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Die Schweizer Stiftung Ferien im Bau­denkmal arbeitet an der Schnitt­stelle von Tou­rismus und Denk­mal­pflege, indem sie sich für den Erhalt von bau­his­to­risch wert­vollen Gebäuden enga­giert und diese nach der Restau­rierung als Feri­en­ob­jekte nutzbar macht.

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Brü­cken­schlag zwi­schen His­torie und Moderne in der Schweiz

Die Schweizer Stiftung Ferien im Bau­denkmal arbeitet an der Schnitt­stelle von Tou­rismus und Denk­mal­pflege, indem sie sich für den Erhalt von bau­his­to­risch wert­vollen Gebäuden enga­giert und diese nach der Restau­rierung als Feri­en­ob­jekte nutzbar macht.

von Ulrich Stefan Knoll im September 2022

 Brü­cken­schlag zwi­schen His­torie und Moderne in der Schweiz in  /

Die Schweizer Stiftung Ferien im Bau­denkmal arbeitet seit 2005 an der Schnitt­stelle von Tou­rismus und Denk­mal­pflege, indem sie sich lan­desweit für den Erhalt von bau­his­to­risch wert­vollen Gebäuden enga­giert. Dem Verfall aus­ge­setzte und vom Abriss oder Leer­stand bedrohte Bau­denk­mäler werden nach einer sanften Restau­rierung als Feri­en­ob­jekte neu belebt und für die Öffent­lichkeit nutzbar gemacht. Gästen stehen über 50 Bau­denk­mäler für einen Urlaub der beson­deren Art zur Ver­fügung.

Ein Gespräch mit Christine Matthey, Geschäfts­lei­terin der Stiftung.

Frau Matthey, wie kommen die Häuser grund­sätzlich zu Ihnen bzw. Sie zu den Häusern?

Die Stiftung wurde vor knapp 20 Jahren gegründet. In dieser Zeit konnten wir in den Denk­mal­schutz- und Archi­tektur-Kreisen der Schweiz eine gewisse Bekanntheit auf­bauen. Wir erhalten wöchentlich Koope­ra­ti­ons­an­fragen von Eigentümer:innen von Bau­denk­mälern, die ihr Objekt mit unserer Hilfe restau­rieren und/oder ver­mieten wollen.

Nicht alle Häuser gehen in den Besitz der Stiftung über. Welche sons­tigen Modelle gibt es?

Je nach Bedürfnis des Bau­denkmals und der Eigentümer:innen bieten wir ver­schiedene Mög­lich­keiten der Zusam­men­arbeit an. Da wären einer­seits die beiden Optionen das Bau­denkmal unserer Stiftung zu einem sym­bo­li­schen Preis zu ver­kaufen oder es uns im Bau­recht zu über­geben. Bei diesen beiden Lösungen ist die Stiftung für die Finan­zierung der Instand­setzung und die wei­ter­füh­rende Betreuung der Bau­denk­mäler in der Ver­ant­wortung. Falls das Objekt in Pri­vat­ei­gentum bleiben soll und es unseren bzw. den Kri­terien der Denk­mal­pflege ent­spre­chend restau­riert wurde, wird das Objekt in die Ver­mietung auf­ge­nommen. Die Ver­ant­wortung bleibt dann bei den Eigentümer:innen. Je nach Wunsch der Eigen­tü­mer­schaft, bieten wir in diesen Fällen an, gemeinsam mit unserem Netzwerk die Instand­setzung und Ein­richtung des Objektes umzu­setzen — mit dem Ziel, das Bau­denkmal anschliessend in das Angebot unserer Stiftung auf­zu­nehmen.

Sie beur­teilen die gene­relle Eignung eines Objektes anhand eines Kata­loges mit Qua­li­täts­richt­linien. Lässt sich — bei aller bau­lichen und regio­nalen Indi­vi­dua­lität — so über­haupt ent­scheiden, ob ein Haus gerettet und in eine Nutzung über­führt werden kann? Oder wie gehen Sie im Ein­zelfall genau vor?

