Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Favo­riten

Ihre Merk­liste für span­nende Ein­träge.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

Anker­punkt für fein­sinnige Frei­geister – Das See­hotel Ambach in Kaltern

Das Ambach groovt, rockt und swingt. Es meditiert, sinniert und lächelt still. Je nach Gästekonstellation, Lust und Laune.

von Britta Krämer im April 2020

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im April 2020 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Anker­punkt für fein­sinnige Frei­geister – Das See­hotel Ambach in Kaltern in  /

Lurche und Libellen

1970, am nord­öst­lichen Ufer des Kal­terer Sees. Auf einer weit­läu­figen Streu­obst­wiese, die sich bis ans Wasser erstreckt, steht ein Mann und lässt andächtig seinen Blick schweifen – über den Dschungel aus hohem Schilfrohr bis hin zur glatten, im Son­nen­licht fun­kelnden Ober­fläche des Sees. Das Gewässer liegt ganz still und spiegelt die sanft gewellte Wein­gar­ten­land­schaft und das über allem thro­nende Massiv des Men­del­ge­birges. Ab und an kräuselt sich die Was­ser­ober­fläche, der See glu­ckert und gurgelt, dann nimmt er wieder sein stilles Zwie­ge­spräch mit dem Stein­riesen am Horizont auf. Im Schilfrohr-Dschungel zwit­schert und trällert es, Libellen fliegen wie kleine Pro­pel­ler­flug­zeuge zwi­schen den Was­ser­pflanzen hin und her, Lurche liegen in der wär­menden Sonne.
Auch der Mann steht in stillem Dialog – mit sich selbst, seinen Ideen, der Stimmung, der Land­schaft und dem Genius loci dieses Stück­chens Süd­tirol, das in den fol­genden drei Jahren zum Ent­ste­hungsort (s)eines mutigen und ganz und gar ein­zig­ar­tigen Pro­jektes werden wird…

Frei erfunden und fiktiv, doch so könnten sie sich abge­spielt haben, die ersten Momente der Orts­be­gehung des Süd­ti­roler Archi­tekten Othmar Barth — dort, wo er das See­hotel Ambach erdacht, skiz­ziert und glei­cher­massen behutsam wie kraftvoll an das Seeufer gesetzt hat. Hier steht es nun seit mehr als 50 Jahren – still, weiss, wesentlich. Markant und puris­tisch, expressiv und zurück­haltend zugleich kon­templiert es voller Andacht die Land­schaft, die es umgibt.

© Helmuth Rier
© Alex Filx
© Klaus Peterlin

Anna und der Architekt

Othmar Barth (1927–2010) ist es zu ver­danken, dass die moderne Archi­tektur in Süd­tirol Einzug gehalten hat. Und wie alle Pio­niere stand er zunächst einmal im Gegenwind — und seine Auf­trag­ge­berin mit ihm. Auch, weil inno­va­tives Bauen im alpinen Raum immer eine Grat­wan­derung ist, da Archi­tektur, die frei in der Land­schaft liegt, für sich selbst ein­stehen muss.
Barth war ein Freund des Hauses und der „Haus-und Hof­ar­chitekt“ der Gast­wir­te­fa­milie Ambach-Maran, für die er bereits den Bade– und Restau­rant­be­trieb Gretl am See geplant hatte (und später auch das Pri­vathaus der Familie in Kaltern). 1970 betraute Anna Ambach (1926–2014) ihn mit der archi­tek­to­ni­schen Umsetzung ihrer Vision von Ästhetik, Gast­kultur und Urlaubs­idylle am nord­öst­lichen Ufer des Sees. Die Bau­herrin ver­traute dabei blind auf die weg­wei­sende Bravour ihres Archi­tek­ten­freundes, der das See­hotel für einen seiner besten Bauten hielt und dort selbst oft als Urlaubsgast anzu­treffen war. Anna Ambach machte das Hotel zu ihrem Lebens­mit­tel­punkt und festen Wohnsitz und genoss bis ins hohe Alter die lichte Weite und den spek­ta­ku­lären See­blick der heu­tigen Suite 73.

