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Casa Modesta – Ode an Joaquim

Portugal hat sieben Wunder. Der Naturpark Ria Formosa an der Algarve ist eines davon und macht diesem Namen alle Ehre.

von Britta Krämer im April 2017

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im April 2017 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Casa Modesta – Ode an Joaquim in  /

Eine beein­dru­ckende Land­schaft, die von einer Vielzahl von Lagunen und einer man­nig­fachen Flora und Fauna geprägt ist. Wind, Strö­mungen und Gezeiten ver­ändern unentwegt das Gesicht dieser Lagu­n­en­land­schaft und wer sich die Zeit nimmt, still zu beob­achten, wird Zeuge von einem unver­gleich­lichen Natur­spek­takel.
Mitten in diesem Wunder liegt ein schlichtes, weißes Haus. Ruhig und andächtig blickt es auf Watt, Sand­bänke, Salinen und auf die Ver­gan­genheit einer Familie, deren Geschichte und Lebensart an diesem Ort ver­ankert ist, die hier erinnert und achtsam wei­ter­ge­sponnen wird.

Die Casa Modesta ist ein Land­hotel mit neun Gäs­te­zimmern, pri­vaten Patios mit Hän­ge­matte, Dach­ter­rassen mit weiten Hori­zonten, Feigen- und Man­del­bäumen, Bio-Gemü­se­garten und Pool mit Son­nendeck. An der langen Tafel im Ess­zimmer wird gemeinsam gegessen, was Groß­mutter Car­minda aus den Töpfen zaubert. Das schlichte Inte­rieur der Räume lenkt den Blick auf wenige, stimmig plat­zierte Ele­mente lokaler Hand­werks­tra­dition und auf das Wech­sel­spiel von Licht und Schatten, Innen und Außen. Dadurch bleibt genug Raum für das, was die Casa Modesta so ein­zig­artig macht: die Atmo­sphäre des Hauses als stimmige Syn­these von puris­ti­scher Archi­tektur und fami­liärer Herz­lichkeit.

Der Ort ist durch­drungen vom Frei­geist eines Mannes, dessen Ori­gi­na­lität und Fami­li­ensinn das Fun­dament der Casa Modesta bildet. Und so ist das Haus die ganz per­sön­liche Lie­bes­er­klärung der Enkel­kinder Carlos und Vânia Brito Fer­nandes, respektive Gast­geber und Archi­tektin, an ihren „Grandpa“. In unserem Interview hat Carlos eine Zeit­reise zurück in seine Kindheit gemacht:

„Unser Groß­vater Joaquim Modesto de Brito wurde 1931 geboren und starb im Jahr 2000. Er war Fischer und wurde von seinen Freunden “O Campeão”, genannt. Für uns ist er der Urvater des Pro­jektes der Casa Modesta, denn das Haus ist voller Erin­ne­rungen an ihn, unseren ersten Lehr­meister und Champion des Meeres.

Joaquim war ein beson­derer Mensch. Er hatte eine harte Kindheit, meine Urgroß­eltern waren sehr streng und er durfte fast nie mit seinen Freunden spielen…Dann hei­ratete er meine Groß­mutter Car­minda und beschloss, alles Land das er besaß, die Autos, das Haus und sein gesamtes Leben in einen ein­zigen bunten Spiel­platz zu ver­wandeln, um sich frei zu fühlen. Und so begann er, den Garten zu deko­rieren: mit Beton­wegen, die von kleinen Felsen gesäumt waren, mit kleinen Teichen, deren Mitte recy­celte Objekte schmückten, die Bäume waren mit seiner Sammlung von bunten Glas­fla­schen deko­riert. Mein Groß­vater hatte drei VW-Käfer in seinen Lieb­lings­farben gelb, blau und rot. Jedes Jahr im Juni machte die ganze Familie eine Küs­tentour zwi­schen der Casa Modesta und Minho, mit den Autos, die deko­riert waren wie ein Weih­nachtsbaum — mit Auf­klebern, Puppen und allerlei Objekten – und auf dem Dach die Koffer der ganzen Familie. Manchmal fuhren wir damit auch über die Grenze bis nach Spanien.

