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Dinge, die man (nicht) braucht

Was ist eigentlich Luxus? Über den Bedeu­tungs­wandel eines Begriffes im Laufe der jün­geren Geschichte.

von Tina Barankay im Oktober 2021

 Dinge, die man (nicht) braucht in  /

Neulich erzählte mir meine Nach­barin von der Villa, die sie gemeinsam mit einer anderen Familie im Urlaub gemietet hatten – vom Pool, dem Fit­nessraum und der Kli­ma­anlage, ohne die die Hitze nun wirklich nicht aus­zu­halten gewesen wäre. Diesen Luxus haben wir uns gerne gegönnt, sagte sie. Luxus?, dachte ich.

Laut Duden ist unter Luxus ein „kost­spie­liger, ver­schwen­de­ri­scher, den nor­malen Rahmen […] über­stei­gender, nicht not­wen­diger, nur zum Ver­gnügen betrie­bener Aufwand“ zu ver­stehen. Dieses rein mate­rielle Ver­ständnis von Luxus beschreibt, was über Jahr­hun­derte hinweg als Luxus ange­sehen wurde: teure Besitz­tümer, mit denen sich die Wohl­ha­benden schmücken und ihre Macht demons­trieren konnten. Von Prunk­sucht und ver­schwen­de­ri­scher Fülle ist die Rede – die Intention war es, den eigenen Stand innerhalb der Gesell­schaft zur Schau zu stellen. Sicher, Sta­tus­symbole gibt es immer noch und wird es immer geben – aber die Bedeutung des Wortes Luxus hat sich mitt­ler­weile hin zu einem zeit­ge­mäßen Ver­ständnis ver­schoben: Meist wird unter Luxus nicht mehr über­mä­ßiger Konsum ver­standen, vielmehr geht es um imma­te­rielle Dinge, um Werte und um Ver­ant­wortung. Darüber hinaus ist Luxus ein rela­tiver Begriff: Nicht nur, dass wir in der west­lichen Welt ver­glichen mit Dritte-Welt-Ländern ins­gesamt luxuriös leben, auch bei uns ist die Band­breite dessen, was man unter Luxus ver­steht, sehr weit. Während der eine den Auf­enthalt auf der eigenen Yacht als etwas völlig Nor­males emp­findet, ist für den anderen schon eine warme Dusche oder auch ein sicherer Schlaf­platz der pure Luxus. Ist Luxus also eine Frage der Per­spektive — oder anders: Können wir ange­sichts des Über­flusses, in dem wir leben, über­haupt noch so etwas wie Luxus emp­finden?

„Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut, sondern das Gegenteil von Gewöhn­lichkeit.“, äußerte sich die Mode­schöp­ferin Coco Chanel über Luxus. Luxus war für sie etwas Außer­ge­wöhn­liches. Zwar meinte Chanel wahr­scheinlich einen nicht all­täg­lichen Stil – aber man kann das Zitat auch so lesen, dass Luxus nicht unbe­dingt den Besitz mate­ri­eller Güter meinen muss, sondern vielmehr ein Lebens­gefühl, oder zeit­ge­mäßer: Lebens­qua­lität. Etwas, was man sich im „gewöhn­lichen“ Alltag nicht leisten kann – das kann natürlich Cham­pagner sein, aber auch die Muße, ein gutes Buch zu lesen, das kann ein schöner Ort sein oder auch die Familie, die man selten sieht. In seinem 1996 erschie­nenen Spiegel-Artikel zur Zukunft des Luxus beschreibt Hans Magnus Enzens­berger Luxus als alles das, was knapp und daher begeh­renswert ist – und das sind nicht unbe­dingt gegen­ständ­liche Dinge, sondern ins­be­sondere Zeit, Ruhe, Raum, Sicherheit oder auch die Umwelt. Die Zukunft des Luxus liege „nicht wie bisher in der Ver­mehrung, sondern in der Ver­min­derung, nicht in der Anhäufung, sondern in der Ver­meidung.“

Die Dar­stellung von Wohl­stand tritt im „New Luxury“ immer mehr in den Hin­ter­grund zugunsten von Dingen, die sich positiv auf uns und unsere Umwelt aus­wirken: Qua­lität ist wich­tiger als Quan­tität, Reduktion und ein Sich-Ver­kleinern, weniger Ballast und ein damit ein­her­ge­hender redu­zierter Wohnstil sind der neue Luxus. Sta­tus­symbole werden mehr und mehr abgelöst von lang­le­bigen, zeit­losen Dingen, die ver­einbar sind mit einem nach­hal­tigen Leben und fairen Lebens­be­din­gungen für die Welt­be­völ­kerung. Es geht um Trans­parenz, Work-Life-Balance und auch um eine Ver­schiebung von den Besitz­tümern hin zu ein­zig­ar­tigen Erleb­nissen, soge­nannten „Money-Can’t‑Buy“-Erlebnissen. Und schon ist von einer neuen Ära des Luxus die Rede: vom „Neo Luxury“, das Trends wie Sharing, Digital Detox oder Acht­samkeit als den neuen Luxus pro­pa­giert. Einmal mehr wird deutlich, wie sehr sich das neue Luxus­ver­ständnis von der tra­di­tio­nellen Begriffs­de­fi­nition ent­fernt hat.