Das 1973 eröffnete Haus ist das “Kind” und Lebenswerk einer mutigen Gast­wirtin, die schon damals eine sehr genaue Vor­stellung von indi­vi­du­eller Gast­kultur und modernen Urlaubs­be­dürf­nissen hatte. Sie ist damit ihrer Zeit weit voraus, und was später ein wich­tiger Impuls­geber für die Ent­wicklung der modernen Archi­tektur in Süd­tirol wird, sorgt anfangs für Spott und Empörung: “Ein gestran­detes Schiff” am Seeufer, eine Untat, eine uner­hörte Frechheit aus Beton. Anna Ambach steht lächelnd im Gegenwind, ser­viert glück­lichen Stamm­kunden ein gutes Glas Wein auf der Pan­ora­ma­ter­rasse und weiss: Gut Ding braucht Weile. Dann ent­decken Archi­tek­tur­lieb­haber den Ort und das Hotel schreibt (Bau-)Geschichte.

© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran
© Klaus Maran

40 Jahre lang blieb es wun­derbar still um das Haus in dem sich die Süd­ti­roler High Society und von der herz­lichen Gast­ge­berin ent­zückte Stamm­gäste aus dem Norden den wun­der­baren See­blick teilten. 40 Jahre lang ver­än­derte Anna Ambach (fast) nichts am Haus – böse Zungen sagen ihr eine gewisse Neigung zur Spar­samkeit nach: Welch ein Glück! Keine Umbauwut im Zeichen archi­tek­to­ni­scher Tages­moden, keine tou­ris­tische Stan­dardkür, keine laute Leder­ho­sen­ar­chi­tektur, die lokale Tra­dition und Bau­kunst bis ins Absurde fehl­in­ter­pre­tiert. Das Ambach ist anders: Schlicht, weiss, kraftvoll. Bescheiden, still, kon­tem­plativ. Hier werden Stim­mungen, Raum­er­fahrung, Licht, Material, Haptik, Form und Farbe zu Cho­reo­grafen, die das Kal­terer Natur­spek­takel meis­terhaft subtil in Szene setzen. So etwas schaffen Ein­tags­fliegen nicht, Archi­tek­tu­rikonen schon.

© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Juergen Eheim
© Luca Meneghel

Wan­der­jahre mit Surf­brett

1984, Olym­pische Som­mer­spiele in Los Angeles. Mit dabei: Klaus Maran, drei­ma­liger Welt­meister im Wind­surfen, einer noch blut­jungen Dis­ziplin (im Mai 1967 glitt in den USA der erste Wind­surfer durch die Bucht von Santa Monica, in Europa boomt das Wind­surfen erst in den Sieb­ziger Jahren). Eine Lei­den­schaft — so der damalige Tenor der “seriösen Sportwelt” — der nur Träumer, Freaks und Visionäre ver­fallen. Oder Men­schen, die am wärmsten Badesee der Alpen auf­ge­wachsen sind. So wie Klaus Maran. Seine zukünftige Ehefrau Manuela Mascia, mehr­malige Welt­meis­terin im Windsurf der Damen, lernt er im ita­lie­ni­schen Natio­nalteam kennen. Der Surf­sport schenkt dem Sprössling der alt­ein­ge­ses­senen Kal­terer Gast­wir­te­fa­milie die Gele­genheit, der Süd­ti­roler Alpen­idylle für einige Jahre den Rücken zu kehren, um Wellen, Wind und die mon­dänen Surfspots der Welt­ozeane zu durch­gleiten. Wan­der­jahre mit Surf­brett.

