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Wald­baden: Alles im grünen Bereich

Hitze ade – ein Bad im Wald schenkt nicht nur tiefe Ruhe und wohltuende Erfrischung, es regeneriert ganz nebenbei auch noch Körper und Geist. In diesen Häusern liegt der Sprung ins Unterholz direkt vor der Tür.

im August 2026

 Wald­baden: Alles im grünen Bereich in  /

Schweigen im Walde

Palmen winken zur Begrüßung in der Tes­siner Bergluft, gesäumt von Farnen und Sträu­chern, die nahtlos ins urwald­artige Pflan­zen­reich über­gehen. Wer ein Paradies für die eigene Pho­to­syn­these sucht, kann im Casa & Casetta Tessino wieder Luft holen und neue Energie gewinnen.

Bereits auf dem 15-minü­tigen Fußweg lässt man Schritt für Schritt Dörfer, Men­schen und Alltag hinter sich. An einem der Süd­hänge des Onser­no­netals hat der Fotograf und Kli­ma­ak­tivist Peter Til­lessen ein altes Steinhaus in ein kon­se­quent öko­lo­gi­sches Refugium ver­wandelt, das voll­ständig fos­silfrei funk­tio­niert. Walden-Fans können im Sommer noch ein paar Stufen weiter klettern und im zusätz­lichen Baumhaus im dichten Wald sin­nieren, schreiben oder über­nachten. Mit geöff­neten Fas­saden und Sinnen kann man die Kraft der Natur erspüren und Rehen wie Eich­hörnchen per­sönlich gute Nacht sagen.

Zum Haus Casa & Casetta Tessino

Licht­dusche in Nor­wegen

Auch wenn es beim Wald­baden nicht um Sport, sondern das langsame, bewusste Erleben geht, kommen in der Nor­wegian Wood Cabin Aktiv­ur­lauber besonders auf ihre Kosten. Die moderneFjellhytte liegt ver­steckt zwi­schen hohen Nadel­bäumen, die im Sommer zu end­losen Wan­de­rungen in den magi­schen Wäldern und im Winter zum Ski­fahren ein­laden.

Danach bietet die luftige, licht­durch­flutete Block­hütte – die skan­di­na­vi­schen Purismus mit großer Wohl­fühl­at­mo­sphäre kom­bi­niert – ein offenes Raum­konzept für die per­sön­liche Block­party. Große Natur­ver­bun­denheit inklusive. Während die Zweige vor den rie­sigen Glas­fronten tanzen, kann man dem facet­ten­reichen Grün auf einer der Fens­ter­bänke beim Wachsen zusehen und das eigene Öko­system wieder ins Gleich­ge­wicht bringen. Mit etwas Glück schauen auch noch die Nord­lichter mit ihrer spek­ta­ku­lären Show vorbei.

Zum Haus Nor­wegian Wood Cabin

Aus der Vogel­per­spektive

Bäume zu umarmen senkt nach­weislich das Stress­hormon Cor­tisol und stärkt das Immun­system. Im Løvtag auf der Insel Bornholm erhält die Praxis sogar archi­tek­to­nische Unter­stützung. Ein bisschen Aben­teuer inklusive, denn die vom däni­schen Archi­tekten Sigurd Larsen ent­wor­fenen ast­reinen Cabins thronen gleich einem Nest unter dem Blät­terdach.

Dabei wird jedes der drei Stel­zen­häuser von einem anderen Baum geprägt, der durch den Wohnraum wächst und für die ent­spre­chende Atmo­sphäre sorgt – ob Eiche, Kiefer oder Buche. Geduscht wird im Freien, den Wind auf der Haut, kuli­na­rische Inspi­ration bieten Natur­koch­bücher und vom Bett aus kann man die Vögel begrüßen. Ein mitten im Dickicht gele­genes „Hotel“, das die Gäste zu Mitbewohner:innen des Waldes macht, die Per­spektive ver­ändert und neue Flügel wachsen lässt.

Zum Haus Løvtag Bornholm

Kul­tu­relle Oase

Südlich von La Spezia, mit Blick auf die Mündung der Magra und die Apua­ni­schen Alpen ver­steckt sich zwi­schen altem Baum­be­stand ein Haus, das nicht nur his­to­rische Räum­lich­keiten, sondern auch den Geist öffnet. In den 1960er Jahren entwarf die Archi­tektin Luisa Cas­tig­lioni für Familie und Freun­des­kreis ein Ensemble aus drei Feri­en­häusern.

Ein Hain der Gedanken und Künste, an dem sich Intel­lek­tuelle abseits der Städte im Grünen zum Aus­tausch trafen – und ein gene­ra­tio­nen­über­grei­fendes Projekt, das die Enkelin Mad­dalena Scar­zella mit wei­ter­ge­dachten Möbel­ent­würfen ihrer Groß­mutter fort­setzt und so das Erbe der Archi­tektin in die Gegenwart führt. Hier kann man sich nach glü­henden Dis­kus­sionen zwi­schen grünen Fliesen, klaren Formen und weißem Marmor zurück­ziehen oder entlang des bewal­deten Hangs dem har­zigen Duft der Pinien zu neuen Erkennt­nissen folgen.

