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Von der Kunst des Repa­rierens: Christina Biasi-von Berg

Das Meraner Designbüro Biquadra arbeitet seit zwanzig Jahren an der Schnittstelle von Architektur, Interior- und Möbeldesign. Durch den Fokus auf die Eigenheiten der Projekte entstehen unverwechselbare (Innen-)Architekturen – nicht nur in Südtirol.

von Tina Barankay im Juli 2025

 Von der Kunst des Repa­rierens: Christina Biasi-von Berg in  /

Mit ästhe­ti­schem Fein­gefühl und Sinn für Raum und Handwerk arbeitet Christina Biasi-von Berg mit ihrem Designbüro Biquadra in Meran den jeweils unver­wech­sel­baren Kern der von ihr betreuten Objekte heraus – die meisten davon sind in Hotel und Gas­tro­nomie ange­siedelt.

Durch den respekt­vollen Umgang mit der jewei­ligen Geschichte des Ortes und der Per­sön­lichkeit der dahin­ter­ste­henden Men­schen ent­stehen Räume, die geprägt sind durch den behut­samen Umgang mit dem Bestehenden und dem Neuen.

Ein Gespräch über Süd­tirol, das Begreifen von Archi­tek­turen – und die Kunst des Repa­rierens.

In diesem Jahr feiert Dein Büro Biquadra sein 20-jäh­riges Jubiläum – herz­lichen Glück­wünsch! Etwa so lange gibt es auch das Vigilius – ein Projekt, das Dich nach Süd­tirol gebracht hat.

Christina Biasi-von Berg: Oh, vielen Dank (lacht). Stimmt, das vigilius mountain resort hat auf jeden Fall dazu bei­getragen, dass ich von Mailand nach Süd­tirol umge­zogen bin. An dem Projekt habe ich schon während meiner Zeit als Innen­ar­chi­tektin bei Matteo Thun in Mailand mit­ge­ar­beitet.

Als ich nach Meran gezogen bin und mit meinem Mann hier unser Büro Biquadra gegründet habe, habe ich das Projekt vor Ort weiter betreut – natürlich in enger Zusam­men­arbeit mit Matteo Thun. Von daher war das Vigilius sehr prägend für mich und meine Arbeit. Besonders fas­zi­niert hat es mich, durch die Arbeit an diesem beson­deren Ort an einer für die damalige Zeit neuen Art der Archi­tektur beteiligt zu sein.

Wie genau sah Eure Her­an­ge­hens­weise denn aus?

Besonders war vor allem die Art und Weise, wie wir mit den Eigen­schaften des Mate­rials Holz umge­gangen sind. Zum Bei­spiel haben wir durch das Bürsten der Holz­ober­flächen die weichen Teile ent­fernt, damit das Holz gut altern kann und bessere akus­tische und hap­tische Eigen­schaften erhält. Damals war es in Süd­tirol noch relativ neu, im Hotel­be­reich mit Holz zu bauen – daher war es auch so wichtig, die Umsetzung des Pla­ne­ri­schen ins Hand­werk­liche vor Ort zu betreuen. Das Projekt hält nun seit zwanzig Jahren der Zeit stand. Und wir üben uns in der Kunst des Repa­rierens: Das Vigilius ist darauf aus­gelegt, dass man ein­zelne Teile weg­nehmen und repa­rieren kann – das kennt man von alten Bau­ern­höfen.

Diese Nach­be­treuung sowie die ver­trau­ens­volle Zusam­men­arbeit mit den Bau­herren gewähr­leisten, dass das Projekt stimmig bleibt und sein mini­ma­lis­ti­scher Stil nicht ver­wässert wird.

Du hast von der „Kunst des Repa­rierens“ gesprochen. Hat diese Art zu bauen Dein Interesse am Bauen im Bestand geweckt?

