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Mutige Evo­lution vor glü­henden Zinnen

Der Mut zu Neuem und zu stetem Wandel scheint den Rainers im Blut zu liegen. Seit der Eröffnung der kleinen Frühstückspension durch Agnes und Willi Rainer im Jahr 1964 zieht sich der Wunsch nach beherzter, innovativer Weiterentwicklung wie ein roter Faden durch den architektonischen und touristischen Werdegang des Familienunternehmens.

von Britta Krämer im März 2018

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im March 2018 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Mutige Evo­lution vor glü­henden Zinnen in  /

Antrieb ist dabei kei­neswegs der Wille anzu­ecken, sondern der achtsame Blick auf die Gäste, auf ihre Gewohn­heiten, ihren Alltag und die sich stetig ver­än­dernden Urlaubs­be­dürf­nisse. Gäs­te­em­pathie, über­setzt in zeit­gemäße Inhalte und zukunfts­wei­sende Archi­tektur.

Impo­sante Gipfel, schroffe Fels­wände und eine archaische Berg­sze­nerie cha­rak­te­ri­sieren den nord­öst­lichsten Teil der ita­lie­ni­schen Dolo­miten. Die spek­ta­kuläre Land­schaft und ihre geo­lo­gi­schen Phä­nomene machen den Naturpark Drei Zinnen in der Gemeinde Sexten seit jeher zu einem Fas­zi­nosum für Berg­steiger, Wan­derer, Poeten und Natur­for­scher. Letztere belegen, dass dieses Gebiet vor mehr als 250 Mil­lionen Jahren eine weite Ebene war, die sich im Laufe der Jahr­hun­derte zu einem tro­pi­schen Meer mit zahl­reichen Atollen und Vul­kanen wei­ter­ent­wi­ckelte. Erst als der afri­ka­nische Kon­tinent langsam gegen den euro­päi­schen driftete, erhoben sich mächtige Berge aus dem warmen Mee­res­becken. Man glaubt es kaum: Wo sich damals Krus­ten­tiere und Fische tum­melten, weiden heute Kühe und Ziegen auf saftig-grünen Wiesen zwi­schen 3000 Meter hohen Gipfeln.

Die Dolo­miten sind seit jeher ein Gebirge im stän­digen Wandel. Und obwohl die Episode vom Urmeer in Sexten unvor­stellbar weit zurück­liegt, schlummert sie bis heute im Gestein, im Boden und im kol­lek­tiven Unter­be­wusstsein der Bewohner und ruft sich jeden Abend aufs Neue in Erin­nerung, wenn die Drei Zinnen im Son­nen­un­tergang intensiv zu glühen beginnen: “Enro­sadira” nennen die Ein­hei­mi­schen das Erröten der stei­nernen Wände lie­bevoll auf Ladi­nisch. Das Abendrot ist ein unver­gleich­liches Natur­schau­spiel und erklärt sich aus der mine­ra­lo­gi­schen Ur-Zusam­men­setzung des Gesteins aus Kal­zi­um­kar­bonat und Magnesium, die im Abend­licht Farb­nu­ancen von flam­mendem Orange, Rot und Violett frei­setzen.

Inmitten dieser leuch­tenden Zau­ber­berge liegt ein Gebäu­de­en­semble, dass es den Dolo­miten nachtut und sich der Ver­än­derung, der zykli­schen, acht­samen aber nach­hal­tigen Evo­lution ver­schrieben hat: Das Feri­en­resort der Familie Rainer in Moos bei Sexten.

Archi­tek­to­ni­sches Neuland trotz Gegenwind


Mitte der 70 er Jahre erfordert die wach­sende Gäs­te­schar eine Erwei­terung der Früh­stücks­pension zum Hotel. Willi und Agnes Rainer ent­scheiden „wenn wir schon Schulden machen müssen, dann richtig“ und machen sich mit drei klaren (und für damalige Ver­hält­nisse gewagt modernen) Prä­missen auf die Suche nach dem pas­senden Archi­tekten: 1. die Aus­richtung aller Zimmer nach Süden, 2. viel Licht und 3. eine bau­liche Alter­native zum allerorts üblichen Tiroler Stil. Den Rest über­lassen sie ver­trau­ensvoll dem pla­ne­ri­schen Ideen­reichtum. Der frisch­di­plo­mierte Öster­reicher Peter Thurner hat die über­zeu­gendsten, weil „völlig unver­brauchten“, Ein­fälle und wird für das Projekt enga­giert.

