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Erha­benheit, Avant­garde und Eleganz: Das Kranich Hotel

Dr. Bettina Klein hat nahe des Saaler Boddens in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Gutshof mit kleinem Hotel, Museum und Café ein irdisches Paradies aufgebaut, das man ob seiner Eigenwilligkeit in dieser ländlichen Idylle kaum jemals vermuten würde.

von Ulrich Knoll im Juni 2020

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im June 2020 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Erha­benheit, Avant­garde und Eleganz: Das Kranich Hotel in  /

Im römi­schen Kul­tur­kreis galt der Kranich als Symbol der „Pru­dentia“, des klugen Han­delns, der „Per­se­ver­antia“, also der Beharr­lichkeit, sowie der „Cus­todia“, der Sorgfalt des Han­delns. Wenn man sich mit Gast­ge­berin Dr. Bettina Klein unterhält, die nahe des Saaler Boddens in Meck­lenburg-Vor­pommern auf einem Gutshof mit kleinem Hotel, Museum und Café Gäste emp­fängt, scheint dies auf Anhieb eine hin­rei­chend tref­fende, wenn­gleich ver­all­ge­mei­nernde Beschreibung der Haus­herrin selbst zu sein.

Mit viel Mut, Beharr­lichkeit und — ange­sichts der Größe des Areals – zwangs­läufig begrenzten Mitteln hat sie hier über die Jahre mit dem Kranich Hotel ein irdi­sches Paradies auf­gebaut, das man ob seiner Eigen­wil­ligkeit in dieser länd­lichen Idylle kaum jemals ver­muten würde. Der namens­ge­bende Kranich macht zweimal jährlich hier Rast; und doch stellt sich in unseren Gesprächen schnell heraus, dass das Anwesen selbst, seine Geschichte und Ent­wicklung sowie deren Akteure die inter­es­san­teren Themen sind.

Eine Neigung zu “kom­pli­zierten Sachen”

Die Haus­herrin, eine pro­mo­vierte Kunst­his­to­ri­kerin, schmunzelt ein wenig ange­sichts meiner ersten Ver­ständ­nis­fragen. Wie Sie denn zu dem Haus gekommen sei und wie genau das ursprüng­liche Konzept zur Ent­wicklung von Museum samt Hotel und Café­be­trieb aus­ge­sehen habe bzw. dessen Umsetzung… und, nach welchem Plan die Reno­vierung des maroden Guts­hauses, das sie 1999 erwarb, von­statten gegangen sei. Sie habe wohl generell eine Neigung zu kom­pli­zierten Sachen, lässt Sie mich in Ihrer zugleich distin­gu­ierten wie auch freundlich-auf­ge­schlos­senen Art wissen. Ein Plan? Nein, da sei viel Fügung im Spiel gewesen. Dem Himmel sei Dank, möchte man sagen.

Alleine schon der Erwerb – völlig unge­plant. Sie selbst stammt gar nicht aus der Gegend, war vorher nur einmal zum Tanz der Kra­niche in Meck­lenburg-Vor­pommern, hat pha­sen­weise zudem mehr Zeit in Japan als in Deutschland gelebt. Ein Bekannter aus der gemein­samen Zeit an der Frank­furter Stä­del­schule habe das Haus eigentlich kaufen wollen. Er sei regel­recht in das Anwesen ver­narrt gewesen, nur das nötige Geld habe er nicht gehabt. Bettina Klein, die auf der Auktion also eigentlich nur als Begleitung zugegen war, hat das Anwesen schließlich erworben. Wenn man Sie fragt warum, ant­wortet sie mit einem Lächeln, dass das wohl — ange­sichts der Geschichte des Anwesens, welche bis ins 13. Jhdt. zurückgeht — die Nai­vität der Kunst­his­to­ri­kerin gewesen sein müsse. Das Haupthaus jeden­falls war, wie sich aller­dings später her­aus­stellte, in einem noch wesentlich schlech­teren Zustand als ursprünglich gedacht. Selbst der Abriss stand kurz­zeitig zur Debatte.

