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 50 Jahre Burg­tiefe auf Fehmarn in  /

50 Jahre Burg­tiefe auf Fehmarn

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im June 2022 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

Urlaub mit Meer­blick – herrlich! Wer träumt nicht davon? Doch wenn die Feri­en­wohnung in der 13. Etage eines Hoch­hauses aus den 70er Jahren liegt oder auf 35 qm für vier Per­sonen opti­miert ist, ent­spricht das noch unseren heu­tigen Urlaubs­wün­schen? Und kann gute Archi­tektur das Fehlen von zeit­ge­mäßem Komfort wett­machen? Die Urlaubs­gäste in der Feri­en­anlage Burg­tiefe bekommen selten mit, dass sie in einem archi­tek­to­ni­schen Gesamt­kunstwerk über­nachten. Wie auch: kein Schild weist darauf hin, dass dies der Entwurf eines der bedeu­tendsten Archi­tekten des 20. Jahr­hundert ist. Auch die Ver­ant­wort­lichen auf Fehmarn haben das archi­tek­to­nische Erbe lange nicht gewürdigt. Im Laufe der Jahre wurden Teile abge­rissen und neue, anspruchslose Gebäude hin­zu­gefügt. Seit 2004 steht das gesamte Ensemble unter Denk­mal­schutz.

Die Idee einer Feri­en­haus­siedlung fiel in die Boomzeit des Tou­rismus in den 1960er Jahren. Viele Ost­see­bäder erhöhten ihr Bet­ten­an­gebot durch großen Feri­en­sied­lungen. Mit dem Bau der Feh­marnsund-Brücke, die 1963 eröffnet wurde, startete auch Fehmarn in eine neue Zeit. Ein städ­te­bau­licher Ideen­wett­bewerb für eine Feri­en­siedlung am Süd­strand unter der Leitung des deut­schen Archi­tekten Egon Eiermann kürte den Entwurf von Arne Jacobsen und Otto Weitling zum Sieger. Ihr Konzept: Respekt für die Land­schaft und behutsame Ein­griffe. Neben den Apart­ment­häusern, Bun­galows und drei Hoch­häusern wurden ver­bin­dende Ele­mente geplant: das Haus des Gastes, das Kur­mit­telhaus und ein Meer­was­ser­wel­lenbad.

Die Archi­tekten planten die Anlage als offenes Kon­glo­merat aus ein­zelnen Gebäuden. Alles sollte quasi wie zufällig in die Land­schaft geworfen aus­sehen. Die nüch­terne und funk­tionale Archi­tektur wurde durch orga­nische Formen auf­ge­lo­ckert. Die aufs Minimum redu­zierten Woh­nungen bekamen alle Meer­blick. Ursprünglich waren keine Hoch­häuser geplant, sondern drei Y‑förmige Gebäude mit nur vier Etagen. Doch die Bauherr:innen wollten mehr, maximale Aus­lastung war das Ziel. Und so wurden die drei Hoch­häuser das bereits aus weiter Ferne sichtbare Symbol von Burg­tiefe. Für Feh­ma­raner seien sie immer noch ein Fremd­körper, erzählt Jan Dimog, selbst Inselkind und zusammen mit Hendrik Bohle Kurator der Aus­stellung „Gesamt­kunst­werke – Archi­tektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland“, die noch bis zum 28. August 2022 im Haus des Gastes zu sehen ist. Sieben der acht Bau­pro­jekte, die das dänische Archi­tek­tenduo in den 60er- und 70er-Jahren in Deutschland geplant haben, werden darin vor­ge­stellt.

Zur Aus­stel­lungs­er­öffnung musste das Haus des Gastes erst einmal fit gemacht werden. Seit Jahren steht es leer, auch ein Abriss wurde dis­ku­tiert. Eine Sanierung sei dringend nötig, sagt Jan Dimog, um die Leich­tigkeit und Eleganz des unschein­baren Gebäudes sichtbar zu machen und um der Gesamt­anlage wieder ein Zentrum zu geben. Dimogs Begeis­terung für die Archi­tektur der Feri­en­siedlung ist durch die Arbeit an Buch und Aus­stellung stetig gewachsen. Den Wert des archi­tek­to­ni­schen Erbes würde man vor Ort spüren, damit unter­scheide sich Burg­tiefe deutlich von anderen Ost­see­bädern. Das beste Arne Jacobsen-Feeling bekomme man in den Bun­galows, ergänzt er. Die zu zwei Seiten ver­glasten Wohn­räume sind zum Wasser und Licht aus­ge­richtet und mit 80 qm quasi luxuriös.

