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 Groß(artig)e Archi­tektur auf kleiner Fläche in  /

Groß(artig)e Archi­tektur auf kleiner Fläche

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im August 2022 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

Die diversen Blogs und Magazine sind voll davon: von Berichten über Tiny Houses, Wohnen auf kleiner Fläche und Mikro­a­part­ments. Von fle­xiblen Raum­kon­zepten ist die Rede, von räum­licher Einheit, opti­maler Raum­nutzung und geschickten Ein­bauten. Meist geht es dabei um neu gewon­nenen Wohnraum auf wenigen Qua­drat­metern – aber manchmal wundert man sich, welche Paläste als „Tiny House“ durch­gehen.

Die Band­breite ist enorm: Es gibt sie in allen Vari­anten und Formen, mit Flachdach oder runden Fens­ter­öff­nungen, im Hütten- oder im skan­di­na­vi­schen Stil, aus Holz oder aus Beton, mit Rädern oder ohne, selbst­gebaut oder pro­fes­sionell geplant. Tchibo hatte in Koope­ration mit einer Schrei­nerei schon voll­aus­ge­stattete Mini­häuser im Sor­timent, manche Her­steller koope­rieren mit renom­mierten Archi­tek­tur­büros. Anhand der Vielzahl beein­dru­ckender Häuser wird auf jeden Fall deutlich, dass sich anspruchs­volle Archi­tektur auch auf mini­maler Fläche umsetzen lässt. Für viele Archi­tekten scheinen die kleinen Behau­sungen eine Art Spiel­wiese zu bieten, in deren Rahmen sie sich aus­pro­bieren können. Klingt alles wun­derbar: Wenig Flä­chen­ver­brauch, alles durch­dacht und meist nach­haltig gebaut, außer­ge­wöhn­liches Design – was will man mehr. Aber kann man in diesen Mini­häusern auch wirklich leben, dau­erhaft oder zumindest einen Urlaub lang?

Die Tiny House-Bewegung ist ursprünglich in den USA ent­standen – als gesell­schaft­liche Bewegung für das Leben auf kleinstem Wohnraum. Ende der Neun­ziger Jahre haben die Archi­tektin Sarah Susanka mit ihrem Buch „The Not So Big House“ und kurz darauf der kali­for­nische Designer Jay Shafer mit seinem mobilen Minia­turhaus ein Statement gegen die über­di­men­sio­nierten US-ame­ri­ka­ni­schen Häuser gesetzt – und damit gezeigt, dass man auch auf wenig Wohnraum ein im wahrsten Sinne des Wortes unbe­schwertes Leben führen kann. In Deutschland sieht man – ganz unpo­li­tisch – eher Peter Lustig aus der Kin­der­sendung Löwenzahn mit seinem aus­ge­bauten Bau­wagen als Vor­reiter dieses Trends. Mitt­ler­weile ist die Bewegung eine inter­na­tionale geworden: In Städten wie Tokio oder auch London, in denen der Grund unglaublich teuer ist, suchen und finden Archi­tekten immer wieder bau­liche Lücken, die sie mit Kleinst­häusern füllen können. Ohne eine exakte Größe defi­niert zu haben, geht man bei Tiny Houses meist von rund 45 Qua­drat­metern Wohn­fläche aus – wobei das schon viel ist, wenn man an das zehn Qua­drat­meter kleine Haus denkt, mit dem der Architekt Van Bo Le-Mentzel in Berlin Inspi­ration für ein bewusst redu­ziertes Leben bietet. Oder wenig, wenn man die in der Archi­tek­tur­szene vor­ge­stellten mehr­stö­ckigen „Tiny Houses“ betrachtet – die, keine Frage, sehr außer­ge­wöhnlich und auch platz­sparend gedacht, aber eben nicht „tiny“ sind.

Mit dem Begriff Tiny House wird heute aber mehr und mehr auch ein bewusst gewählter Lebensstil (oder auch: eine Lebens­ein­stellung) ver­bunden. Im Fokus steht die Besinnung auf das Wesent­liche, die zu mehr Selbst­zu­frie­denheit führen soll. Dieser auch als „Post­mo­derner Mini­ma­lismus“ bezeichnete Trend umfasst den bewussten Ver­zicht auf Konsum ebenso wie einen acht­samen Umgang mit der Umwelt. Beim Ausbau der Häuser wird großer Wert auf die Ver­wendung hoch­wer­tiger und natür­licher Mate­rialien gelegt, das perfekt durch­dachte Inte­rieur soll so viel Wohn­komfort wie möglich bieten. Auf kleinem Raum möchten (und können) viele nicht an der Ein­richtung sparen, die man schließlich auf­grund der platz­spa­renden Ein­bauten nicht ständig aus­wechseln kann. Das wie­derum zieht ein grö­ßeres Bewusstsein für den Wert der Dinge nach sich, nach dem Motto: klein, aber fein.

