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Der Charme des Unfer­tigen – oder: einfach mal machen

Manchmal ist es gerade das Unperfekte, das etwas perfekt wirken lässt. In der Architektur gibt es kluge Ansätze, die mit dem Unfertigen, Authentischen oder Minimalistischen spielen und durch eine eigene Ästhetik überzeugen. Eine Betrachtung.

von Tina Barankay im Februar 2025

 Der Charme des Unfer­tigen – oder: einfach mal machen in  /

Wenn man von „Archi­tek­ten­häusern“ spricht – und das sind die Mehrzahl der auf URLAUBSARCHITEKTUR gelis­teten Häuser – geht man in der Regel davon aus, dass das Design der Häuser bis ins letzte Detail durch­dacht und, nun ja: auf die Ewigkeit aus­gelegt ist. In den Neu­bauten scheint alles aus einem Guss zu sein und auch in den sanierten Objekten ergänzen sich alte und neue Ele­mente bis zur Per­fektion, alles ist durch­cho­reo­gra­fiert. Diese Per­fektion ist wohl­tuend für das Auge und natürlich ein wich­tiges Qua­li­täts­kri­terium geworden.

Manchmal aber ist es gerade das Unper­fekte, das etwas perfekt wirken lässt – da gibt es die schiefe Wand, die in die Jahre gekom­menen Kacheln oder die alte Tapete, die auf den ersten Blick das ästhe­tische Auge zu stören scheinen, um einen Moment später als besonders charmant wahr­ge­nommen zu werden.

In der Archi­tektur bezie­hungs­weise deren Nutzung findet man zahl­reiche Ansätze, die sich das Prinzip des Unfer­tigen oder Unper­fekten zu eigen machen. In Europa gehen die Nie­der­länder besonders spie­le­risch mit dem Thema um – im deutsch­spra­chigen Raum scheinen wir uns schwerer zu tun, ohne Regelwerk auf ein offenes Ergebnis hin­zu­steuern. Viel­leicht ist es das Mehr an Regu­larien, oder viel­leicht doch die feh­lende Men­ta­lität des „Einfach-mal-machens“? Dabei gibt es auch hier­zu­lande wie auch in anderen euro­päi­schen Ländern char­mante Ansätze, die durch eine eigene Ästhetik über­zeugen. Dazu gehören neben dem bewusst Unper­fekten in durch­ge­stal­teter Archi­tektur auch die tem­poräre Bespielung leer­ste­hender Gebäude, vor­über­gehend bewohnbare mini­ma­lis­tische Wohn­kon­zepte oder ein authen­ti­sches Urlauben mit Ver­zicht auf Komfort. Eine kurze Betrachtung.

Dazwi­schen und auf Zeit.

Das Prinzip Pop-up (oder auch Pop-Down) macht sich den Trend zum Unperfekt-Sein zunutze – und erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit: Laden­ge­schäfte, Event­spaces, Restau­rants oder auch Hotels tauchen für begrenzte Zeit an den unge­wöhn­lichsten Orten auf. Häufig werden leer­ste­hende Räum­lich­keiten genutzt, für eine Zwi­schenzeit oder vor einem Gebäu­de­abriss. Vor dem Hin­ter­grund der Ver­än­de­rungen der Immo­bi­li­en­land­schaft sind Zwi­schen­nut­zungen in Groß­städten besonders attraktiv. Dabei ist es meist der unkom­pli­zierte und pro­vi­so­rische – und damit unper­fekte – Umgang mit dem Vor­han­denen, das den Charme der meisten Loca­tions aus­macht: Manchmal zeugen roh belassene Wände von der vor­he­rigen Nutzung der Räume, manchmal das Low-Design des Inte­rieurs oder auch einfach die Tat­sache, dass sich hinter einer her­un­ter­ge­kom­menen Haus­fassade ein wahres Schmuck­stück ver­birgt – über­ra­schende Effekte gibt es in unter­schied­licher Aus­prägung.

Gerade bei den Pop-Up-Unter­künften steht der Reiz des Unge­wöhn­lichen im Vor­der­grund – ob bei der Umnutzung ehe­ma­liger Geschäfts­ge­bäude wie beim Hotel-Hap­pening The Lovelace in München, das für eine begrenzte Zeit ein denk­mal­ge­schütztes Bank­ge­bäude in einen inspi­rie­renden Ver­an­stal­tungsort mit einigen B&B‑Zimmern ver­wan­delte, oder im tem­po­rären Hotel WDrei, einem leer­ste­henden Hotel­anbau an der Münchner Oper, das die Gäste zum Früh­stück in nahe­ge­legene In-Loca­tions schickt.

Ein aus­ge­fal­lenes Konzept bietet die bri­tische Rei­se­agentur Black Tomato mit ein­malig und kurz­zeitig bewohn­baren Glamping-Unter­künften an abge­le­genen Orten der Welt an. Und in der Schweiz sind im Rahmen der Kam­pagne „Swiss Urban Sleeping“ rund ein Dutzend außer­ge­wöhn­liche Hotel­zimmer ent­standen, die jeweils nur für wenige Monate ver­mietet wurden. Die Liste ließe sich beinahe endlos fort­setzen.

Pro­vi­so­risch und minimal.

