Hoch über dem Inntal, auf einem sonnenverwöhnten Plateau auf 1.440 Metern, liegt Sent – ein rätoromanisches Dorf im Unterengadin, das eng mit der Tradition der „Randulins“ verwoben ist. Diese Auswanderer, die wie die „Schwalben“ jeden Sommer in ihre Heimat zurückkehrten, brachten nicht nur Wohlstand, sondern auch architektonische und kulturelle Impulse mit nach Hause. Die Casa Defilla, 1829 von einer nach Italien emigrierten Zuckerbäckerfamilie erbaut, steht inmitten des historischen Dorfkerns und erzählt bis heute von dieser bewegten Geschichte.
Über die Jahrhunderte wurde das klassizistische Gebäude mit markantem Zeltdach und klar strukturierter Fassade mehrfach erweitert – vom bescheidenen Wohnhaus mit angebautem Stall bis zur stattlichen Residenz. Nach dem Verkauf der Familie Defilla wurde der in die Jahre gekommene Palazzino von seinen neuen Besitzern und dem jungen Engadiner Architekten Riet Fanzun modernisiert.
Die architektonischen Eingriffe sind subtil, aber wirkungsvoll: Außen ist die sanierte Fassade mit restaurierten Malereien prägend, die sich auch im Inneren des Hauses wiederfinden. Innen entstand durch gezielte Durchbrüche und Anpassungen eine Raumfolge, die das traditionelle Engadiner Wohnhaus mit heutigen Wohnbedürfnissen verbindet und die Belichtung verbessert. Die Küche im ursprünglichen Piano Nobile wich einem Bad mit leuchtend grünen Fliesen, während die neue Küche mit offener Feuerstelle ins Erdgeschoss verlegt wurde.
Die oberen Geschosse beherbergen jeweils eine holzvertäfelte Stüva (rätoromanisch für Stube), ein Schlafzimmer und ein Bad mit Ankleide – fast wie zwei kleine Apartments. Verbunden durch ein Treppenhaus, das historische Elemente mit zeitgenössischer Kunst kombiniert. In den oberen Etagen ist der Flur mit originalen Rundsteinen gepflastert – einer Bodengestaltung, die sich sonst nur noch im Regierungsgebäude in Chur findet.
Im zweiten Obergeschoss gibt es neben dem Schlafzimmer noch ein Arbeitszimmer mit Ausziehsofa, eine Bibliothek sowie eine neugestaltete Loggia mit Blick auf den Kirchturm.
Ein Highlight wartet in der mit Holz ausgekleideten, japanisch angehauchten Dachkammer: ein abenteuerlicher Schlafraum für Kinder und Jugendliche – mit Tatami-Matten, Ochsenaugen und großen Holzbalken.
Wer in seinem „Nest“ vorsorgen oder Sportgeräte aufbewahren möchte, findet im Erdgeschoss eine Speisekammer und Cantina sowie vor dem Haus eine kleine Terrasse mit bunt gestreiftem Sonnenschirm, um von dort das Dorfleben zu beobachten.
Was geht hier
Wandern und Graveln im angrenzenden Nationalpark, z. B. im God da Tamangur, dem höchstgelegenen, zusammenhängenden Arvenwald Europas oder über den Höhenweg Via Engiadina zu den charmanten Dörfern Guarda, Ardez und Lavin, Skifahren und Snowboarden im Skigebiet Motta Naluns in Scuol, Langlaufen, Reiten, Kunst und Kultur im Schloss Tarasp mit der Kunstsammlung des Sentner Künstlers Not Vital, im Muzeum Susch oder der Fundazion Nairs sowie ein Ausflug nach Scuol (zu Fuß oder mit dem Auto) mit seinen zahlreichen Mineralquellen, z. B. im Bogn Egiadina
Warum wir dieses Haus mögen
Ein stilvoller Rückzugsort, der Baukultur, Tradition und moderne Wohnansprüche vereint und nicht nur von seiner Geschichte, sondern auch von der Liebe zum Detail und der Region erzählt.
Für wen passt dieses Haus
Familien, Paare oder Freundesgruppen mit einer Leidenschaft für Natur, Baukultur und Geschichte, die Casa Defilla ist ein Nichtraucher-Haus
Nachhaltigkeit
Erdsonde, zwei Kachelöfen und eine offene Feuerstelle zur weiteren Beheizung
Details
| Region |
CH - Schweiz, Unterengadin, Sent Engadin |
| Name | Casa Defilla |
| Lage | Im alten Dorfkern |
| Anzahl Gäste | Max. 8 |
| Fertigstellung | 2025 |
| Design | Riet Fanzun, arc-ana , Tarasp (CH) |
| Architektur | alt & neu, historisch |
| Unterkunft | Ferienhaus |
| Kriterien | 1-8 (Haus/Wohnung), Berge, Familie, Skifahren, Wandern, Workation |
Verfügbarkeitskalender
Der Kalender zeigt die aktuelle Verfügbarkeit der Unterkunft an. An Tagen mit weißem Hintergrund ist die Unterkunft noch verfügbar. An Tagen mit dunkelgrauem Hintergrund ist die Unterkunft nicht verfügbar.
Ein Kommentar
Was geht hier? Ergänzung : Für Kunstliebhaber :in der Pension Aldier in Sent kann man nicht nur gut essen, sondern auch gleichzeitig die grösste (?) Sammlung von Zeichnungen, Skizzen und Drucken von Alberto Giacometti besichtigen, ein Schatz, der in solcher Konzentration nirgendwo sonst zu sehen ist.
Übrigens , der Name der Pension ALDIER ist zusammengesetzt aus Alberto — Diego — Ernst (Scheidegger, der Fotograf, der die phantastischen Aufnahmen von Alberto giacometti gemacht)