Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

Archi­tek­tur­kosmos Vals

Fast mythologisch hat sich das Bündner Bergdorf zu einem Hotspot herausragender Architektur entwickelt. Eine Geschichte zwischen Tradition und Innovation, verwegenen Visionen und glücklichen Ausblicken. Zu Besuch in Vals.

von Julia Hauch im Mai 2024

 Archi­tek­tur­kosmos Vals in  /

Grün­lichgrau glimmert der fein­schichtige Quarzit im tür­kis­far­benen Wasser. Hin und wieder schwebt eine Gestalt vorbei, gern im Duett. Schön­geister und Ruhe­su­chende, die sich andächtig durchs Wasser und die sakralen Räume bewegen. Kein Bade­lat­schen-Geklapper, kein lautes Geplapper. Hin und wieder stilles Plät­schern, nasse Fuß­ab­drücke auf dem dunklen Stein.

Mit der Therme Vals hat der Schweizer Architekt und Pritzker-Preis­träger Peter Zumthor einen mono­li­thi­schen Bau von zeit­loser Schönheit geschaffen, der sich aufs Wesent­liche redu­ziert: Stein, Wasser, Licht. Was hier zählt, ist das Erleben mit allen Sinnen, das Bade­ritual in seiner ursprüng­lichen Form. 1996 eröffnet, zwei Jahre später unter Denk­mal­schutz gestellt, gilt die Therme schon lange als Pil­ger­stätte für Architekt:innen.

Dass das 1.000-Einwohner:innen-Dorf im räto­ro­ma­ni­schen Val Lum­nezia trotz Bucket-List-Status immer noch weit­gehend sein authen­ti­sches Gesicht und Flair behalten hat, ist dabei ein kleines Wunder.

Eine geo­gra­fische Annä­herung

Ob man mit dem Heli­kopter, Auto oder Zug anreist, bleibt der eigenen Vor­liebe über­lassen. Wer sich für letztere Variante ent­scheidet, darf schon auf der Fahrt durch die Rhein­schlucht spek­ta­kuläre Natur-Archi­tektur erleben. Ein bisschen Wilder Westen mit Karibik-Feeling samt kleinen Bahn­hal­te­stellen mit fan­ta­sievoll klin­genden Namen. Ein stim­mungs­voller Ein­stieg, bevor es mit dem Postbus weiter hinauf ins Val­sertal geht. Kurve um Kurve, bis sich auf 1.250 Meter die ersten Häuser oder besser gesagt Retro-Hoch­häuser des Thermen-Hotels eröffnen.

Auf­geregt wandert der Blick nach rechts, wo sich zwi­schen hoch­ge­wach­senen Bäumen Zum­thors Archi­tek­tu­rikone so unauf­dringlich präsent in die felsige Land­schaft fügt, als wäre sie schon immer da gewesen. Im nächsten Moment folgt stilles Staunen: Fast medi­tativ scheint das kleine Dörfchen im V‑förmigen Tal­ein­schnitt zu ruhen. Ein­ge­bettet zwi­schen zwei steilen Hängen, ganz in seiner Mitte und den Ele­menten. Gerade sind es grü­nende Früh­lings­wiesen, gesäumt von spiel­zeug­großen Ställen, dahinter zeichnet die alpine Sze­nerie schnee­be­deckte Gipfel ins Post­kar­ten­pan­orama.

So pit­toresk die Ansicht ist, für das Dorf war seine Lage nicht immer so unbe­schwert. Ob Muren, Über­schwem­mungen oder Lawinen, immer wieder wurde Vals von Natur­ka­ta­strophen über­rollt, immer wieder wurde es auf­ge­richtet. Auch wenn nach dem ver­hee­renden Hoch­wasser von 1868 die Über­legung bestand, geschlossen nach Amerika aus­zu­wandern. Doch die Valser:innen sind stur, heißt es. Gut so, denn inzwi­schen hat sich die Per­spektive gedreht. Amerika & Co. kommen nach Vals, um nicht nur die Schweizer Bil­der­buch­land­schaft und all die archi­tek­to­nisch span­nenden Orte zu besuchen, die die Therme nach sich gezogen hat, sondern auch die ganz besondere Gast­freund­schaft der Men­schen hier zu genießen.

