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Zwi­schen Uckermark und Urba­nität: Thomas Kröger im Gespräch

Wie entstehen Räume jenseits von Konventionen? Thomas Kröger im Gespräch über Architektur und Kunst, komplexe Bestandsprojekte, serielle Bauweisen und die Freude am Weiterdenken von Typologien.

von Ulrich Stefan Knoll & Jan Hamer im September 2026

 Zwi­schen Uckermark und Urba­nität: Thomas Kröger im Gespräch in  /

Hallo Thomas, wir freuen uns, dass du so kurz vor dem Wochenende Zeit für uns hast!
Wir waren ja gerade in Porto zu unserem URLAUBSARCHITEKTUR Part­ner­treffen. Wann geht es eigentlich los mit deinem dor­tigen Projekt, dem Umbau eines Stra­ßen­bahn­depots zum Stra­ßen­bahn­museum?

Wir sind mit­tendrin! Das Projekt hat aller­dings eine lange Geschichte. Das war 2010 unser erster Wett­bewerb, den wir – völlig über­ra­schend – auch gewonnen haben. Es schloss sich eine schöne Erfahrung an, weil uns die por­tu­gie­sische Gesell­schaft so gut auf­ge­nommen hat und eine sehr feine Art der Zusam­men­arbeit ent­standen ist. So auch mit den Inge­nieuren von afa­consult, die viele öffent­liche und auch größere private Pro­jekte mit Álvaro Siza Vieira und Eduardo Souto de Moura planen. Wir hatten dann 2012 ange­fangen, das tech­nische Gebäude zu errichten und mitten im Bau kam die Nach­richt, dass danach Schluss sei, weil alle öffent­lichen Bau­vor­haben in Por­tugal wegen der Nach­wir­kungen der Finanz­krise bis auf Wei­teres gestoppt würden.

Dann war es still. Bis letzten Sep­tember. Wir sind aus allen Wolken gefallen, als der Anruf kam, dass es nun wei­ter­gehen soll. Damit hätten wir nicht mehr gerechnet. Und wir haben uns gefragt, wie es wohl sein wird, ein 15 Jahre altes Projekt noch mal in die Hände zu nehmen. Aber es war eine große Freude und nicht nur, weil das kom­plette damalige Pla­nungsteam wieder zusam­menkam… Wir waren alle 12 Jahre älter!

Jetzt können wir mit dem Umbau von zwei der ins­gesamt vier Hallen starten, in denen das ope­rative Geschäft der Stra­ßen­bahnen, mit allen Sanie­rungs­werk­stätten und not­wen­digen Büro- und Aus­bil­dungs­räumen unter­ge­bracht sein wird. Was aus den Muse­ums­plänen der benach­barten Hallen wird, ent­scheidet sich diesen Oktober.

Wir drücken die Daumen! In der Vor­be­reitung des Gesprächs ist uns nochmal auf­ge­fallen, dass viele deiner Pro­jekte in der Uckermark sind.

Stimmt, die Uckermark begleitet mein Büro quasi schon immer und sicherlich haben mich viele über die dort rea­li­sierten Pro­jekte irgendwann über­haupt erst wahr­ge­nommen. Das sind die Wurzeln des Büros.

Werkhaus, Uckermark

Pavillons, Uckermark

Das Schwarze Haus, Uckermark

Die Rote Scheune, Uckermark

Größere öffent­liche Pro­jekte, etwa unsere Schulen im länd­lichen Raum wie etwa die Oster­hof­schule im Schwarzwald, resul­tierten aus der Expertise der ucker­mär­ki­schen Bauten. Sie sind der Grund, warum wir für ent­spre­chende Wett­be­werbe über­haupt erst ein­ge­laden worden sind. Insofern ist tat­sächlich alles auf die Uckermark zurück­zu­führen.

