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Design, Natur- und Arten­schutz im Feri­enhaus-Garten

Interview mit dem Gar­ten­ge­stalter Rainer Els­termann über „den“ per­fekten Garten, die beson­deren Anfor­de­rungen im Ver­mie­tungs­be­reich sowie den „New German Style“.

von Ulrich Stefan Knoll im April 2022

 Design, Natur- und Arten­schutz im Feri­enhaus-Garten in  /

Der deutsche Gar­ten­ge­stalter Rainer Els­termann ist ein wahres Mul­ti­talent. Einst arbeitete er mit der deut­schen Expe­ri­men­tal­film­gruppe Teu­felsberg Pro­duktion zusammen, dann reüs­sierte er 25 Jahre lang als quer­ein­ge­stie­gener Pro­fi­fo­tograf auf inter­na­tio­naler Bühne. Seit 2009 plant er – wieder als Auto­didakt – höchst erfolg­reich Gärten. Zuerst in Deutschland, mitt­ler­weile auch inter­na­tional.

Im Rahmen unseres Netz­werktreffens haben wir ihn in seiner Wahl­heimat, der Uckermark getroffen. Und uns bei der Gele­genheit intensiv über „den“ per­fekten Garten, die beson­deren Anfor­de­rungen im Ver­mie­tungs­be­reich sowie den „New German Style“ unter­halten.

Gärten von Feri­en­häusern unter­liegen anderen Anfor­de­rungen als reine Pri­vat­gärten – vor allem in Hin­blick auf die Pflege. Können Sie uns aus ihrer Erfahrung kurz die wesent­lichen Unter­schiede schildern?

Themen wie tro­cken­re­sis­tente Bepflan­zungen, eine Flä­chen­ent­wäs­serung über die Grün­flächen und eine mög­lichst geringe Ver­sie­gelung des Bodens spielen eine große Rolle. Gleich­zeitig soll aber doch ein Min­destmaß an Prak­ti­ka­bi­lität und Komfort gewähr­leistet sein. Und auch der Mehrwert für die Nach­bar­schaft sowie die umlie­gende Bevöl­kerung und Land­schaft, in der sich das Feri­enhaus befindet, ist von nochmals grö­ßerer Wich­tigkeit als in rein privat genutzten Häusern, weil einer gewerb­lichen Nutzung auch immer eine größere Ver­ant­wortung unter­stellt wird.

Welcher Mehrwert ergibt sich für Vermieter:innen von Feri­en­im­mo­bilien durch eine pro­fes­sio­nelle Planung?

Ich denke das liegt auf der Hand. Es ent­steht ein zusätz­licher, zudem hoch­qua­li­ta­tiver Raum. Ein Ort, der annä­hernd die Hälfte des Jahres inten­siver genutzt wird als sämt­liche Innen­räume.

Früher hat es den meisten Men­schen ja gereicht, ein Haus auf dem Land zu haben — mit einer Rasen­fläche dran und einem Feld daneben. Aber diese Zeiten haben sich geändert.

Jeder möchte heute einen Beitrag zum Natur­schutz leisten und selbst die posi­tiven Aus­wir­kungen davon genießen – wie etwa eine gesunde und aktive Tierwelt, bei­spiels­weise eine große Anzahl von Insekten oder Vögeln. Anre­gende Düfte und man­nig­faltige, optische Reize durch eine sorgsam geplante Blü­ten­pracht rund um das Jahr tuen ihr Übriges. Im Urlaub umso mehr.

Ein gutes Bei­spiel ist Die Kleine Acht. Bevor wir mit der Aus­führung des Gartens begonnen haben, erzählten uns die Nachbarn, Bienenzüchter:innen seit 1962, dass es leider keine Schmet­ter­linge mehr gibt und auch sehr wenig Bie­nen­nahrung. Schon im aller­ersten Jahr der Bepflanzung merkten sie erstaunt an, dass sie noch nie so viele Insekten an einem Ort gesehen hätten.

Dabei hatten wir eigentlich primär nur für eine lange Blüh­phase von Februar bis Dezember gesorgt und eine mög­lichst hohe Anzahl unter­schied­licher Stauden auf engem Raum gepflanzt.

Herr Els­termann, wir haben uns gemeinsam das in Fer­tig­stellung begriffene Feri­enhaus von Architekt Thomas Kröger am Blan­kensee ange­sehen. Das Haus wird dem­nächst auf Urlaubs­ar­chi­tektur ver­öf­fent­licht. Und Sie haben – wie zu wei­teren Part­ner­häusern – die Gar­ten­anlage geplant. War das ein Traumjob oder täuscht das?