Früh­stück bei Ruth

Inzwi­schen ist der Postbus an seiner End­station ange­kommen. Nur wenige Schritte von der Dorf­brücke ent­fernt, die von Jürg Conzett und Peter Zumthor ent­worfen wurde und die wie ein Ein­gangstor über den gefassten Val­s­er­rhein führt. Direkt gegenüber streckt sich ein statt­liches drei­stö­ckiges Haus in die frische Bergluft, erbaut 1902 nach Pariser Plänen, dun­kelgrau gestrichen und mit weißen Fens­ter­läden. Wer hinter dieser ele­ganten Fassade Schweizer Zurück­haltung erwartet, hat nicht mit Ruth Kramer gerechnet. Denn die Gast­ge­berin der fami­liären Brücke 49 sprudelt nur so vor Herz­lichkeit und Enthu­si­asmus. Dass die Mode­de­si­gnerin und Interior-Expertin viele Jahre in Dänemark gelebt hat, wird in jedem Raum zum stil­vollen Erlebnis – von den Gäs­te­zimmern über die Feri­en­woh­nungen bis zum Früh­stücks­ge­schirr, das am langen Ess­tisch im Wohn­zimmer Regio­nales und Selbst­ge­machtes ser­viert. Gerade spa­ziert eine junge Frau aus Kali­fornien im bunt gemus­terten Pyjama herein und nimmt neben einem jungen Schweizer und einem deut­schen Ehepaar Platz.

Eigentlich war Ruth zusammen mit ihrem Mann Thomas nur auf Besuch in Vals, aber als sich die Sonne über der atem­be­rau­benden Land­schaft zeigte, war es um Ruth geschehen. Die beiden blieben, kauften irgendwann das alte Haus der Familie Furger und erweckten es als Pension zu neuem Leben. Noch heute wandelt man über die mas­siven Holz­dielen und blickt aus ori­gi­nalen Dop­pel­fenstern, berei­chert um eine inspi­rie­rende Mischung aus modernem Design, tra­di­tio­nellem Mobiliar und indi­vi­du­eller Kunst.

Vor ein paar Jahren wurde die Unter­kunft um die Her­berge ergänzt, das Nach­barhaus von 1775, das eben­falls bis ins Detail saniert wurde und mit drei lichten und lie­bevoll kura­tierten Feri­en­woh­nungen zuhause fühlen lässt. Hier kommt man sofort an und taucht ein in den Zauber des Ortes.

Chapeau, Chalet!

Nur ein paar Trep­pen­stufen weiter eröffnet sich ein Holzhaus mit tief­schwarzer Fassade. Zwei Stock­werke, die sich an den Hang schmiegen, umgeben von zwei großen Ter­rassen mit Weit­blick über die stein­ge­deckten Dächer (eine bau­ge­setz­liche Vor­schrift und ein Glücks­griff fürs Gesamtbild) bis zu den Gipfeln. Hier oben schwebt man tat­sächlich über den Dingen.

Begleitet von der guten Luft: Ariasana heißt das in den 1950er Jahren als Fami­li­en­fe­ri­enhaus erbaute Chalet, das Manuela Peng Job geerbt und gemeinsam mit ihrem Mann Charles O. Job und der Archi­tektin Reidun Dolva Grand kern­sa­niert und neu­in­ter­pre­tiert hat. Ohne dabei die ursprüng­liche Seele des Hauses zu ver­lieren. Denn spa­ziert man mit Manuela, die schon lange in Zürich lebt, durch ihren Hei­matort, wird überall gegrüßt und geratscht und fügen sich Men­schen und Erin­ne­rungen zu einem dichten Bild der Ver­bun­denheit zusammen. Typische Chalet-Ele­mente wurden auf­ge­griffen und mit viel Gespür und unge­wöhn­lichen Tech­niken ins Heute über­setzt. Wie die mit dem japa­ni­schen Shou Sugi Ban-Ver­fahren behan­delte Außen­fassade oder die großen, boden­tiefen Fenster, die sich zur Land­schaft hin öffnen und die Räume mit Licht fluten. Den cha­rak­te­ris­ti­schen Ton gibt jedoch die Wand­farbe French Grey an, die dem fich­ten­holz­ver­tä­felten Innen­leben bis zu den Bad­fliesen Eleganz und Struktur ver­leiht. Kom­bi­niert mit antiken Bau­ern­möbeln, Design­klas­sikern und zeit­ge­nös­si­scher Kunst, wie den oran­ge­far­benen Hühnern, die daran erinnern, dass die Par­zelle eigentlich Hen­nebüel, Hüh­ner­hügel heißt.