Neben den viel­fäl­tiger gewor­denen Bau­auf­gaben und den teil­weise anderen Dimen­sionen, in denen ihr mitt­ler­weile arbeitet: Wie siehst du deine Ent­wicklung in Bezug auf die Archi­tek­tur­sprache? Uns kam es bei der Sichtung deiner Pro­jekte so vor, als seien deine Ent­würfe skulp­tu­raler geworden.

Das freut mich. Und gleich­zeitig denke ich über das Weiter nach. Die zu ent­wi­ckelnde Archi­tektur hängt zwar immer stark mit dem jewei­ligen Kontext zusammen, dem Ort, wo das Bau­vor­haben statt­findet, den umge­benden Typo­logien, von denen man lernen, die man ergänzen und wei­ter­formen kann, aber auch von öko­no­mi­schen Bedin­gungen. Da würde ich meinen, dass sie in nächster Zeit ratio­naler werden wird.

Das serielle Bauen ist im Moment nahezu alter­na­tivlos, was den Kos­ten­rahmen angeht. Ich sehe eine große Chance darin, gemeinsam mit seri­ellen Anbietern eine Gestalt zu finden, die inter­essant und lebenswert erscheint. Das Skulp­turale wird dann viel­leicht eher in der Glie­derung eines Gebäudes liegen. Den erd­ge­schos­sigen Son­der­nut­zungen, die unseren Stra­ßenraum prägen und die seriell gefer­tigten Ober­ge­schosse tragen, kommt hierbei beson­deres Gewicht zu.

Ent­wi­ckelt ihr dazu ein indi­vi­du­elles seri­elles Konzept oder ana­ly­siert ihr eher die Ange­bots­pa­letten aktu­eller Anbieter?

Wir haben uns tat­sächlich über einen Wett­bewerb in Bremen, bei dem es um modu­lares Bauen ging, mit ver­schie­denen seri­ellen Anbietern aus­ein­an­der­ge­setzt und fest­ge­stellt, dass die Matrix relativ eng gestrickt und wie­der­holend ist.
Alle arbeiten mit der­selben Basis. Das gab uns die Freiheit, zu über­legen, was ele­mentar ist und worin der Gestal­tungs­freiraum liegt.

Klingt spannend.

Ja, das ist es. Und es macht Spaß, in einer regel­ba­sierten Matrix neue Rela­tionen zu knüpfen. Wenn man zudem überlegt, wie der Gesamt­bedarf im Woh­nungsbau aus­sieht und was wir eigentlich in den nächsten Jahren leisten müssen, dann kann das eine ganz tolle Option sein, attrak­tiven und finan­zier­baren Woh­nungsbau zu liefern.

Spielt das Thema in deiner Lehr­tä­tigkeit eine Rolle?

Ich bin an der Kunst­aka­demie Düs­seldorf , wo wir aus­schließlich ein Mas­ter­stu­di­en­pro­gramm anbieten. Meine Stu­die­renden haben ihre archi­tek­to­nische Vor­bildung bereits im Bache­lor­studium an anderen Hoch­schulen erworben. Dabei bringen sie durchaus unter­schied­liche Qua­li­fi­ka­tionen mit, die es im ersten Jahr anzu­gleichen und zu schulen gilt.

Im Rahmen meiner Pro­fessur für Bau­kunst arbeite ich meist mit Bestands­ge­bäuden und deren Mög­lich­keiten der Wei­ter­ent­wicklung und / oder Umnutzung. Im Anschluss ent­wi­ckeln und bewerben sich die Stu­die­renden meiner Klasse mit eigenen Ideen für ein Projekt inklusive eines Zeit­plans, das dann innerhalb eines Semesters oder eines Jahres umzu­setzen ist. Zum seri­ellen Bauen sind das dann maximal ein bis zwei Stu­die­rende. Die Inter­essen liegen auch zu meiner Freude oft wei­ter­führend beim Bauen im Bestand. Hierzu gehören über­ge­ordnete Themen wie quar­tiers­be­zogene Infra­struktur und Städ­tebau. Bei uns gibt es keine explizite bau­kon­struktive Aus­richtung, sondern es geht vielmehr darum, auf die indi­vi­du­ellen Qua­li­täten der Stu­die­renden ein­zu­gehen und deren Voka­bular mit­zu­formen und sie auf dieser Suche zu unter­stützen.