Absolut. Thomas Kröger  hat – ähnlich wie der von mir eben­falls sehr geschätzte bri­tische Land­schafts­ge­stalter Dan Pearson — die große Gabe, dass seine Pla­nungen mit der umge­benden Land­schaft wie ver­wachsen sind. Egal wie auf­wendig oder radikal das Design, die Gestal­tungen wirken nie wie ein Fremd­körper in der Land­schaft. Architekt:innen, die von sich aus derart qua­li­tätvoll bis in den Außen­be­reich  hinaus planen und denken können, erleichtern die Zusam­men­arbeit und vor allem das Gesamt­ergebnis enorm.

Sowieso ist es ein ganz großes Pri­vileg meiner Arbeit, dass ich mit fan­tas­ti­schen Architekt:innen eng zusam­men­ar­beite, die sich die Zeit und Mühe machen, mir ihre Pla­nungen minutiös zu erklären und mich in alle Gedan­ken­gänge ihrer Pla­nungen ein­zu­weihen. Dieses Jahr etwa arbeite ich unter anderem an zwei Pro­jekten des Archi­tek­tur­büros von Patrick Batek, der eine ganz andere Her­an­ge­hens­weise als Thomas hat, welche sich aber wie­derum insofern ähnelt, als das Radikale des Designs sich sozu­sagen der Logik des Ganzen unter­wirft.

Obwohl ich oft von Architekt:innen für Bau­vor­haben vor­ge­schlagen werde, gibt es auch sehr fruchtbare, direkte Zusam­men­ar­beiten zwi­schen Kund:innen und mir, ohne dazwi­schen­ge­schaltete Instanz. Das hat dann oft den Vorteil, dass sich Pro­bleme noch etwas unkom­pli­zierter lösen lassen und nicht jedes Detail vorab durch­ge­zeichnet werden muss. Am besten werden Gar­ten­pla­nungen ja sowieso, wenn viele Ent­schei­dungen direkt vor Ort ange­passt und nicht zu 100 Prozent vom Papier umge­setzt werden!

Die Fachwelt redet seit Jahren vom „New German Style“. Erklären Sie uns doch bitte mal kurz, was man dar­unter eigentlich ver­steht.

In  meiner sub­jek­tiven Defi­nition des New German Style ist das Zusam­men­kommen dreier Fak­toren wesentlich. Erstens der Ein­fluss unter­schied­licher Gar­ten­per­sön­lich­keiten des 20. Jahr­hun­derts: Etwa Karl Foerster, der die Ver­wendung der Gräser im Garten populär gemacht hat. Sowie Richard Hansen und seine wis­sen­schaft­liche For­schung (Die Stauden und ihre Lebens­be­reiche). Oder zum Bei­spiel auch Ernst Pagels, der für viele Züch­tungen heute popu­lärer, natu­ra­lis­ti­scher Pflanzen ver­ant­wortlich ist. Dazu kam zweitens das Verbot von Pes­ti­ziden im öffent­lichen Raum in Deutschland sowie die damit ein­her­ge­hende For­schung zu resi­li­enten und robusten Züch­tungen. Wichtig ist drittens aus meiner Sicht auch die ästhe­tische, naturnahe Vision von unter­schied­lichen euro­päi­schen Desi­gnern wie Henk Ger­ritsen oder Piet Oudolf.

Die ideale Ver­kör­perung des New German Style sehe ich bei Cassian Schmidt, der seit vielen Jahren den Her­mannshof in Weinheim leitet.

Und welche aktu­ellen Ten­denzen gibt es?

Momentan sind natürlich alle Belange rund um den Kli­ma­wandel und die Bio­di­ver­sität sehr wichtig. Also tro­cken­re­sis­tente Bepflan­zungen, kom­bi­niert mit mög­lichst langen Blüh­phasen.

Die umfang­reichsten Unter­su­chungen die dies­be­züglich statt­ge­funden haben, sind als „The Great Dixter Bio­di­versity Audit 2017–2019“ ver­öf­fent­licht worden.

Im Großen und Ganzen kam dabei heraus, das die höchste Bio­di­ver­sität in den am meisten bear­bei­teten Gar­ten­teilen herrschte (mehr als in Wild­wiesen etwa) — einfach weil es da eine längere Blüh­phase gibt. So ist man als Gartengestalter:in in der Lage, einen Beitrag zum Arten- und Kli­ma­schutz zu leisten, ohne auf “Design“ ver­zichten zu müssen.