Wie bei jedem Trend gibt es natürlich auch bei dem Thema Tiny Houses kri­tische Stimmen. Diese reichen von dem Einwand, die heutige Life­style-Bewegung igno­riere die sozialen Miss­stände, aus denen diese ursprünglich ent­standen ist, bis hin zu dem Vorwurf, die Mini­häuser seien keine Maß­nahme zur Bekämpfung dieser Miss­stände, sondern eher eine Art der Resi­gnation gegenüber diesen. Darüber hinaus ist eine „Redu­zierung auf das Wesent­liche“ im Sinne einer zufrie­de­neren Lebens­ein­stellung natürlich nur dann möglich, wenn man vorher viel besessen hat, also sowieso schon mehr zur Ver­fügung hatte als das Minimum, das vielen Men­schen reichen muss.

Unge­achtet dieser Kritik ist ein „nor­males“ All­tags­leben in den kleinen Häuschen für eine ein­zelne Person oder viel­leicht auch zwei sicher möglich – außer an Platz fehlt es an nichts. Das belegen schon allein all die Berichte in Life­style-Maga­zinen von Familien, die ein solches Leben für sich gewählt haben – meist mit (noch) kleinen Kindern. Es scheint also zu funk­tio­nieren, auch als Familie. Und es gibt natürlich nicht nur die Extreme – vielmehr lässt sich der Trend zum redu­zierten Wohnen und nach­hal­tigen Leben auch in ver­schie­denen Grö­ßen­ord­nungen leben: Er lässt sich auch als Anregung ver­stehen zu einem nicht ganz so „großen“ Leben, nicht ganz so viel Konsum und mehr Bewusstsein im Umgang mit den Dingen, die einen umgeben.

Der Urlaub bietet eine gute Mög­lichkeit, sich zumindest tem­porär zu ver­kleinern, oder auch andere Wohn­formen aus­zu­pro­bieren. Dazu gehört neben dem Camping (oder: Glamping) auch der Auf­enthalt in einem Tiny House. Häufig sind die Häuschen in wun­der­schöner Natur gelegen – „off-grid“, noch so ein Trend, den viele als Kon­trast­pro­gramm zu ihrem wuse­ligen All­tags­leben suchen. Viele der win­zigen Feri­en­un­ter­künfte bieten maxi­malen Komfort und ein­drucks­volles Design auf kleinstem Raum.

Auch wenn ein dau­er­haftes Leben in sehr kleinem Maßstab nicht jeder­manns Sache ist: Ein gele­gent­liches Über­denken der eigenen Lebensform ist sicher nie ver­kehrt. Viel­leicht lassen sich Teil­aspekte des Tiny House-Trends umsetzen – zum Bei­spiel, indem man sich von Über­flüs­sigem trennt und dadurch eine gewisse Leich­tigkeit gewinnt, oder indem man sich bei jeder neuen Anschaffung genau überlegt, ob diese einen lang­fris­tigen Wert besitzt. Wenn sich das nach­haltige Wohnen dann noch mit gutem Design und anspre­chender Archi­tektur ver­bindet, ist das, finde ich, umso besser. Üben lässt sich das „kleine Wohnen“ übrigens auch durch den Einsatz fle­xibler Möbel­stücke, etwa weil man ver­mehrt im Home Office arbeitet und abends den Arbeits­platz gerne einfach „weg­klappen“ würde. Soll ja vor­kommen heut­zutage.


Text: Tina Barankay, Sep­tember 2021

Autoreninfo: Tina Barankay ver­bindet ihre Lei­den­schaft für Ästhetik und Gestaltung seit vielen Jahren mit ihrer beruf­lichen Tätigkeit. Als freie Jour­na­listin und Bera­terin ver­öf­fent­licht sie Bei­träge, rea­li­siert Publi­ka­tionen und ent­wirft Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zepte in den Bereichen Archi­tektur, Interior und Design.

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