Welchen Bezug gibt es für dich zwi­schen der Kunst und der kon­kreten Archi­tektur deiner Pro­jekte?

Einen inspi­ra­tiven. Sowohl in for­malen Aspekten als auch in der Mate­ria­lität, der Pro­portion, im Licht und in den Emo­tionen, die Räume aus­lösen können.

Das Tolle im Hin­blick auf unsere Pro­jekte ist, dass wir bislang nie Bauherr:innen hatten, die nur die Hülle eines Hauses haben wollten. Vielmehr ging es um ein ganz­heit­liches Pro­gramm, inklusive der raum­bil­denden Ein­bauten.

Oft stelle ich in den Gesprächen fest, dass wir alle – da nehme ich mich gar nicht aus – uns im Rahmen unserer Erfah­rungs­werte bewegen und in den jeweils daraus resul­tie­renden Kon­ven­tionen ver­haften. Dass die Vor­stel­lungs­kraft für andere Typo­logien oder Set­tings begrenzt ist. Als junge Familie mit zukünftig zwei Kindern wünscht man sich etwa ein Ein­fa­mi­li­enhaus. Daraus resul­tieren dann so und so viele Räume, die in funk­tio­nalen Abläufen stehen. Dabei hat man oft das eigene Elternhaus im Kopf, denn das sind die Erfah­rungs­werte, in denen man sich bewegt. Im besten Falle kann man natürlich auch an den Punkt kommen, wo man fest­stellt: “Das könnte ja viel­leicht noch etwas ganz anderes sein!”.
Vor Jahren hatten mir junge Bauherr:innen irgendwann im Pla­nungs­prozess einen wirklich berüh­renden und respekt­vollen Brief geschrieben, der mit dem kurzen Satz endete: „Wir sind ent­setzt.“

Wir haben dar­aufhin tele­fo­niert und sie haben mich um einen Buchtipp gebeten, um mehr über den Ent­wurfs­prozess zu lernen und sich nicht völlig ver­un­si­chert zurück­ge­lassen zu fühlen.

Statt eines Fach­buches – ich wüsste nicht, welches – habe ich ihnen „Die Nase“ von Gogol emp­fohlen. Da geht es genau um diesen gesell­schaft­lichen Kon­ven­ti­ons­rahmen: Das blinde Ver­trauen in über­nommene und ange­lernte Bedin­gungen, die die eigene Eta­bliertheit spiegelt. Kurz darauf kam wieder ein Anruf. Sie könnten vor Auf­regung nun gar nicht mehr schlafen und wollten das Haus genauso wie geplant. Sie seien begeistert.
Das war dann eines der schnellsten Bau­vor­haben, die wir je hatten. Das Projekt war für alle Seiten eine wirklich tolle Erfahrung.

Wie war dein Weg an die Kunst­aka­demie in Düs­seldorf?

Ich bin an die Aka­demie gekommen durch eine Ein­ladung für einen Vortrag. Darin ging es um Benut­zungs­regeln: Wie unter­schiedlich kann man eigentlich Räume nutzen, sowohl im öffent­lichen als auch im pri­vaten Bau? Im Anschluss kam das Team der Bau­kunst auf mich zu und meinte, sie hätten gerade eine Stelle frei und mich eigentlich deshalb ein­ge­laden. Danach ging das offi­zielle Beru­fungs­ver­fahren los.