Doch dann kehrt er zurück von seiner Grand Tour in Übersee. Klaus Maran zieht es wieder in seine Heimat, an den See, der ihn in ganz jungen Jahren das “Fliegen” gelehrt hatte. Back to the roots — zurück zur Fami­li­en­tra­dition, zum Gast­ge­werbe, zum Süß­wasser. Zunächst über­nehmen Klaus und Manuela das von Othmar Barth geplante Restaurant und Café Gretl am See am Westufer des Kal­terer Sees und eta­blieren dort ein Freibad, eine Segel- und Wind­surf­schule. Etwas später kommt das his­to­rische Wein­lokal See­hof­keller oberhalb des Sees dazu: Hier schlemmt man bis heute umgeben von male­ri­schen Reb­gärten und einer bild­hüb­schen Alpen­ku­lisse.

2014 erbt Klaus Maran das Lebenswerk seiner Tante Anna: Das 40 Jahre alte See­hotel Ambach, das weisse Schiff am Seeufer. Und Klaus Maran tritt das Erbe an, wohl wissend, das ein solches Haus dazu prä­de­sti­niert ist, das Lebenswerk gleich meh­rerer Gene­ra­tionen zu werden, denn: Das Ambach ist nicht einfach ein Hotel. Es ist ein gran­dioses Gesamt­kunstwerk, ein kleines Wunder, das bewahrt, gepflegt und in die Zukunft geführt werden will.

© Klaus Maran
© Alex Filz

Bewahren und Erneuern

Nach 40 Jahren „Dorn­rös­chen­schlaf“ wurden einige Moder­ni­sie­rungen im Hotel unver­meidbar. Die oberste Prä­misse und zugleich die grösste Her­aus­for­derung war es, die Seele des Hauses und Othmar Barths archi­tek­to­ni­sches Ver­mächtnis zu bewahren und das See­hotel behutsam und ohne Stil­brüche im 21. Jahr­hundert zu ver­ankern.
Die Vision der Marans vom „neuen“ See­hotel sah viel Freiraum für authen­tische Urlaubs­er­leb­nisse — innen wie aussen — für eine kleine Anzahl von Gästen vor. Weit­blick, Ruhe, Ent­spannung, kuli­na­ri­scher Hoch­genuss, Wellness und Bewegung im und um das Element Wasser, inmitten wohl­tu­ender Natur und einem Ambiente, das die Seele nährt.

Für die Moder­ni­sierung holten die Hote­liers den Kal­terer Archi­tekten Walter Angonese mit ins Boot, dessen Pro­jekte von einer grossen Behut­samkeit im Umgang mit dem Wesen, der Geschichte und der ori­gi­nalen Sub­stanz eines Gebäudes geprägt sind. Zunächst wurde die Haus­technik des Hotels gene­ral­sa­niert, die Bäder aller Zimmer und Suiten wurden neu­ge­staltet, Annas “Dienst­wohnung” in die licht­durch­flutete Suite 73 trans­for­miert, Tep­piche, Tex­tilien und Polster in der ori­gi­nalen Farb­gebung — Oxidrot, Olivgrün, Senfgelb — erneuert. Schritt für Schritt wurden Ori­gi­nal­stücke behutsam restau­riert und durch zeit­ge­nös­sische Desi­gner­möbel und Acces­soires ergänzt.