Der Architekt ent­wirft einen halb­runden Ter­ras­senbau mit Holzleim­bindern, ein abso­lutes Novum ist die Offenheit und Weit­läu­figkeit des Hauses. Teil des Erwei­te­rungsbaus von Thurner sind auch das erste Hal­len­schwimmbad und die erste Sau­na­anlage in Sexten. Die Ver­kleidung der Fassade mit lokalen Lär­chen­holz­schindeln unter­streicht die sym­bio­tische Ver­flechtung von Archi­tektur und umge­bender Land­schaft, die für alle Bauten des Fami­li­en­re­sorts cha­rak­te­ris­tisch ist.

Der moderne Bau von Peter Thurner sorgt in Sexten für ziem­lichen Aufruhr und nicht wenig Skepsis. Die Abwendung von der hie­sigen Bau­tra­dition kommt einer Negation der kul­tu­rellen Wurzeln gleich: Keine Orna­mente, keine tief­ge­zo­genen Sat­tel­dächer, keine kleinen Fenster und keine ver­schnör­kelten Türmchen. Doch schnell schleicht sich die Gewissheit ein, dass sich diese unerhört moderne Archi­tektur ein­dring­licher als alle anderen Bauten in der Gemeinde vor der Essenz der Sex­tener Dolo­miten, ihrer Topo­graphie und spek­ta­ku­lären Schönheit ver­neigt.

Ein Blick auf die Haus-Chronik gibt einen Ein­blick in die wich­tigsten Etappen der nach­fol­genden An‑, Neu- und Wei­ter­bauten und macht klar, dass die Geschichte des Family Resort Rainer auch und vor allem eine Fami­li­ensaga ist.

Königs­warte — Strata


Mut ist erblich und Judith Rainer kommt ihrem Vater nach. Doch sie geht ihren eigenen Weg, hat ihre eigene Vision: 1994 eröffnet sie ihre Resi­dence Königs­warte gegenüber vom Stammhaus. Keine Hotel­zimmer diesmal, sondern acht bemer­kenswert groß­zügige Apart­ments heißen hier Gäste will­kommen, die mit neuen Bedürf­nissen nach Sexten reisen: Wohnen wie zu Hause, viel Platz und Komfort, fami­li­en­ori­en­tierte Aus­stattung, Selbst­ver­sorgung – aber mit direkter Anbindung an den Hotel­service des Haupt­hauses. Home away from home — Das Konzept geht auf und die Resi­dence Königs­warte kommt schnell an die Grenzen ihrer Gäs­te­ka­pa­zität. Mit dem Erwei­te­rungsbau der Königs­warte — Strata — möchte Judith Rainer archi­tek­to­ni­sches Neuland betreten und holt hierfür die Archi­tektin Ulla Hell von Plasma studio mit Sitz in London, Peking, Sexten und Hong Kong mit ins Boot. Auch Strata sorgt für Furore, lange vor der Eröffnung 2007.

Ulla Hell sieht Archi­tektur als Spiegel der Topo­graphie und des Wesens eines Ortes. Ihr ist wichtig, die Essenz kul­tu­reller Muster in Archi­tektur zu über­setzen und die Land­schaft in den Bau zu inte­grieren. Strata fügt sich der Topo­graphie und ent­faltet sich in der Land­schaft, ohne diese zu domi­nieren. Über­ein­an­der­ge­schichtete Leisten aus Lär­chenholz wickeln sich um das Haus wie die Gesteins­schichten jahr­tau­sen­de­alter Fels­massive. Daraus leitet Ulla Hell den Arbeits­titel für den Bau ab – Strata (ita­lie­nisch: strato = Schicht), und der Name bleibt. Die Fassade wird zur Membran, die die Wech­sel­wirkung von außen und innen zum Aus­druck bringt. Die Grenze zwi­schen gebautem und natür­lichem Raum wird auf­ge­brochen. Das Haus öffnet sich durch eine Glas­fassade voll­ständig zur Süd­seite und schenkt seinen Bewohnern einen atem­be­rau­benden Blick auf Berge.