Was mir dort sehr gefällt: Das Profil der Stu­die­renden, die in der Bau­kunst aus­ge­bildet werden, ist kom­pro­misslos huma­nis­tisch. Neben der Ent­wurfs­klasse schaffen die Lehr­stühle der kunst­be­zo­genen Wis­sen­schaften das Fun­dament — mit kunst­phi­lo­so­phi­schen Refle­xionen zur Archi­tektur, der Betrachtung der Sozio­logie der Künste und der ästhe­ti­schen Theorie sowie Archi­tek­tur­theorie und ‑geschichte. Lehr­stuhl­über­greifend werden Fra­ge­stel­lungen semes­ter­weise the­ma­tisch abge­stimmt und ver­tieft. Darüber hinaus finden auch in der Kunst­ge­schichte und Kunst­wis­sen­schaft Dis­kurse statt. 

Schwer­punkt der Aus­bildung ist eine künst­le­rische, gestal­te­rische, theo­re­tische, aber auch hand­werk­liche Kom­petenz. Das Arbeiten in der Klasse Bau­kunst wird vom großen Angebot der 13 Werk­stätten begleitet, die von Künstlern geführt werden. Sie begleiten die Stu­die­renden mit einem ästhe­ti­schen Ver­ständnis zu der gewünschten Arbeit und dem tech­ni­schen Know-how.

Die Nähe zu den Kunst­klassen und die wech­sel­seitige Gast­si­tuation von Kunst­stu­die­renden in der Bau­kunst und vice versa, bringt nicht selten eine neue, obsessive Betrachtung und Dis­kussion von Ästhetik im Ver­hältnis zur Gegen­warts- und Zukunfts­frage der Archi­tektur mit sich. 
Begleitend zu den Semes­ter­ar­beiten laden wir Experten zum dis­kur­siven Aus­tausch hinzu. Hier geht es um Archi­tek­tur­so­zio­logie, um Tragwerk, um Handwerk, um Engi­neering, um Bau­erfahrung und vieles mehr. Wir suchen nach Fragen und Annä­he­rungen an die kom­plexen archi­tek­to­ni­schen Auf­gaben, die sich für unsere Gesell­schaft als relevant erweisen.

Kommen wir zurück zu deinen Pro­jekten. Eines, das uns auf­ge­fallen war, ist Cluster Ulm. Wurde das rea­li­siert?

Den Entwurf haben wir für einen Indus­tri­ellen aus Leipzig als tem­poräre Büros ent­wi­ckelt. Er hat viele Lie­gen­schaften – sowohl auf dem Land als auch in Häfen. Es ging darum, ‚flie­gende Bauten‘ zu ent­wi­ckeln, um die mit­ar­bei­tenden Inge­nieure unmit­telbar vor Ort zu haben.

Flie­gende Bauten haben die Beson­derheit, dass sie bau­ge­neh­mi­gungsfrei sind. Sie sind zwar nicht völlig formfrei, jedoch ist der büro­kra­tische Aufwand erheblich geringer, um eine Auf­stellung zu erwirken. Rea­li­siert wurde es leider nicht, da es Vor­be­halte bezüglich der not­wen­digen Orts­wechsel bei den Mit­ar­beitern gab. Da war der Fle­xi­bi­li­täts­traum schnell wieder geplatzt.

Weil wir gerade bei außer­ge­wöhn­licher Form­sprache sind: sehr besonders ist auch die Stadt­teil­schule in Kirch­werder. War das nicht für viele Betei­ligte eine sehr unge­wöhn­liche Lösung?

Ja. Und auch ein langer Prozess. Zu dem Wett­bewerb waren wir 2017 als eines der eher jün­geren Büros mit Erfahrung zum Bauen im länd­lichen Bereich ein­ge­laden. Wir sind damals so ziemlich aufs Ganze gegangen. Die Grundidee war das regio­nal­ty­pische Langhaus. Denn ursprünglich sollte es unserer Meinung nach sogar nur ein ein­ziger, 200 Meter langer Bau­körper werden.

