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Ein gutes Bild ist ein scheues Reh

Der in München und der Oberpfalz lebende Künstler und Fotograf Olaf Unverzart  versteht sich selbst als Dokumentar, seine Bilder bewegen sich stets abseits der touristischen Idylle. So sind etwa in seinen Aufnahmen der Alpen selten Menschen zu sehen, ihre Spuren hingegen überall. 

von Ulrich Stefan Knoll im April 2022

 Ein gutes Bild ist ein scheues Reh in  /

Mit der Buch­ver­öf­fent­li­chung ÉTÉ (2020, Kettler Verlag), für die er gemeinsam mit Sebastian Schels tou­ris­tische Archi­tektur in den Alpen – mit, wie wir finden: kühlem, scho­nungs­losen Blick — doku­men­tierte, hat er uns in den Bann gezogen. 

Was bzw. wer steckt hinter diesen viel­schich­tigen, glei­cher­maßen beein­dru­ckenden wie irri­tie­renden Auf­nahmen?

Zeit für einen Besuch in München und ein Gespräch mit dem Men­schen wie dem Foto­grafen über Foto­grafie, Freiheit, Ferne und Archi­tektur.

Nachdem dein Jugend­traum vom Profi-Rad­sportler nicht in Erfüllung gegangen ist: Was genau hat dich sei­nerzeit zur Foto­grafie bewogen und was fas­zi­niert dich daran noch heute am meisten?

Olaf Unverzart: Ich kam zur Foto­grafie, da sie anscheinend das Aus­drucks­mittel war, mit dem ich mich am meisten ver­standen sah und fühlte. Der Beruf hat zudem viel mit meinen Sehn­süchten nach Freiheit, Reisen, Ent­de­ckungen, meiner Neugier und meiner Rast­lo­sigkeit zu tun.

Du willst mit deinen Foto­grafien sen­si­bi­li­sieren, aber nicht erziehen. Dir ist nicht wichtig, wie deine Bilder auf den Betrachter wirken. Vielmehr sind sie zual­lererst deine Aus­ein­an­der­setzung mit der Welt, deine Suche nach Ant­worten mittels Foto­grafie…. Diesen, deinen Blick bietest du dann dem Betrachter an. Soweit richtig?

Olaf Unverzart: Richtig. Auf keinen Fall erziehen. Eher schon ein Angebot machen, meine Sicht auf die Welt zu teilen. Die Wirkung ist mir nicht primär wichtig. Aber natürlich ist jede Art von „Erreichen“ ein Gewinn.

Du ver­meidest Wer­tungen, in deinen Bildern soll immer der Ist-Zustand im Vor­der­grund stehen. Haben insofern Begriffe wie „Schönheit“ für dich über­haupt eine Relevanz?

Olaf Unverzart: Schönheit ist eine sehr sub­jektive Sache und ich halte wenig von Kate­gorien oder Wer­tungen. Das Motiv muss für mich relevant sein; „schön“ ist dabei keine ent­schei­dende Defi­nition.

Heimat ist für dich…?

Olaf Unverzart:… ein woh­liges Gefühl, das sich aus einem Ort und den engsten ver­bün­deten Men­schen nährt.

Nachdem du beruflich so viel unterwegs bist: Hast du als Pri­vat­person über­haupt noch Fernweh?

Olaf Unverzart: Mein Ziel ist auch meine Aufgabe und die heißt Ankommen. Dafür braucht es meist ein ganzes Leben, mit vielen Umwegen. Meine Reisen waren immer Teil dieser Aufgabe. Eine Unter­scheidung in Fotograf und Pri­vat­mensch treffe ich dabei nicht. Und, zurück zur Frage: Ja, ich schätze es wei­terhin sehr, fremde Länder zu bereisen und neue Men­schen ken­nen­zu­lernen.

Deine Schwester ist Archi­tektin und Sebastian Schels, mit dem du manchmal zusam­men­ar­beitest, ist Archi­tek­tur­fo­tograf. Hat dich das nie gereizt: Selbst ent­werfen bzw. Archi­tektur schwer­punkt­mäßig abzu­bilden?