Die Wahl des Mate­rials ist kul­turell und kli­ma­tisch bedingt, lediglich 4 hei­mische Mate­rialien kommen zum Einsatz: Loden­stoff, Lär­chenholz, Natur­stein und Leder. Gleich ein Jahr nach der Eröffnung von Strata erhält Plasma studio den Pipers Award in der Kate­gorie „Next gene­ration archi­tects“. 2015 wird die Resi­dence Königs­warte – Strata unter­ir­disch mit dem Hotel Rainer ver­bunden. Und die Meta­mor­phose in Moos geht weiter.

Alma und Para­mount


Neben der Resi­dence Königs­warte steht die Resi­dence Alma. Herr des Hauses ist hier Christoph Rainer, Judiths jün­gerer Bruder und Ehemann der Archi­tektin Ulla Hell. Bereits 2004 hatte Plasma studio den Umbau des 70er Jahre-Baus geplant. 2012 wurde Alma erweitert und die Gast­geber selbst fanden hier ein Dach über dem Kopf — und was für eines! Das alte Sat­teldach wurde ent­fernt und ein moderner Aufbau, der als Holz­kon­struktion die Dach­partie von Alma kon­sti­tuiert, wurde der Grund­struktur „über­ge­stülpt“ und gibt dem Haus den Anschein einer Skulptur.

Der nagelneue Anbau der Resi­dence Alma - Para­mount — (wieder ein Arbeits­titel der zum Haus­namen wurde) – lädt seit Dezember 2017 in große, licht­durch­flutete Feri­en­woh­nungen ein. Hier wurden die Design­kon­zepte von Strata und Alma stimmig wei­ter­ent­wi­ckelt. Der angren­zende, steile Hang wurde auf­ge­klappt und ein neues Volumen schiebt sich hinter den älteren Bau­be­stand. Para­mount und Strata inter­agieren räumlich wie sti­lis­tisch mit­ein­ander: Diesmal folgen zwei Bänder aus Lär­chen­holz­latten dem geo­me­trisch kom­plexen Volumen, schieben sind hinter und über den weißen Bestands­kubus, die Grenzen zwi­schen Dach und Fassade sind auf­ge­hoben. Grosse Fenster und Licht­schlitze holen das weite Pan­orama und den Himmel ins Gebäu­de­innere.

Die begrünte Dach­fläche wird zum spek­ta­ku­lären Bel­vedere und zum Spa unter freiem Himmel: Dampf steigt aus einem heißem Hydro­mas­sa­ge­becken empor, der Körper ent­spannt sich zwi­schen leise gur­gelnden Was­ser­sprudeln, Stille liegt über der schier end­losen Schnee­land­schaft, der Tag klingt aus… und dann bringt die Enro­sadira die drei Berg­riesen zum Erröten – viel­leicht vor Glück. Einen bes­seren Logen­platz kann man sich kaum vor­stellen.


Text: Britta Krämer, März 2018

Bilder: Wo nicht anders ver­merkt, liegen die Urhe­ber­rechte bei Judith Rainer/Family Resort Rainer

Die vor­ge­stellten Häuser

Apartment Königs­warte Strata
Königs­warte Strata
Apartment Königs­warte Strata
Strata in den Süd­ti­roler Dolo­miten ist ein Mus­ter­bei­spiel für inno­vative alpine Archi­tektur, die Design und Natur perfekt in Ein­klang bringt. Das mit Lär­chenholz umwi­ckelte Haus bietet wun­der­schöne Aus­blicke auf die Berge.

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