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Grie­chenland, Marokko … und das Bauhaus

Was das Bauhaus und seine Schüler:innen mit der mediterranen Architektur zu tun haben und welche Wechselwirkungen sich über räumliche und kulturelle Grenzen ergeben haben, beleuchtet unsere Autorin Tina Barankay.

von Tina Barankay im November 2024

 Grie­chenland, Marokko … und das Bauhaus in  /

Weiße, kubische kleine Häuser, so weit das Auge reicht. Wie auf­ein­an­der­ge­stapelt oder sogar durch­ein­an­der­ge­würfelt ziehen sie sich den Hang hinauf, umrahmt von pink­farben leuch­tenden Bou­gain­villeas. Jeder Insel­hüp­fende kennt diesen typi­schen und so wun­der­vollen Anblick bei der Ein­fahrt in die Hafen­bucht einer der vielen kleinen grie­chi­schen Inseln. Nicht immer perfekt und recht­winklig, wirken sie durch den weißen Kalkputz dennoch puris­tisch und gerad­linig – fast wie eine Bau­haus­siedlung

Kubische Bau­formen, weiße Fas­saden und Flach­dächer – der Gedanke an die Archi­tektur des Bau­hauses liegt nahe, und viele nehmen es wohl als gegeben hin, dass diese Art des Bauens eine Idee von Walter Gropius, Le Cor­busier oder Mies van der Rohe war. Die Kom­bi­nation puris­ti­scher Formen mit indus­tri­ellen Bau­stoffen ist sicherlich das Merkmal schlechthin für die Bau­weise der Pio­niere der modernen Archi­tektur. Aber die Inspi­ration kam defi­nitiv aus dem Mit­tel­meerraum – aus Grie­chenland. Oder Marokko.

Wo aber bleiben hier die leuch­tenden Farben und geo­me­tri­schen Muster, für die ins­be­sondere Marokko bekannt ist, die aber auch in Grie­chenland zu finden sind, wird sich die Leser­schaft fragen. Zu Recht, aber tat­sächlich war auch das Bauhaus nicht so pur und rein, wie es die archi­tek­to­nische Hülle ver­muten lässt – oft wurden die Bauten zudem in Schwarz-Weiß-Foto­grafien fest­ge­halten. Auch in den berühmten Meis­ter­häusern des Bau­hauses sind sämt­liche Farben zu finden, von zitro­nen­gelben Fas­saden über rosa­farbene Wände bis hin zu gold­far­benen Details. Ein wenig erinnert das an die antiken grie­chi­schen Tempel, die einst so bunt bemalt waren – nur, dass kaum jemand davon weiß. Auch in den ara­bi­schen Ländern und in Grie­chenland findet man Orna­mentik und Farben häufig erst hinter einer schlichten Gebäu­de­fassade, ver­steckt hinter einer reich ver­zierten Eisen- oder einer blau gestri­chenen Holztüre. Apropos Farben: Die Webe­rinnen am Bauhaus (die tex­tilen Werk­stätten waren vor allem von fas­zi­nie­renden Frauen domi­niert!) ließen sich durch marok­ka­nische Web- und Knüpf­tra­di­tionen inspi­rieren. Und aktuell ist die Ver­bindung von puris­ti­scher Archi­tektur mit far­ben­frohem Inte­rieur und Tex­tilien aus afri­ka­ni­schen oder ara­bi­schen Ländern im Trend – so bilden die ange­sagten Ber­ber­tep­piche einen leben­digen Kon­trast zu den häufig ver­bauten Sicht­be­ton­wänden.

Eine direkte sti­lis­tische Ver­bindung der Archi­tektur in Grie­chenland und Marokko ist sicher nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der Ein­fluss der tra­di­tio­nellen Bau­weise der grie­chi­schen und auch der ara­bi­schen Kultur auf die For­men­sprache des Bau­hauses ist jedoch vielfach belegt: So war Adolf Loos, einer der Weg­be­reiter der funk­tio­nalen Archi­tektur, nach einer Reise, die ihn Anfang des letzten Jahr­hun­derts über den Balkan nach Grie­chenland, in die Türkei und weiter nach Algerien und Marokko führte, fas­zi­niert von den „weißen Mauern“ der Städte und Le Cor­bu­siers Voyage d’Orient war prägend für dessen Schaffen. An die Archi­tektur Nord­afrikas erinnert auch die Villa Alle­gonda mit ihren asym­me­trisch ange­ord­neten, weißen Kuben, die der Nie­der­länder J.J.P. Oud in Katwijk aan Zee baute. Und der Maler Paul Klee war auf seiner Tunis­reise begeistert von den weiß gekalkten kubi­schen Häusern, über die er schrieb, sie seien „winklig und recht­winklig und wieder winklig“. Die Bauhaus-Archi­tektur hat bis heute nichts an Aktua­lität ein­gebüßt – im Gegenteil: Das kubische Bauen ist geblieben und moderner denn je. Zum Glück sind die Zeiten lange vorbei, in denen die Stutt­garter Weis­sen­hof­siedlung, 1927 vom Deut­schen Werkbund unter der Leitung von Mies an der Rohe errichtet, wegen der weißen, kubi­schen Häuser mit Flach­dä­chern als „Arab­erdorf“ ver­spottet wurde und sogar abge­rissen werden sollte.

Ob die weißen Kuben von Marokko nach Grie­chenland kamen oder umge­kehrt, bleibt unge­klärt – schön anzu­sehen sind sie hier wie dort. Sicher ist hin­gegen, dass die Kunst des Bau­hauses wie­derum die Lehre der Kunst­schule in Casa­blanca beein­flusste und auch in Athen kubische Bauten ehe­ma­liger Bauhausschüler:innen zu finden sind. Und damit kehrt der Ein­fluss der weißen Kuben in umge­kehrter Richtung an ihren Ursprung zurück. Ein Geben und Nehmen (bzw. umge­kehrt: ein Nehmen und Geben) und ein Mit­ein­ander, so wie man es sich auf so vielen Ebenen wün­schen würde – nicht nur von Grie­chenland, Marokko und dem Bauhaus.

Text: Tina Barankay

Foto: Joshua Rondeau / Uns­plash

Ein Kommentar

Beau­tifully written.

Rikki sagt:

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