Auf eine gewisse Art sicherlich. Anfangs war ich aller­dings gezwungen, im Bestand zu arbeiten, weil mir als Innen­ar­chi­tektin damals noch die Zulassung als Archi­tektin gefehlt hat – die habe ich erst nach dem Abschluss des zusätz­lichen Archi­tek­tur­stu­diums erhalten. Mit der Zeit hat mich die Arbeit an bestehenden Gebäuden dann sehr fas­zi­niert: In der Inter­aktion mit dem Gebauten ent­stehen Geschichten, die man wei­ter­erzählen kann – durch das richtige Weg­nehmen und Hin­zu­fügen von Neuem kann ein span­nender Dialog ent­stehen. So ist aus einer Art von Not­wen­digkeit tat­sächlich mein Haupt­gebiet geworden.

Bietet der Standort Süd­tirol besonders viel Spielraum in dieser Hin­sicht?

In Süd­tirol gibt es auf jeden Fall einen stär­keren Bezug zu ruralen Gebäuden als in anderen Regionen Ita­liens oder auch in Deutschland. Viele Gebäude liegen in abge­schie­denen Lagen – da ist es nicht so einfach, den Bestand abzu­reißen und neu zu bauen. Auch das Handwerk hat eine große Tra­dition: Es gibt immer noch viele holz­ver­ar­bei­tende Betriebe, die ihr Know-how an die nächste Gene­ration wei­ter­geben. Die Zusam­men­arbeit mit diesen hat meine Arbeit sehr geprägt – wir haben viel von­ein­ander gelernt (lacht). Aber auch außerhalb Süd­tirols ver­suche ich immer, mich vor Ort zu ver­netzen. Im Rahmen eines Pro­jekts in der Toskana arbeiten wir gerade viel mit Tra­vertin – und ich bin froh, dabei auf die Expertise der lokalen Hand­werker zurück­greifen zu können.

In Deinen Pro­jekten ist das Zusam­men­spiel von Tra­dition und Moderne sehr aus­ge­prägt. Beim Umbau des Gasthof Jocher habt Ihr viele Möbel­stücke eigens ent­worfen …

Der Gasthof ist ein schönes Bei­spiel für den scho­nenden Umgang mit vor­han­dener Bau­sub­stanz, auch wenn es uns anfangs schwer­ge­fallen ist zu ent­scheiden, was erhalten werden soll und was nicht. Da er sich auf 1.800 Metern Höhe befindet und die Anfahrt sehr schwierig ist, war das Wie­der­ver­wenden vor­han­dener Res­sourcen nicht nur eine gestal­te­rische Wahl, sondern auch eine prak­tische Not­wen­digkeit, die das Projekt aber sehr positiv beein­flusst hat.

Beim Umbau wollten wir die schwere, dunkle Archi­tektur auf­brechen und durch neue Ele­mente und eine andere Farb­gebung auf­fri­schen. Unter anderem ist es uns auch durch die eigens ent­wor­fenen Möbel gelungen, den Bestand neu zu inter­pre­tieren.

War das denn die Vorgabe der Besitzer – oder haben sie Dir einfach ver­traut?

Die Besitzer – im Übrigen die­selben wie die des nahe gele­genen Vigilius – hatten keine explizite ästhe­tische Vor­stellung. Die einzige Vorgabe war, das bestehende Gebäude zu halten. Es sollte ein unkom­pli­zierter Ort ent­stehen – kein Luxus­objekt, sondern ein Ort, an dem sich Familien, Rad­fahrer und alle anderen wohl­fühlen, die gerne in den Bergen sind. Außerdem ist der Gasthof für viele Ein­hei­mische ein Ort ihrer Jugend, an dem sie zum Bei­spiel Ski­kurse gemacht haben – jeder erinnert sich noch an gewisse Details. Wir wollten etwas von diesen Erin­ne­rungen bewahren und behutsam Neues ergänzen – so haben wir die Geschichte einfach wei­ter­erzählt.

Gibt es Pro­jekte, die beson­deren Ein­fluss auf Deine gestal­te­rische Her­an­ge­hens­weise hatten?

