Das beschauliche Tiroler Bergdorf Steinberg am Rofan gilt unter Einheimischen als „schönstes Ende der Welt“. Umrahmt von drei mächtigen Berggruppen breitet es sich in einem weiten, sonnigen Talkessel aus.
Hier liegt der rund 400 Jahre alte Mesnerhof‑C – ein gelungenes Beispiel für die neue Nutzung leerstehender Bausubstanz im ländlichen Raum. Die Vision: Das über lange Zeit verwaiste Ensemble als Rückzugsort für gemeinschaftliches Leben und Arbeiten in die Zukunft zu führen. Im Mittelpunkt standen die Erhaltung des Hofcharakters und die Einbettung in die Berglandschaft.
Von den drei Gebäuden wurden das Haupthaus mit dem ehemaligen Wohntrakt der Bauern („Cabin“) sowie die frühere Heutenne („Camp“) saniert. Beide verbinden Alt und Neu auf unterschiedliche Weise: die Cabin schlicht und ursprünglich, das Camp offen, reduziert und „rough“. Natürliche Baustoffe sowie Materialien aus dem Bestand und der umliegenden Kulturlandschaft wurden neu kombiniert. Zusammen bilden die Häuser einen Retreat-Ort für bis zu 37 Personen.
Der ehemalige Wohntrakt dient nun als Selbstversorgerhaus für bis zu zehn Personen. Hinzugekommen zur rustikalen Substanz sind zeitgemäße Einbauten: Waschbecken von Philippe Starck ruhen auf Omas Anrichte, Waschkessel stehen auf uralten Melkschemeln, und in der Küche ergänzen Kochfelder den restaurierten Holzherd.
Wo einst Heu gelagert wurde, befindet sich heute ein großzügiger, offener Raum mit imposanter Holzkonstruktion, der Kochen, Essen und Wohnen verbindet und sich zur Terrasse öffnet. Rückseitig schließt ein sogenanntes „Holzschiff“ an, das als Arbeits- und Bewegungsraum dient.
Im Dachraum erstreckt sich eine Schlaflandschaft mit Matratzen, die durch eingezogene Wände in Zweier- oder Vierereinheiten unterteilt werden. Alle neuen Einbauten sind in unbehandelter Eiche ausgeführt. Panoramaartige Einschnitte in die alte Verschalung der Tenne und ein Fensterband in der neuen Schleppgaupe eröffnen weite Blicke in die Tiroler Bergwelt.
Details
| Region | AT - Österreich, Region Achensee, Steinberg am Rofan |
| Lage | Auf 1000 Metern in Hanglage im Dorf, eingebettet in die alpine Kulturlandschaft, 15 Autominuten vom Achensee entfernt; |
| Nutzung | |
| Personenzahl | |
| Übernachtung | Cabin: 10 Betten in 5 Kammern; Camp: 27 Betten in 11 Schlafnestern (max. 37 Personen) |
| Veranstaltungsräume |
170 m² großes „Holzschiff“ in der ehemaligen Heutenne als Workspace für Retreats und Veranstaltungen mit Anschluss an offene Küche und Terrasse; |
| Ausstattung | Laser-Beamer mit Leinwand, BYOD ScreenBeam, Flip-Chart, 4 Pin-Boards, flexible Arbeitstische; voll ausgestattete Küchen, Grillstation; Tischfußball, Darts, Indoor-Boccia, Yogamatten und -blöcke |
| Besonderheiten | Kombination aus sanierten und noch ungenutzten Bereichen; Zusammenspiel von einfacher Hütte (Cabin) und offener Tenne (Camp) als zeitgenössische Interpretation eines Berglagers – reduziert, gemeinschaftlich, naturnah; Pionierprojekt für „Neues Arbeiten am Land“ mit integrierten Co-Living- und Working-Bereichen. Das „C“ im Namen steht für zeitgeistige Schlagwörter, die hier ein Zuhause finden sollten: Creation, Communication, Concentration. |
| Design | Betreiberpaar Barbara & Georg Gasteiger in Zusammenarbeit mit Architekt Andi Breuss, Wien |
| Fertigstellung | 1614 / 2017 |
Impressionen
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