Vom Luxus der Ursprüng­lichkeit

Hat man den Dorf­platz mit seinen cha­rak­te­ris­ti­schen Wals­er­häusern in Block­bau­weise und dem von Gion A. Caminada redu­ziert reno­vierten Hotel Alpina pas­siert, den Dorf­laden, die Sen­nerei und all die anderen ursprüng­lichen Betriebe, die es hier immer noch gibt, hinter sich gelassen, schlängelt sich ein steiler Wan­derweg den Berg hinauf nach Leis, einen kleiner Weiler auf 1.526 Meter Höhe.
Kehrt schon in Vals Ruhe ein, so geht die Ent­schleu­nigung in Leis noch einen Schritt weiter. Ein paar wenige Bau­ern­häuschen, eine weiße Kapelle, eine Wirt­schaft, mit­tendrin drei schlanke Häuser aus hellem Mas­sivholz.

Gedacht und gebaut von Peter Zumthor für seine Frau Annalisa, die schon immer von einem zurück­ge­zo­genen Holzhaus in den Bergen träumte. 2009 wurden das Oberhus und das etwas kleinere Unterhus errichtet, 2013 dann das Türm­lihus. In tra­di­tio­neller und doch neu­ge­dachter Strick­bau­weise, die riesige Pan­ora­ma­fenster von Wand zu Wand ermög­licht. So fällt nicht nur von allen Seiten helles Tages­licht in die drei­stö­ckigen Zumthor Feri­en­häuser, sondern wird die Land­schaft zum subtil gerahmten Kunstwerk und wesent­lichen Bestandteil der schlichten Innen­raum­ge­staltung. Schon beim Betreten wird man vom Duft des Holzes emp­fangen, das durch alle — mal flie­ßenden, mal sich schlie­ßenden — Raum­folgen begleitet und sogar bis zur Bade­wanne reicht. Wohl­tuende Räume voller Gebor­genheit, die die Natur zum Mit­tel­punkt machen – ob drinnen oder draußen. Ein archai­sches und äthe­ri­sches Erlebnis zugleich.

Ein Hotel, das Wellen schlägt

Kein Wunder, dass Annalisa Zumthor sich nach einem Ort wie diesem sehnte, jen­seits des Luxus in seiner her­kömm­lichen Form. Schließlich leitete die Schrift­stel­lerin für räto­ro­ma­nische Lite­ratur selbst einige Jahre das Hotel Therme.

Hier am Eingang zu Vals liegt nicht nur der spru­delnde Schatz des Dorfes, die einzige Thermal-Mineral-Quelle Grau­bündens, sondern auch sein vola­tilstes Objekt: 1893 als char­mantes Kur- und Badehaus errichtet, dachte ein deut­scher Mul­ti­mil­lionär in den 1960er Jahren etwas größer und ver­wan­delte das Gelände in ein Ressort mit Wellen-Freibad und vier Hochhaus-Türmen, deren 345 Apart­ments über­wiegend an Dritte ver­kauft wurden.

Als einige Jahre und Besitzer später die Gemeinde die Hotel-Anlage übernahm, plante sie zusammen mit Peter Zumthor einen ästhe­ti­schen Neu­anfang. Sowohl für die Therme sowie für alle zurück­er­wor­benen Apart­ments, die der Architekt mit Stuc­co­lustro, satten Farben und schlichtem Mobiliar behutsam in ein neues Licht tauchte. 2012 ging das 7132 Hotel an den Churer Immo­bi­li­en­händler Remo Stoffel über, der Zum­thors Ansatz fort­setzte und alle ver­füg­baren Apart­ments von drei wei­teren Star­ar­chi­tekten gestalten ließ.

