: Ein zentraler Kern mit kompakter Küche und Bad gliedert die Fläche und trennt Wohn- und Schlafbereich, während die raumhohen Verglasungen Strand und Horizont rahmen. Die Einrichtung setzt sich aus Marisas Sammlung bekannter Designer zusammen – von Álvaro Siza bis Alvar Aalto – kombiniert mit Gebrauchsgegenständen und galicischer Handwerkskunst. Zusätzlich gibt es einen Gemeinschaftsgarten, der bis zum Strand von Vilariño hinunterführt. Ein Ort in ständigem Dialog: mit den Gezeiten, den Seevögeln, den wechselnden Lichtstimmungen und dem gelegentliche biolumineszente Leuchten des Atlantiks.
Was geht hier
Baden und Schwimmen am Strand von Vilariño oder an einem der anderen Strände der Halbinsel, Bootstouren, Tauchen, Schnorcheln und Kajakfahren, Wandern (z. B. zum „Verzauberten Wald“), Angeln, Kulturausflüge (z. B. zum Massó Museum oder nach Vigo), zahlreiche kulinarische Highlights, v. a. natürlich Fisch und Muscheln
Warum wir dieses Haus mögen
Ein Haus mit origineller und doch tief verwurzelter Architektur, das sich im Handumdrehen flexibel verwandeln lässt, ohne die Seetüchtigkeit zu gefährden.
Für wen passt dieses Haus
Für Paare, Familien oder Freundesgruppen in unterschiedlichsten Konstellationen, die Nähe und Privatsphäre ebenso schätzen wie den ständigen Dialog mit dem Atlantik
Eigentümer
Marisa Barrio ist Expertin für Innenarchitektur, Kunst und Hospitality. Gemeinsam mit dem galicischen Architekten Alfonso Penela entwickelte sie aus der Vision der vier Barrio-Schwestern einen Ort, an dem familiäre Nähe und persönlicher Rückzug selbstverständlich zusammenfinden. Heute öffnen Marisa und ihre Schwestern ihre Apartmentos Ardora für Gäste, die Ruhe und Verbundenheit suchen.
Details
| Region |
ES - Spanien, Cangas do Morrazo, Aldán Galicien |
| Name | Apartamentos Ardora |
| Lage | Direkt am Strand Playa de Vilariño |
| Anzahl Gäste | 4 Apartments (Ardora, Cíes, Ons: max. 5 Gäste; Sálvora: max. 3) |
| Fertigstellung | 2005 |
| Design | Architektur: Alfonso Penela , Vigo (ES); Innengestelatung: Marisa Barrios, Aldán |
| Architektur | modern |
| Unterkunft | Apartment |
| Kriterien | 1-4 (Haus/Wohnung), Wohnungen kombinierbar, Familie, Meer, Strand, Wandern |
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