Olaf Unverzart: Nein, beides sind keine ver­passten Lebens­träume. Eher hätte ich gerne mehr geschrieben oder Musik gemacht. Archi­tektur ist eine große Kunst, und im besten Fall stiftet sie auch noch Sinn. Ich schaue gerne ehr­fürchtig und genau drauf.

In vielen deiner Arbeiten beschäf­tigst du dich mit dem Ein­fluss des Men­schen auf Land­schaften. Die Berge nehmen hier einen großen Raum ein. Was genau macht ihre Fas­zi­nation für dich aus?

Olaf Unverzart: Berge sind für mich eine vitale Rei­bungs­fläche. Sie sind da und ändern ihren Stand­punkt nicht. Sie brauchen mich nicht, können schroff und brutal sein. Ich mag Land­schaften, die weniger lieblich sind, wo das Wetter das Sagen hat. 

Über die Jahre haben wir uns mit unseren jewei­ligen Eigen­heiten ange­freundet.

Da du keinen Urlaub im klas­si­schen Sinne machst: Für dich braucht es also eigentlich gar keine URLAUBSARCHITEKTUR, oder?

Olaf Unverzart: Bevor meine Kinder auf die Welt kamen, bin ich in manchen Jahren die Hälfte der Zeit gereist. Mit Begriffen wie Erholung, Urlaub oder Freizeit kann ich weniger anfangen, das soll jetzt aber weder welt­fremd noch über­heblich klingen. Es sind einfach nicht die Kate­gorien, die meine Leben gliedern und bestimmen.

Häuser und Orte, die einen beson­deren Charme haben, die funk­tio­nieren und nicht ein­sperren, sondern mit ihrer Umgebung kor­re­spon­dieren, inter­es­sieren mich hin­gegen sehr. Dort könnte ich gut Zeit ver­bringen und ver­suchen, glücklich zu sein. Also bin ich durchaus Teil der Ziel­gruppe von Urlaubs­ar­chi­tektur.

Um den einen Moment zu erwi­schen, bedarf es guter Vor­be­reitung, vor dem Motiv zudem große Geduld. Genau hin­sehen, wie absichtslos aus­harren und dabei wachsam sein, sich ein­lassen. Ist es das, was dich als Fotograf cha­rak­te­ri­siert?

Olaf Unverzart: Ja, könnte ich so gesagt haben. Es ist eine Art Spiel — manchmal leichter, oft schwer. Ein gutes Bild ist ein scheues Reh.

Für das Projekt ÉTÉ, das du gemeinsam mit Sebastian Schels rea­li­siert hast, habt ihr euch wie ein­gangs erwähnt Win­ter­sportorte in den Alpen und deren Archi­tektur vor­ge­nommen — im Sommer und im ent­völ­kerten Zustand. 

Olaf Unverzart: Das sind unwirt­liche Orte, die sich fast wie Film­ku­lissen anfühlen. Die ganz dem Urlaub unter­worfene Archi­tektur und Infra­struktur bestimmen dort alles. Dazu kommen die Höhen­lagen, in denen auch im Sommer eine karge Vege­tation vor­herrscht und das Wetter immer eine wichtige Kom­po­nente ist. Men­schen gibt es dort sommers deutlich weniger, aber Frei­zeit­pro­gramme und Unter­hal­tungs­an­gebote spielen auch dann an fast allen Orten eine enorme Rolle. 

Was kann Foto­grafie leisten? 

Olaf Unverzart: Ich traue ihr zu, dass sie mich mein Leben lang begleitet. Und dieses Leben besser oder weniger unglücklich macht. Sie ist mein Zugang zur Welt. Und bestens für Melan­cho­liker geeignet — denn immer, wenn man etwas sieht, ist es schon vorbei.

Foto­gra­fische Bilder sind ja das Kom­mu­ni­ka­tions- und Infor­ma­ti­ons­medium unser Zeit schlechthin. Sie sind wichtig und mächtig geworden und werden es durch all­sei­tiges, stän­diges und mas­sen­haftes Teilen und Wei­ter­ver­breiten immer mehr. Meine Foto­grafie ist da in vieler Hin­sicht noch im Ana­logen ver­wurzelt.