Als Garten- oder Land­schafts­ge­stalter sehe ich mich aber auch in der Tra­dition von Künstler:innen, die immer auch einen For­schungs­auftrag inne hatten und wis­sen­schaftlich fun­diert arbei­teten. In diesem Sinne expe­ri­men­tiere ich schon seit Jahren unter anderem erfolg­reich mit nicht-orga­ni­schen Mulch-Abde­ckungen oder mit groß­flä­chiger Ver­wendung von Schaf­schur­woll­matten zur Unter­drü­ckung von uner­wünschtem Auf­wuchs. Mein eigener, 3.500 Qua­drat­meter großer Garten ist daher kein geplanter oder ent­wor­fener Garten, sondern ein ständig wech­selndes Spielfeld, in dem ich Neues aus­pro­biere.

Bei allen öko­lo­gi­schen Vor­gaben, die heut­zutage eine große Rolle spielen, sehe ich mich immer als Gestalter, dessen Aufgabe es zuerst und haupt­sächlich ist, eine emo­tionale Erfahrung für Men­schen zu schaffen.

Sie planen einen Garten, irgendwann ist er gebaute Rea­lität – und wie geht es dann weiter?

In den aller­meisten Fällen über­nehme ich auf Wunsch der Bauherr:innen eine lang­fristige Betreuung der Gärten. Es hört sich komisch an, aber mit den meisten Bauherr:innen freunde ich mich im Laufe der Aus­führung an, so dass wir ohnehin in Kontakt bleiben und ich mehrmals im Jahr das Grund­stück besichtige und Emp­feh­lungen aus­spreche. Daneben gibt es in den meisten Fällen jeweils kleine Pfle­ge­teams, mit denen ich mich abspreche.

Was sind die gän­gigsten Irr­tümer bzw. was sind unrea­lis­tische Vor­stel­lungen seitens der Auftraggeber:innen?

Die Vor­stellung eines pfle­ge­ex­ten­siven Gartens mit tau­senden Stauden ist immer noch weit ver­breitet. Und gleich­zeitig die Ver­wirrung, was den Begriff des „Gärt­nerns“ angeht.

Zum einen wird gerne viel Zeit und Arbeit inves­tiert, groß­flächig Rasen zu mähen. Die eigent­liche Tätigkeit des Gärt­nerns aber wird hin­gegen geschmäht. Was erstaunlich ist, denn mit einem Bruchteil der Zeit, die ein Rasen bean­sprucht, lassen sich attraktive Stau­den­be­pflan­zungen pflegen. Cassian Schmidt etwa hat für bestimmte Bepflan­zungen errechnet, dass der Pfle­ge­aufwand bei drei bis vier Minuten pro Qua­drat­meter und Jahr liegt. Das ist mehr als machbar, muss aber natürlich gewollt und erst einmal ver­standen sein.

Gärtnern ist keine Arbeit, sondern eine Tätigkeit. Wenn Kund:innen das einmal ver­in­ner­licht haben, sind sie auch bereit den viel­fäl­tigen Mehrwert eines Gartens durch einen gewissen Pfle­ge­aufwand aus­zu­gleichen.

Was emp­fehlen Sie Ferienhausbesitzer:innen, die eine pro­fes­sio­nelle Gar­ten­planung in Erwägung ziehen?

Sich viel in der Natur auf­halten und offen für Uner­war­tetes sein. Sich viele Gärten anschauen. Es gibt fan­tas­tische öffent­liche Gar­ten­an­lagen — in Deutschland etwa den Ebertpark in Lud­wigs­hafen mit den wun­der­vollen Bepflan­zungen von Harald Sauer, Planten un Blomen in Hamburg oder die Piet Oudolf-Bepflanzung im Maxi­mi­li­anpark in Hamm.

Und natürlich lohnt ein Besuch von Landes- und Bun­des­gar­ten­schauen immer. In manchen (deut­schen) Bun­des­ländern gibt es zudem einen „Tag der offenen Gar­ten­pforte“ – da bekommt man Ein­blicke in ansonsten unzu­gäng­liche Pri­vat­an­lagen von Gartenliebhaber:innen.


Website Rainer Els­termann

Buchtipp:

Rainer Els­termann – Gärten der Gegenwart / Gardens of Now, DISTANZ Verlag.
Hard­cover. German/English. ISBN 978–3‑95476–431‑0, Erschei­nungs­termin: Juni 2022

Interview: Ulrich Stefan Knoll, April 2022

Titelbild: Die kleine Acht. Entwurf / Foto © Rainer Els­termann

2 Kommentare

Ein weitere Ver­treter des New German Style ist Joachim Hegmann.
Die von Piet Oudolf geplante Aus­sen­anlage von Vitra in Weil am Rhein ist ebenso sehenswert.

Dagmar Neumann sagt:

Grandios

Ingrid Bürgy-de Ruijter sagt:

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