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Breac.House — Die Textur eines Ortes

Draußen wilde Ursprünglichkeit, drinnen sanftes und höchst komfortables Refugium. Ein Neuanfang im Donegal.

von Britta Krämer im November 2020

 Breac.House — Die Textur eines Ortes in  /

Es gibt Orte auf dieser Erde, denen eine magne­tische Anzie­hungs­kraft inne­wohnt. Orte, die auf sehr sublime Weise genau die rich­tigen Register ziehen, um unbe­wusste Sehn­süchte zum Schwingen zu bringen. Manchmal sind sie sogar im Stande, unser ganzes Leben auf den Kopf stellen.
2016 wehten die nord­at­lan­ti­schen Winde Cathrine Burke und Niall Campbell in ein kleines Dorf am äußersten Ende Irlands und bescherten ihnen einen Neu­anfang, der tief durch­drungen ist vom Wesen und Erbe der Graf­schaft Donegal – archi­tek­to­nisch, natu­ra­lis­tisch und menschlich. In einem atem­be­rau­benden Setting schufen sie ihre zeit­ge­nös­sische Version des tra­di­tio­nellen iri­schen long­house, ein stilles Refugium, das die Seele nährt und die Sinne beflügelt: Breac.House.

Wo die Welt aufhört

Am nörd­lichsten Ende der Republik Irland ent­faltet sich auf einer Land­zunge entlang des Wild Atlantic Way eines der dra­ma­tischsten Natur­sze­narios der grünen Insel und offenbart seine zeitlose und unge­zähmte Schönheit — Horn Head. Mit einer weichen Decke aus Gras und violett leuch­tendem Hei­de­kraut über­zogen, fallen die Klippen hier bis zu 180 Meter steil in die Tiefe, hinein in die tosende Gischt des Atlantik. In ihren Fels­spalten brüten See­vögel und die archaische Land­schaft ist ein geschütztes Habitat für eine arten­reiche Flora und Fauna. Der Blick schweift weit und frei über das Wasser und die mar­kanten Sil­hou­etten von Errigal und Muckish Mountain. Wind­ge­kämmte Dünen, goldene Sand­strände und einsame Buchten säumen die Aus­läufer der Land­zunge.

Hie und da stößt man auf die Reste von kel­ti­schen Stein­kreisen oder prä­his­to­ri­schen Feld­grenzen und man spürt, dass an diesem äußersten Winkel der Welt das mys­tische Erbe der Ver­gan­genheit all­ge­gen­wärtig ist und sich mit der Gegenwart zu einem untrenn­baren Ganzen verwebt. Mit­tendrin liegt das Breac.House im stillen Dialog mit dem endlos weiten Himmel, mit Nebel­dunst und Son­nen­un­ter­gängen, mit Stürmen, Sternen und den tan­zenden Nord­lichtern. Eine einzige Stein­brücke ver­bindet Horn Head mit dem Festland, jen­seits der Brücke liegt der quirlige Fischerort Dun­fa­naghy, der durch und durch vom Geist des Donegal durch­drungen ist: Man liest ihn in den freund­lichen Gesichtern seiner Men­schen und in ihren Händen, die von pul­sie­render Krea­ti­vität und einem Leben im Ein­klang mit den Ele­menten erzählen.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Niall kam als Kind in den Som­mer­ferien nach Horn Head, denn die Familie seiner Mutter stammt aus dieser Gegend. Jahr­zehnte später kauften er und seine Frau Cathrine ein kleines Wochenend-Cottage bei Dun­fa­naghy, um dem fre­ne­ti­schen Arbeits­alltag in Dublin zu ent­wi­schen und in der wilden Weite des Horn Head Stille und Ursprüng­lichkeit zu inha­lieren. Schnell wurden aus den Weekend-Escapes ver­län­gerte Wochen­enden, die Som­mer­ferien kamen hinzu und die Rückkehr in die Hektik der Iri­schen Haupt­stadt wurde von mal zu Mal weniger ver­lo­ckend.