Zum Haus Boc­ca­monte

Waldbad mit fin­ni­scher Sauna

Über­schreitet man die Baum­grenze, werden nicht nur die Schritte gedämpfter, das Licht weicher und das Zwit­schern der Vögel unmit­tel­barer, sondern auch die innere Ruhe größer. Im Feri­enhaus Mökki dürfte sich dieser Prozess beschleu­nigen. Denn das Feri­enhaus aus schwarzem Holz liegt einsam und beschaulich im Wald, direkt am See Santara.

Das fin­nische Karelien gehört zu den wald­reichsten Regionen Europas, durch­setzt von tau­senden von Seen. Ebenso ursprünglich zeigt sich das scheu­nen­gleiche Mökki – ein Ensemble aus Wohnhaus, Sau­nahaus und Ter­rasse, gefertigt aus dem Baum­be­stand des Grund­stücks. Innen sorgen Schie­be­ele­mente für Fle­xi­bi­lität, die Ein­richtung für Kon­zen­tration und das weiß­ge­stri­chene Holz für eine erfri­schende Atmo­sphäre. Und wem es nach einem Bad im Wald oder im See dann doch zu kalt sein sollte, den bringt die Sauna sicher wieder auf Tem­pe­ratur.

Zum Haus Mökki Santara

Abtauchen am Loch Ness

Die dra­ma­tische Land­schaft der schot­ti­schen High­lands steckt voller Mythen, alten Wäldern und tiefen Seen. Im elegant-läs­sigen Cottage Tigh na Coille kommt alles zusammen. Oberhalb des sagen­um­wo­benen Loch Ness gelegen, blickt das ehe­malige Her­renhaus auf eine lange His­torie zurück.

Von der Natur­stein­fassade über die Stuck­decken, hand­be­druckten Tapeten und alten Gemälde bis zu den Namen der vier Schlaf­zimmer (Scarlett, Marthe, Nymph und Orlando) atmet hier alles Geschichte. Kom­bi­niert mit moderner, skan­di­na­vi­scher Coolness und licht­erfüllten Räumen mit Aus­blick auf die alten Bäume des Gartens, das Loch oder die schot­ti­schen Hügel. Beim Vollbad in den umlie­genden Wäldern lassen sich dann noch viele weitere unge­heuer schöne Orte für die epische Ent­spannung ent­decken.

Zum Haus Tigh na Coille

Zen in der Eifel

Acht­samkeit gehört zum Wald­baden wie der Bauch­plat­scher ins Freibad. Im Eifel­häuschen inmitten der Vul­kan­eifel lassen sich alle Sinne aufs Feinste schärfen. Auf einer Anhöhe, umarmt von Bäumen und Sträu­chern und geschützt von einem lang­ge­zo­genen Dach, blickt es auf ein weites Meer aus Wäldern und Maaren.

Dabei ist das 1975 erbaute und zeit­gemäß reno­vierte Feri­enhaus mit seiner schwarzen Schie­fer­fassade genauso alt wie der Begriff des Wald­badens selbst. Auch wenn der Ursprung viel weiter zurück­reicht, wird Shinrin-yoku in Japan seit den 80er-Jahren als Heil­mittel ange­wandt, um sich vom Stress unserer modernen, urbanen Gesell­schaft zu erholen. Mit seinen Pan­ora­ma­fenstern, der kon­tem­pla­tiven Gestaltung, zwei Ter­rassen und einem eigenen Wald ist das Eifel­häuschen ein idealer Ort, um Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken wieder bewusst zu erleben.

Zum Haus Eifel­häuschen

Im Wood Wide Web

Wenn bei über 30° die Syn­apsen glühen, hilft nur noch ein Bad zwi­schen Bäumen. Am besten in Kom­bi­nation mit fri­schem Alpen­blick. Wie in den Wald­chalets im öster­rei­chi­schen Brand­nertal – fünf mini­ma­lis­tische Feri­en­häuschen, die außen wie innen ihr natür­liches Habitat zele­brieren.

Von der Außen­fassade aus dunklem über die Innen­ein­richtung aus hellem Holz bis zu den großen Fens­ter­fronten, die der Vor­arl­berger Fauna und Flora keine Grenzen setzen. Allesamt mit Blick Richtung Berg und Tal und doch jedes ganz auf sich kon­zen­triert. Flan­kiert von hohen Wipfeln, die dicht bei­sam­men­stehen und sich aus­tau­schen. Mal im Wind flüs­ternd, mal unter­ir­disch ver­flochten. Ein guter Ort, um im Schatten ganz leise zu werden und die Kom­mu­ni­kation der Natur zu über­lassen. Ein Tipp für kleine Feen und Trolle: ent­weder ein Besuch auf dem Kin­der­spiel­platz oder ein Pur­zelbaum auf dem Moos­teppich.

Zum Haus Wald­chalets Brand­nertal

Text: Julia Hauch

Fotos: Jan Huber via uns­plash (Titelbild), Peter Tilessen (Casa & Cas­setta Tessino), Detlef Rahe (Nor­wegian Wood Cabin), Nina Malling (Løvtag Bornholm), Valentina Som­mariva & Luigi Fiano (Boc­ca­monte), Carla Gertz (Mökki Santara), Fran Mart (Tigh na Coille), Mathias Peters (Eifel­häuschen), Katharina Bohm & Günter Richard Wett (Wald­chalets Brand­nertal)

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