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Ein Ding der Mög­lichkeit

Ein Space im Wendland, der mit Gäs­tehaus und Even­träumen viele Mög­lich­keiten bietet. Hinter dem unge­wöhn­lichen Namen steckt ein ebenso unge­wöhn­liches Konzept — und eine Kern­frage: Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten?

von Anke Frey im Januar 2024

 Ein Ding der Mög­lichkeit in  /

Ein Ding der Mög­lichkeit ist ein Space im Wendland, der mit Gäs­tehaus und Even­träumen viele Mög­lich­keiten bietet. Hinter dem unge­wöhn­lichen Namen steckt ein ebenso unge­wöhn­liches Konzept — und eine Kern­frage: Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten? Fragen, die gerne in Work­shops oder Semi­naren behandelt werden. Acht Erwachsene und drei Kinder aus Berlin und Hamburg pro­bieren dort neue Formen des Mit­ein­anders aus – auch für ihre Gäste.


Das Wendland im Osten Nie­der­sachsens, zwi­schen dem Urstromtal Elbe und der Lüne­burger Heide gelegen, ist in der jün­geren deut­schen Geschichte fest ver­bunden mit der Anti-Atom­kraft-Bewegung. Seit Ende der 1970er-Jahre soli­da­ri­sierten sich Ein­hei­mische und Atomkraft-Gegner:innen zum gemein­samen Protest gegen das Atom­müll­end­lager in Gor­leben. Zahl­reiche „Widerständler:innen“ haben in dieser Zeit Wurzeln geschlagen, leere Höfe über­nommen und alter­native Lebens­formen aus­pro­biert. Die Neu­an­kömm­linge wurden in dieser schon immer struk­tur­schwachen Region wohl­wollend auf­ge­nommen. So wie im Mit­tel­alter einst die Slawen, die von den Land­herren in den für das Wendland typi­schen Rund­lings­dörfern ange­siedelt wurden. Die Häuser der strah­len­förmig ange­legten Dörfer grup­pieren sich rund um einen gemein­samen Dorf­platz und bilden so eine Gemein­schaft.

Dieser Gemein­schafts­ge­danke prägt bis heute das Denken und Leben der Wend­länder und bietet einen guten Nähr­boden für neue Ideen. In dem kleinsten Rund­lingsdorf Sal­de­ratzen, westlich von Lüchow gelegen, ent­steht seit 2021 so eine neue Idee: Ein Ding der Mög­lichkeit ist ein Ort für inno­vative Wohn- und Arbeits­formen mit Gäs­tehaus, Semi­nar­be­trieb und Kul­tur­ange­boten. Mit dem Hip­pie­leben der 1970er-Jahre hat das nichts zu tun. Die Gründer:innen aus Berlin und Hamburg haben zuvor jah­relang erfolg­reich in der Krea­tiv­branche und im Bootsbau gear­beitet und viel Erfahrung mit großen Pro­jekten gesammelt. Oliv­grüne Parkas und Anti-Atom­kraft-Sticker sind weit und breit nicht zu sehen, statt­dessen gibt es einen Cap­puccino an der Open-Air-Bar, die aus alten Holz­teilen im Vin­ta­gestil urbanes Flair auf die Wiese zaubert. Und Julia Nagel, eine der Grün­de­rinnen des Pro­jekts, die mir den Zukunftsort zeigt und erklärt.

Du bist vor drei Jahren zusammen mit deinem 12-jäh­rigen Sohn ins Wendland gezogen, um gemeinsam mit Freunden ein alter­na­tives Wohn- und Arbeits­projekt zu starten. Wie kam es dazu?

Wir hatten alle den Wunsch nach mehr Gestal­tungs­spielraum. Wir wollten unser Leben im wahrsten Sinn des Wortes wieder in die Hand nehmen und eigene Ideen ver­wirk­lichen. Dabei hatten wir aber nicht die roman­tische Idee, dass wir jetzt plötzlich Landwirt:innen werden, sondern wir wollten unsere beruf­lichen und per­sön­lichen Fähig­keiten nicht mehr bloß am Schreib­tisch ein­setzen. In Sal­de­ratzen, einem Rund­lingsdorf mit nur 23 Men­schen, haben wir glück­li­cher­weise für unsere Zukunfts­vision einen opti­malen Ort gefunden. Der Hof wurde bereits vom Vor­be­sitzer zum Gäste- und Semi­narhaus umgebaut, das hat uns den Start erleichtert. Nach drei Jahren bauen und sanieren sind wir jetzt an dem Punkt, an dem wir nicht nur schöne, neue Räume geschaffen haben, sondern auch endlich diese mit unseren eigenen Ideen füllen können.

Warum habt ihr die Genos­sen­schaft als Betriebsform gewählt?

Weil sich das am besten mit unseren Ideen von einem gemein­schaft­lichen Leben ver­einbart. Wir haben schnell fest­gelegt, dass jede Arbeit gleich viel Wert ist und dass wir keine Hier­ar­chien wollen. Statt­dessen gibt es bei uns pro­jekt­ver­ant­wort­liche Teams, die auch ent­scheiden können. Dafür ist eine Genos­sen­schaft ideal. Wir sehen uns als Plattform von und für Men­schen. Wer hier­her­kommt und mit­ar­beitet, kann sich und seine Ideen ein­bringen.

Wie haben eure Nachbarn euch auf­ge­nommen?

Super! Die Men­schen im Wendland sind offen und neu­gierig. Die kommen einfach auf den Hof spa­ziert und lassen sich alles zeigen und erklären. Es gibt eine große Toleranz gegenüber anderen Lebens­formen. Und natürlich freuen sie sich auch über junge Men­schen, die hier­her­ziehen und Kinder mit­bringen.