Wir haben das Gebäude dann auf­grund berech­tigter Bedenken hin­sichtlich zu langer Wege nochmals zwei­ge­teilt. Dadurch hat das Projekt Kirch­werder eine Art Hof­si­tuation bekommen – mit den beiden zur Straße hin eng ste­henden Giebeln, die sich mit ihren Gebäu­de­flanken V‑förmig in die Land­schaft öffnen. Hier liegt ein­ge­bettet der Schulhof.
Ich glaube, man wusste auch seitens der Bau­di­rektion, dass die archi­tek­to­nische Figur nicht ganz so leicht umzu­setzen sein wird, wie viel­leicht ein simp­leres Volumen, das man hätte vor­fer­tigen können. Aber man ist diesen Weg ent­schieden mit uns gegangen. Mit unserer Bau­herrin, der Schulbau Hamburg, hatten wir zudem einen tollen Partner. Auch die Gemeinde war sehr enga­giert, etwa als es darum ging, die geplante Zie­gel­fassade aus Kos­ten­gründen nicht durch eine Blech­fassade ersetzen zu lassen.

Gefühlt hast du bereits alles gebaut, was die Typo­logien angeht. Gibt es etwas, was dich reizen würde, worauf du noch wartest?

Am liebsten würde ich noch mehr Schulen und Kin­der­gärten bauen. Allein die Vor­stellung, dass da so viele Gene­ra­tionen teil­haben können, finde ich einfach schön. Eine Feu­erwehr wäre auch inter­essant. Son­der­bauten zu denken und ihnen eine Form zu geben, hat immer einen beson­deren Reiz. Aber guter, städ­ti­scher Woh­nungsbau ist sicher das Drän­gendste unserer Zeit. Und darauf kon­zen­triere ich mich jetzt.

Ein anderes deiner Pro­jekte, Mel­lenau, weist einen unge­wöhn­lichen Grundriss auf. Wie kam es zu der drei­eckigen Form?

Ursprünglich waren das sogar zwei Dreiecke. Denn der Auf­trag­geber wollte einen Ort, der sowohl als Thea­ter­pro­beraum als auch als Rück­zugsort dienen sollte. Meine erste Idee war also eine lange Wand mit zwei drei­eckigen Häusern daran. Und um auf die Frage von vorhin zurück­zu­kommen: Referenz und Inspi­ration war Blinky Palermo mit seinen Drei­ecken. Das Schwarze neben dem Spie­gelnden.
Man wäre mittig durch die fens­terlose Wand ein­ge­treten und auf der anderen Seite wäre man bereits wieder im Außenraum gestanden. Das wäre natürlich spannend gewesen.

Im wei­teren Verlauf haben sich die Dreiecke aber über­ein­ander geschoben, um das groß ange­legte Projekt zu ver­ein­fachen. Statt mit meh­reren Bau­körpern haben wir dann mit beweg­lichem Mobiliar gear­beitet, um je nach Bedarf Platz für die ver­schie­denen Funk­tionen zu schaffen.

Das Haus mit dem ver­lo­renen Zwilling, sozu­sagen.

Richtig.

Und das Betonrund ist eine Außen­bühne oder hat das eine tech­nische Funktion?

Es hat insofern eine Dop­pel­funktion, als es erst einmal eine Ter­rasse ist. Dar­unter haben wir eine Was­ser­zis­terne ein­gebaut. Der große Teller fängt das Wasser über den Speier auf und führt es der Zis­terne zu.

In den Söllen, dein eigenes Feri­enhaus in der Uckermark, wird aktuell ver­kauft?

Stimmt. Ich liebe das Haus zwar sehr, aber ich habe jetzt ein Haus in Berlin samt Garten erwerben können und schaffe es einfach nicht mehr, mich um alles zu kümmern.

