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Der Bühelwirt — Besinnung auf das Wesent­liche

In dem kleinen Örtchen Sankt Jakob im Norden Südtirols – im Herzen des ursprünglichen Ahrntals - steht eine alte Dame auf einer Anhöhe und blickt auf ein atemberaubend zeitloses Naturszenario.

von Britta Krämer im September 2017

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im September 2017 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Der Bühelwirt — Besinnung auf das Wesent­liche in  /

Die “alte Dame”, so nennen Michaela und Mat­thias Haller lie­bevoll das his­to­rische Stammhaus des Hotels Bühelwirt, dessen Geschichte sich wie eine Fami­li­ensaga liest. Das gegen­wärtige Kapitel haben die jungen Besitzer gemeinsam ver­fasst und rein sti­lis­tisch einen neuen Ansatz gewagt: Seit einigen Monaten ver­bindet ein Steg das 107 Jahre alte Tra­di­ti­onshaus mit dem modernen Anbau nach Ent­würfen des Archi­tek­tenduos Armin und Alex­ander Pede­villa. Licht­durch­flutet, sehr redu­ziert und puris­tisch im Inneren, schwarz, ernst und irgendwie geheim­nisvoll von außen. Der Kon­trast zum Stammhaus ist nur für einen kurzen Moment wahr­nehmbar, denn sobald die Sinne den dunklen Neubau ein­ge­hender erkunden, offenbart sich, was diesen Ort seit über hundert Jahren durch­dringt: Die Iden­tität einer Familie, das Wesen von Sankt Jakob und die Essenz der Natur. Genius Loci — rel­oaded.

Michaela Haller, die Besit­zerin des Bühel­wirts:

„Irgendwie spielten die Frauen bei uns schon immer eine besondere Rolle. Im Jahr 1910 wurde der Bühelwirt von zwei Frauen erbaut, was für die damalige Zeit sehr unge­wöhnlich war. Maria und Not­burga Steger, die zwei Schwestern vom „Roan­erhof“, mussten bis vor das Inns­brucker Lan­des­ge­richt ziehen, um die Geneh­migung für den Bau eines Gast­hauses mit einem Dorf­laden zu erhalten. Am Ende erreichten Sie Ihr Ziel und konnten Ihren Traum ver­wirk­lichen.
Die jüngere Schwester Maria (meine Urgroß­mutter) hei­ratete nach einigen Jahren Josef Nie­der­kofler, den Dorf­lehrer. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor. Die ältere Schwester und „Töüte“ (Paten­tante) Not­burga war wei­terhin im Betrieb tätig.”

Der jüngste Sohn von Maria, mein Opa Johann, übernahm in den 50er Jahren die Geschäfte und erwei­terte den Gasthof mehrmals. Er war wie sein Vater Dorf­lehrer und hei­ratete die Nach­bars­tochter Anna Nie­der­kofler – auch sie war Leh­rerin. Die beiden sollten lange Zeit als Bühelwirt und ‑wirtin die Geschichte des Gast­hauses prägen. Nun ging es mit der „Wei­ber­wirt­schaft“ erst richtig los, denn Anna gebar sieben Töchter, die alle mehr oder weniger im Betrieb mit­halfen. Aller­dings ergab es sich so, dass keine der sieben Töchter zu gege­bener Zeit die Mög­lichkeit hatte, das Gasthaus wei­ter­zu­führen.
Für mich, die Tochter der Erst­ge­bo­renen, war der Zeit­punkt ideal. Das Studium war abge­schlossen, ich war Mutter von zwei kleinen Mädchen, wollte ins Berufs­leben ein­steigen und suchte nach einer Her­aus­for­derung. Das Hotel hatte mich schon immer fas­zi­niert und meine Groß­eltern brauchten Unter­stützung. Ich bekam viel Ver­trauen und sehr bald freie Hand, sodass sich nach einigen Jahren auch mein Mann Mat­thias an meiner Seite mit ins Aben­teuer stürzte.

