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Dialektischer Materialismus am Bau

Im ersten Teil unserer Reihe zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Urban Mining und Cradle to Cradle starten wir mit einem aktuellen Überblick zur Bauwende.

von Lars Klaaßen im Januar 2024

Klimawandel und Ressourcenmangel erfordern eine Bauwende: Wir müssen die wertvollen Materialien aus dem Bestand wiederverwenden. Die Grundprinzipien lauten Kreislaufwirtschaft, Urban Mining und Cradle to Cradle. Die ersten Schritte auf dem Weg dorthin sind bereits getan.

Der Gebäude- und Bausektor ist für 37 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich und damit bei Weitem größter Emittent von Treibhausgasen. Dies berechnete ein im September 2023 veröffentlichter Report der Vereinten Nationen. Schon lange steht im Fokus, wie betriebsbedingte Kohlenstoffemissionen von Gebäuden sich reduzieren lassen, etwa bei Heizung, Kühlung und Beleuchtung. In diese Richtung stößt auch das jüngst viel diskutierte Gebäudeenergiegesetz. Auch hier muss noch viel passieren, aber erste Fortschritte lassen sich in diesem Bereich verzeichnen. Prognosen deuten laut UN-Report darauf hin, dass diese Emissionen in den kommenden Jahrzehnten von 75 auf 50 Prozent sinken werden.

Lösungen zur Minderung der in Häusern verbauten Kohlenstoffemissionen hinken jedoch hinterher. Insbesondere die Herstellung und Verwendung von Materialien wie Zement, Stahl und Aluminium verursachen einen erheblichen CO2-Fußabdruck. Die dringend gebotene Bauwende steht hierbei vor hohen strukturellen Hürden. Immerhin: Es gibt vielversprechende Konzepte – und auch erste Projekte, die beim Design überzeugen.

An Baumaterial mangelt es jedenfalls schon mal nicht, denn in unserem Bestand schlummern enorme Schätze – die wir bislang verschleudern. Allein in Deutschland fallen jährlich rund 900 Millionen Tonnen Abfall an. Knapp 55 Prozent davon sind Bau- und Abbruchabfälle, von denen aber nur knapp 34 Prozent recycelt werden. Vor allem wertvolle Metalle und Baumineralien sind oftmals lange Zeit – nicht selten über Jahrzehnte – in Infrastrukturen und Gebäuden eingelagert. Auf diese Weise haben sich enorme Materialbestände angesammelt, die großes Potenzial als zukünftige Quelle für Sekundärrohstoffe bergen. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang vom Urban Mining, der Stadt als Mine voller Rohstoffe.

Um in der urbanen Mine in großem Stil zu schürfen, braucht es ein Gebäude-Materialkataster, aus dem hervorgeht, was man genau in welcher Qualität vor sich hat. Die Stadt Heidelberg macht hierbei den ersten Schritt und erfasst ihren Bestand. Die Kommune nutzt einen sogenannten Urban Mining Screener. Das Programm soll mithilfe von Gebäudedaten wie Bauort, -jahr, Gebäudevolumen oder -typ die materielle Zusammensetzung schätzen und auf Knopfdruck ein Ergebnis liefern.

Als erstes wird eine ehemalige Wohnsiedlung für Angehörige der US-Armee untersucht. Das Patrick-Henry-Village ist etwa 100 Hektar groß und könnte Raum für 10.000 Menschen und 5.000 neue Arbeitsplätze bieten. Aktuell stehen auf der Fläche noch 325 Gebäude. Diese sollen entweder abgerissen oder saniert werden – stellen also ein wertvolles Rohstofflager dar. Laut Urban Mining Screener warten im Quartier 465.884 Tonnen Material darauf, weiterverwendet zu werden, etwa die Hälfte davon Beton, ein Fünftel Mauersteine und rund fünf Prozent Metalle.

Bei konsequenter Kreislaufwirtschaft wären solche Bestände künftig – wie bislang neue Produkte – auf dem Baustoffmarkt verfügbar. Ein zentraler und leicht zugänglicher Material- und Bauteilkatalog, in dem verfügbare Produkte katalogisiert und abrufbar sind, enthielte alle erforderlichen Bauteilinformationen. Damit solch ein Katalog gepflegt werden kann, wäre auch der Neu- oder besser der Recycling-Bau gefordert: Bei Errichtung eines Gebäudes müssten idealerweise alle Informationen zu den Produkten in Form einer Gebäudeakte vorgelegt werden.

Das Ziel lautet: Künftig bauen wir konsequent aus Bestandsmaterialien bzw. nachwachsenden Ressourcen wie Lehm oder Holz – auch Flachs und Pilz ist machbar. Die Zusammensetzung der Häuser wird außerdem in Materialpässen dokumentiert, um sie später anderweitig weiterverwerten zu können. Damit wäre das Prinzip „Cradle to Cradle“ realisiert, das der Ökopionier und Chemiker Michael Braungart gemeinsam mit dem amerikanischen Architekten William McDonough entwickelte. „Von der Wiege zur Wiege“ orientiert sich an biologischen Kreisläufen, die keinen unverwertbaren Abfall zurücklassen. Klima- und ressourcenneutrales Bauen ist machbar. Schon heute. Wir stellen in den nächsten Folgen dieser Reihe einige Best-Practice-Beispiele vor und zeigen, welche Schritte Architekt:innen wie Bauherrinnen selbst bereits machen können.


Autor: Lars Klaaßen, Januar 2024

Autoreninfo: Lars Klaaßen, Journalist, arbeitet seit 1989 als freier Autor und Redakteur, u.a. für die taz, die Süddeutsche Zeitung, das Deutsche Architektenblatt und wissenschaftliche Einrichtungen. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Architektur und Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie Energiewende und Klimawandel. www.medienbuero-mitte.de

Bildnachweis:

© Avel Chuklanov / Unsplash (Titelfoto); © EPEA – Part of Drees & Sommer 2021 – Quelle: Braungart/McDonough (1); © EPEA – Part of Drees & Sommer – Materielle Zusammensetzung Mehrfamilienhaus München Baujahr 1962 (in Tonnen (t)) – Quelle: Matthias Heinrich, EPEA (2)


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