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Haus­flüs­terer — Das Kuća-Projekt des kroa­ti­schen Desi­gners Boris Kajmak

Novigrad hat einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Hier begegnet man Menschen, die es vermögen, die besondere Aura ihrer Heimat fühlbar zu machen.

von Britta Krämer im Mai 2020

 Haus­flüs­terer — Das Kuća-Projekt des kroa­ti­schen Desi­gners Boris Kajmak in  /

Die spek­ta­kuläre Jadranska Magis­trala beginnt in Italien in der Nähe von Triest und schlängelt sich an der Ost­küste der Adria entlang bis nach Mon­te­negro. Mehr als die Hälfte der Weg­strecke liegt in Kroatien und zählt zu den schönsten Küs­ten­straßen der Erde. Ab und an säumen ver­schlafene Fischer­dörfer die Route, die oftmals nur wenige Meter vom Wasser ent­fernt ver­läuft. Doch die meiste Zeit fährt man durch eine atem­be­raubend archaische und men­schen­leere Küs­ten­sze­nerie: Steil, steinig, schroff, karg, zer­klüftet und ver­karstet sind hier die Klippen und die unzäh­ligen Inseln, die wie Mond­land­schaften inmitten des tiefblau fun­kelnden Meeres liegen. Dreht man den Kopf zur anderen Stra­ßen­seite, erhebt sich die wilde Bergwelt des Natur­parks Velebit und lässt den Blick über einen gigan­ti­schen bota­ni­schen Garten und die impo­sante Sil­houette des gleich­na­migen Gebirgs­massivs schweifen. Die unmit­telbare Nach­bar­schaft von Meer und Bergen ist ein­drucksvoll und ihre Kon­traste ver­schmelzen zu einer kon­tem­pla­tiven Weite.

© Boris Kajmak
© Boris Kajmak
© Boris Kajmak
© Boris Kajmak

Diese beein­dru­ckende Berg­land­schaft im Rücken, ver­steckt sich an den Ufern eines abge­le­genen Fjords das dal­ma­ti­nische Novigrad: ein male­ri­scher 542-Seelen-Ort, bekannt für seinen Fisch- und Muschelfang und dafür, dass er in Wirk­lichkeit nicht son­derlich berühmt ist. Die Straße, die nach Novigrad führt, endet hier und wer hierher kommt, tut es um des Ortes Willen. Novigrad hat keinen Durch­lauf­tou­rismus, es ver­steckt sich klug vor den Massen und behütet sein beschau­liches Leben innerhalb der alten Stadt­mauern. Novigrad hat einen Charme, dem man sich nicht ent­ziehen kann. Es liest sich wie ein Geschichtsbuch zur älteren und neueren His­torie der Region. Wie ein Zeit­rei­sender springt man auf der Zeit­leiste der Ereig­nisse nach vorne oder nach hinten, je nachdem, in welche Gasse man ein­biegt, durch welche Türe man schlüpft oder welche Stein­stufen man erklimmt.

Entlang der Ufer­pro­menade ducken sich kleine Stein­häuschen neben ver­fallene Her­ren­häuser. Viele Fas­saden zeigen noch heute die Spuren des Krieges der 1990er Jahre, der den Fischerort hart getroffen hat. Wer nach dem Krieg hierher zurück­kehrte, hatte nur ein Bedürfnis: die schnellst­mög­liche Wie­der­her­stellung des nor­malen Lebens, was viele Bewohner zu pro­vi­so­ri­schen Repa­ra­turen ver­an­lasste, die nicht unbe­dingt der Ästhetik und dem Augenmerk auf die lokale Bau­his­torie gezollt waren. So ent­wi­ckelte sich das Ortsbild zu einem sug­ges­tiven Fli­cken­teppich aus alten Stein­häusern und selt­samen neuen Archi­tek­turen.

© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay

Von Sep­tember bis April döst Novigrad geruhsam vor sich hin und nur die Winde – der heiße, von Süden kom­mende Sci­rocco und die eis­kalte Bora – pusten ihn von Zeit zu Zeit gehörig durch und ent­hüllen ein Stück der Seele dieses Land­strichs. Während der warmen Monate ver­sprüht Novigrad quirlige kroa­tische Lebensart. Die wenigen aus­län­di­schen Rei­senden, die man hier antrifft, sind auf der Suche nach den authen­ti­schen Winkeln Kroa­tiens und nach Begeg­nungen mit Men­schen, die es ver­mögen, die besondere Aura ihrer Heimat fühlbar zu machen. Boris Kajmak ist so ein Mensch.

1980 in Zadar geboren und auf­ge­wachsen, führten ihn Studium und Beruf(-ung) rund um den Globus. Er selbst defi­niert sich als „inter­dis­zi­pli­nären Künstler und Designer, dessen Werke soziale Bereiche durch Material, Spiel und Sprache erfor­schen.“ Seine Skulp­turen, Design­ob­jekte und archi­tek­to­ni­schen Arbeiten sind seit 1999 in inter­na­tio­nalen Aus­stel­lungen zu sehen.

Die Kriegs­er­fahrung in jungen Jahren hat sich auf viel­schichtige Weise nie­der­ge­schlagen und wurde zu einem kraft­vollen Kata­ly­sator: Boris Kajmak ist ein Kul­tur­nomade, ein Grenz­gänger, ein kluger Beob­achter voller Wortwitz und (Selbst-)Ironie. Am stärksten wahr­nehmbar ist sein unstill­barer Drang nach Bewegung, nach Ent­wicklung und inspi­rie­rendem Aus­tausch. Und dann ist da – all­ge­gen­wärtig – die Liebe, eine bedin­gungslose, loyale doch durchaus kri­tik­fähige Liebe zu den Men­schen und den Orten, die seine Wurzeln und seine Kind­heits­er­in­ne­rungen beher­bergen: die sug­gestive Küs­ten­stadt Zadar und … Novigrad.

Seit 2011 pendelt er zwi­schen dem hek­ti­schen Trubel seiner Wahl­heimat Berlin (aktuell München) und der kon­tem­pla­tiven Ruhe des kleinen Ortes am Fjord hin und her, ange­trieben von einem visio­nären Reno­vie­rungs­projekt, das mit einem geerbten alten Haus seinen Anfang nahm und mitt­ler­weile weite Kreise gezogen hat: das Kuća-Projekt.

© Steve Biel­schowsky
© Tom de Gay

Haus Nr. 1: Kuća Kamena – das Steinhaus

Was tun mit einem ver­fal­lenen alten Gebäude inmitten eines abge­le­genen, unbe­kannten Städt­chens, das nach dem ein­schnei­denden Kriegs­in­ter­mezzo noch immer damit beschäftigt ist, seine Iden­tität wie­der­zu­finden? Die Ärmel hoch­krempeln, sich in den (büro­kra­ti­schen) Gegenwind stellen und Stein um Stein ein Haus ent­stehen lassen, das dafür bestimmt ist, eine ganz besondere Ziel­gruppe von Gästen zu beher­bergen. Weit weg von den Massen, ganz nah am Wesen dieses Ortes.

Die Reno­vierung des Stein­hauses aus dem 16. Jahr­hundert erfolgte unter den strengen Vor­schriften für alten Bau­be­stand in der Alt­stadt von Novigrad. Oberste Prä­misse war es, alle Ele­mente der dal­ma­ti­ni­schen Bau­weise zu erhalten. So kamen tra­di­tio­nelle Tech­niken und lokale Mate­rialien, größ­ten­teils aus dem alten Bestand, zum Einsatz. Dabei defi­nierte der künst­le­rische Ansatz die Archi­tektur und die zeit­ge­nös­si­schen Design­in­ter­ven­tionen. Boris Kajmaks beson­deres Augenmerk galt den Geräu­schen, Gerüchen und Formen, die das alte Steinhaus durch­dringen. „Indem ich diese imma­te­ri­ellen Ele­mente der Archi­tektur bewahrte, ist es mir gelungen, einige meiner nach­hal­tigsten Kind­heits­er­in­ne­rungen zu kon­ser­vieren.“

© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay

Haus Nr. 2: Kuća Foto­grafa – das Foto­gra­fenhaus

Hier wohnte und arbeitete zwi­schen dem Ersten und Zweiten Welt­krieg der Novi­grader
Fotograf Nikica Karavida mit seiner Frau Zorka. Boris Kajmak kaufte das stark beschä­digte Haus und widmete es the­ma­tisch dem krea­tiven Schaffen seines Vor­be­sitzers. Die Kuća zeigt sich intro­ver­tiert und kom­mu­ni­kativ zugleich: Innen intimes Nest, öffnet sich die Ter­rasse zu den umlie­genden Häusern und wird zum nach­bar­schaft­lichen Treff­punkt.

© Zeljko Karavida
© Zeljko Karavida

Boris Kajmak ist ein Haus­flüs­terer. Als hätte er eigens Antennen dafür, nimmt er die ver­fal­lenen Stein­häuser mit allen Sinnen wahr. Er lauscht ihren Geräu­schen, fühlt ihre Ober­flächen und erschließt ihre Struktur. Mit der Akku­ra­tesse und der fast kind­lichen Begeis­terung eines Archäo­logen legt er Schicht für Schicht die His­torie der alten Gemäuer frei. Er gräbt, kratzt und ent­kernt. Er recher­chiert, dis­ku­tiert, scannt und zeichnet. Er öffnet Türen, findet Schätze und zaubert Spuren und Objekte einer längst ver­loren geglaubten Zeit zu Tage. Dabei erwachen die Räume von einst vor dem geis­tigen Auge zum Leben, ihre Bewohner werden so greifbar, als wäre man in einem Schwarz-Weiß-Film gelandet. Aus all dem erwachsen die neuen Archi­tektur- und Design­kon­zepte der Stein­häuser, die ihren Hut vor dem Ver­gan­genen ziehen, und doch durch und durch für die Gegenwart gemacht sind.

Nikica Karavida © Boris Kajmak
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay
© Tom de Gay

Dream-Team

Anfangs war das Kuća-Projekt eine One-Man-Show, mitt­ler­weile hat Boris Kajmak eine kleine Gruppe von guten Freunden invol­viert: eine inter­na­tionale, inter­dis­zi­plinäre Crew aus Men­schen, die unter­schied­licher nicht sein könnten, deren Talente sich aber perfekt ergänzen. Sieht man den Jungs bei der Arbeit zu, merkt man schnell, dass sich hier ein unschlag­bares Dream-Team zusam­men­ge­funden hat.

Jadran Anzu­lović: Der Hüter von Novigrad
„Kein anderer ist stärker mit der Geschichte dieses Ortes ver­woben, er kennt buch­stäblich jeden Stein hier. Offi­ziell ist er der Kul­tur­be­auf­tragte für Novigrad und leitet das ört­liche Museum. Er ist ganz nebenbei auch mein Cousin … Was soll ich noch sagen über einen Typ, der Geschichten zu allem in diesem kleinen Ort sammelt und seine Nächte damit ver­bringt, alte Kamine ori­gi­nal­getreu nach­zu­zeichnen?! Natürlich besitzt er einen Weinberg und macht Wein, aber er trinkt keinen Alkohol.“

Joško Dujić: Macho man und tra­gende Säule
„Joško ist ehe­ma­liger Pro­fi­hand­baller und gelernter Bau­hand­werker. Seiner Wei­ter­bildung zum Bau­in­ge­nieur geboten zwei Umstände Einhalt: die Schür­zenjagd und der Krieg. Wir sind uns in allem einig, aber das würde er niemals zugeben. Ohne ihn wäre das gesamte Projekt undenkbar, es basiert auf seinen gran­diosen Kennt­nissen und Fähig­keiten im Bau­wesen. Es ist ziemlich cool zu sehen, wie die beiden Jungs sich gegen­seitig respek­tieren. Joško und Jadran sind zwei wahre Schul­meister!“