“Wir wollten einen Weg finden, ganz hierher zu ziehen und von hier aus unsere Jobs zu handeln. Aber dann hatten wir plötzlich beide diese fixe Idee, dass Horn Head ein groß­ar­tiges Setting für eine besondere und sehr hoch­wertige Unter­kunft für Urlauber wäre. Wir stellten uns ein Haus vor, das die archi­tek­to­nische Tra­dition dieser Gegend fort­setzt und gleich­zeitig unsere eigenen Rei­se­er­fah­rungen rund um den Globus spürbar macht. Es war uns klar, dass diese Idee nur am exakt rich­tigen Ort funk­tio­nieren würde. Und dann fanden wir ihn — oder fand er uns? Wir waren schon tau­sendmal an diesem Grund­stück vor­bei­ge­gangen! Eines Tages sahen wir während unseres Spa­zier­gangs ein “zu ver­kaufen”- Schild am Zaun hängen. Und wir wussten, dass er es war: der per­fekte Ort! Von hier aus hat man ein Pan­orama auf Meer, Berge und See das einem das Gefühl gibt, zu fliegen.”

Cathrine und Niall arbei­teten weiter in ihren alten Jobs und begannen par­allel mit der Ver­wirk­li­chung ihrer Vision: ein luxu­riöses und doch essen­ti­elles, authen­ti­sches und welt­of­fenes Zuhause — kein Hotel. Für Gäste, die auf der Suche nach einem Urlaubsort sind, der anders ist. Es brauchte ein Jahr für Entwurf und Planung, ein wei­teres für den Bau, dann war die Zeit reif für einen Neu­anfang: Beide kehrten dem Dub­liner Finanz­wesen den Rücken und rich­teten sich in ihrer neuen Rolle als Gast­geber ein. Aus Beruf wurde Berufung.

“Viele Prin­zipien sind die gleichen: gute Kom­mu­ni­kation, Zuhören können, Bedürfnisorientierung…all diese Dinge. Wir sind weder Archi­tekten noch hatten wir je zuvor in der Hotel­branche gear­beitet. Aber wir lieben gute Gestaltung, feinen Service und exzel­lentes Essen und wir haben uns dem Konzept unseres B&B aus der Per­spektive des Gastes ange­nähert und Räume und Inhalte geschaffen, wie wir sie uns auf unseren eigenen Reisen wün­schen. Eine Frage, die wir uns wieder und wieder stellten war: Würden wir hier selbst gerne Urlaub machen? Es war wohl der Glaube an das, was wir lieben, der uns antrieb und es hat funk­tio­niert.”

Das long­house-Erbe

Das Breac.House liegt in einem Gebiet, das Irland von seiner wil­desten und expo­nier­testen Seite zeigt. Es gibt hier eine weit zurück­rei­chende Tra­dition volks­tüm­licher Archi­tektur, die dazu bestimmt war, Schutz vor den Ele­menten zu bieten. Der land­läufige Typus des long­house trotzt seit dem Mit­tel­alter erfolg­reich Wind und Wetter und zieht sich wie ein roter Faden durch die Sied­lungs­tra­dition der mari­timen Küs­ten­ge­meinden Irlands, Schott­lands und Skan­di­na­viens. Massiv und aus lokalem Stein gebaut, je nach ver­füg­baren Res­sourcen mit Gras, Binsen oder rauem Schiefer über­dacht, ist das long­house ein archi­tek­to­ni­sches Konzept, das viele Gene­ra­tionen von Familien vor den kli­ma­ti­schen Launen des Atlantiks geschützt hat: Schlichte, ein­ge­schossige Lang­bauten, mit abge­run­deten Ecken und kleinen, unre­gel­mä­ßigen Fenstern, mit bis zu 60 cm dicken Mauern und gepflastert mit dem Treibholz, das die Gras­schneider aus den nahen Sümpfen bargen. Die Häuser passten sich den Kon­turen der Hügel so perfekt an, dass die Stürme einfach über sie hin­weg­brausten.

© Gareth Wray

Noch vor einigen Jahr­zehnten war die Graf­schaft Donegal reich bestückt mit diesen alten, weiß getünchten Cot­tages, heute kann man den intakten Ori­gi­nal­be­stand an zwölf Fingern abzählen. Viele Lang­häuser fielen zwei­fel­haften Moder­ni­sie­rungs­mass­nahmen anheim und ver­loren ihre ursprüng­liche Form und Seele, andere ver­fallen unauf­haltsam. Ein flüch­tiger Blick mag in den von Gras über­wu­cherten Ruinen nicht mehr als ein idyl­li­sches Post­kar­ten­motiv ent­decken, doch wer ihnen eine ein­ge­hendere Betrachtung widmet, erkennt die Tra­gödie ihres Ver­schwindens: Das long­house ist ein wert­voller Zeit­zeuge iri­scher Lebens­weise und es bedarf respekt­voller Lösungen, um dieses kul­tur­his­to­rische Ver­mächtnis zu bewahren und in der Gegenwart zu ver­ankern.

