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W wie wach­ge­küsst – der Was­serturm Waren

Die Assoziation mit Rapunzel drängt sich bei der ersten Ansicht unwillkürlich auf, aber lassen wir das getrost beiseite.

von Ulrich Knoll im Oktober 2017

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im October 2017 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 W wie wach­ge­küsst – der Was­serturm Waren in  /

Für ein ursprünglich rein tech­nisch kon­zi­piertes Gebäude, denn das war der Was­serturm seit Ende des vor­letzten Jahr­hun­derts, wirkt das 35 Meter hohe Exemplar auf einer Lichtung des Nes­sel­bergs in Waren an der Müritz geradezu ver­spielt. Mit seiner Zie­gel­bau­weise, dem klas­si­schen Kegeldach mit Schie­fer­de­ckung, dem ange­bauten Trep­penturm und dem Sicht­fachwerk im oberen Bereich weckt er bei den meisten Betrachtern bereits vor dem Betreten Märchen-Asso­zia­tionen. Diese erfüllen sich für den Gast auch, min­destens so ent­scheidend sind im Was­serturm Waren aber einige andere Aspekte, die für einen rundum gelun­genen Urlaub sorgen.

Der Was­serturm Waren ist zu allen Jah­res­zeiten mär­chenhaft und ent­faltet auch im Winter besondere Reize (Foto, linke Seite: © BEWAHREN Feri­enhaus eG). Gäste finden hier in vier völlig unter­schied­lichen Woh­nungen Platz.

Für viele Jahr­zehnte musste der Was­serturm Waren eine wech­sel­hafte Geschichte über sich ergehen lassen, ehe er Archi­tek­turfans und Rei­senden als bewohn­bares Indus­trie­denkmal zur Ver­fügung stand. 1897 erbaut, zum all­ge­meinen Gespött 1900 abge­brannt und kurz danach wie­der­errichtet, wurde der Was­serturm nach Kriegs­schäden ab 1953 wieder ertüchtigt und bereits zehn Jahre später still­gelegt. Ab Anfang der 1990er Jahre blieb er für rund zwei Jahr­zehnte unbe­wohnt. Erst 2011 fand er seine neuen Besitzer, die ihn in einer Zei­tungs­an­nonce ent­deckten, erwarben und wie­der­be­lebten. Möglich wurde dies durch die Gründung einer Genos­sen­schaft mit ursprünglich sechs Mit­gliedern, die alle anderen Kauf­in­ter­es­senten unter anderem deshalb aus­stachen, weil durch die Ver­mietung und die jähr­liche Öffnung zum Tag des Denkmals der all­ge­meine Zugang wei­terhin gewahrt blieb. Und vor allem auch, weil das archi­tek­to­nische Konzept, welches in enger Abstimmung mit dem Denk­mal­schutz erfolgte, den Cha­rakter des Bau­denkmals vor­bildlich erfüllt. Was der Gast heute ganz selbst­ver­ständlich auf fünf Etagen in vier ganz unter­schied­lichen Woh­nungen erleben kann, ist also dem jah­re­langen Fleiß vieler Köpfe und Hände geschuldet.

Eine Auf­nahme von 2011 zeigt die Phase nach dem Ausbau der ursprüng­lichen Zwi­schen­decken und vor der Erneuerung des Trep­pen­turms (im Hin­ter­grund). Foto: © BEWAHREN Feri­enhaus eG

Das Innen­leben des Trep­pen­turmes musste kom­plett ent­kernt und neu instand gesetzt werden.
Fotos: © BEWAHREN Feri­enhaus eG