Als Stiftung haben wir klare Vor­gaben und Gremien, die bei dem Prozess mit­wirken. Als Erstes wird jedes gemeldete Haus durch unsere Ver­ant­wort­liche für Archi­tektur und Bau­kultur eva­luiert. Wenn das Objekt Potenzial hat, prä­sen­tieren wir es unserem internen Bau­aus­schuss, bestehend aus Architekt:innen und Denkmalpfleger:innen. Dieses Gremium erlaubt uns weitere Exper­tisen zu den bau­lichen und archi­tek­to­ni­schen Aspekten ein­zu­holen und das Objekt grund­sätzlich zu hin­ter­fragen, etwa: ent­spricht es unseren Stan­dards? Ist genug his­to­rische Bau­sub­stanz erhalten? Der Bau­aus­schuss for­mu­liert eine Emp­fehlung an unseren Stif­tungsrat, wo die finalen Ent­schei­dungen gefällt werden.
Kommt es zu einer Zusam­men­arbeit, wird das Objekt von unseren Kom­mu­ni­ka­tions- und Ver­mie­tungs­zu­stän­digen auf unsere Plattform auf­ge­schaltet und ist meist recht schnell aus­ge­bucht. Unser Publikum freut sich mit jedem neuen Objekt, neue Regionen und Bau­stile zu ent­decken.

Falls das Bau­denkmal unserer Stiftung im Bau­recht oder für einen sym­bo­li­schen Preis über­geben wird, bean­sprucht es weitere Etappen. Ein Großteil der Zeit und Energie bean­sprucht das Zusam­men­tragen der finan­zi­ellen Mittel für die Reno­vation. Dies geschieht mit der Unter­stützung von Stif­tungen, gleich­ge­sinnten Ver­bänden und Partner:innen, Pri­vaten und der öffent­lichen Hand. Für die Restau­rierung arbeiten wir mit lokalen Architekt:innen zusammen und stützen uns auf ein großes Netzwerk von lokalen Handwerker:innen, die die regio­nalen Mate­rialien und Bau­tech­niken gut kennen.
Die Arbeit ist nicht zu unter­schätzen. Es liegen alles in allem jeweils mehrere Jahre zwi­schen der Meldung eines Bau­denkmals und dessen Auf­schaltung in unser Angebot.

Aktuell ist mit dem Jura­bau­ernhaus Maison Heidi ein neues Haus online gegangen und mit der Kaplanei in Ernen ein wei­teres Bau­denkmal in Arbeit. Was zeichnet diese Pro­jekte aus, was sind die beson­deren Her­aus­for­de­rungen?

Das Maison Heidi konnten wir diesen April erfolg­reich eröffnen, es wird erfreu­li­cher­weise auch schon rege gebucht. Bei der Kaplanei stehen wir mitten in der Bau­phase. Wir hoffen, es nächsten Frühling eröffnen zu können. Bei der Kaplanei mussten wir die Bau­phasen gut planen, da sich das Haus im Alpenraum befindet und im Winter kaum daran gear­beitet werden kann. Her­aus­for­de­rungen bei diesem Objekt waren bei­spiels­weise ein spe­zi­eller his­to­ri­scher Verputz, der im Prozess ent­deckt wurde. Wir hatten gehofft, den Verputz rekon­stru­ieren zu können. Leider war das aber nicht möglich, weshalb wir uns ent­schieden, den Ori­gi­nal­verputz überall, wo es möglich war, zu erhalten und mit einem zeit­ge­mäßen Verputz zu ergänzen. Visuell macht es kaum einen Unter­schied, trotzdem ist es in solchen Fällen sehr wichtig, alle Ein­griffe gut zu doku­men­tieren.

Ansonsten haben wir mit den üblichen Her­aus­for­de­rungen, die his­to­rische Gebäude mit sich bringen, zu tun. Etwa Feuch­tigkeit und Hang­wasser, die den Sockel­be­reich beein­träch­tigen oder die Ent­scheidung, auf welche Bauepoche man ein Objekt zurück­führen soll – da die Häuser jeweils viele ver­schiedene his­to­rische Schichten haben. Das ist aber genau das Span­nende an unserer Arbeit! Wir ver­suchen, die opti­malen Lösungen für jedes Gebäude zu finden, um es authen­tisch und nach­haltig zu erhalten.