Tim Stol­zenburg: Meister des Designs
„Er ist ein groß­ar­tiger Designer. Wir haben in London zur gleichen Zeit am selben College stu­diert, ohne uns zu kennen. Ich stu­dierte bil­dende Künste, er Pro­dukt­design. Tim liebt es, im Winter nach Novigrad zu kommen, um Ziegel und Steine her­um­zu­schleppen, aber vor allem ent­wirft er mit mir zusammen das Gestal­tungs­konzept der Stein­häuser. Seine archi­tek­to­nische Erfahrung ist eine große Berei­cherung für meine Aus­gangs­ideen und sein Ein­fluss ist wirklich ent­scheidend. Er rundet meine Ein­fälle perfekt ab.“

Joško & Boris © Steve Biel­schowsky
© Lara Kajmak

Haus Nr. 3: Kuća Plavca – das Bootshaus

Das archi­tek­to­nische wie the­ma­tische Konzept des dritten Stein­hauses Kuća Plavca, das nur wenige Meter vom Fjord ent­fernt liegt, stellt ein für die hie­sigen Bewohner bis heute exis­ten­zi­elles Objekt in den Fokus: das Boot. Boris Kajmak dekli­niert hier die tra­di­tio­nelle Sym­biose von Mensch und Wasser in zeit­ge­nös­si­scher Manier durch, und so werden ver­schiedene hand­ge­fer­tigte Kajaks zum festen Inventar des sich aktuell im Rohbau befind­lichen Hauses gehören. Die zukünf­tigen Gäste dürfen sich darauf freuen, das sma­ragd­grüne Wasser des Novi­grader Meeres zu durch­paddeln und die spek­ta­kuläre Land­schaft aus einer ganz neuen Per­spektive zu genießen.

Neues Mit­glied der Kaj(m)ak-Crew ist der Ber­liner Boots­bauer Lutz Berger. Er ist die trei­bende Kraft hinter Berger-Boote, einer kleinen, aber feinen Ber­liner Manu­faktur für Boots­bau­sätze. Mit Boris Kajmak teilt er die Passion für hoch­wer­tiges Handwerk, für das Wasser und die Sicht, die man vom Boot aus auf die Welt hat. Seine Bootsbau-Work­shops stoßen auf ein begeis­tertes Echo, auch wenn er eigentlich nicht so gerne spricht. Stille Wasser sind tief.

© Steve Biel­schowsky
© Zeljko Karavida
© Zeljko Karavida
Lutz Berger © Dawin Meckel
© Zeljko Karavida
© Steve Biel­schowsky

“Um den Schutz der ursprüng­lichen Struktur zu maxi­mieren und eine tech­nisch solide Ver­bindung zwi­schen alten und neuen Ele­menten her­zu­stellen, mussten wir etwas mehr als ein Maßband ver­wenden. Das Messen von unre­gel­mäs­sigen Räumen, in denen die ursprüng­lichen Erbauer auf gerade Linien und rechte Winkel in jeder Richtung abzielten, aber diese nicht unbe­dingt erlangten, ist nie eine leichte Aufgabe. Um eine Vor­stellung von der Größe, der Ober­fläche oder dem Raum­vo­lumen, den Licht­rich­tungen, Höhen und Wand­stärken zu bekommen, sind manuelle Methoden immer noch gut, wenn man sich Mühe gibt.
Um jedoch eine kom­plexe mehr­stö­ckige Stahl­kon­struktion zu bauen, die sich gut in die unebenen Stein­mauern ein­passen sollte, benö­tigten wir moderne Methoden. Aus diesem Grund haben wir ein 3D-Laser­scanning des Hauses durch­ge­führt, sobald wir die Wände bis auf den nackten Stein abge­tragen hatten. Dabei erhielten wir ein drei­di­men­sio­nales Raster, das perfekt der tat­säch­lichen Situation im Haus ent­spricht, wobei jeder Stein auf dem Com­pu­ter­modell sichtbar ist. Auf diese Weise konnten wir die neue Stahl­kon­struktion an jede Unebenheit der ursprüng­lichen Struktur anpassen.
Die ver­ein­fachte Dar­stellung der Stahl­struktur zeigt den Grundriss mit seinen sieben Platt­formen aus H‑Trägern und den Treppen, die die Platt­formen aus per­fo­rierten Stahl­blechen ver­binden. Obwohl einige Details noch geändert werden dürften, ist der all­ge­meine Grundriss nun fest­gelegt.”