© National Library of Ireland

Die archi­tek­to­nische Grundidee des Breac.House setzt genau hier an: “Mit unserem Bau wollten wir die archi­tek­to­nische Tra­dition Westir­lands auf die nächste Ebene heben. Doch wie bringt man ein Jahr­hun­derte altes Bau­konzept mitsamt seiner Mate­rialien in zeit­ge­mäßer, anspre­chender Weise zum Aus­druck?” Die Antwort lag in der Textur des Ortes.

Gesprenkelt

breac ist das Irische und Schot­tisch-Gälische Wort für gesprenkelt und bezieht sich spe­ziell auf die gefleckte Viel­far­bigkeit der Natur. Die man­nig­fachen Schat­tie­rungen der fel­sigen Hei­de­land­schaft, ihre leise Farb­pa­lette, die schlichte Ästhetik und raue Textur der Natur­ele­mente wurden zum gestal­te­ri­schen Leit­motiv des Breac.House und werden für seine Bewohner zu einem sub­limen opti­schen und hap­ti­schen Erlebnis: Warmes Holz und grober Tweed, pure Wolle, Fanad-Granit, Ton, Steine, Seetang. Die Essenz des Donegal — berühren aus­drücklich gestattet!

© Niall Campbell
© Niall Campbell
© Niall Campbell

Für die archi­tek­to­nische Umsetzung ihrer Vision holten Cathrine und Niall die mehrfach aus­ge­zeich­neten Mac­Gabhann Archi­tects mit ins Boot. Dem Brü­derduo Tarla und Antoin Mac­Gabhann — unter­stützt von einem talen­tierten Team lokaler Hand­werker — ist der Spagat zwi­schen Tra­dition und zeit­ge­nös­si­scher For­men­sprache meis­terhaft gelungen und das Breac.House prä­sen­tiert sich heute als glück­liche Liaison von gegen­wär­tigem Design und alt­über­lie­ferter Bau­weisheit.

Nach Shou Sugi Ban Manier kar­bo­ni­siertes Lär­chenholz umhüllt den langen, nied­rigen Bau und lässt ihn im hüge­ligen Hei­deland ver­schwinden. Seine Kon­turen sind markant doch immer im behut­samen Dialog mit der Umgebung: Breac.House zitiert die schlichte Sil­houette des Muckish Mountain, es reflek­tiert und respek­tiert den Genius loci und über­setzt jahr­hun­der­talte Kul­tur­bezüge in gegen­wärtige Wohn- und Lebens­kon­zepte.

© Paul McGuckin
© Mac­Gabhann Archi­tects
© Niall Campbell
© Mac­Gabhann Archi­tects
© Mike O’Toole

Ode an das Wesent­liche

Draußen wilde Ursprüng­lichkeit, drinnen sanftes und höchst kom­for­tables Refugium. Die drei Gäs­te­zimmer öffnen sich mit rie­sigen Glas­fronten zum Atlantik hin und man wird das Gefühl nicht los, als gleite man in einer Raum­kapsel mitten durch das dra­ma­tische Küs­ten­sze­nario. Das kom­mu­ni­kative Herz­stück des B&B ist der nach vorne hin ver­glaste, loft­artige Wohnraum mit dem bis unter das Dach geöff­neten Koch- und Ess­be­reich und einer behag­lichen Leseecke mit Kamin.

Das Breac.House ist schlicht und klar — fast schon monas­tisch. Es ist ein Ort zum Nach­denken, zum kon­tem­pla­tiven Ver­weilen, zum stillen Beob­achten. Gerade Linien und klare Formen struk­tu­rieren die lichte Weite der Räume und machen Cath­rines und Nialls Liebe zu skan­di­na­vi­schem Design und den Gestal­tungs­kon­zepten Japans offen­sichtlich: Alles hat seinen Platz und alles hat eine Bedeutung. Jede Geste ist voller Acht­samkeit. Eine Reihe raf­fi­nierter, lie­be­voller Annehm­lich­keiten machen die Gäste sehr schnell sehr glücklich. Mehr wird an dieser Stelle nicht ver­raten!