Seitdem bleibt im soge­nannten House of Archi­tects neben Zum­thors far­benfroh glän­zenden Räumen die Qual der Wahl, ob lieber behütet im Kokon aus Eichenholz des japa­ni­schen Archi­tekten Kengo Kuma, mini­ma­lis­tisch kon­tem­plativ bei Tadao Ando, der in seinen Zimmern die subtile Ästhetik japa­ni­scher Tee­häuser zele­briert oder eher futu­ris­tisch in den Zimmern des Ame­ri­kaners Thom Mayne, der mal aus Holz, mal aus schwarzem Stein drei­di­men­sionale Raum­er­leb­nisse kreiert. Wer weniger expe­ri­men­tier­freudig ist und ver­läss­lichen High-End-Luxus bevorzugt, zieht einfach einen Turm weiter in die 5‑S­terne-Superior-Edition der Hotel­kette 7132, die sich die Post­leitzahl von Vals zum Namen gemacht hat und zu der neben exklu­siven Deluxe Zimmern und Pent­house Suiten auch eine Bar und ver­schiedene Restau­rants inklusive Ster­ne­küche gehören. Mit allen Wassern gewa­schen tagt es sich auch in einem der Kon­fe­renz­räume, einem ehe­ma­ligen Schwimm­becken. Über­haupt offen­baren die Hotel- und Apart­ment­türme an der ein oder anderen Stelle noch immer die Ästhetik ver­gan­gener Zeiten, wandeln weiß beman­telte Bade­gäste auf Ter­razzo-Treppen oder taucht mit­tendrin plötzlich ein ver­las­senes Kneipp­becken auf.

Von Coca Cola bis Kengo Kuma

Zurück zum Wasser, dem Quell der Erfolgs­ge­schichte von Vals. Während die Therme inzwi­schen in den Besitz der Gemeinde über­ge­gangen ist, gehört das beliebte Valser Mine­ral­wasser seit über zwei Jahr­zehnten zur Coca-Cola HBC. Doch weder rot-weiße Last­wagen noch pla­kative Wer­be­maß­nahmen sind in Vals zu finden. Ebenso wenig wie ein 381 Meter hoher, glä­serner Hotelturm, die Femme de Vals, der 2015 als Archi­tektur-Vision vor­ge­stellt und heiß dis­ku­tiert wurde. Inzwi­schen weilt der Initiator des Pro­jekts in Dubai, in der Hoffnung, er finde dort ein anderes span­nendes Projekt. In Vals schmückt man sich wäh­rend­dessen lieber wei­terhin mit her­aus­ra­gender Archi­tektur im Stil des Under­state­ments.

Wie das von Kengo Kuma kon­zi­pierte Haus Balma der Truffer AG. Seit rund vier Jahr­zehnten baut das Fami­li­en­un­ter­nehmen den Valser Quarzit in ihrem Stein­bruch Jos­sagada ab, ver­ar­beitet ihn weiter und rea­li­siert seit dem stil­prä­genden Ther­menbau Pro­jekte rund um die Welt. Das neue Wohn- und Geschäftshaus sollte den Valser Stein auf unge­wöhn­liche Weise inter­pre­tieren und sich doch har­mo­nisch in das tra­di­tio­nelle Dorfbild ein­fügen. Als der japa­nische Architekt von Leis hin­unter auf das Dorf blickte, wirkten seine Dächer wie flie­gende Steine. Eine fan­tas­tische Asso­ziation, der eine elf­jährige Pla­nungs- und Umset­zungs­phase und schließlich eine kunst­volle Fassade aus 501 Lär­chen­brettern und 882 Quar­zit­platten folgte.

Das soge­nannte „Haus der flie­genden Steine“ erinnert an eine japa­nische Pagode in Kom­bi­nation mit dem sägerauen Holz der umlie­genden Ställe und dem regio­nalen Stein, der in dieser Form zum schwer­losen Element wird.