Und was hat das Ganze mit Urlaub und Archi­tektur zu tun? Nun, natürlich ist Urlaub-haben an sich schon ein Luxus – wir haben hier­zu­lande doppelt so viele Urlaubstage wie zum Bei­spiel Arbeitnehmer:innen in Japan. Außerdem ist der Urlaub eine Zeit, in der sich die meisten Men­schen für den stres­sigen Alltag belohnen und es sich gut gehen lassen möchten – am liebsten in einer schönen Umgebung und dem archi­tek­to­nisch pas­senden Domizil. Für manch einen wird sicherlich wei­terhin die Aus­stattung mit Kli­ma­anlage oder Whirlpool ein Muss bleiben – aber zunehmend mehr Men­schen emp­finden mitt­ler­weile etwas ganz anderes als Luxus: Das redu­zierte Schlichte wird bevorzugt, fast leere Räume  werden als Luxus wahr­ge­nommen, Ruhe und Natur geschätzt. Wobei schlicht nicht mit unkom­for­tabel gleich­zu­setzen ist, sondern mit Reduktion im Sinne von: Es gibt nichts, was das Auge stört, die Ein­richtung ist stimmig und qua­li­tativ hoch­wertig, even­tuell mit ein­zelnen Design­stücken, aber ohne über­flüs­sigen Fir­lefanz. Darüber hinaus bietet die Muße, die man im Urlaub ja haben sollte, die Mög­lichkeit, Dinge zu ent­decken, die Schönheit der Natur zu erleben und sich fallen zu lassen. Ich für meinen Teil genieße jetzt noch den Rest eines langen Wochen­endes – in den Bergen, mit Blick ins Grüne. Herrlich, diese Ruhe. Und kein Plas­tik­stuhl, der das Auge stört. Was für ein Luxus.


Text: Tina Barankay, Oktober 2021

Autoreninfo: Tina Barankay ver­bindet ihre Lei­den­schaft für Ästhetik und Gestaltung seit vielen Jahren mit ihrer beruf­lichen Tätigkeit. Als freie Jour­na­listin und Bera­terin ver­öf­fent­licht sie Bei­träge, rea­li­siert Publi­ka­tionen und ent­wirft Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zepte in den Bereichen Archi­tektur, Interior und Design.

5 Kommentare

Aber merk­würdig, mit welchen Fotos UA den Beitrag begleitet: großer Pool, kleiner Pool, und die allerorts üblichen Plas­tik­stühle, auf die die Autorin so gern ver­zichtet!

Antwort der Redaktion:
Liebe Karine, vielen Dank für Ihren Kom­mentar! Unsere “Position” ist eine sub­jektive Reflexion zum Bedeu­tungs­wandel des Begriffs und möchte nicht als all­gemein gültige Luxus­de­fi­nition von UA erscheinen. Ob nun ein knar­render, alter Holz­balken oder ein Eames-Stuhl aus Plastik, ein Pool oder kein Pool die Herzen unserer Gäste und Gast­geber höher schlagen lässt, ist, so finde ich, auch eine Facette von Luxus: die Freiheit des indi­vi­du­ellen Geschmacks.

Britta

Karine sagt:

Danke für diesen wun­der­schönen Artikel. Er etappte mich in meinen Gedanken, ob denn das vor­ge­sehene Urlaubs­quartier für meine Familie, in nächsten Jahr zum dritten Mal bestehend aus Urgross­eltern, Groß­eltern, Enkeln und Urenkeln, nicht zu luxuriös ist. Tina, Du hast meine Bedenken zer­streut, denn es kommt ja auf den Betrach­tungs­winkel an, nicht nur auf die Aus­stattung. Unser gemein­samer Urlaub, auf den sich alle freuen.… das ist unser Luxus.

Udo Löscher sagt:

Danke für dieses schöne Feuil­leton. Luxus — ja, auf einer anstren­genden Reise eine Stunde Zeit auf Meer zu schauen, auf ein schönes Bild in einem Museum oder einfach Zeit zu haben, den Wolken zuzu­schauen. Danach kann der Job und der Stress wei­ter­gehen.
Übrigens eine nette Idee, die allein schon inspi­rie­renden Bilder von Feri­en­häusern durch Gedan­ken­splitter zu ergänzen. Das passt zu Urlaub und Ferien — mal über etwas nach­zu­denken, was ein wenig jen­seits des üblichen Weges liegt.

Klaus Göppert sagt:

Liebe Tina, danke für deinen Beitrag und den Verweis auf den Spiegel-Artikel von Hans Magnus Enzens­berger, den ich mit großem Interesse gelesen habe.
Mir fällt in dem Zusam­menhang ein Buch ein, in dem von einer beson­deren Immo­bilie die Rede ist, der “Casa Mala­parte” auf Capri.
Ein Besucher soll den dama­ligen Besitzer und Autor auf der Dach­ter­rasse gefragt haben, ob er das Haus selbst ent­worfen habe, worauf er sinn­gemäß geant­wortet hat: “Nicht das Haus, aber die Land­schaft, die es umgibt”. Bilder und Film­aus­schnitte zur “Casa Mala­parte” zeigen die von Enzens­berger und Dir ange­spro­chene Redu­zierung auf das Wesent­liche par excel­lence.
Es ist nicht not­wendig darauf zu warten, dass die “Casa Mala­parte” nach­haltig saniert ins Port­folio von “Urlaubs­ar­chi­tektur” auf­ge­nommen wird. Im Portal gibt es bereits heute eine Fülle an Objekten inter­es­santer Archi­tektur, an außer­ge­wöhn­lichen Orten, in denen man es sich leisten kann, für einige Zeit zu resi­dieren.

Frank sagt:

Liebe Tina,
ein wun­dervoll geschrie­bener Artikel.
Vielen Dank dafür, das gibt mir heute wieder neue Energie in einen anstren­genden Tag. Schade dass viele Men­schen so blind sind und diesen ( ich nenne es )intel­li­genten Luxus nicht erkennen. Alles Gute Ste­fanie Raum

Raum Steffi sagt:

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