Schweigen im Walde
Palmen winken zur Begrüßung in der Tessiner Bergluft, gesäumt von Farnen und Sträuchern, die nahtlos ins urwaldartige Pflanzenreich übergehen. Wer ein Paradies für die eigene Photosynthese sucht, kann im Casa & Casetta Tessino wieder Luft holen und neue Energie gewinnen.
Bereits auf dem 15-minütigen Fußweg lässt man Schritt für Schritt Dörfer, Menschen und Alltag hinter sich. An einem der Südhänge des Onsernonetals hat der Fotograf und Klimaaktivist Peter Tillessen ein altes Steinhaus in ein konsequent ökologisches Refugium verwandelt, das vollständig fossilfrei funktioniert. Walden-Fans können im Sommer noch ein paar Stufen weiter klettern und im zusätzlichen Baumhaus im dichten Wald sinnieren, schreiben oder übernachten. Mit geöffneten Fassaden und Sinnen kann man die Kraft der Natur erspüren und Rehen wie Eichhörnchen persönlich gute Nacht sagen.
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Lichtdusche in Norwegen
Auch wenn es beim Waldbaden nicht um Sport, sondern das langsame, bewusste Erleben geht, kommen in der Norwegian Wood Cabin Aktivurlauber besonders auf ihre Kosten. Die moderneFjellhytte liegt versteckt zwischen hohen Nadelbäumen, die im Sommer zu endlosen Wanderungen in den magischen Wäldern und im Winter zum Skifahren einladen.
Danach bietet die luftige, lichtdurchflutete Blockhütte – die skandinavischen Purismus mit großer Wohlfühlatmosphäre kombiniert – ein offenes Raumkonzept für die persönliche Blockparty. Große Naturverbundenheit inklusive. Während die Zweige vor den riesigen Glasfronten tanzen, kann man dem facettenreichen Grün auf einer der Fensterbänke beim Wachsen zusehen und das eigene Ökosystem wieder ins Gleichgewicht bringen. Mit etwas Glück schauen auch noch die Nordlichter mit ihrer spektakulären Show vorbei.
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Aus der Vogelperspektive
Bäume zu umarmen senkt nachweislich das Stresshormon Cortisol und stärkt das Immunsystem. Im Løvtag auf der Insel Bornholm erhält die Praxis sogar architektonische Unterstützung. Ein bisschen Abenteuer inklusive, denn die vom dänischen Architekten Sigurd Larsen entworfenen astreinen Cabins thronen gleich einem Nest unter dem Blätterdach.
Dabei wird jedes der drei Stelzenhäuser von einem anderen Baum geprägt, der durch den Wohnraum wächst und für die entsprechende Atmosphäre sorgt – ob Eiche, Kiefer oder Buche. Geduscht wird im Freien, den Wind auf der Haut, kulinarische Inspiration bieten Naturkochbücher und vom Bett aus kann man die Vögel begrüßen. Ein mitten im Dickicht gelegenes „Hotel“, das die Gäste zu Mitbewohner:innen des Waldes macht, die Perspektive verändert und neue Flügel wachsen lässt.
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Kulturelle Oase
Südlich von La Spezia, mit Blick auf die Mündung der Magra und die Apuanischen Alpen versteckt sich zwischen altem Baumbestand ein Haus, das nicht nur historische Räumlichkeiten, sondern auch den Geist öffnet. In den 1960er Jahren entwarf die Architektin Luisa Castiglioni für Familie und Freundeskreis ein Ensemble aus drei Ferienhäusern.
Ein Hain der Gedanken und Künste, an dem sich Intellektuelle abseits der Städte im Grünen zum Austausch trafen – und ein generationenübergreifendes Projekt, das die Enkelin Maddalena Scarzella mit weitergedachten Möbelentwürfen ihrer Großmutter fortsetzt und so das Erbe der Architektin in die Gegenwart führt. Hier kann man sich nach glühenden Diskussionen zwischen grünen Fliesen, klaren Formen und weißem Marmor zurückziehen oder entlang des bewaldeten Hangs dem harzigen Duft der Pinien zu neuen Erkenntnissen folgen.
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Waldbad mit finnischer Sauna
Überschreitet man die Baumgrenze, werden nicht nur die Schritte gedämpfter, das Licht weicher und das Zwitschern der Vögel unmittelbarer, sondern auch die innere Ruhe größer. Im Ferienhaus Mökki dürfte sich dieser Prozess beschleunigen. Denn das Ferienhaus aus schwarzem Holz liegt einsam und beschaulich im Wald, direkt am See Santara.