“Wenn unsere Gäste zum ersten Mal ihr Zimmer betreten, rufen sie über­rascht ”Oh, hier ist ja gar nichts!” Und nach wenigen Minuten rufen sie dann “Oh wow, alles, was man braucht, wurde berück­sichtigt!” Wir haben viele unsichtbare Stau­räume geschaffen, um das ganze Zeug unter­zu­bringen was man so braucht, ohne die Räume visuell zu über­laden. Man sieht sie viel­leicht nicht, aber sie sind da.” , sagt Niall zufrieden. “Wir wollen Augen und Seele um nichts in der Welt von dieser Aus­sicht ablenken!

© Mike O’Toole
© Mike O’Toole
© Mike O’Toole

Der Kreis schliesst sich

Der kon­tem­plative Cha­rakter des Breac.House hat noch eine weitere Muse der Inspi­ration: Es ver­beugt sich vor der Archi­tektur von Liam McCormick (oft als “Irlands Alvar Aalto” bezeichnet), der in den 1950er, 60er und 70er Jahren eine Reihe moder­nis­ti­scher Kir­chen­ge­bäude im Donegal entwarf und ein bemer­kens­wertes archi­tek­to­ni­sches Erbe hin­ter­liess. McCor­micks Kirchen waren anders als alles, was man auf der grünen Insel bis dato gesehen hatte: Aussen markant und innen puris­tisch aber dennoch voller Wärme und Sanftheit, nehmen sie unmit­telbar Bezug auf die Natur und die His­torie ihrer Umgebung. So reflek­tiert die St. Michaels Church von Cree­s­lough, die sich ganz in der Nähe des Breac.House befindet, die Kon­turen des Muckish Mountain und sechs kleine, wind­schiefe Wand­öff­nungen zitieren die ungleich­mä­ßigen Fens­ter­formen alter Lang­häuser mit einem humor­vollen Augen­zwinkern. So schliesst sich der Kreis und ver­bindet Irlands genialen Kir­chen­ar­chi­tekten nicht nur baulich, sondern auch menschlich mit dem Breac.House: Der Sohn des Archi­tekten, der im Pla­nungsteam von Liam McCormick arbeitete, und der Sohn des Bau­un­ter­nehmers, der alle seine Gebäude rea­li­sierte, waren Teil der Bau-Crew am Horn Head.

© Artur Sikora
© Henk Snoek, RIBA Coll­ection

Zuhause bei Freunden

Cathrine und Niall haben ihr Breac.House ganz bewusst so gestaltet, dass sie mit ihren Gästen unter einem Dach wohnen: “Die Archi­tekten fragten uns zu allererst, ob sie zwei getrennte Gebäude planen sollten aber wir ent­schieden uns intuitiv dagegen. Wir wünschten uns einen offenen Wohn‑, Ess- und Koch­be­reich, wir wollten koexis­tieren und mit unseren Gästen gemeinsame Rituale teilen. Gleich­zeitig haben alle ihre absolute Pri­vat­sphäre. Abge­sehen davon, dass wir zu einem gewissen Maße immer im Einsatz sind, ist es wirklich toll, weil wir ganz bewusst einige der tra­di­tio­nellen tou­ris­ti­schen Bar­rieren nie­der­ge­rissen haben. Es ist ein bisschen wie tanzen: Manchmal bewegen wir uns auf­ein­ander zu und kommen zusammen und manchmal ziehen wir uns zurück.
Unseren Gästen gefällt die Tat­sache, dass sie in unserem Zuhause wohnen, das gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Zuge­hö­rigkeit. Abends laden wir unsere Gäste zu einem Ape­ritif ein: Wer Lust auf einen Plausch und ein Glas exzel­lenten Whiskey hat, stößt dazu, wer lieber seine Ruhe haben möchte, geniesst den pri­vaten Rückzug in einer stillen Ecke des Hauses oder im Garten. Egal, wie die Gäste gestrickt sind, alle fühlen glei­cher­massen, dass unser Haus ver­traute Authen­ti­zität ver­strömt.”