Mit dem Stammhaus, das ich von meinen Groß­eltern über­nommen habe, sind wir ziemlich schnell an unsere Grenzen gestoßen, da in den letzten Jahren, ja Jahr­zehnten kaum inves­tiert wurde. Wir brachten vorerst viele „Pflaster“ an, opti­mierten interne Abläufe, setzten neue Tech­no­logien ein und haben einiges inves­tiert. Für uns war aber von Anfang an klar, dass wir in Zukunft nur dann ver­nünftig arbeiten können, wenn wir Nägel mit Köpfen machen.
Lange haben wir überlegt, das Stammhaus zu sanieren, da uns kein Grund­stück für eine Erwei­terung zur Ver­fügung stand. Eine sta­tische Über­prüfung hat diesen Gedanken aller­dings sofort zu Nichte gemacht. Unser Ziel war es nun, das Nach­bar­grund­stück zu erwerben, was uns zum Glück nach län­gerer Ver­hand­lungszeit auch gelang. Nun hatte sich die Situation grund­legend ver­ändert, ein neuer Busi­nessplan ent­stand, und wir konnten endlich mit der Planung beginnen.
Mat­thias und ich lieben gerad­linige Archi­tektur, viel Holz, hoch­wertige Mate­rialien, schlichtes Design, das aber trotzdem gemütlich ist. Genau da hat uns der Stil der Pede­villa Archi­tekten abgeholt. Armin Pede­villa kannten wir schon länger per­sönlich und auch sein wun­der­schönes Haus La Pede­villa in Enneberg, das damals gerade ent­stand. Bereits von Anfang an hat die Wel­len­länge gestimmt und für uns war sehr schnell klar, dass es in die richtige Richtung geht. Mit dem neuen Bau möchten wir unsere Fami­li­en­ge­schichte fes­tigen und die über 100jährige Tra­dition des Bühel­wirtes in die Zukunft führen.“

Das Gebäude der Pede­villa Archi­tekten erstreckt sich über sechs Ebenen und beher­bergt 20 Pan­ora­ma­zimmer, einen Well­ness­be­reich sowie die Erwei­terung des Restau­rants. Das gesamte Projekt stand unter einer großen Prä­misse: Das „Wei­ter­bauen am Bestand“. Lokale Mate­rialien und Ele­mente tra­di­tio­neller Hand­werks­kunst domi­nieren den puris­ti­schen Neubau und die Präsenz der Natur ist all­ge­gen­wärtig. So setzen die Archi­tekten mit der klaren, redu­zierten For­men­sprache des neuen Gäs­te­hauses kei­nes­falls einen sti­lis­ti­schen Kon­tra­punkt zur „alten Dame“, vielmehr ziehen sie den Hut vor ihrem Ver­mächtnis und trans­por­tieren es behutsam und doch ein­dringlich in die Gegenwart.

Armin Pede­villa von Pede­villa Archi­tekten zum Projekt Bühelwirt:

„Das Redu­zieren auf das Wesent­liche ist der rote Faden, der sich durch unsere letzten Pro­jekte zieht. Wir ver­suchen uns immer zu fragen, ob Ele­mente oder Gewohn­heiten eine Funktion haben oder ob es sie gar nicht mehr braucht. Durch diese Über­le­gungen ent­steht ein sehr redu­ziertes und für den Ort, den Nutzer und die Topo­graphie maß­ge­schnei­dertes Projekt. Nichts ist zu viel und nichts zu wenig, sondern genau passend. Diese Her­an­ge­hens­weise lässt ver­traute Pro­jekte ent­stehen, obgleich die Archi­tek­tur­sprache eine Neue, eine Gegen­wärtige ist, durch­woben von den Grund­ge­danken unserer Vor­fahren.
Die Hand­werks­kunst des Ahrntals lebt im Projekt Bühelwirt weiter. Jedes kleinste Detail wurde von den Hand­werkern maß­ge­schneidert und auf das Projekt ange­passt. Mate­rialien aus der Umgebung wurden ver­wendet. Die Lärche, der Zuschlag im Lehmputz aus dem Kup­fer­bergwerk. Selbst die Leuchten aus Kupfer wurden für das Hotel ent­wi­ckelt. Es wurde der Loden­stoff aus der ansäs­sigen Loden­fabrik ver­wendet.
Der Grün­schimmer im Verputz spiegelt durch die ver­wen­deten Zuschläge aus dem Bergwerk die Farb­gebung der Bergwelt wieder und macht die Innen­räumen zu ver­trauten Orten. Das Lär­chenholz aus den umlie­genden Wäldern ver­mittelt Gebor­genheit. Der Grün­schimmer in der schwarzen Fassade nimmt die Farb­gebung der satt­grünen bis schwarzen Wälder des Sommers auf. Natur und Topo­graphie ver­schmelzen mit dem Projekt. Neue Archi­tektur ent­steht.“


Text: Britta Krämer, Sep­tember 2017

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