Bewahren!

An dieser Stelle kam ein zweites Mal der Zufall zur Hilfe. Auf die Aus­schreibung zwecks Umplanung meldete sich der ame­ri­ka­nische Architekt und Künstler Alex Schweder. Schweder, ein Ver­treter der Per­for­mance Archi­tecture , bezeichnet sich selbst wahl­weise als „Künstler, der mit dem Raum arbeitet, oder Architekt, der auf künst­le­rische Fragen hin­ar­beitet“.

Über das Projekt sagt er selbst:

Per­for­mance-Archi­tecture ist ein künst­le­ri­scher Ansatz zur Schaffung von Raum, der eher auf Fragen als auf Lösungen abzielt. Im Fall des Kranich Museums & Hotels haben wir Über­reste der ver­schie­denen Nut­zungen des Gebäudes im Zeit­verlauf erhalten. Zudem sind Museum und Hotel nicht wie üblich getrennt. All diese Ele­mente neben­ein­ander zu plat­zieren, anstatt sie ordentlich von­ein­ander zu trennen, ermög­licht es unseren Besu­chern, deren Spannung zu erleben, und bietet neue Mög­lich­keiten der Raum­er­fahrung.

Unsere Her­an­ge­hens­weise an das Haus ori­en­tiert sich an anderen Ansätzen im Umgang mit his­to­ri­schen Struk­turen mittels moderner Ein­griffe — wie etwa der Chinati Foun­dation in Texas oder der Brooklyn Academy of Music, wo Frag­mente aus ver­schie­denen Epochen gleich­zeitig erlebt werden konnten.

Dadurch wird eine Situation geschaffen, in der die Besucher des Gebäudes nun sehen können, dass das Gebäude eigentlich ein Prozess ist und nicht ein Objekt, eine Auf­führung, wenn man so will, die sich lang­samer voll­zieht, als es Per­sonen nor­ma­ler­weise wahr­nehmen können. Unsere Arbeit bei der Gestaltung des Gebäudes bestand darin, dies für die Gäste wahr­nehmbar zu machen.

Es stellte sich unmit­telbar heraus, dass seine Her­an­ge­hens­weise sehr gut auf das Objekt passte, welches not­ge­drungen nahezu voll­ständig ent­kernt werden musste. Seine Dia­gnose nach der ersten Besich­tigung: „Bewahren!“. So tragen heute Wände wie Decken die Spuren der Geschichte in teils unter­schied­lichen Putz­schicht­resten, teils als rohe, quasi „zurück­ge­baute“ Back­stein­fassade. Neu­ver­legte, helle Böden, die zur Wand hin abge­setzt und an diesen Stellen durch eine indi­rekte Beleuchtung in Szene gesetzt sind, kon­tras­tieren und har­mo­ni­sieren den Gesamt­ein­druck glei­cher­maßen. Sel­biges gilt für einige, wenige dezent hin­zu­ge­fügte Ein­bauten und die modernen Betten mit ihren hohen, eben­falls in hellem Holz gehal­tenen Kopf­teilen, die eben­falls klar in die Neuzeit ver­weisen. Der Span­nungs­bogen zwi­schen Alt und Neu findet seinen Abschluss in den wenigen, wohl­plat­zierten his­to­ri­schen Möbel­stücken, die die Gast­ge­berin über die Jahre bei Haus­auf­lö­sungen in der Umgebung ziel­sicher erstanden hat.

Im ersten Bau­ab­schnitt ent­standen im Erd­ge­schoss ab 2011 — par­allel zu den darüber gele­genen Muse­ums­räumen – sechs gänzlich indi­vi­duelle gestaltete Apart­ments mit Raum­größen zwi­schen 31 und 51 Qua­drat­metern. In diesen ist die His­torie des Gebäudes samt ihrer Schich­tungen unver­stellt zu sehen und sie ver­sprühen, bei aller archi­tek­to­ni­scher Prä­zision, eine unver­krampfte Hei­terkeit. Das behag­liche, gleichsam span­nungs­ge­ladene Ambiente der Raum­land­schaften wird durch die Wärme alter, guss­ei­serner Öfen sowie den Luxus üppiger Blick­be­zie­hungen – hinaus in den Park und die Land­schaft, gerne aus der kon­tem­pla­tiven Ent­spanntheit einer frei­ste­henden Bade­wanne betrachtet – nochmals gesteigert.

