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Das Park­hotel Holzner: Geschichte einer Oase

Das Parkhotel Holzner in Oberbozen ist ein Haus der Kontraste, die sich in jedem Bereich stimmig zueinander gesellen und überzeugende Synergien schaffen: Leib und Seele.

von Britta Krämer im September 2018

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im September 2018 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Das Park­hotel Holzner: Geschichte einer Oase in  /

Ein Foto aus dem Jahr 1903. Ver­bli­chene Sepia­farben. Ein elegant geklei­deter Mann mit Schnauzbart und Hut sitzt auf einem Kamel, hinter ihm zeichnen sich die Pyra­miden von Gizeh ab. Hans Holzner ist Hotel­di­rektor in Ägypten und als er 1908 in seinen Hei­matort Ober­bozen zurück­kehrt um dort die Führung des neu eröff­neten Hotels gleichen Namens zu über­nehmen, bringt er ein Stück der ori­en­ta­li­schen Welt mit an den Südhang des Rittner-Son­nen­pla­teaus. Im ganzen Haus ver­teilt er seine Sou­venirs: Sphinx-Sta­tu­etten mit ein­ge­ritzten Hie­ro­glyphen, tür­kis­farbene Ska­rabäen, ein aus­ge­stopftes Kro­kodil. Es mag reiner Zufall sein, dass sich unweit des Hotels die berühmten Rit­tener Erd­py­ra­miden gen Himmel strecken, wie riesige Sta­lag­miten aus Lehm. Ein spek­ta­ku­läres Natur­phä­nomen, kein Sou­venir, und doch ein wun­der­bares Bei­spiel dafür, wie sich an diesem Ort lokale Bege­ben­heiten und kul­tu­relle Beson­der­heiten – die eigenen und die fremden – auf frucht­barste Weise begegnen, sich gegen­seitig berei­chern und ein ein­zig­ar­tiges Setting für ganz besondere Urlaubs­er­leb­nisse schaffen. Die Geschichte einer Oase.

Zeit­geist

Um die Jahr­hun­dert­wende sucht die süd­ti­roler Ritt­nerbahn-Gesell­schaft nach einem geeig­neten Bau­platz für ein Hotel entlang der Bahn­trasse in Ober­bozen und findet den per­fekten Ort inmitten von Wiesen und Wäldern, auf einer natür­lichen Ter­rasse am Südhang des Rittner Hoch­pla­teaus. Der Weit­blick von hier oben lässt einen vor Glück taumeln. 1908 eröffnet das Hotel Ober­bozen und die feine Gesell­schaft ruckelt von da an mit der Zahn­radbahn berg­auf­wärts in die Som­mer­frische um ganz en vogue im neuen Berg­hotel zu logieren.

110 Jahre später liegen die Geschicke des Hauses in den Händen der vierten Holz­ner­schen Gene­ration, die Gäste steigen direkt im Zentrum von Bozen in moderne Seil­bahn­gondeln und schaukeln in wenigen Minuten hinauf auf den Ritten. Gleich neben der Berg­station steht das Park­hotel Holzner auf seinem Son­nen­plateau, blickt andächtig zurück auf seine bewegte Geschichte und auf die unver­ändert ein­drucks­volle Berg­sze­nerie. Doch etwas hat sich ver­ändert: Umgeben von gras­grünem Wei­deland und kris­tall­klarer Luft geben sich heute Tra­dition und visionäre Ideen, Jugendstil und neue, alpine Archi­tektur ein Stell­dichein auf 1200 Metern Höhe.

Monika und Wolfgang Holzner – samt vier­köp­figer Kin­der­schar — haben das Haus vor 10 Jahren von Wolf­gangs Eltern über­nommen und ihm mit jungen Ideen und fri­schen Kon­zepten ihre per­sön­liche Prägung ver­liehen. Das Ergebnis ist eine har­mo­nische Sym­biose der Kon­traste, die den Zeit­geist der Belle Époque im gegen­wär­tigen Augen­blick ansiedelt und gleich­zeitig moderne Urlaubs­be­dürf­nisse perfekt durch­de­kli­niert.

