Drei gotische Kirchlein, deren Geschichte bis heute nicht vollständig geklärt ist, geben diesem Weiler hoch über dem Eisacktal seinen Namen. Warum sie so eng beieinanderstehen, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Vielleicht hat es etwas zu tun mit den vielen Quellen an diesem Hang – vor der Zeit des Christentums, in der Antike, vermutete man an derlei Orten Götter. Lange wurde das Quellwasser, das nahe den Kirchen austritt, als Heiltrinkwasser genutzt. Es sollte gegen Frauenleiden und Kinderlosigkeit helfen und zur Erholung nach der Geburt beitragen. Aus der ganzen Gegend kamen die Bauersfrauen hierher und trafen auf Ihresgleichen. Ob auch die Urgroßmutter des heutigen Betreibers zum Kuren hierherkam, ist nicht überliefert. Unter Kinderlosigkeit litt sie jedenfalls nicht, ganze 15 Kinder brachte sie zur Welt. Zu jeder Geburt schenkte ihr ihr Mann ein Grundstück – und eines davon war 1811 dasjenige des Gasthofs Bad Dreikirchen, der im Mittelalter erstmals erwähnt wurde. Und seither in Familienbesitz ist.
Um die Jahrhundertwende wurden die Bauersfrauen von einem vornehmeren Publikum abgelöst: Es reisten Sommerfrischler aus den immer lauter gewordenen Städten an. Sigmund Freud kam, Christian Morgenstern kam. Die Abgelegenheit dieses Ortes wurde zum Trumpf – kein Straßenlärm, kein Durchgangsverkehr. Das ist auch heute noch so: Wer nach Bad Dreikirchen will, geht zu Fuß oder nimmt das Geländetaxi.
Aus der reichen Geschichte erwächst für das Betreiberpaar eine große Verantwortung, und so fügten sie Anfang des Jahrtausends zwar eine neue Loggia sowie unten in der Wiese ein Schwimmbad hinzu, wahren das Haus und seine Haltung aber wie einen Schatz. Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Charakter: Das Gasthaus Bad Dreikirchen war einst mit dünnen Strukturen gebaut, also nur für den Sommer. Und so öffnet es auch heute noch erst im Mai – und schließt im Oktober, wenn der Berg es verlangt.
Alle 24 Zimmer sind mit Zirbenholz ausgeschlagen, und haben weder Fernseher noch Telefon. Aber sonst gleicht keines dem anderen. Man geht also in die Bibliothek, oder ins Musikzimmer mit Bösendorfer-Flügel, sitzt, trifft andere Gäste. Im Gastzimmer speist man an speckigen Holztischen mit einer Glätte, die sich nur über Jahrzehnte einstellt. Diese Behaglichkeit darf man auch spüren – die Gastgeber sind noch nicht einmal schockiert, wenn man barfuß herumlauft. Und auch das Quellwasser ist noch da und versorgt nach wie vor das gesamte Haus.
Was geht hier
Alles, was ein Alpensommer hergeben kann – und noch viel mehr: Wandern und spazieren, lesen und schreiben, dazu im beheizten Pool schwimmen und faulenzen. Unten im Tal ist jede Menge Kultur geboten.
Warum wir dieses Haus mögen
Ein Haus mit Geschichte, in dem man Urlaub so wie früher machen kann.
Für wen passt dieses Haus
Für alle, die Lust auf Abgeschiedenheit in guter Gesellschaft haben. Für gewöhnlich gibt es unter den Gästen des Hauses viel Austausch.
Nachhaltigkeit
Das Haus ist ohne Auto erreichbar – von Bozen aus dauert es mit Bahn, Bus und zu Fuß weniger als eine Stunde bis ins Haus.
Details
| Region |
IT - Italien, Südtirol, Barbian Trentino-Südtirol |
| Name | Gasthof Bad Dreikirchen |
| Lage | Dolomiten |
| Fertigstellung | Teilumbau/Sanierung 2003-2009 |
| Design | Lazzarini Pickering Architetti, Rom |
| Veröffentlicht | AD Juni 2000, Abitare Januar 2005, Interni März 2009 |
| Spezielles | Lage autofrei auf 1120m üNN im Naturschutzgebiet. Geöffnet von Mai bis Oktober. |
| Auszeichnungen | Der erste Abschnitt des Umbaus war Teil der Ausstellung im italienischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig 2003 |
| Architektur | alt, alt & neu, Baudenkmal - alt |
| Unterkunft | Hotel |
| Kriterien | Zimmer für 1-4 (Hotel), Berge, Garten, Musik, Pool, Restaurant, Wandern, Ohne Auto erreichbar |
| Registrierung | CIN: IT021007A187DR4UOG |
Verfügbarkeitskalender
Der Kalender zeigt die aktuelle Verfügbarkeit der Unterkunft an. An Tagen mit weißem Hintergrund ist die Unterkunft noch vollständig verfügbar. Hat eine Unterkunft mehr als eine vermietbare Einheit, werden Tage mit freien Kapazitäten mit hellgrau markiertem Hintergrund angezeigt. An Tagen mit dunkelgrauem Hintergrund ist die Unterkunft nicht verfügbar.
2 Kommentare
Bad Dreikirchen — unter der Egide von Matthias Wodenegg — bietet die Erfüllung dessen, was unter einem“Paradies auf Erden” verstanden werden kann. Natürlich ist das stets subjektiv. Für mich ist es ein Paradies auf Erden.
Landschaft, Aus- und Einblicke, Luft, Ruhe, Gast-Wirtschaft, Gastfreundschaft, Gäste und Gastgeber ergänzen sich zu einem “Gesamtkunstwerk” — das seines Gleichen sucht. Ambiente, Küche und Weinkeller runden mein Glücksgefühl völlig stimmig — wie ein großes Streichquartett — ab.
Ein guter Ort, ehrlich und klar und einfach nur wohltuend. Statusgetue spielt keine Rolle, es begegnen sich Menschen, Alte, Junge, sehr wohlerzogene Kinder. Eine Atmosphäre, die zum Wesentlichen führen kann, wenn man will und sich einlässt auf die Natur, die grandiosen Blicke in die Dolomiten und die Spiele des Lichts. Familie Wodenegg und ihr wunderbares Personal haben miteinander genau den richtigen Ton gefunden. Sie verwöhnen mit Aufmerksamkeit und frischen Produkten, Essen und Trinken sind vom Feinsten und wunderbar leicht (das Menü am Abend mit besten Weinempfehlungen). Und: Die Zimmer duften lebendig, nach Holz und altmodischer Sommerfrische. Ein Ort zum Immer-Wiederkommen.