Über­haupt: Das Sich-Wohl­fühlen und das Los­lassen ergeben sich hier quasi auto­ma­tisch. Das gewohnte Zeitmaß scheint in Hes­senburg auf magische Weise außer Kraft gesetzt. Was man sich doch so alles vor­ge­nommen hat: sei es auf den Darß mit seinem wun­der­baren Ost­see­stränden zu fahren. Oder die benach­barten Han­se­ju­welen Rostock und Stralsund zu erkunden. Wenn man schon mal da ist. Und weil das alles wirklich sehr sehenswert ist. Und dann: schwupp, ist schon wieder ein Tag vorbei. An dem man in aller Ruhe aus­ge­schlafen und ein wun­der­bares Früh­stück ein­ge­nommen hat, durch den Park geschlendert ist und das haus­eigene Museum erkundet hat. Viel­leicht gebadet, sicher aber auch ein wenig über sich und die Welt sin­niert hat.

Wenn Sie nicht Acht geben (oder nicht lange genug bleiben), laufen Sie Gefahr, kaum eine der ver­meint­lichen tou­ris­ti­schen Sehens­wür­dig­keiten gesehen zu haben, die auf der ursprüng­lichen Rei­se­planung standen. Dafür sind Sie ver­mutlich der­maßen ent­schleunigt, wie Sie es schon lange nicht mehr waren. Keine Sorge also, machen Sie es wie Ihre Gast­ge­berin: ver­trauen Sie ihrem Gespür für das Momentum — und auf die glück­liche Fügung! Der Ort ist einfach prä­de­sti­niert dafür.

Wahrlich wun­dersame Orte zur inneren Einkehr sind auch die beiden Ate­lier­woh­nungen im Dach­ge­schoss geworden, welche seit Ende 2019 das Zim­mer­an­gebot kom­plet­tieren. Die größere der beiden Apart­ments ist mit 80 m² für drei Per­sonen kon­zi­piert, die kleinere Wohnung beher­bergt wie die Apart­ments im Erd­ge­schoss stan­dard­mäßig zwei Gäste.

Rege­ne­ration und Wandel, auch im Außen­be­reich

Ein eben­falls wun­der­barer Ort zum Los­lassen ist der knapp fünf Hektar große neo-barocke Park geworden, der seit einigen Jahren etap­pen­weise durch die Land­schafts­ar­chi­tektin Ludivine Gragy revi­ta­li­siert wird. Anhand des Stu­diums von Archiv­ma­terial hat sie die his­to­ri­schen Struk­turen in den aktu­ellen Pflege- und Ent­wick­lungsplan teils über­nommen, teils als Antwort an die Moderne und auf­grund aktu­eller Nut­zungs­an­sprüche reinter­pre­tiert. Ver­än­derte Nut­zungs­be­din­gungen, die unter anderem noch aus DDR-Zeiten stammen, führten bei­spiels­weise zu einem Verlust der klaren Trennung zwi­schen Nord- und Süd­seite des Haupt­ge­bäudes; dieses stand zwar nach wie vor als Solitär frei, war aber nicht mehr in die land­schaft­liche Umgebung ein­ge­bunden.