Müßiggang

Das Park­hotel ist ein Ort des schönen Lebens auf Augenhöhe mit allen Gene­ra­tionen. Sein Gelände ist weit­läufig und ver­winkelt und über­rascht mit immer neuen Veduten, stillen Eckchen und ein­la­denden Plätzen für unge­zwun­genen Aus­tausch. Im Holzner steht die Zeit nicht still, doch sie scheint anderen Gesetzen zu folgen: Der Tag ent­faltet sich im Rhythmus genie­ße­ri­schen Müßig­gangs – je nach Alter, Lust und Laune kann man aus­ge­zeichnet schlemmen, spielen, saunen, wandern, ent­spannen, staunen. Inmitten des atem­be­rau­benden Natur­spek­takels der Dolo­miten dürfen die großen und kleinen Gäste des Holzner Urlaub mit allen Sinnen erleben. Und wer am Morgen seine Bahnen durch den Pan­ora­mapool zieht und dabei den Blick über die still thro­nenden Gipfel schweifen lässt, den durch­strömt ein Gefühl von Freiheit und der Leich­tigkeit des Seins.

Baugeschichte(n)

Im Park­hotel Holzner trifft heute Alpiner Jugendstil auf die klaren Lini­en­führung zeit­ge­nös­si­scher Archi­tektur und das Haus wird zum Ich- Erzähler einer ganz per­sön­lichen (Bau)Geschichte. Im Laufe der Jahr­zehnte wurden immer wieder Umbauten und Reno­vie­rungen nötig, wobei die ori­ginale Sub­stanz nur punk­tuell und sehr behutsam ver­ändert wurde. Die größten Ein­griffe waren der Einbau einer Zen­tral­heizung, von en-Suite-Bädern und der Umbau der Früh­stücks­ve­randa an der Süd­fassade zu einem geschlos­senen Spei­sesaal Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des ver­gan­genen Jahr­hun­derts. Der neue Wellness-Bereich brachte 2006 die Umstellung auf Beheizung mit erneu­er­baren Energien und den Bau einer Hack­schnit­zel­anlage mit sich. Nachdem die Regie 2008 – zum hun­dert­jäh­rigen Bestehen des Jugend­stil­hotels — in die Hände der vierten Gene­ration überging, war die Zeit reif für neue Visionen und ein neues Kapitel in der Bau­ge­schichte des Berg­hotels.

Neuland

Das neue Projekt, welches die Erwei­terung als behut­sames Wei­ter­bauen am Bestand vorsah, wurde von der Hote­liers­fa­milie als Archi­tek­tur­wett­bewerb aus­ge­schrieben. Die Anfor­derung an die zukünf­tigen Archi­tekten: neue Ideen und Kon­zepte, welche die Geschichte des Hauses sowie die lokale Tra­dition inhaltlich und mate­ri­al­tech­nisch im Fokus behielten und sich gleich­zeitig einer zeit­ge­mäßen For­men­sprache öff­neten. Intention des nach­haltig aus­ge­rich­teten Pro­jekts war es, den ursprüng­lichen Cha­rakter des Jugend­stilbaus zu erhalten und dennoch den modernen, gene­ra­ti­ons­über­grei­fenden Urlaubs­be­dürf­nissen der Kern­ziel­gruppe Familie Rechnung zu tragen. Die Ideen des Bri­xener Archi­tek­tenduos berg­meis­terwolf (Gerd Berg­meister und Michaela Wolf) trafen ins Schwarze.

Zwi­schen 2013 und 2018 nahmen die Holz­ner­schen Wünsche und Visionen Schritt für Schritt Gestalt an. Aus­ge­wählte Mate­rialien und ein klares Design ziehen sich heute durch alle Innen­räume und ver­binden alt und neu zu einer stim­migen Einheit. Die neuen Ele­mente – der berg­meis­terwolf-Flügel mit Tief­garage, den neuen Eden-Suiten und dem Liberty-Spa — inte­grieren sich leise in das bestehende Ensemble, ver­längern den Jugendstil-Bau und treten in den Dialog mit der umlie­genden, behutsam gezähmten Land­schaft. Die großen glä­sernen Öff­nungen lassen den Blick frei über die Dolo­miten und den weit­läu­figen Park schweifen, werden zur Pro­jek­ti­ons­fläche für den Himmel, das Licht und die Berge.

Die Erwei­terung des Dach­ge­schosses und der Ausbau des his­to­ri­schen Turms zu einem kleinen Ster­nen­ob­ser­va­torium waren ein wich­tiger Bestandteil des Umbaus, dessen oberste Prä­misse die Suche nach einer zeit­losen Archi­tektur, nach einem Bin­de­glied zwi­schen Ver­gan­genheit und Gegenwart war.