Ich finde es wichtig, sich immer wieder neu zu ori­en­tieren und nicht an alten Mustern hän­gen­zu­bleiben. Ich möchte die Eigen­heiten eines Objekts erkennen – oft sind es diese Details, die mich auf eine neue Gestal­tungsidee bringen. Und ja, es gibt immer wieder Objekte, die mich besonders beschäf­tigen und beein­flussen – häufig sind es die, bei denen mir der Zugang am Anfang nicht ganz so leicht­ge­fallen ist. Derzeit beschäf­tigen wir uns zum Bei­spiel mit einigen post­mo­dernen Bauten aus den späten 1990er Jahren. Den Umgang mit Gebäuden aus dieser Zeit finde ich nicht so einfach – sie sind zeitlich so nahe an uns dran, dass es schwer­fällt zu ent­scheiden, was auf lange Sicht erhal­tenswert ist. Aber genau das macht die Aus­ein­an­der­setzung natürlich spannend.

In Deinen Pro­jekten spürt man genau diese Liebe zum Detail. Stimmt der Ein­druck, dass Du die Objekte von Grund auf „begreifen“ möchtest?

Ja, das trifft es ganz gut. Mir ist es wichtig, die Dinge wirklich zu ver­stehen. Gerade, wenn man mit dem Bestand arbeitet, muss man immer wieder ent­scheiden, wie man mit Dingen umgehen soll, die einem auf den ersten Blick nicht unbe­dingt gefallen. Manchmal ist der erste Impuls, diese einfach weg­zu­nehmen – und genau dann wird es am besten: Man fängt an, sich intensiv mit dem Vor­han­denen zu beschäf­tigen, um dann eine Art Muster zu finden, das man wei­ter­ent­wi­ckeln kann. Das ist auch eine Art des Repa­rierens bezie­hungs­weise des Erhaltens – es ist mir wichtig, das Besondere eines Ortes zu erspüren.

Bietet Dir diese ganz­heit­liche Sicht­weise die Mög­lichkeit, die Essenz eines Ortes besser her­aus­zu­ar­beiten?


Der Ansatz hilft auf jeden Fall dabei, die Gesamtheit eines Pro­jektes zu begreifen und es in allen Nuancen zu inter­pre­tieren. Bei der Pension Leuch­tenburg war es uns zum Bei­spiel besonders wichtig, die Per­sön­lichkeit der jungen Inhaber wider­zu­spiegeln. Das bestehende Inte­rieur war sehr dunkel und hat einfach nicht zu ihnen gepasst. Die Her­aus­for­derung war, alles ein bisschen jünger und ihrer unkom­pli­zierten Art ent­spre­chend zu gestalten.

Ein auf­fäl­liges Farb­konzept und neue, eigens ange­fer­tigte Möbel schaffen jetzt einen Kon­trast zu den vor­han­denen bemalten Bau­ern­möbeln. Unser Ziel war es, den Stil und die Authen­ti­zität der Betreiber auf­zu­greifen – so fühlen sich nicht nur die Inhaber wohl, sondern letzt­endlich auch die Gäste.

Mit der Wand­leuchte „Luna“ wird das erste Produkt der Biquadra Coll­ection in Serie gefertigt. Gibt es Ideen für weitere Pro­dukte?

Die Leuchte prä­sen­tieren wir im Rahmen unserer Jubi­lä­ums­feier zum ersten Mal. Wir haben auf jeden Fall vor, die Serie wei­ter­zu­führen, viel­leicht auch in Form anderer Pro­dukte. Zuletzt haben wir den Tisch „Apero“ für die nord­ita­lie­nische Firma Piaval ent­worfen, der im Frühjahr auf der Mai­länder Möbel­messe prä­sen­tiert wurde. Ein schöner Start für unsere Pro­dukte, die wir vor allem zur Ver­wendung im Hos­pi­tality-Kontext gestalten werden – denn hier liegt ja derzeit unser Schwer­punkt.

Wir sind gespannt auf alles, was noch kommt. Vielen Dank für den span­nenden Ein­blick in Deine Arbeit!

Interview: Tina Barankay

Fotos: Christina Biasi-von Berg © Fran­ziska Unter­holzner (Titelfoto), vigilius mountain resort © Tobias Kaser (1–3, 5, 6), © Christina Biasi-von Berg (4), Gasthof Jocher © Patrick Schwi­en­bacher (7, 9–13), © Christina Biasi-von Berg (8), Pension Leuch­tenburg © Patrick Schwi­en­bacher (14, 15, 17, 18) © Christina Biasi-von Berg (16), Luna Lamp © biquadra (19) © Letizia Cig­liutti (20)

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