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Medi­ter­ranean Acro­polis — Che­rubino Gam­bar­dellas Hommage an den Mythos des Medi­ter­ranen

Italien ist übersät von Ruinen. Von jenen antiken, auf welchen das kulturelle Erbe des Landes aufbaut und welche alljährlich Touristenströme nach Paestum, Pompei und Agrigent ziehen.

von Britta Krämer im März 2017

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im March 2017 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Medi­ter­ranean Acro­polis — Che­rubino Gam­bar­dellas Hommage an den Mythos des Medi­ter­ranen in  /

Die­selben alten Steine bereiten in regel­mä­ßigen Abständen dem Denk­mal­schutz Fund­freude und den Stadt­ver­wal­tungen Kopf­zer­brechen, wenn man beim Ausbau einer Metro­linie auf eine antike Säule stößt, die es vermag, ein ganzes Bau­projekt für Monate oder gar Jahre zu stoppen. Ruinen steht man in Italien daher ambi­valent gegenüber, je nachdem, zu welcher Inter­es­sens­gruppe man sich zählt. Zu den Bewahrern oder den Moder­ni­sierern.

Vor allem der Mez­zo­giorno, der sonnige Süden Ita­liens, lebt seit langem auch mit einer anderen, moder­neren Form der Ruine: Nie fer­tig­ge­stellte Beton­kon­struk­tionen, die an Stränden, inmitten von Wei­deland oder auf idyl­li­schen Hügeln in die Land­schaft ragen wie die ver­stei­nerten Ske­lette ver­durs­teter Mammuts. In diesem Falle ist es schwierig, über­haupt jemanden zu finden, der Position bezieht für diese grauen Relikte abrupt ein­ge­schla­fener Bau­vor­haben und einer chro­nisch gewor­denen, deva­stie­renden Bau­spe­ku­lation.

Für den nea­po­li­ta­ni­schen Archi­tekten und Archi­tek­tur­theo­re­tiker Che­rubino Gam­bar­della jedoch birgt das Unfertige dieser Beton­ske­lette ein immenses Potential, es stellt die Blau­pause für eine gänzlich neue Existenz dar, die es zu erahnen, zu ima­gi­nieren und in Kör­per­lichkeit zu über­setzen gilt. Das Unfertige ist ein spazio in attesa, ein Raum in Erwar­tungs­haltung, in dem alles möglich werden kann: eine Meta­mor­phose, eine Wie­der­geburt, die Fort­setzung einer Erzählung.

In unserem Gespräch skiz­ziert Che­rubino Gam­bar­della sein archi­tek­to­ni­sches Schaffen:„Ich habe eine seltsame Art zu arbeiten. Ich nähere mich einem neuen Projekt auf vie­lerlei Ebenen an: For­schungs­arbeit, kul­tu­relle Stra­tegie, Skizzen, Col­lagen. Die eigent­liche Pro­jekt­ent­wicklung über­nimmt meine Frau Simona. Dies macht uns zu einem sehr beson­deren Team und ver­leiht unserer Arbeit beides, Autor­schaft und Pro­fes­sio­na­lität und ergänzt sie um ein mir sehr wich­tiges Element: Die Emotion.“

Itri. Ein kleiner Ort im süd­lichen Latium. Gelegen zwi­schen dem Golf von Sper­longa und dem Golf von Gaeta, stets in Blick­kontakt mit dem Meer, stets durch­zogen vom Duft der medi­ter­ranen Macchia. Auf einem weit­läu­figen Hang­grund­stück ruhen zwei schlichte weiße Bau­körper sta­tu­enhaft in der Land­schaft. Ihre Form ist geheim­nisvoll, kaum zu ent­schlüsseln aber unmiss­ver­ständlich medi­terran: Villa Due Pini und Villa Capri.

Wie Phoenix aus der Asche haben sich die beiden Häuser über ihr vor­ma­liges Dasein als Beton­ske­lette erhoben, wurden neu erdacht und ange­kleidet Dank der visio­nären Ideen und der behut­samen Hände von Che­rubino Gam­bar­della und seiner Frau und Schaf­fens­kol­legin Simona Ottieri. Das Archi­tek­tenduo blickt auf ein beein­dru­ckendes Port­folio dieser reani­mierten Beton­ka­daver zurück, die in einem Schaf­fens­prozess, der mehr dem eines Künstlers, Kunst­hand­werkers oder Schneiders gleicht, in ihre neue Daseinsform gebracht wurden und nun friedlich und sou­verän mit ihrer Umgebung dia­lo­gi­sieren. Eine Collage, die Gam­bar­della im Laufe des Ent­wurfs­pro­zesses für das Projekt in Itri ange­fer­tigte, trägt den Titel Medi­ter­ranean Acro­polis und bringt die Vision des Archi­tekten ein­drucksvoll viel­schichtig zum Aus­druck: Dieses Projekt ist ein Spiegel der Iden­tität eines Ter­ri­to­riums, eine Hommage an das medi­ter­raneo imper­fetto, an Giò Ponti, Sottsass und Le Cor­busier.