Teile des 175 Kubik­meter fas­senden Was­ser­kessels bilden seit dem Umbau die Decke im 2. Ober­ge­schoss und dienen im darüber lie­genden Geschoss als umlau­fende Sitz­ge­le­genheit. Der rest­liche Kessel wurde in situ in 60 x 60 cm große Teile zerlegt. Ein­zelne Teile davon ent­deckt der Gast als Wand‑, Leuchten- oder Deko-Ele­mente in den Woh­nungen oder im Garten wieder. In Teilen erhalten wurden auch raum­bil­dende Zu- und Ablei­tungs­rohre, die die ursprüng­liche Funktion wei­terhin ablesbar machen. Zudem musste vor der Eröffnung der Trep­penturm auf­wändig in Stand gesetzt werden, da er den Anfor­de­rungen des Brand­schutzes nicht mehr genügte. Um den Anfor­de­rungen eines zweiten Ret­tungs­weges zu genügen, wurden im 1. und 2. Geschoss kleine Balkone ange­hängt, die nun das Raum­er­lebnis um wun­derbare, private Ein­drücke der umge­benden Wald­insel ermög­lichen. Im Erd­ge­schoss bietet eine Ter­rasse den selben Effekt, im Ober­ge­schoss ein bereits vorher bestehender Umgang. Last but not least wurden sämt­liche Fenster ertüchtigt, was auf­grund des Alters eben­falls geneh­mi­gungs­pflichtig und ent­spre­chend auf­wändig war.

Alle Woh­nungen ver­fügen über einen Außen­be­reich – ent­weder Ter­rasse, Balkon oder eine umlau­fende Empore. Der Garten steht allen zur Ver­fügung und wird gemeinsam genutzt.
Foto: © Jan Kulke.

Von den oberen Etagen aus fühlt man sich den Vögeln fast eben­bürtig und ist der Natur auf der Wald­lichtung ganz nah. Foto: © Jan Kulke

Rund ist nicht einfach, aber schön

Besondere Anfor­de­rungen an die Archi­tekten stellte die unge­wöhn­liche Bauform beim Innen­ausbau. Was den Erho­lungs­su­chenden viel­leicht nicht sofort auf­fällt, stellt sich als Her­aus­for­derung dar: Das Problem der Heizung wurde nach län­gerem Grübeln durch eine Rand­leis­ten­heizung gelöst, die nicht nur ideal die ein­drin­gende Kälte abschirmt, sondern sich auch optisch unauf­fällig an die Raumform anpassen ließ. Gleiches gilt für sämt­liche Möbel­ein­bauten, Stau­raum­flächen oder fest ein­ge­bauten Sitz­möbel: alles musste sich der Form des Turmes fügen und maß­ge­fertigt werden. Selbst die Gar­di­nen­stangen, wie etwa im Erd­ge­schoss, mussten sich fügen – „form follows form“, wenn man so will. Die ent­spre­chenden Details – ob nun bewusst oder unbe­wusst wahr­ge­nommen — runden den Gesamt­ein­druck beim tem­po­rären Bewohner nach­haltig ab. Die Räume sind luftig, stimmig und geben den Raum für die zahl­reichen, bau­his­to­ri­schen Details frei. Alleine schon dadurch wird der Auf­enthalt im Was­serturm zu einem unver­wech­sel­baren Erlebnis. Die einzige Aus­nahme bilden die Sani­tär­ein­bauten, die als eigen­ständige Kuben in die Woh­nungen gesetzt wurden und alleine auf­grund ihrer Form Wider­parts setzen.

Details wie runde Gar­di­nen­stangen oder pass­genaue Ein­bauten wie das hier abge­bildete Podest, welches zeit­gleich als Stauraum dient, finden sich im gesamten Turm aller­orten. Foto: © Jan Kulke

In der Wohnung Güstrow ist die his­to­rische Funktion besonders gut ablesbar: sichtbar sind die ehe­ma­ligen Wand­hal­te­rungen des Kessels sowie der Kes­sel­boden selbst. Unter diesem auf der Schlaf­empore zu näch­tigen ist ein unver­gess­liches Erlebnis. Foto: © Jan Kulke.

Rund und kuschelig – hier und im fol­genden Foto am Bei­spiel der Wohnung Hagenow im Erd­ge­schoss. Fotos: © Jan Kulke

Die Küche im Erd­ge­schoss wurde im wahrsten Wortsinn um das erhaltene Was­serrohr her­um­gebaut, die Authen­ti­zität des Was­ser­turms wurde dadurch erhalten. Foto: © Jan Kulke

Der obere Kes­selrand ist in der Wohnung Pankow als umlau­fende Sitz­ge­le­genheit erhalten geblieben und dadurch omni­präsent. Foto: © Jan Kulke

Ele­mente des teil­weise demon­tierten Kessels finden sich auf dem ganzen Anwesen wieder. Wie hier als Wand­lampe. Foto: © Jan Kulke

