Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Favo­riten

Ihre Merk­liste für span­nende Ein­träge.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

NEWood: Mycel-Wunder für die Bau­branche

Forscher:innen am Karlsruher Institut für Technologie entwickeln mit NEWood eine neue Klasse biobasierter Materialien. Ziel ist es, eine kreislauffähige Alternative zu herkömmlichen MDF-, OSB- und Spanplatten zu erforschen.

im Dezember 2024

 NEWood: Mycel-Wunder für die Bau­branche in  /

Für NEWood werden anstelle von frisch geschla­genem Holz Abfälle aus der Land­wirt­schaft sowie Holz­ab­fälle ver­wendet. Und statt syn­the­ti­scher Bin­de­mittel kommt Pilz­myzel zum Einsatz.

Wie das genau funk­tio­niert und welches Potenzial besteht, erklären Dr. Nazanin Saeidi und Dr.-Ing. Rebekka Volk im Gespräch.

Ent­wi­ckeln Sie das neue Material am KIT eigen­ständig oder gibt es innerhalb des Pro­jektes bereits Partner aus der Wirt­schaft?

Das Material NEWood wurde voll­ständig am KIT, Institut für Ent­werfen und Bau­tech­no­logie (IEB), unter der Leitung von Prof. Dirk Hebel, Inhaber des Lehr­stuhls für Nach­hal­tiges Bauen, ent­wi­ckelt. Wir haben bereits einige Indus­trie­pro­jekte durch­ge­führt, bei denen wir gemeinsam mit Partner:innen aus der Wirt­schaft Pro­dukte auf Basis unserer Tech­no­logie ent­wi­ckelt haben. Diese Partner stammen aus ver­schie­denen Branchen, wie der Möbel- und der Bau­in­dustrie.

Wie steht es um die Mate­ri­al­ei­gen­schaften im Ver­gleich zu MDF‑, OSB- und Span­platten?

Unsere mittel- und hoch­dichten NEWood-Vari­anten weisen Mate­ri­al­ei­gen­schaften auf, die mit denen von Holz­werk­stoffen wie OSB‑, MDF- und Span­platten ver­gleichbar sind. Gleich­zeitig ent­wi­ckeln wir leichte Myzel-Mate­rialien, die Eigen­schaften auf­weisen, die mit denen syn­the­ti­scher Dämm­stoffe wie EPS und Stein­wolle ver­gleichbar sind. Diese Mate­rialien eignen sich ideal für Anwen­dungen wie Wärme- und Schall­dämmung in der Bau­in­dustrie. Ins­gesamt befinden wir uns wei­terhin in der Phase, die Eigen­schaften unserer Mate­rialien zu erfor­schen und gezielt zu opti­mieren.

Gibt es neben dem Hauptziel, eine Mate­ri­al­al­ter­native zur Dämmung und zum Schall­schutz zu ent­wi­ckeln, weitere poten­zielle Ein­satz­be­reiche?

Leichte Myzel-Mate­rialien bieten großes Potenzial, kon­ven­tio­nelle Dämm­stoffe sowohl für Wärme- als auch Schall­dämmung zu ersetzen. Darüber hinaus können Myzel-Mate­rialien generell mit anpass­baren Eigen­schaften gefertigt werden, um unter­schied­liche Anwen­dungen in ver­schie­denen Branchen, zum Bei­spiel in der Ver­pa­ckungs­in­dustrie, zu bedienen. Zusätzlich kann bei­spiels­weise durch eine Erhöhung der Mate­ri­al­dichte eine höhere Fes­tigkeit erreicht werden, was den Einsatz in Bereichen wie Boden­be­lägen oder Wand­sys­temen ermög­licht.

Simu­lieren Sie die Ver­wendung in der Bau­praxis unter Labor­be­din­gungen oder wurde NEWood bereits in Archi­tek­tur­pro­jekte verbaut?

Wir testen NEWood über­wiegend unter Labor­be­din­gungen. Aller­dings arbeiten wir bereits mit Unter­nehmen an poten­zi­ellen Pilot­pro­jekten, um das Material in indus­trie­nahen, simu­lierten Umge­bungen ein­zu­setzen.

NEWood wurde beim Com­pe­ti­ti­online Campus Award 2023 aus­ge­zeichnet – hat sich die öffent­liche Wahr­nehmung des Pro­jektes seither ver­stärkt?

Dank der Aner­kennung, die wir durch zahl­reiche Aus­zeich­nungen und Medi­en­be­richt­erstattung erhalten haben, hatten wir die Mög­lichkeit, zum Bewusstsein für die Bedeutung erneu­er­barer Bau­ma­te­rialien bei­zu­tragen, ins­be­sondere mit unserem Fokus auf myzel­ba­sierte Lösungen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass viele andere For­schungs­teams und Unter­nehmen eben­falls erheb­liche Fort­schritte bei der Ent­wicklung von Myzel­ma­te­rialien in ver­schie­denen Branchen gemacht haben – von der Lebens­mittel- und Tex­til­in­dustrie bis hin zu Ver­pa­ckung und Bau­wesen. Wir sind stolz darauf, Teil dieser wach­senden Bewegung zu sein und gemeinsam mit anderen die viel­fäl­tigen Anwen­dungs­mög­lich­keiten und Vor­teile von Myzel zu erfor­schen.