Kunst am Bau

Die Kon­zeption des Neu- und Umbaus sowie die Neu­ge­staltung des umlie­genden Parks ist das Ergebnis einer äußerst stim­migen, inter­dis­zi­pli­nären Talent­fusion von Archi­tektur (berg­meis­terwolf), Land­schafts­design (Roland della Giacoma) und Kunst (Manfred Alois Mayr).

Der Süd­ti­roler Künstler Manfred Alois Mayr ent­wirft Farb­kon­zepte für Gebäude. Im Fokus steht hierbei nicht der künst­le­rische Akt sondern vielmehr die Iden­tität eines Ortes, die durch Farbe wahr­nehmbar wird. Das Wesen der Farbe geht dabei weit über das rein Deko­rative hinaus und mani­fes­tiert sich als kraft­volle Energie, die ganz bestimmte Schwin­gungen aus­sendet. Mayr geht in Resonanz mit dem Ort, an dem er künst­le­risch tätig wird, spürt ihm nach, hört in ihn hinein, forscht. Seine Geschichte, Tra­dition und Funktion wird zum Leit­motiv auf der Suche nach den pas­senden Pig­menten und der Wahl der Ober­flä­chen­be­handlung.

Mayrs chro­ma­tische Kunst am Bau im Park­hotel Holzner hat eine erstaun­liche Wirkung auf den Betrachter: die Farb­räume erzeugen eine wohl­tuende, kon­tem­plative Atmo­sphäre, welche den Genius loci des Hauses unmit­telbar erfahrbar macht.

Heilige Hallen

Das Unter­ge­schoss des Park­hotels birgt einen Schatz: im ver­bor­genen und Gebor­genheit spen­denden innersten Kern des Hauses liegt der neue Liberty-Spa mit groß­zü­gigen Behand­lungs- und Ruhe­räumen, Saunen und seinem feucht-heiß damp­fenden Herz­stück: dem Hamam. Wenn das Tages­licht durch die hohen Glas­fronten und den Licht­schacht des Patio dringt und die weit­läu­figen Räume durch­flutet, breitet sich eine stille, fast heilige Ruhe aus. Die stim­mungs­volle Beleuchtung am Abend taucht den Liberty Spa in die magische Atmo­sphäre von 1001 Nacht, natür­liche Aro­ma­öl­es­senzen schmei­cheln sich durch die Atemwege und ent­spannen den Geist. Eine Oase für Seele und Sinne inmitten des Berg­zaubers der Dolo­miten und eine Hommage an einen der geis­tigen Väter des Jugend­stils: Arthur Lasenby Liberty.

Syn­ergien

Das Park­hotel Holzner ist ein Haus der Kon­traste, die sich in jedem Bereich stimmig zuein­ander gesellen und über­zeu­gende Syn­ergien schaffen: Leib und Seele. Jugendstil und Sicht­beton. Wilde Natur und urbaner Flair. Alpen­glühen und Orient. Groß und Klein. Zeitlos und am Zahn der Zeit.

Der poly­glotte Hans Holzner hat seinen Nach­fahren seine Visi­ons­kraft, seine Welt­of­fenheit und die Freude an Gast­freund­schaft und Vielfalt mit in die Wiege gelegt und so ist das Park­hotel Holzner heute nach 110 Jahren beides, ein groß­ar­tiges Bei­spiel für eine „Tra­dition ohne Scheu­klappen“ und ein lei­den­schaft­liches Statement für kul­tu­relle, nach­haltige und sti­lis­tische Evo­lution. Hier schließt sich der Kreis. Hans Holzner würde bei diesem Anblick wohl­wollend nicken und lächelnd seine Sphinxen und Ska­rabäen mit dem Staub­wedel strei­cheln.


Text: Von Britta Krämer, Sep­tember 2018

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Das Hotel

Hotel Park­hotel Holzner
Park­hotel Holzner
Hotel Park­hotel Holzner
Mit weitem Blick auf die Dolo­miten thront das Park­hotel Holzner auf einem son­nigen Hoch­plateau über der süd­ti­ro­li­schen Stadt Bozen. Das 1908 im Alpinen Jugendstil gebaute Hotel ist seit vier Gene­ra­tionen im Fami­li­en­besitz und wurde über die Jahre immer wieder reno­viert und erweitert.

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