© Paul McGuckin
© Al Higgins
© Al Higgins

Kreative Syn­ergien

Letztlich dreht sich im Breac.House alles um das authen­tische Erleben des Ortes. Die Gäste gehen auf Tuch­fühlung mit der lokalen Umgebung, den Men­schen, ihren Tra­di­tionen und Arte­fakten. Das maß­ge­fer­tigte Innen­leben ihres B&B ent­warfen Cathrine und Niall gemeinsam mit einer Gruppe lokaler Her­steller, Designer und Künstler, die ihre Lei­den­schaft für das kreative Wesen des Donegal teilen. Wer Urlaub im Breac.House macht, wickelt sich in die warmen Tweed-Decken von Eddie Doherty, räkelt sich ent­spannt auf Simon O’Driscoll’s Sofa, trinkt seinen Irish breakfast tea aus der hand­ge­töp­ferten Keramik der beiden Schwestern Deborah and Emma Moore und sin­niert vor dem Seetang-Tryp­tichon von Superfolk. Der Wild­blumen-Honig und torf­ge­räu­cherte Lachs kommt direkt vom Nachbarn. Einen tie­feren Ein­blick in die krea­tiven und kuli­na­ri­schen Kol­la­bo­ra­tionen bekommt man im Breac.House Journal.

“Rund um Dun­fa­naghy haben in letzter Zeit viele junge Locals ihre Kunst­werk­stätten und kleine Läden eröffnet und wir freuen uns über die Zusam­men­arbeit und den frucht­baren Aus­tausch. Wir sind sehr dankbar dafür, wie freundlich uns alle auf­ge­nommen haben und wie viel Unter­stützung wir erfahren haben, auch wenn manch einer anfangs sicherlich etwas skep­tisch gegenüber der unge­wöhn­lichen Gestalt des Breac.House war. Wir sind kein Sai­son­be­trieb, wir leben hier, das macht einen großen Unter­schied hin­sichtlich dessen, wie die Ein­hei­mi­schen uns sehen und wie mit uns umgehen und wir glauben, dass sie mitt­ler­weile sogar ein bisschen stolz auf unser Horn Head Refugium sind.”

© Niall Campbell
© Mike O’Toole
© Paul McGuckin
© Niall Campell

Rituale

Wer dachte, die Finnen hätten die Sauna erfunden, hat noch nie ein kel­ti­sches sweat­house gesehen! Die Kelten errich­teten ihre runden, grasbe­deckten Schwitz­häuser aus Stein und Torf und immer ganz nah an einer Was­ser­quelle. Eine kleine Öffnung in der Mitte des Daches diente als Rauch­abzug für das Feuer, das die Schwitz­hütte schön auf­heizte und in das einige grosse Steine gelegt wurden. Die hot stones wurden dann kurz in den nahen Fluss, Bach oder das Meer gelegt und dann schnell wieder zurück ins Innere gebracht: Fertig war das kel­tische Dampfbad!

Die holz­be­feuerte Sauna im Garten des Breac.House inter­pre­tiert die antike Behand­lungs­me­thode der Kelten in zeit­ge­nös­si­scher Form und bleibt dabei völlig autark, dank Gras, Stein, Holz und Wasser. Nach einem bele­benden Algenbad kann man hier mit Blick in die weite Land­schaft zu zweit ent­spannen und die Erleb­nisse des Tages revue pas­sieren lassen: die Wan­derung auf den Mount Errigal mit einer atem­be­rau­benden Sicht auf die Schot­ti­schen Inseln, ein Ausritt am Strand, eine Kay­aktour im Mor­gen­licht, ein Besuch einer lokalen Weberei, einer Töp­fer­werk­statt oder einfach ein paar gemüt­liche Stunden vor einem Teller fri­scher Mee­res­früchte und einem Glas Guiness, irgendwo in einem netten Pub jen­seits der kleinen Brücke….

© Joe Laverty
© Joe Laverty
© Mike O’Toole

Mögest Du Dir die Zeit nehmen,
die stillen Wunder zu feiern,
die in der lauten Welt
keine Bewun­derer haben.

Iri­sches Sprichwort.


Text: Britta Krämer, November 2020

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Das Haus

Bed & Breakfast Breac.House
Breac.House
Bed & Breakfast Breac.House
Das B&B Breac.House liegt in der schroffen, rauen Land­schaft der Halb­insel Horn Head im nörd­lichen Zipfel der Republik Irland – mit weitem Blick auf den Atlan­ti­schen Ozean und die Der­ry­veagh Moun­tains.

Ein Kommentar

Sinnlich und anregend!

Joern Wagenbach sagt:

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