Oft bist du mit Mittel- oder Groß­bild­kamera in den ent­le­gensten Gegenden unterwegs. Wenn dann der eine Moment – wet­ter­be­dingt — nicht kommt… 

Olaf Unverzart: Dann ist es so. Das pas­siert immer wieder mal. 

Lernt man damit umzu­gehen? 

Olaf Unverzart: Ungern. 

Du möchtest deine Auf­nahmen nicht allzu sehr seziert bzw. ana­ly­siert wissen. Ist das eher die Rolle deiner Galerist:innen, denen die Aufgabe zukommt, diese in einen Kontext ein­zu­ordnen, dem Betrachter zumindest Deu­tungs­ebenen anzu­bieten?

Olaf Unverzart: Nicht nur, die Zusam­men­arbeit mit meinen Galerien ist gerade auch in der Ent­ste­hungs­phase von Serien wichtig. Neben der Ver­mittlung und Plat­zierung im Kunst­markt geht es bes­ten­falls auch darum, gemeinsam etwas zu schaffen.

Nor­ma­ler­weise mache ich alles, was ich foto­gra­fisch erschaffe, mit mir selber aus (ÉTÉ mal als Aus­nahme). Eigentlich arbeitet man als Künstler ja zu 90 % nur mit seinem eigenen Echo — da sind Fragen oder Mei­nungen manchmal nicht das Schlech­teste.

Du hast zum Ende unseres Vor­ge­spräches erwähnt, dass du es spannend fändest, wenn man den „Typ“ hinter dem Foto­grafen sehen würde. Dann erzähl mal…

Olaf Unverzart: Foto­grafie kann Aus­schnitte der Welt doku­men­tieren und muss, damit sie einen Mehrwert hat und für mich als Aus­drucks­mittel aus­rei­chend Kraft besitzt, auch die Welt inter­pre­tieren können. 

Somit müsste der Autor hinter der Kamera in den Auf­nahmen, die er/sie als gut und wichtig emp­findet, auch selbst zu ent­decken sein. Also muss man eigentlich nur genau hin­schauen und sieht so viel­leicht auch mich in meinen Bildern.

Was ist für dich Luxus? 

Olaf Unverzart: Luxus bedeutet, sich Zeit nehmen zu können und frei zu ent­scheiden, wann man was machen will.

Besteht nicht ein wesent­licher Sinn von Foto­grafie darin, die Ver­gäng­lichkeit der Erin­nerung ein Stück weit zu besiegen helfen? 

Olaf Unverzart: Besiegen würde ich nicht sagen. Foto­grafie ist eine wun­derbare Erfindung, um einen Zugang zur Welt zu finden und sie kann eine Sprache sein, mittels derer man aus der eigenen Welt (Spiegel) oder fremden Welten (Fenster) erzählt.

Was kann Archi­tektur deiner Meinung nach bes­ten­falls leisten?

Olaf Unverzart: Sie sollte mit der Natur kom­mu­ni­zieren und den Bewohner:innen neben Schutz und Lebensraum vor allem einen Mög­lich­keitsraum eröffnen, um Neues denken zu können. Oder mit Frank Lloyd Wright: „Study nature, love nature, stay close to nature. It will never fail you.“


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Por­trait in der ARD

Buch ÉTÉ

Oechsner Galerie

Coming soon: Buch­ver­öf­fent­li­chung „Walking Distance“ (2022) – 30 Jahre Street­photo­graphy

Interview: Ulrich Stefan Knoll, November 2021

3 Kommentare

Die Bilder von der Ober­pfalz sind einseitig.Fotos sollten nichts beschö­nigen, aber auch nicht Tris­tesse als Haupt­thema ansteuern. … sagt ein Ober­pfälzer, der deine Heimat anders sieht

Helfried Wachter sagt:

Für mich sind die Auf­nahmen von Olaf Unverzart Fenster in eine Welt die an “uns” vor­über­zieht ohne sie wahr­zu­nehmen. Chapeau!!

Gernot Schulz sagt:

fan­tas­tische Fotos! liebe Grüße Eva Schlegel

Eva Schlegel sagt:

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