Auf einem Stück Land in der Lagune hatte Groß­vater ein Holzhaus auf Stelzen gebaut. Wenn die Flut kam, stand es mitten im Wasser. Dann kamen Freunde und Fami­li­en­mit­glieder zusammen, brachten fri­schen Fisch mit und erzählten sich stun­denlang Geschichten über das Meer – bis die Flut wieder abebbte. Groß­vater hatte ein Skiz­zenbuch, in welchem er Tag für Tag die Wet­ter­ver­hält­nisse ver­merkte und seine Ent­wurfs­zeich­nungen zu den Booten krit­zelte, die er für sich und seine Freunde baute. Er hörte den ganzen Tag Radio und hatte eines mit großen Laut­spre­chern auf dem Dach des Hauses ange­bracht, damit seine Fischer­freunde Musik und Nach­richten hören konnten, während sie in der Lagune fischten. Ich liebte dieses Haus und habe wun­derbare Erin­ne­rungen an die Momente, die wir dort gemeinsam ver­brachten.”


Das alte Fami­liehaus aus den 40er-Jahren, der Vor­gän­gerbau der Casa Modesta, bestand aus zwei Gebäuden und wurde 2013 von Grund auf neu gebaut, nur einige Grund­mauern blieben bestehen. Oberste Prä­misse war hierbei, das Raum­vo­lumen, die Raum­pro­por­tionen sowie alle Ele­mente des alten Hauses bei­zu­be­halten: die Frei­treppe, die flachen Dach­ter­rassen, die Zis­terne, die über­dachten Patios und den Holzofen.
Vânia Brito Fer­nandes, Mit­be­grün­derin von PAr — Pla­ta­forma de Arqui­tectura — hat mit der Casa Modesta den Pro­totyp eines Haus­typus ent­worfen, der die alte Archi­tek­tur­tra­dition der Algarve in eine zeit­ge­nös­sische Sprache über­setzt: die CASA CHÃ ®. Ein Haus­typus, der das archi­tek­to­nische Erbe der Region modern durch­de­kli­niert, aber dem tra­di­tio­nellen Bau­wissen und lokalen Mate­rialien treu bleibt und der die Erin­nerung als archi­tek­to­nische Dis­ziplin mit in den Ent­ste­hungs­prozess inte­griert.

Das soziale und wirt­schaft­liche Netzwerk der Nach­bar­schaft spielte für die Bau­herren eine tra­gende Rolle, die Kon­text­be­zo­genheit von Archi­tektur wurde im Fall der Casa Modesta zu einer bei­spiel­haften Nach­bar­schafts­in­itiative: Lange vor Bau­beginn wurden die betagten Bewohner dieser sug­ges­tiven Lagu­n­en­land­schaft – Fischer, Fri­seure, Bauern, allesamt alte Freunde des “O Campeão” — mit in den Ent­ste­hungs­prozess der Casa Modesta ein­be­zogen. Gentes de Quatrim, Leute aus dem Viertel, heißt das von João Mas­ca­renhas in aus­druck­starken Fotos fest­ge­haltene Projekt nach­bar­schaft­licher Par­ti­zi­pation.

Wer in der Casa Modesta Urlaub macht, erlebt ein Haus, das es vermag, seine Geschichte zu erzählen, ohne große Worte zu ver­lieren. Und genau diese leise, unprä­ten­tiöse Art ist von betö­render Wirkung. „Unsere Türe steht immer offen, um die Men­schen, die hier ankommen, mit der­selben Freude will­kommen zu heißen, mit der wir in die offenen Arme unserer Groß­eltern gelaufen sind, als wir klein waren.“ Die Geschichte der Casa Modesta handelt von groß­ar­tiger Archi­tektur und fein­sin­niger Ästhetik, von lokaler Kultur und Tra­dition, von innigen Fami­li­en­banden und von glück­lichen Kind­heits­er­in­ne­rungen. Und vom viel­leicht ein­drucks­vollsten Son­nen­aufgang der Algarve. Auf den Punkt gebracht, ist die Casa Modesta vor allem zwei­erlei: Eine Lie­bes­ge­schichte. Und ein wei­teres kleines Wunder des Ria Formosa.


Text: Britta Krämer, April 2017

Bild­rechte aller Fami­li­en­bilder und Zeich­nungen: Carlos Fer­nandes, Joaquim Modesto de Brito | Bilder der Casa Modesta: Carlos Fernandes/Casa Modesta, Angela Zacarias, João Carmo Simões | Bild­rechte “Gente de Quatrim”: João Mas­ca­renhas Pho­to­graphy

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Das Haus

Hotel Casa Modesta
Casa Modesta
Hotel Casa Modesta
Casa Modesta liegt im Ria Formosa Naturpark, einer unter Natur­schutz ste­henden Lagu­n­en­land­schaft an der por­tu­gie­si­schen Algarve. Ein sehr per­sön­licher Fami­li­en­be­trieb, der über­zeugend den Spagat zwi­schen Neu und Alt schafft.

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