Das ist schade, weil ich erst über Blan­kensee eine besondere Liebe zum Gärtnern ent­wi­ckelt habe. Wenn man mal davon absieht, dass ich zu meinen Stu­di­en­zeiten in England mit meinem kleinen Lada die Insel abge­fahren habe und ein Faible für die fan­tas­tische Gar­ten­kultur dort ent­wi­ckelt habe – es war einfach fas­zi­nierend zu sehen, wie viel Zeit und Energie Pri­vat­leute in ihre Gärten und Land­schaft stecken.

Als es in Blan­kensee losging, waren die sehr tro­ckenen, leh­migen Böden eine große  Her­aus­for­derung, die nur dank Rainer Els­termann gekonnt gelöst werden konnten.

Und: Jedes Mal, wenn ich raus­fahre, ver­schwinde ich im Garten und werde nicht mehr gesehen. Aber das wird auf Dauer einfach zu viel, leider.

Besuchst du deine anderen Uckermark-Pro­jekte noch regel­mäßig oder bist zumindest in Kontakt?

Ja, absolut! Und es ent­steht auch Neues: Ein grö­ßeres Stadthaus mit Garten in Templin für eine Bau­herrin, für die wir schon einmal geplant haben. Da finden etwa 20 Per­sonen Platz und es soll um Ostern 2027 ver­mietbar sein.

Das haben wir schon ansatz­weise ver­nommen und sind sehr gespannt auf die Details. Vielen Dank dir für das Gespräch und viel Erfolg in der Uckermark und darüber hinaus!


Thomas Kröger gründete sein Büro 2001 in Berlin im Anschluss an die Mit­arbeit bei Norman Foster, London und Max Dudler, Berlin.

Seither arbeiten er und sein Team mit Bauherr:innen im In- und Ausland. Die Pro­jekte umfassen Pri­vat­häuser, Kunst­ga­lerien, Muse­ums­bauten sowie Büro-/Wohn- und Schul­häuser. Er ist Mit­glied im BDA.

Thomas Kröger unter­richtete von 2011 bis 2013 als Gast­pro­fessor am Department of Archi­tecture der Nor­the­astern Uni­versity of Boston im Rahmen des Ber­liner Stu­di­en­pro­gramms. Anschließend hatte er eine Gast­pro­fessur an der Hoch­schule für Technik in Stuttgart inne. Seit 2019 ist er Pro­fessor für Bau­kunst an der Kunst­aka­demie Düs­seldorf.

Text: Das Interview führten Jan Hamer und Ulrich Stefan Knoll

Fotos: Thomas Kröger © Thomas Heimann (Titelbild), Museu do Carro Eléc­trico © Thomas Kröger Archi­tekten, Werkhaus Uckermark © Thomas Heimann © Thomas Kröger Archi­tekten, Pavillons Uckermark © Thomas Heimann © Thomas Kröger Archi­tekten, Das Schwarze Haus © Thomas Kröger © Ina Steiner © Thomas Kröger Archi­tekten, Rote Scheune © Thomas Heimann © Thomas Kröger Archi­tekten, Oster­hof­schule (Schwarzwald) © Thomas Heimann, Am Deich © Jan Steen­block, Rickmers Reis­mühle (Bremen) © Thomas Kröger Archi­tekten, Kunst­aka­demie Düs­seldorf: A circus. Pavillon von Alex­ander Horbach, Sascha Lehn­hardt © Kai Werner Schmidt, Stu­die­renden-Workshop im Sägewerk Del­brück © David Keuer, Jähr­liche Abschluss­prä­sen­ta­tionen — Rundgang der Kunst­aka­demie Düs­seldorf © Kim, Cluster Ulm © Thomas Kröger Archi­tekten, Stadt­teil­schule Kirch­werder © Thomas Heimann, Mel­lenau © Thomas Heimann © Thomas Kröger Archi­tekten, In den Söllen © Thomas Kröger © Thomas Heimann

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