Kurzer Blick in die Glas­kugel – wann könnte NEWood im großen Maßstab in der Bau­in­dustrie zum Einsatz kommen?

Wir befinden uns bereits auf dem Weg in die Zukunft. Neben unserer kon­ti­nu­ier­lichen For­schung und Ent­wicklung zur wei­teren Opti­mierung der Eigen­schaften und der Pro­duktion von NEWood, arbeiten wir gleich­zeitig daran, Myzel-Mate­rialien mit Unter­stützung der Industrie und durch mehrere Pilot­pro­jekte kom­mer­ziell nutzbar zu machen. Wir sind zuver­sichtlich, dass wir NEWood in den nächsten zwei bis vier Jahren auf dem Markt sehen werden. Natürlich wäre dies ohne die Zusam­men­arbeit zwi­schen allen betei­ligten Akteur:innen und poli­ti­schen Entscheidungsträger:innen, die den Wert nach­hal­tiger und erneu­er­barer Mate­rialien erkennen, nicht möglich.

Wovon hängt der Durch­bruch zur Markt­reife ab — eher vom Preis­ge­fälle zu den her­kömm­lichen Kon­kur­renz­pro­dukten, dem Interesse der Wirt­schaft oder den noch nicht gelösten Her­aus­for­de­rungen im For­schungs­be­trieb?

Es kommt darauf an, den Preis­ver­gleich mit den kon­kur­rie­renden Mate­rialien bzw. Pro­dukten zu ver­ringern, das Interesse der Industrie durch Part­ner­schaften zu sichern und die Pro­duk­ti­ons­pro­zesse für die Ska­lier­barkeit zu ver­feinern. Natürlich sind auch die Auf­klärung und das Bewusstsein der Kund:innen ent­scheidend.

Haben wir in Deutschland über­haupt genügend taug­liche Abfälle, die als Grundlage für eine seri­en­mäßige Her­stellung von NEWood dienen könnten?

Ja, in Deutschland fallen erheb­liche Mengen an land­wirt­schaft­lichen und höl­zernen Abfällen an, die für eine groß ange­legte NEWood-Pro­duktion wie­der­ver­wertet werden können.

Gibt es Beson­der­heiten bei Ihrer Pilz­zucht, im Ver­gleich zur Lebens­mit­tel­branche?

Ja, es gibt bedeu­tende Unter­schiede in unserer Pilz­zucht im Ver­gleich zur Lebens­mit­tel­in­dustrie. Während in der Lebens­mit­tel­branche der Fokus auf Geschmack und Ertrag liegt, ver­wenden wir spe­zielle Myzel­stämme von ess­baren Pilzen, die gezielt auf Bin­dungs­ei­gen­schaften und mecha­nische Leis­tungs­fä­higkeit opti­miert sind. Unser Prozess ist darauf aus­gelegt, das Wachstum des Myzels so zu steuern, dass es als bio­lo­gi­sches Bin­de­mittel für unsere Mate­rialien fun­giert – ein Ansatz, der in der Lebens­mit­tel­in­dustrie keine Anwendung findet. Darüber hinaus kon­zen­trieren wir uns ins­be­sondere auf holz­zer­set­zende Pilze, also Pilze, die in der Lage sind, Holz und andere faser­ba­sierte Agrar­ab­fälle direkt zu ver­dauen. Dies ermög­licht es uns, nach­haltige Mate­rialien aus Rest­stoffen her­zu­stellen

Wie führen Sie im Ent­wick­lungs­prozess den Nachweis zur Nach­hal­tigkeit des Werk­stoffes?

Wir messen die Umwelt­aus­wir­kungen durch öko­lo­gische und öko­no­mische Lebens­zy­klus­ana­lysen, das CO₂-Ein­spar­po­tenzial und die Fähigkeit des Mate­rials, syn­the­tische Mate­rialien und holz­ba­sierte Pro­dukte zu ersetzen.


Dr. Nazanin Saeidi ist Senior Rese­archer und Head of Research am Lehr­stuhl für Nach­hal­tiges Bauen des Karls­ruher Insti­tutes für Tech­no­logie (KIT) und Co-Prin­cipal Inves­ti­gator am Future Cities Labo­ratory des Sin­gapore-ETH Centre.

Dr.-Ing. Rebekka Volk ist Lei­terin der KIT-Nach­wuchs­gruppe Res­sour­cen­ma­nagement in der bebauten Umwelt am Institut für Indus­trie­be­triebs­lehre und indus­trielle Pro­duktion (IIP) des Karls­ruher Insti­tutes für Tech­no­logie (KIT).


Interview: Das Gespräch führte Ulrich Stefan Knoll

Fotos: Demons­tration Showcase building on Batam Island in Indo­nesia © Carlina Teteris (Titelbild), NEWood © Lisa Jungheim / KIT (1), Light­weight mycelium © Lisa Jungheim / KIT (2), Starter culture of mycelium © Tobias Wootton / KIT (3), Dif­ferent waste resources © Tobias Wootton/ KIT (4), Dr. Nazanin Saeidi © Carlina Teteris (5), Dr.-Ing. Rebekka Volk © Markus Breig / KIT (6)

0 Kommentare

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.