Ähnlich pro­vi­so­risch, wenn auch ganz anderer Natur, sind tem­porär genutzte Unter­künfte wie die in Japan popu­lären Kap­sel­hotels: mini­ma­lis­tische Schlaf­kojen, die auf­grund ihrer kurz­zei­tigen Nutzung auf Komfort ver­zichten und mit dem Reiz der Reduktion spielen. Über eine sinn­volle Ver­klei­nerung des Wohn­raums wird immer wieder dis­ku­tiert – ob aus Mangel an Fläche oder auch aus Gründen des über­teu­erten Immo­bi­li­en­marktes. In Ländern wie Japan ist das Wohnen auf wenigen Qua­drat­metern völlig normal. Hier sind die ersten auch als Waben­hotels bekannten Schlaf­kojen schon 1979 ent­standen, aus Gründen der genannten Raum­knappheit: Die Unter­künfte bieten nicht viel mehr an als bie­nen­wa­ben­artig ange­ordnete Schlaf­kojen, die zwar sehr funk­tional und etwas pro­vi­so­risch, kei­nes­falls aber gemütlich wirken. In einigen deut­schen Städten wurde das Konzept in den letzten Jahren auf­ge­griffen – das Ber­liner Space-Night-Capsule-Hostel ver­sprüht eher Sci­ence­fiction-Charme, das Cab20 in Hamburg und das Area 247 in Karlsruhe sind etwas läs­siger und mit einem anspre­chenden Gemein­schafts­be­reich ver­sehen und das Box­hotel in Han­nover ver­körpert die moderate Form mit sehr kleinen, holz­ver­klei­deten Kabinen – mini­ma­lis­tisch, aber dennoch gemütlich. Auch die mit dem Tou­ris­mus­preis aus­ge­zeich­neten Slee­peroo-Schlaf­würfel bieten Schlaf­ge­le­gen­heiten auf mini­malster Fläche: Die nach­hal­tigen und fle­xibel im Steck­bau­prinzip auf­bau­baren Würfel machen unge­wöhn­liche Orte wie Museen oder Häfen tem­porär zum Hotel­zimmer.

Und manchmal sind es gerade die ganz ein­fachen Ideen, die über­zeugen: So hat das Ams­ter­damer Archi­tek­turbüro Overt­reders W anlässlich des 200. Geburts­tages der nie­der­län­di­schen Gemeinde Veen­huizen mit dem Stable Stack eine tem­poräre Unter­kunft errichtet, die aus­schließlich aus gelie­henen Mate­rialien besteht. Die auf einem Beton­pfeiler erbaute Struktur aus Holz und jeder Menge wei­terer Ele­mente wie Dach­ziegeln oder Tra­pez­blech wird einzig von leuchtend grünen Gurten zusam­men­ge­halten.

Authen­tisch und unperfekt.

Der Trend des Urlaub­ma­chens in mög­lichst „authen­ti­schen“ Unter­künften impli­ziert eben­falls den Reiz des Unper­fekten.

Die Nutzung bestehender Räume war die Ursprungsidee bei der Ent­stehung der Grätzl­hotels, einem Projekt der Wiener Urba­nauten: Die Gäste wohnen in umfunk­tio­nierten, ehe­ma­ligen Läden in zen­traler Lage und haben durch die enge Anbindung an die Nach­bar­schaft die Mög­lichkeit, das Leben im Viertel zu erleben.

Das Konzept basiert im Grunde auf der Idee der Albergo Diffuso, ein Konzept aus Italien — ursprünglich gedacht, um aus­ge­storbene Dörfer durch die Ein­bindung von im Ort ver­streuten Feri­en­un­ter­künften wie­der­zu­be­leben. Wie in den Gräzl­hotels geht es um die Ein­bindung von tou­ris­ti­schen Unter­künften in die gewachsene Umgebung, um das authen­tische Wohnen und das Nutzen bestehenden Wohn­raums – darum, die „Seele der Orte zu erleben“.

Auch das im länd­lichen Schwarzwald gelegene Schöne Leben, eine impro­vi­sierte Umge­staltung eines tra­di­tio­nellen Hotels, möchte alles sein, nur nicht perfekt – ganz im Sinne des japa­ni­schen ästhe­ti­schen Kon­zepts Wabi Sabi, das die Schönheit in den ein­fachen Dingen sieht. Viel­leicht ist das die Essenz aller Pop-Ups und Zwi­schen­nut­zungen: Das Spüren der Authen­ti­zität eines Ortes, das bewusste Zele­brieren der kleinen Dinge, die einen Ort zu einem beson­deren machen.

Ob tem­porär genutzt oder für die Ewigkeit gebaut, ob perfekt oder unperfekt: Jede Art der Gestaltung eines Ortes hat seine Berech­tigung. Das Neben­ein­ander unter­schied­licher Ansätze kann sehr berei­chernd sein – das gilt für die Archi­tektur genauso wie für die Gesell­schaft. Um das zu erreichen, sollte man im besten Fall nicht immer abwarten, bis man die per­fekte Lösung gefunden hat – unter Umständen ver­passt man sonst einen ganz wun­der­baren Moment.


Text: Tina Barankay

Bild­nach­weise: The Lovelace © Thomas Kiewning © Steve Herud (1 – 4), Blink Luxury Trips von Black Tomato (Titelbild, 5, 6), © Sté­phane Gau­t­ronneau, Stable Stack © Reinder Bakker (7–9), Urba­nauts Studio Syl­vette © Martina Lajczak (10–12), Das schöne Leben © Joshua Rzepka (13–15)

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