Durch eine neue Bepflan­zungs­stra­tegie wurden und werden die ursprüng­lichen Ord­nungs­ele­mente aus axialen Blick­be­zie­hungen, auch Grenzen wieder lesbar gemacht. Und damit eine Ein­ladung geschaffen, den Park wieder zu betreten. Ein wesent­licher Aspekt der Neu­kon­zeption der Gesamt­anlage ist die Ein­teilung in Räume mit unter­schied­lichem Cha­rakter, das Aus­lichten der Bestands­ve­ge­tation und die Erhöhung der Arten­vielfalt. Um im Bedarfsfall über­al­terte oder sturm­ge­schä­digte Bäume ersetzen zu können, wurde mitt­ler­weile eine eigene Baum­schule angelegt. In den roman­tischsten Winkeln warten heute Bänke und Sitz­gruppen auf die Gäste, die sich — mit Kissen und Decken bewaffnet — gemütlich nie­der­lassen können. Bei Lust und Laune kann auch das Früh­stück hier ein­ge­nommen werden. Der weit­läufige Park bietet nun wieder ideale Bedin­gungen für aus­giebige Spa­zier­gänge und Ent­de­ckungen – mit oder ohne Vier­beiner.

Museum 24/7

Eine Beson­derheit des Hauses ist sein Museum, welches das gesamte Ober­ge­schoss ein­nimmt. Dieses ist nicht primär dem Kranich gewidmet, wie der Hausname viel­leicht nahe­legen könnte. Vielmehr lädt Dr. Bettina Klein seit 2011 inter­na­tionale Künstler im Rahmen eines Artist-in-Resi­dence-Pro­grammes ein, welche sich vor Ort in per­for­ma­tiven oder instal­la­tiven Arbeiten mit dem Haus, seiner Archi­tektur, seinem Umfeld und seiner Geschichte aus­ein­an­der­setzen. Betreut werden die Resi­dencies von Anfang an durch einen externen Kurator – in den Anfangs­jahren von Alex Schweder und Khadija Zin­nenburg Carroll, seit 2015 durch Zsuz­sanna Stánitz, deren beson­deres Interesse der zeit­ge­nös­si­schen Kultur sowie der Archi­tektur gilt.

Das jeweils neue Kunst­objekt wird natur­gemäß Teil der Sammlung des Kranich Museums, während die im Arbeits­prozess ent­stan­denen Doku­men­ta­ti­ons­ma­te­rialien in den Hotel­zimmern aus­ge­stellt werden und so einen Ein­blick in den künst­le­ri­schen Prozess geben. Hier schlafen Sie also sprich­wörtlich im Museum und können sich auch abseits der Öff­nungs­zeiten von den Sicht­weisen der Künstler inspi­rieren lassen.

Lernen, tagen oder gemeinsam feiern

Im Kranich Hotel können auch Kunst­kurse, Yogas­eminare und Tagungen ver­an­staltet werden: Die oberen Räume samt dem dazwi­schen gele­genen offenen Dachraum, bei Bedarf auch die Räume des Museums und das Kranich Café bieten nicht nur aus­rei­chend Platz, sondern auch jede Menge Inspi­ration. Falls Sie möchten, können Sie hier sogar den „schönsten Tag des Lebens“ begehen: denn auf Hes­senburg kann auch gehei­ratet werden – das Gutshaus verfügt über ein eigenes Stan­desamt. Die Kom­bi­nation mit dem Hotel und dem Café sowie der groß­zü­gigen Park­land­schaft rund­herum eignen sich natürlich perfekt für alle Formen von fei­er­lichen Anlässen.

Sei es mit oder ohne fest­lichen Anlass: Glück­liche, anre­gende Tage werden Sie hier in jedem Fall ver­bringen. Come as you are!


Text: Ulrich Stefan Knoll, Juli 2020

Foto­grafie: Fotos: © Philipp Obkircher, © Ludivine Gragy, © Clemens Klein

Ein Kommentar

lieber uli, wieder mal ein sen­sa­tio­neller artikel! ich sitze zwar im paradies kreta, medi­terrane desti­nation, puris­tisch & gerade zika­den­konzert… aber nach dem lesen möchte ich eigentlich auch schon los ins kranich hotel & die saftig grüne gar­ten­anlage… as i am!
sehr span­nendes haus, inspi­rie­render artikel & alles andere habe ich gerade dafür stehen & liegen lassen😘
yassas aus der <a href=“https://villazoe.com/” rel=“nofollow ugc”>zoe</a>, daniela

danirla keil sagt:

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