Welche Ver­an­stal­tungen können auf eurem Hof statt­finden?

Im Prinzip fast alles. Wir haben unter­schied­liche Räume, die sich für Seminare, Work­shops oder Yoga­klassen eignen. Für Men­schen, die einfach nur einen Platz zum Arbeiten suchen, bieten wir Coworking-Mög­lich­keiten. Im Sommer können auf unserer Kul­tur­bühne Kon­zerte, Thea­ter­auf­füh­rungen oder große Ver­an­stal­tungen mit bis zu 300 Per­sonen statt­finden. Auch für Hoch­zeiten eignet sich die große Scheune. Unsere Gas­tro­küche sorgt für ein bio­lo­gisch-regio­nales Catering und unser Gar­tencafé ist ein beliebter Treff­punkt für Tou­risten und Ein­hei­mische. In Zukunft wollen wir ver­mehrt eigene Kurse anbieten. Dazu gehören Kreativ-Work­shops genauso wie Seminare zu den Themen nach­hal­tiges Wirt­schaften und zeit­ge­mäßes Unternehmer:innentum. Wir sind Mit­glied der Wis­sens­plattform für Zukunftsorte und geben gerne unsere Erfah­rungen an andere weiter.

Welche Ver­an­staltung würdest du am liebsten machen?

Ich liebe Kreativ-Work­shops. Es macht mir großen Spaß, mit Men­schen gemeinsam Dinge zu erschaffen. Ich biete ihnen eine große Auswahl an unter­schied­lichen Mate­rialien und eine Idee, was daraus werden kann und dann gehts los. Zum Bei­spiel sollen alle Lam­pen­schirme bauen, die dann am Ende zu einer großen Lich­ter­kette werden. Beim krea­tiven Arbeiten lernen Men­schen sich selbst und ihre Mit­men­schen auf eine ganz andere Art kennen. Hier geht es viel um Emo­tionen.

Und warum sollten wir uns auf den Weg ins Wendland machen?

Hier gibt es eine gute Mischung aus dünn­be­sie­delter und ursprüng­licher Natur, alter Bau­sub­stanz und welt­of­fenen Men­schen. Tou­ris­tisch inter­essant sind die Fach­werk­städte Lüchow, Hitz­acker und Dan­nenberg und natürlich die Elbe, die diese Land­schaft prägt. Das Ver­schlafene hat hier Vor­teile: so konnten sich über die Jahr­hun­derte die Rund­lings­dörfer erhalten, die in ihrer Art ein­zig­artig sind. Und der Protest gegen das Atom­müll­end­lager in Gor­leben hat etwas mit dieser Gesell­schaft gemacht. Neulich erzählte mir eine ältere Dame, sie hätten hier jahr­zehn­telang für das gute Leben gekämpft und das tun sie noch heute. Die Auf­bruchs­stimmung und der Wider­stands­geist der Wend­länder sind immer noch zu spüren und das begeistert mich.

Die Gast­ge­berin

Julia Nagel hat zusammen mit acht Erwach­senen und drei Kindern den Sprung ins kalte Wasser gewagt und ist aus der Groß­stadt raus aufs Land gezogen. Die Grafik-Desi­gnerin, die früher gerne mit einem alten Feu­er­wehrauto über das Land gefahren ist und sich über die Häss­lichkeit vieler Cam­ping­plätze geärgert hat, hatte schon lange den Wunsch nach einem Ort, den sie nach ihren Wün­schen gestalten kann. Dass es das Wendland wurde, war Zufall. Ihre Hoffnung als allein­er­zie­hende Mutter in einer Gemein­schaft ihren Sohn groß zu ziehen, hat sich erfüllt. Und dass Bett­wäsche zusam­men­legen genauso wichtig ist wie Seminare kon­zi­pieren, emp­findet sie als Berei­cherung.

SPACE

Schöne Räume wie diesen finden Sie in unserer Rubrik Spaces. Dort erwarten Sie inspi­rie­rende Orte und unge­wöhn­liche Loca­tions für Work­shops, Tagungen, Ver­an­stal­tungen und mehr.

Der Space

Das genos­sen­schaft­liche Projekt „Ein Ding der Mög­lichkeit“ bietet auf einem ehe­ma­ligen Bau­ernhof im Wendland ein Expe­ri­men­tierfeld für neue Lebens- und Arbeits­kon­zepte. Der Mög­lich­keitsraum besteht aus einem Hof mit Wohnhaus, Scheune und zwei ehe­ma­ligen Ställen. Die Gebäude wurden in über­wie­gender Eigen­arbeit mit nach­hal­tigen Kri­terien reno­viert und für beruf­liche, private und kul­tu­relle Ver­an­stal­tungen kon­zi­piert. Der lässige Vintage-Stil bringt ein bisschen urbanes Leben in den länd­lichen Raum. Die große Kunst­scheune mit Bühne bietet Platz für Events mit bis zu 300 Per­sonen. Für kleinere Formate stehen drei weitere Räume zur Ver­fügung, die einzeln oder zusammen für Work­shops, Offsite-Events, Yoga­kurse oder private Feiern gemietet werden können. Die Genos­sen­schaft selbst ver­an­staltet zahl­reiche Seminare, Kunst- und Kul­tur­events und bietet Kunst­sti­pendien an. Ins­gesamt stehen 15 Gäs­te­zimmer zur Ver­fügung.

Text/ Interview: Anke Frey, Dezember 2023

Fotos: Ulrike Schacht, Niels Grugel, Line Tsoj, Arne Grugel, Björn Ewers, Kim Köster

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