Zeitlose Gran­dezza

Othmar Barth bediente sich bei seinem Hotel­projekt der For­men­sprache der frühen 1970er Jahre doch seine gestal­te­rische Freiheit führte die Haupt­regie. Er liess Farben und Mate­rialien, Design­klas­siker und den Zeit­geist der Seventies in Dialog treten mit den klaren Kon­turen des zeit­losen, puris­ti­schen Bau­körpers. Im weiten, offenen Trep­penhaus werden sug­gestive Licht- und Schat­ten­spiele auf dem weiss ver­putzten Beton zu den Prot­ago­nisten einer Raum­er­fahrung, die sakral und mondän zugleich anmutet.
Man wartet schier darauf, dass Roger Moore  aka James Bond im Smoking die breite Treppe hin­unter geschritten kommt, um sich auf der Hotel­ter­rasse einen nach allen Regeln der Kunst geschüt­telten (nicht gerührten…) Martini zu geneh­migen.
Die Marans und Walter Angonese haben mit der Moder­ni­sierung des Ambach ein wei­teres kleines Wunder voll­bracht: Es ist ihnen gelungen, die Ori­gi­nal­sub­stanz und den Geist der 1970 er Jahre zu bewahren, doch das Haus ist kein Destillat der 70er. Das ist ein grosser und wich­tiger Unter­schied. Das heutige Ambach zieht den Hut vor den Sti­li­konen der Seventies, es erinnert mit einem Augen­zwinkern und auch ein wenig nost­al­gisch an die Zeit, in welcher Telefone noch Schnur und Wähl­scheibe hatten und Musik aus rundem Vinyl rockte, doch es ist und bleibt zeitlos. Dadurch schafft es Frei­räume, in welchen sich indi­vi­duelle und authen­tische Erleb­nis­welten ganz unge­zwungen ent­falten können. Leben und leben lassen: Sti­lis­tisch, inhaltlich, aber auch ganz per­sönlich. Darin liegt die wahre Gran­dezza des See­hotels.

© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Alex Filz
© Alex Filz

Schilf­konzert

Rund um das Hotel­ge­bäude erstreckt sich ein weit­läu­figer, medi­ter­raner Park mit altem, schat­ten­spen­denden Baum­be­stand und son­nigen Lie­ge­wiesen, gesäumt von üppiger Schilf­ve­ge­tation, von Wein­bergen, einem Kräu­ter­garten und alten Obst­bäumen.
Zwei Holz­stege führen die Gäste durch das hohe Schilf bis hin zum Wasser, und wer genau hin­sieht und hinhört, wird zum stau­nenden Beob­achter einer arten­reichen Flora und Fauna, die hier ihren geschützten Lebensraum findet. Der Schilf­be­stand, der Auwald und der sub­me­di­terrane Buschwald der Uferzone wurde zum Natur­schutz­gebiet erklärt. Dass Kanu­fahrer in Ufernähe behutsam das Paddel aus dem Wasser ziehen, um den See­rosen und Libellen nicht in die Quere zu kommen, ist eine wun­derbare Probe aufs Exempel dass wahre Schönheit die Acht­samkeit lehrt. Die tie­ri­schen See­be­wohner danken es den Was­ser­sportlern mit einem stim­mungs­vollen Schilf­konzert.

© Helmuth Rier
© Alex Filz
© Alex Filz
© Alex Filz
© Alex Filz
© Alex Filz
© Helmuth Rier
© Helmuth Rier

Badehaus

2018 entwarf Walter Angonese gemeinsam mit flaim prünster archi­tekten  das neue Badehaus mit beheiz­barem Frei­schwimmbad im hin­teren Teil des weit­läu­figen Gartens, wo alte Weiden die Uferzone säumen. Als “Schat­tenbau” des Hotels ver­schwindet es nahezu in der Gar­ten­land­schaft und schafft doch klare Ver­bin­dungs­achsen zu Barths weissem Bau.
Ein­ge­schossig und nahezu trans­parent “treibt” das Badehaus auf der weit­läu­figen Wiese wie ein Boot im Wasser. Als Pfahlbau aus glatt gebürs­tetem und geölten Holz bezieht es sich auf den Schiffsbau. Die boden­tiefen Glas­fas­saden und die über­dachte Ter­rasse lassen den Blick unge­stört vom See zum Hotel­ge­bäude und über die Wein­land­schaft in die Ferne schweifen.
Innen ist das Badehaus ein stiller Tempel der Kör­per­kultur: Fin­nische Sauna, Dampfbad und “Regenraum” grup­pieren sich um den zen­tralen Whirlpool. Ein Ort für Seele, Sinne und gött­liche Ent­spannung.