© Tim Stol­zenburg
© Tim Stol­zenburg
© Tim Stol­zenburg

3 Häuser, jedes mit einer urei­genen Atmo­sphäre, Gestal­tungs­konzept und einem indi­vi­du­ellen Anliegen. Der gemeinsame Nenner der drei kuće liegt offen­sichtlich in der Balance zwi­schen dem tra­di­tio­nellen Erbe Novi­grads und einer zeit­ge­nös­si­schen, mini­ma­lis­ti­schen Ästhetik. Doch Boris Kajmaks Stein­häuser sind auch durch einen unsicht­baren roten Faden mit­ein­ander ver­bunden: Von seiner Liebe zu einem Ort und dessen Men­schen, Steinen, Geschichten, Schick­salen und Geschicken. Von seiner Liebe zum Wasser, vor allem aber zu den grauen Stein­riesen, die sich am Horizont abzeichnen. “Eigentlich will ich, dass die Men­schen wegen dieser Berge nach Novigrad kommen, aber das Meer hat im Tou­rismus-Mar­keting die Nase vorn”, sagt Boris und wendet seinen Blick nicht ab von der Sil­houette des Velebit. “Hier liegt die Seele dieser Gegend begründet und hier kann man ihr wirklich begegnen.”

Auch Haus Nr. 4 ist bereits in der Mache. Diesmal (und erstmals) restau­rieren Boris Kajmak und seine Crew für Dritte, Auf­trag­geber aus München, die sich in das Kuća-Projekt und den Kajmak-Stil ver­liebt haben. Weil die Fassade des ver­las­senen Turm­hauses aktuell noch ein aparter 60er Jahre-Putz ziert, hat Boris’ kleine Tochter es schon einmal vor­ge­tauft: Kuća Lila.


Text: Britta Krämer, Mai 2020

Der Artikel “Haus­flüs­terer” ist Teil unseres 2020 erschie­nenen Buches mit Magazin “Häuser & Men­schen”. Es ist im Buch­handel sowie online  im URLAUBSARCHITEKTUR Shop erhältlich.

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Die Häuser

Feri­enhaus Kuća Kamena
Kuća Kamena
Feri­enhaus Kuća Kamena
Der his­to­rische Fischerort Novigrad liegt in einer fjord­ähn­lichen Bucht in der kroa­ti­schen Region Dal­matien. Im Zentrum der male­ri­schen Alt­stadt befindet sich das Kuća Kamena, ein tra­di­tio­nelles dal­ma­ti­ni­sches Steinhaus mit einer bewegten Ver­gan­genheit.
Feri­enhaus Kuća Foto­grafa
Kuća Foto­grafa
Feri­enhaus Kuća Foto­grafa
Das kleine Steinhaus im kroa­ti­schen Fischerort Novigrad ist als „Haus des Foto­grafen“ bekannt. Nikica Karavida, der während der 1920er- und 1930er Jahre der erste öffent­liche Fotograf der Region war, hatte hier sein Wohnhaus und Studio.

Ein Kommentar

Sehr fein, wenn sich ein krea­tiver Geist mit gutem Stil und gutem Handwerk bewegen kann. Die Ergeb­nisse schauen dann so aus, als müssten sie so sein. Wun­derbar, der gute Geschmack ist noch nicht ver­loren.
Schönen Gruß vom Kol­legen

Rainer Hochreiter sagt:

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