Ein gutes Investment, darauf hoffte auch das Ham­burger Ehepaar Anke und Enno Schwan. 2006 kauften sie ihre erste Wohnung in dem 5‑geschossigen Apart­menthaus am west­lichen Ende. 35 qm für bis zu vier Per­sonen plus Baby — was eher nach Tiny-Haus als nach kom­for­tabler Feri­en­wohnung klingt, ist bei Urlauber:innen sehr beliebt. Die Aus­lastung ist hoch und das Gäs­tebuch voller posi­tiver Kom­mentare. Moti­vation genug für Ehepaar Schwan, eine zweite Wohnung zu kaufen. „Kein Qua­drat­zen­ti­meter zu viel und keiner zu wenig“, erklärt Enno Schwan begeistert das Konzept. In jeder Ecke merke man, dass die Archi­tekten gut geplant hätten und der begrenzte Raum nicht zu Lasten der Wohn­qua­lität gehe. Seit einiger Zeit gibt es für die rund 800 Eigen­tums­woh­nungen, von denen der Großteil ver­mietet wird, ein Gestal­tungs­handbuch. Es soll eine Hil­fe­stellung sein und moti­vieren, im Sinne der Ursprungsidee die Woh­nungen zu reno­vieren. Aller­dings gilt das nur für die Fas­saden und Gemein­schafts­flächen. Innen sind die Woh­nungen nach per­sön­lichem Gusto möbliert, die berühmten „Schwäne“ und „Ameisen“ von Arne Jacobsen sucht man meist ver­gebens. In den Woh­nungen domi­niert bür­ger­licher Pols­terchic in abge­tönten Farben.

Die Beliebtheit der Feri­en­apart­ments ist seit 50 Jahren unge­brochen. Die kleinen Woh­nungen bieten ein unschlag­bares Preis-Leis­tungs-Ver­hältnis und eine 1A-Lage. Auch die IFA-Hotel-Hoch­häusern sind gut gebucht. Die Ver­kaufs­preise der Eigen­tums­woh­nungen sind in den letzten Jahren in die Höhe geschossen und freie Woh­nungen finden umgehend neue Besitzer:innen. Arne Jacobsen und Otto Weitling wussten bereits vor 50 Jahren, dass Urlaub mit Meer­blick zeitlos ist.


Die Wan­der­aus­stellung „Gesamt­kunst­werke – Archi­tektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland“ ist noch bis zum 28.08.2022 im Haus des Gastes in Burg­tiefe auf Fehmarn zu sehen. Geöffnet täglich von 11–17 Uhr (außer Mo), Ein­tritt frei.
Anschließend ist die Aus­stellung vom 13.09.–14.10.22 im Zentrum Bau­kultur Rheinland-Pfalz in Mainz zu sehen.

Das Buch zur Aus­stellung ist bei Arnoldsche Art Publishers erschienen und kostet 38 €.„Gesamt­kunst­werke –Archi­tektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland“ Hendrik Bohle und Jan Dimog (Hrg.)

Der Jour­nalist Jan Dimog und der Architekt Hendrik Bohle betreiben gemeinsam die Plattform www.thelink.berlin. Dort schreiben sie über Themen rund um Reisen und Archi­tektur. Lesenswert ist Jan Dimogs aus­führ­licher und sehr per­sön­licher Bericht über Burg­tiefe „Die Krone der Insel“.

Über­nach­tungstipp: www.ostseenest-fehmarn.de – in dem Apartment Ost­seenest #2 erinnert auch die Ein­richtung an Arne Jacobsen.


Text: Anke Frey, 2022

Vielen Dank an das Stadt­archiv Fehmarn, Jan Dimog und Hendrik Bohle für die Bereit­stellung der Fotos.

3 Kommentare

Wirklich sehr gute Archi­tektur, die gehegt und gepflegt werden sollte! Wenn man einmal in den Häusern gewesen ist, erkennt man, wie klug sie geplant wurden. Zum Glück soll wei­terhin kräftig in die „Arne-Jacobsen-Siedlung“ inves­tiert werden — mit sowohl pri­vaten wie öffent­lichen Geldern…

Hans Hansen sagt:

Wirklich, wirklich häss­liche Archi­tektur ! Der dänische Architekt Arne Jacobsen wollte nach dem Bau auch nicht mehr mit seinen Arbeiten auf Fehmarn in Ver­bindung gebracht werden. Er war überaus wütend ueber die Bauten, die dort unter seinem Namen ent­standen sind. Während der Bau­phase, die Jacobsen nicht mehr begleitete, wurde der ursprüng­liche Entwurf durch die Bau­herren (Stadt Fehmarn) vor allem auf­grund öko­no­mi­scher Fak­toren ver­ändert. Die wesent­lichen Ände­rungen betreffen die deutlich erhöhte Gesamt­anzahl an Woh­nungen sowie die drei Fern­blick­häuser mit den dazu­ge­hö­rigen Restau­rants, Cafés und Bars. Diese wurden nicht nach den Plänen von Jacobsen vier­ge­schossig errichtet, sondern auf­grund des sich ver­stär­kenden Tou­rismus auf­kommen und ver­än­derter städ­te­bau­licher Ziel­set­zungen auf 17 Geschosse erweitert. Ebenso wurde von der Form einer stern­för­migen Wohn­siedlung abge­sehen und statt­dessen jeweils neun drei- und fünf­ge­schossige, lini­en­förmige Appar­te­ment­kom­plexe errichtet. Der Denk­mal­schutz ist hier ein Witz !

Architekt Peter Behrens sagt:

Wirklich tolle nor­dische Archi­tektur ohne Schnörkel und mit klarer Kante

Dirk C. Schoch sagt:

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