Ein beson­deres Betrei­ber­modell: die Genos­sen­schaft

Ins­gesamt mehr als 2.000 Arbeits­stunden waren nötig, ehe der Was­serturm Waren an Pfingsten 2011 in seiner heu­tigen Form eröffnet werden konnte. Ziel der mitt­ler­weile 39 Mit­glieder umfas­senden Genos­sen­schaft war dabei von Anfang an nicht die Gewinn­ma­xi­mierung, sondern der Erhalt der Bau­sub­stanz, der auch den eigenen Mit­gliedern auf Dauer erschwing­liche Ferien ermög­licht. Da das ursprüng­liche „Lieb­ha­ber­objekt“ mitt­ler­weile an mehr als 200 Tagen im Jahr aus­ge­bucht und die Rück­zahlung der Kredite im Soll ist, denken die Genossen bereits über weitere Objekte nach – gerne am Meer, in den Bergen und “im Süden”.

Ein Teil der Genos­sen­schaft. Mitt­ler­weile wollen 39 Mit­glieder hoch hinaus. Foto: © Jan Kulke

Künftige Besucher können aber ganz beruhigt sein: selbst wenn diese Pläne ver­wirk­licht werden sollten, werden sich die Betreiber wei­terhin so sorg­fältig um ihren Turm kümmern, wie sie dies seit der Eröffnung tun. Denn, auch das ist eine Beson­derheit der Genos­sen­schaft: die Mit­glieder treffen sich, unab­hängig von ihren ein­zelnen Urlaubs­auf­ent­halten vor Ort, zweimal jährlich zu großen Arbeits­ein­sätzen. Dann wird jedes Detail unter die Lupe genommen und der Turm wie auch der Garten grund­legend in Schuss gebracht. Man merkt dies beim Auf­enthalt: Die ursprüng­liche Qua­lität bleibt erhalten, selbst die Küchen­messer sind allzeit scharf. Viele Details also, über die sich jeder Gast freut! Die wahren Besitzer des Was­ser­turms sind übrigens die Dohlen, die hier seit vielen Gene­ra­tionen in einer kleinen Kolonie leben. Sie wurden 2012 genau so auf­wändig wie lie­bevoll in neuen Außen­nist­kästen unter­ge­bracht. So bleiben sie für alle erdenk­lichen Zeiten neben Rin­gel­taube, Zaun­könig, Amsel, Kuckuck, Zilpzalp, Specht, Buchfink die heim­lichen Herr­scher der kleinen Wald­lichtung, auf der der Was­serturm steht. Doch keine Sorge: sie leben in fried­licher Existenz mit den Feri­en­gästen und Rapunzel hätte auch an ihnen große Freude gehabt!

Die nach außen ver­legten, neuen Doh­len­bun­galows. Foto: © BEWAHREN Feri­enhaus eG

Wer vom Was­serturm aus aktiv werden will, dem bietet die nahe gelegene Feisneck ein wun­der­bares Naturbad. Die Innen­stadt von Waren ist fuß­läufig vom Nes­selberg sehr gut erreichbar. Was­ser­sport ist an der Seen­platte allerorts möglich, fri­schen Fisch kann man bei den Müritz­fi­schern erwerben. Und wer es beschaulich und naturnah mag, erkundet den nahe­ge­le­genen Natio­nalpark, der auch mit dem Leihrad gut zu erreichen ist.

Die natür­lichen Schön­heiten der Umgebung – ob Feisneck, Müritz oder der Natio­nalpark – sind all­ge­gen­wärtig und gut zu erreichen,

Seen für Was­ser­sport und aus­nahms­weise auch zum Baden sind reichlich vor­handen und sommers wie winters attraktiv (Foto oben und unten: © BEWAHREN Feri­enhaus eG)


von Ulrich Stefan Knoll, Oktober 2017

Das Haus

2 Kommentare

Ein Urlaubs­pa­radies. Etwas ganz Beson­deres! Zu jeder Jah­reszeit.

Birgit Weichmann sagt:

Wun­der­schön!
Wenn es von mir aus nicht so weit wäre, würde ich sofort eine Mit­glied­schaft bean­tragen.
Danke für diesen Bericht!

Christine Stöger sagt:

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