© Matthew Carbone

Ausstellungstipp: Sommerhus / Holiday Home

Seit mehr als 100 Jahren sind Ferienhäuser eine Spielwiese für Architekten. Sie haben ihnen die Freiheit gegeben, zu träumen, zu experimentieren und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Da infolge der Pandemie viele Urlauber das Ferienhaus wiederentdeckt haben, ist zudem ein wahrer Boom entstanden.

Die Ausstellung SOMMERHUS /HOLIDAY HOME im Utzon Center in Aalborg, Dänemark (bis 8. Januar 2023) vermittelt einerseits eine Reise durch die Architektur und die Geschichte der Ferienhäuser – von der gemütlichen Blockhütte zum Ferienpalast, bis hin zu einer Zukunft mit kleinen, nachhaltigen Häusern.

© Laura Stamer (links), Per Bille (rechts)

Sie geht andererseits aber auch kritisch verschiedenen Fragen nach. Denn: Viele der modernen „Ferienpaläste“ haben nach Ansicht der Kuratorin jeglichen Sinn für die Landschaft und jede Verbindung zu den historischen Ferienhäusern verloren, die seit dem frühen 20. Jahrhundert gebaut wurden.

Vielfalt und Einfühlungsvermögen in die Natur sind aus Sicht der Kuratorin zwei wichtige Merkmale der dänischen Ferienhausarchitektur. Doch die Entwicklung in den letzten Jahren wirft aus ihrer Sicht die Frage auf, warum wir heute Ferienhäuser bauen. „Sie sind grotesk groß geworden, und viele Ferienhaussiedlungen ähneln der Nachbarschaft von Einfamilienhäusern, in denen die Besitzer ihr normales Leben führen. Dekadenz und Konformität sind beides Probleme“, so Line Nørskov Eriksen, Direktorin für Ausstellungen am Uzton Center und Kuratorin der Ausstellung SOMMERHUS.

Was also können Ferienhäuser leisten, was ganzjährig bewohnte Häuser nicht können? Und gehen wir sie richtig an?

„Architektur ist eine langsame Kunst, und sowohl Zeit als auch Budget sind begrenzende Faktoren. Vor allem bei jungen Architekten hat man jedoch das Gefühl, dass Nachhaltigkeit nicht mehr nur ein Stilmittel, sondern eine Selbstverständlichkeit ist. Ihre Arbeiten deuten auf eine Zukunft mit mehr Bäumen, weniger Rasenflächen, temporären Siedlungen, weniger Quadratmetern und mehr klimafreundlichen Materialien hin. Wir hoffen, dass die Ausstellung eine Quelle der Inspiration sein wird. Sie zeigt eine ganze Reihe erstaunlicher Ferienhäuser“, so Line Nørskov Eriksen weiter.

Bonderup. Architekt: Claus Bonderup, 1975. Foto: Keld Ejsing Duun
Karen. Architekt: Karen Kjærgaard, 2019. Foto: Jakob Lerche
Rosen. Architekt: Anton Rosen, 1917. Foto: Helene Høyer Mikkelsen

Was Sie in der Ausstellung sehen können

Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, die geschichtliche Entwicklung von Ferienhäusern in Dänemark zu erleben, auch in architektonischer Sicht in ihrer Maßstäblichkeit – im Falle des von BIG für LiveKlein entworfenen „A45“ sogar maßstabsgetreu.

Gezeigt werden alte und neue Klassiker von Künstlern wie Arne Jacobsen, Anton Rosen, Vilhelm Wolert, Friis og Moltke, Erik Korshagen, Mette Lange, Praksis Arkitekter, Karen Kjærgaard, Kim Lenschow, Søren Pihlmann, OS Arkitekter, Lendager Group und Claus Bonderup. Sowie das A45, entworfen von BIG für LiveKlein.

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