Beide Archi­tekten — Barth und Angonese — bewiesen eine hohe Sen­si­bi­lität im Umgang mit der Natur: Der Hotelbau wie das Badehaus sind klare archi­tek­to­nische State­ments, doch sie treten in den Hin­ter­grund und nehmen ihre Rolle als “Bel­vedere”, das den Blick von innen nach aussen führt, sehr ernst. Das Ambach insze­niert die Seen­land­schaft wie eine facet­ten­reiche Frei­licht­bühne — zu jeder Tages- und Jah­reszeit. Zimmer, Treppen, Ter­rassen, der glä­serne Spa, die Stege und der Garten werden zu Logen­plätzen eines Schau­spiels, das für jede Sehn­sucht eine Antwort bereithält.

© Helmuth Rier
© Helmuth Rier
© Helmuth Rier
© Helmuth Rier
© Helmuth Rier
© Helmuth Rier
© Anna Roschatt
© Helmuth Rier

Design­tempel

Die 28 Zimmer und 4 Suiten des Ambach sind intro­ver­tiert und extro­ver­tiert zugleich, sind licht­durch­flutete Rück­zugs­räume und intime Logen­plätze, die sich mit hohen Glas­fronten zum See hin öffnen. Das Inte­rieur im Mood der 70er Jahre greift die geschwun­genen Kon­turen der Haus­fassade und die Farben und Formen der umlie­genden Natur und ihrer Ele­mente auf.

Bei der Neu­ge­staltung des Hotels war es den Gast­gebern wichtig, alle Räume fle­xibel auf ver­schiedene Wohn­zwecke und Nut­zungs­kon­stel­la­tionen aus­zu­richten: junge Familien, schrei­bende Ere­miten, Lang­schläfer und Son­nen­an­beter. Jeder findet hier sein pas­sendes Stück Glück. Die neuen Bade­zimmer sind hell, puris­tisch und mit viel Keramik gestaltet. Besondere Akzente sind lie­be­volle Remi­nis­zenzen an den Meister und geis­tigen Vater des Ambach.
Der gestal­te­rische Stil von Othmar Barth defi­niert auch heute noch die Auswahl der Stoffe, Lampen und Möbel — bis ins kleinste Detail. Viele Stücke wurden damals vom Archi­tekten (und Tisch­lersohn) selbst ent­worfen und von lokalen Hand­werkern maß­ge­schreinert. Nun bilden Klas­siker der ita­lie­ni­schen Moderne und zeit­ge­nös­sische Stücke ein stim­miges Gesamt­ensemble.

© Luca Meneghel
© Helmuth Rier
© Alex Filz
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Helmuth Rier
© Klaus Peterlin
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel

Urlaub im Ambach ist inter­na­tionale Design­ge­schichte zum Anfassen: man sitzt auf Selene, lümmelt im spa­ghetti chair, schlummert in Alfredo Häberlis Daybed und medi­tiert in Tord Boontjes Gar­ten­sessel Shadowy. Namen wie Vico Magistretti, Achille Cas­tig­lioni, Emma Gis­mondi Schwein­berger oder Patricia Urquiola lassen Lieb­ha­ber­herzen höher schlagen.

Dem Bedürfnis der Marans nach Ästhetik begegnet man im Haus auf Schritt und Tritt: Licht­führung, Farb­sprache, Mate­ri­alwahl und auch die sanfte, auf­merksame Art des Gast­geber-Seins ver­breitet eine durch und durch har­mo­nische Atmo­sphäre. Im Ambach ist es gelungen, Stil und Stimmung durch Archi­tektur und Design greifbar zu machen und in empha­tische, fein­sinnige Gast­kultur zu über­setzen, die viele Register zu ziehen vermag aber nie zu viel wird: Alles hier ist wohl­do­siert, achtsam, tie­fen­ent­spannt.

© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel
© Luca Meneghel

Sushi am See

Wem zeit­weise der Sinn nach quir­liger, mon­däner Atmo­sphäre steht, der findet im nahen Gretl am See das pas­sende Setting. Hier mixt die dritte Gene­ration der Marans kos­mo­po­li­ti­schen spirit und chill-out Musik mit sprit­zigen Cock­tails und feiner, krea­tiver Kuli­narik. Ein gelun­genes und sehr beliebtes Crossover aus Seebad-Feeling, Club-Atmo­sphäre und der wun­der­baren Leich­tigkeit des Seins. Dresscode: Frei­geist.

Ein Freund des Hauses, Kurt Höretzeder, hat das Wesen des Gretl am See überaus treffend in Worte gefasst:
„Es gibt einen Platz in Süd­tirol, wo vieles geht, was sich andernorts über­haupt nicht ver­trägt. Da trinkt nach­mittags um drei auf der See­ter­rasse die elegant gekleidete Süd­ti­ro­lerin das sai­sonale Mode­ge­tränk, mit ihren Freun­dinnen angeregt dis­ku­tierend, während sich neben ihr ein Gast aus dem hohen Norden bei über 30° Celsius aus seiner Voll­leder-Bike­montur schält. Und am Tisch weiter hinten besprechen drei Bozner Hono­ra­tioren Wich­tiges. Diese eigen­willige Men­schen­kon­stel­lation ist im gas­tro­no­mi­schen Ambiente wohl nir­gendwo zu finden. Hier lebt sie wohl­wollend zusammen.“

Recht hat er, der Freund des Hauses. Es gibt nicht viele Orte in der Süd­ti­roler Ber­gi­dylle, die mit Kon­trasten so sou­verän jon­glieren, dass sie zu einer ganz selbst­ver­ständ­lichen Einheit ver­schmelzen: Urban souls und Trach­ten­träger, Tret­boot­treter und Wind­surfer, Alpen­ku­lisse und Melting pot, Eis am Stiel & Sushi am See.

© Helmuth Rier
© Klaus Peterlin
© Pablo Gal­legos
© Luca Meneghel
© Pablo Gal­legos
© Luca Meneghel
© Pablo Gal­legos
© Luca Meneghel

Man kommt nicht umhin, bei den Mit­gliedern der Familie Ambach-Maran — egal ob in der ersten, zweiten oder dritten Gene­ration, eine gene­tisch ver­erbte Gabe fest­zu­stellen: Sie ver­mögen es, Träumen und Visionen — erscheinen sie zunächst auch noch so ver­rückt, uto­pisch oder unor­thodox, eine kon­krete Form und lei­den­schaft­liche Daseins­be­rech­tigung zu geben. Chapeau!

Klaus und Manuela Maran haben Annas Erbe alle Ehre gemacht. Das Ambach groovt, rockt und swingt. Es medi­tiert, sin­niert und lächelt still. Je nach Gäs­te­kon­stel­lation, Lust und Laune. Damals wie heute ist das Haus ein unver­gleich­licher Ort: Gran­diose Raum­skulptur, Design­tempel, Garten Eden für Seele, Geist und Sinne, Anker­punkt für fein­sinnige Frei­geister, eine Oase des schönen Lebens. Die Liste ginge noch ewig weiter, doch mit Worten wird man diesem Haus wohl nie gerecht. Man muss es erleben.


Text: Britta Krämer, April 2020

Über­sicht: Hier finden Sie alle HomeS­tories auf einen Blick! Falls Sie monatlich auf dem Lau­fenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Home­Story-News­letter abon­nieren.

Das Hotel

Hotel See­hotel Ambach
See­hotel Ambach
Hotel See­hotel Ambach
Das See­hotel Ambach beamt seine Gäste zurück in die Seventies. Der Architekt Othmar Barth, der als Vor­reiter der Moderne in Süd­tirol gilt, hat am Nordufer des Kal­terer Sees Anfang der 1970er-Jahre ein Gesamt­kunstwerk aus Archi­tektur, Design und Natur geschaffen.

Ein Kommentar

Da bleibt nur noch eine Frage: Wann darf ich hin?

Theo Peter sagt:

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.