Groß denken im Kleinen

Auch die von den Archi­tekten Bjarne Mas­ten­broek und Christian Müller ent­worfene Villa Vals nimmt sich elegant zurück und fügt sich nahtlos in einen Berghang ein.

Ihr Eingang erfolgt über eine alte Scheune, von der aus ein unter­ir­di­scher Tunnel in den Wohn­be­reich führt. Die gekrümmte und groß­flächig ver­glaste Fassade schließt mit dem Hang ab und sorgt nicht nur für aus­rei­chenden Licht­einfall, sondern lässt die gegen­über­lie­gende Tal­seite zur Natur­leinwand werden. Ein wei­teres auf­fallend aus­ge­fal­lenes Projekt, das sich vor­bildlich in die sen­sible Land­schaft inte­griert und das ohne den sonst in der Schweiz üblichen par­ti­zi­pa­to­ri­schen Prozess auskam. Denn nor­ma­ler­weise schreibt das schwei­ze­rische Bau­gesetz ein Modell vor, das das Bau­vo­lumen ver­bild­licht und von den Anwohner:innen begut­achtet und unter Umständen bean­standet werden kann. Sicherlich ein wesent­licher Aspekt, warum Vals trotz moderner Bauten und regem Tou­rismus seinen ursprüng­lichen Charme nicht ver­loren hat, wie es sonst in alpinen Regionen so oft pas­siert. Die Wert­schätzung jahr­hun­der­te­alter Tra­di­tionen und die Achtung vor der spek­ta­ku­lären Schönheit der Natur, sind hier deutlich zu spüren. Hand in Hand mit der Offenheit für den Zeit­geist. Natürlich gibt es auch die Louis Vuitton-bekof­ferten Mountain Tou­rists, doch diese bleiben meist schon am Eingang des Dorfes zurück. In erster Linie kommen immer noch die Men­schen nach Vals, die das Schöne suchen und sich für besondere Archi­tektur inter­es­sieren.

Spa­ziert man auf den Wegen rund ums Dorf, begegnet man immer wieder den­selben Men­schen — ob Ein­hei­mi­schen oder Gästen. Immer Lächelnden, ein „Grüezi wohl!“ auf den Lippen. Wie die ame­ri­ka­nische Künst­lerin Lisa Lee Ben­jamin, die den Art Space Amöbe betreibt, einen Aus­stel­lungs- und Aus­tauschraum, der das Dorf mit der Welt ver­bindet. Gerade tagt die „Bibliothek zur glück­lichen Zukunft“ in Lisas Atelier. Eine Gruppe Schweizer und inter­na­tio­naler Künstler- und Wissenschaftler:innen, die mit ihrem Projekt Wege aus der Krise für eine kli­ma­freund­liche Zukunft suchen. Auch Vals ist eine ihrer Sta­tionen, schließlich hat das Wasser nicht nur für das kleine Bergdorf eine essen­zielle Bedeutung. Steht man auf den Bergen über oder mit­tendrin in Vals, dieser kleinen Insel mit anderer Zeit­rechnung, stellt sich die Frage umso deut­licher, was Luxus eigentlich bedeutet. Wieviel weniger, doch immer wieder mehr ist. Fragt man Ruth, braucht es zum Glück­lichsein nur einen kleinen Pick­nickkorb und einen Bach, in den man abtauchen kann. Ins heilsame Valser Wasser, ob warm oder kalt.


Text: Julia Hauch, Mai 2024

Fotos: © Lukas Schweizer / Visit Vals AG (Coverfoto), © Julien Balmer / 7132 Hotel (1, 21–24, 34), © Martin Morell (2, 5–9), © Robert Reposo / Uns­plash (3), © Global Image Creation / 7132 Hotel (4, 25–27), Alex Baxter (10–12), © Martin Hemmi (13–16), © Ralph Feiner (17–20), © Jaromir Krei­liger (28), © Paul Cle­mence (29, 31), © naaro  (30), © Iwan Stöcklin (32, 33)

0 Kommentare

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.