Das finnische Karelien gehört zu den waldreichsten Regionen Europas, durchsetzt von tausenden von Seen. Ebenso ursprünglich zeigt sich das scheunengleiche Mökki – ein Ensemble aus Wohnhaus, Saunahaus und Terrasse, gefertigt aus dem Baumbestand des Grundstücks. Innen sorgen Schiebeelemente für Flexibilität, die Einrichtung für Konzentration und das weißgestrichene Holz für eine erfrischende Atmosphäre. Und wem es nach einem Bad im Wald oder im See dann doch zu kalt sein sollte, den bringt die Sauna sicher wieder auf Temperatur.
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Abtauchen am Loch Ness
Die dramatische Landschaft der schottischen Highlands steckt voller Mythen, alten Wäldern und tiefen Seen. Im elegant-lässigen Cottage Tigh na Coille kommt alles zusammen. Oberhalb des sagenumwobenen Loch Ness gelegen, blickt das ehemalige Herrenhaus auf eine lange Historie zurück.
Von der Natursteinfassade über die Stuckdecken, handbedruckten Tapeten und alten Gemälde bis zu den Namen der vier Schlafzimmer (Scarlett, Marthe, Nymph und Orlando) atmet hier alles Geschichte. Kombiniert mit moderner, skandinavischer Coolness und lichterfüllten Räumen mit Ausblick auf die alten Bäume des Gartens, das Loch oder die schottischen Hügel. Beim Vollbad in den umliegenden Wäldern lassen sich dann noch viele weitere ungeheuer schöne Orte für die epische Entspannung entdecken.
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Zen in der Eifel
Achtsamkeit gehört zum Waldbaden wie der Bauchplatscher ins Freibad. Im Eifelhäuschen inmitten der Vulkaneifel lassen sich alle Sinne aufs Feinste schärfen. Auf einer Anhöhe, umarmt von Bäumen und Sträuchern und geschützt von einem langgezogenen Dach, blickt es auf ein weites Meer aus Wäldern und Maaren.
Dabei ist das 1975 erbaute und zeitgemäß renovierte Ferienhaus mit seiner schwarzen Schieferfassade genauso alt wie der Begriff des Waldbadens selbst. Auch wenn der Ursprung viel weiter zurückreicht, wird Shinrin-yoku in Japan seit den 80er-Jahren als Heilmittel angewandt, um sich vom Stress unserer modernen, urbanen Gesellschaft zu erholen. Mit seinen Panoramafenstern, der kontemplativen Gestaltung, zwei Terrassen und einem eigenen Wald ist das Eifelhäuschen ein idealer Ort, um Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken wieder bewusst zu erleben.
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Im Wood Wide Web
Wenn bei über 30° die Synapsen glühen, hilft nur noch ein Bad zwischen Bäumen. Am besten in Kombination mit frischem Alpenblick. Wie in den Waldchalets im österreichischen Brandnertal – fünf minimalistische Ferienhäuschen, die außen wie innen ihr natürliches Habitat zelebrieren.
Von der Außenfassade aus dunklem über die Inneneinrichtung aus hellem Holz bis zu den großen Fensterfronten, die der Vorarlberger Fauna und Flora keine Grenzen setzen. Allesamt mit Blick Richtung Berg und Tal und doch jedes ganz auf sich konzentriert. Flankiert von hohen Wipfeln, die dicht beisammenstehen und sich austauschen. Mal im Wind flüsternd, mal unterirdisch verflochten. Ein guter Ort, um im Schatten ganz leise zu werden und die Kommunikation der Natur zu überlassen. Ein Tipp für kleine Feen und Trolle: entweder ein Besuch auf dem Kinderspielplatz oder ein Purzelbaum auf dem Moosteppich.
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Text: Julia Hauch
Fotos: Jan Huber via unsplash (Titelbild), Peter Tilessen (Casa & Cassetta Tessino), Detlef Rahe (Norwegian Wood Cabin), Nina Malling (Løvtag Bornholm), Valentina Sommariva & Luigi Fiano (Boccamonte), Carla Gertz (Mökki Santara), Fran Mart (Tigh na Coille), Mathias Peters (Eifelhäuschen), Katharina Bohm & Günter Richard Wett (Waldchalets Brandnertal)
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