Seit 2020 „ver­mittelt“ die Stiftung auf der Online-Plattform Marché Patri­moine auch Häuser – wie genau darf man sich das vor­stellen?

In den ver­gan­genen Jahren haben wir viele Anfragen für Objekte erhalten, die unsere Stiftung aus ver­schie­denen Gründen nicht in ihr Angebot auf­nehmen konnte. Sei es wegen den oben erwähnten Gründen oder weil wir als kleine Stiftung schlichtweg nicht genug per­so­nelle und finan­zielle Res­sourcen hatten, um uns allen Bau­denk­mälern anzu­nehmen. Gleich­zeitig mel­deten sich ver­mehrt Per­sonen, die am Erwerb einer his­to­ri­schen Lie­gen­schaft inter­es­siert waren. Dabei ent­stand in Zusam­men­arbeit mit dem Schweizer Hei­mat­schutz die Idee einer Plattform, um diese Anfragen zu ver­netzen.

Ziel von Marché Patri­moine ist die nach­haltige Erhaltung und Pflege his­to­ri­scher Objekte. Es ist also keine Immo­bi­li­en­plattform im her­kömm­lichen Sinn. Es geht uns um die lang­fristige Erhaltung schüt­zens­werter Häuser jeder Art: von Wohn- und Bau­ern­häusern über größere Gebäu­de­kom­plexe wie his­to­rische Hotels oder Indus­trie­ge­bäude.

Seit Ende 2020 konnten wir so bereits über 60 Objekte erfolg­reich ver­mitteln. Das Konzept hat sich also gut bewährt.

Einige der ver­mit­telten Objekte lassen die neuen Eigentümer:innen gemeinsam mit unserer Unter­stützung instand setzen und werden in den kom­menden Jahren über Ferien im Bau­denkmal ver­mietet werden können. Ein „Win-Win-Win“ also für die Gebäude, die Verkäufer:innen und Käufer:innen, und in einigen Fällen auch für unsere Stiftung.

Ihre Unter­künfte sind bei­leibe keine Aller­welts­häuser. Muss man die Gäste vorab bezüglich der Nutzung „schulen“? Und: Fällt auch das Feedback ent­spre­chend spe­ziell aus?

Zum Glück wissen die aller­meisten unserer Feri­en­gäste, auf was sie sich bei Ferien im Bau­denkmal ein­lassen. Sie wissen, dass es sich bei unserem Angebot um teil­weise jahr­hun­der­tealte Häuser handelt, mit hohen Tür­schwellen, aus­ge­tre­tenen Böden oder nied­rigen Decken. Wir infor­mieren unsere Gäste vorab genau über die indi­vi­du­ellen bau­lichen Eigen­heiten jedes Bau­denkmals auf unserer Website und in den Mie­ter­in­for­ma­tionen. Es kommt also prak­tisch nie zu Über­ra­schungen, wenn die Gäste anreisen. Zudem erhalten unsere Gäste von unseren Hausbetreuer:innen bei ihrer Ankunft eine per­sön­liche Ein­führung zur Geschichte des Hauses und prak­tische Infos, bei­spiels­weise wie man einen Ofen ein­feuert.

Unsere Feri­en­gäste suchen explizit nach dem Beson­deren, nach dem Authen­ti­schen in den Häusern. Sie buchen ihre Ferien in erster Linie für das „Erlebnis Bau­denkmal“. Wir freuen uns sehr, ihnen mit jedem wei­teren Bau­denkmal in unserem Angebot die Vielfalt der Schweizer Bau­kultur näher­zu­bringen.


Gegründet wurde die Stiftung vom Schweizer Hei­mat­schutz. Der seit 1905 bestehende Verein nimmt im Bereich Bau­kultur als unab­hängige Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sation eine füh­rende Rolle in der Schweiz ein.

Interview: Das Gespräch führte Ulrich Stefan Knoll.

Introbild: © Zeljko Gataric

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