Villa Due Pini ist zeitlos, intro­ver­tiert, pur. Seine Sil­houette hat dem Haus Spitz­namen wie White bunker pumpkin house oder White Ele­phant ein­ge­bracht. Die Fassade, die voll­ständig mit glänzend weißer craquelé-Keramik ein­ge­kleidet ist, legt sich wie ein schüt­zender Panzer um das Gebäude, das aber niemals in Ver­tei­di­gungs­haltung geht. Das Haus strahlt eine schlichte, unprä­ten­tiöse Eleganz und eine fast medi­tative Ruhe aus. Man erahnt die Idee des apu­li­schen Trullo oder der sar­di­schen Nuraghe, die zeit­ge­nös­sisch durch­de­kli­niert wurde.

Imposant, mit einer akzen­tu­ier­teren Expres­si­vität als das Vor­gän­ger­projekt und in jeder Hin­sicht akro­po­lisch zeigt sich Villa Capri. Den Auftrag zu diesem zweiten Projekt erhielt Gam­bar­della 2014 im Rahmen der Biennale in Venedig. Die Auf­trag­geber wünschten sich für das Fol­ge­projekt einen Bau mit klas­si­schen, fast pal­la­dia­ni­schen Anklängen und einem klaren Bezug zur Archi­tektur von Capri. So inspi­riert sich denn auch der Name des Hauses an Alberto Savinios „Capri“ von 1926.

Beiden Villen gemein ist der Einsatz ele­men­tarer, fast banaler Ele­mente – Fenster, Türen, Geländer – deren Zusam­men­spiel und kom­po­si­to­rische Syn­these eine ele­gante und zugleich leicht zugäng­liche Wirkung her­vorruft. Die Fassade setzt die stark betonten, poly­chromen Fens­ter­rah­mungen spie­le­risch in Szene, bricht so die Bana­lität des ele­men­taren Bau­körpers auf und ver­meidet Wie­der­ho­lungen. Das­selbe pas­siert im Innen­be­reich, dessen schlichte Raum­auf­teilung durch die Struktur des Beton­ske­letts bestimmt ist: Fenster und Wand­ni­schen geben den Innen­wänden ein Gesicht, Öff­nungen schaffen eine Kon­ti­nuität der Räume und eine freie Sicht zwi­schen Innen und Außen.

Während die craquelé-Fassade der Villa Due Pini an den geschlos­senen Panzer eines Tieres erinnert, mul­ti­pli­zieren die luf­tigen Vor­bauten und Über­da­chungen aus Schilfrohr der Villa Capri die Räume des Hauses und führen sie im Außen­be­reich fort.

Ele­mente, die das nicht Per­fekte, das nicht Präzise reprä­sen­tieren, liebt Gam­bar­della. „Gewollte Dis­so­nanzen, eine kon­trol­lierte falsche Gram­matik und auch eine gute Portion Ironie so wie im Falle der Villa Capri, die iro­nisch mit Kli­schees von Reichtum und Luxus spielt, so wie die in unre­gel­mä­ßigen Abständen posi­tio­nierten Säulen, aus welchen Bou­gain­villeas wachsen …“. Seine Häuser sind der Beweis dafür, dass Kon­traste nicht nur koexis­tieren sondern eine kraft­volle Syn­these ein­gehen können: Ein­dringlich und doch leise. Imposant und dennoch bescheiden. Nackt und ver­kleidet. Glatt und hap­tisch her­aus­for­dernd. Pure Essenz und man­nig­fache Wan­del­barkeit.

Villa Due Pini und Villa Capri stehen in direktem Blick­kontakt mit dem Meer, und so durch­strömt sein Cha­rakter die Gebäude in all seinen Formen. Farbe, Kon­traste, Licht, wech­sel­hafte Hori­zonte und der Duft der macchia medi­ter­ranea. Das medi­terrane Weiß der Bau­körper wird zur Bühne und Pro­jek­ti­ons­fläche für die Licht- und Schat­ten­spiele auf der glatten Ober­fläche, die eine ein­zig­artige, uner­wartete Dynamik ent­wi­ckeln. Über­haupt erfahren beide Häuser am Übergang von Tag zu Nacht eine Meta­mor­phose ihrer Aura und werden zum Spiegel der Stim­mungen der Natur. Eine Syn­these der Ele­mente, eine beein­dru­ckende Kom­po­sition der Wech­sel­wir­kungen von Licht und Schatten. Har­monie und Anmut des Medi­ter­ranen, ein­ge­fangen, durch­de­kli­niert und meis­terhaft in Archi­tektur über­setzt von Che­rubino Gam­bar­della und Simona Ottieri: Genius Loci und der Mythos des Medi­ter­ranen.

Che­rubino Gam­bar­della ist einer der bekann­testen zeit­ge­nös­si­schen Archi­tekten Ita­liens auf inter­na­tio­nalem Parkett. Als Archi­tek­tur­theo­re­tiker sowie Pro­fessor und Fakul­tätschef der 2. Archi­tek­tur­fa­kultät von Neapel ist er Ver­fasser zahl­reicher Bücher zum Thema des Medi­ter­ranen und hat mit seinen Archi­tek­tur­pro­jekten und künst­le­ri­schen Arbeiten an meh­reren Bien­nalen in Venedig (Kunst und Archi­tektur) teil­ge­nommen. Che­rubino Gam­bar­della, dessen Idee der demo­kra­ti­schen Schönheit — la bel­lezza demo­cratica - unter anderem den sozialen Woh­nungsbau Neapels mutig auf den Kopf gestellt und um eine große Portion Mensch­lichkeit berei­chert hat, ist manch einem cine­as­tisch bewan­derten Leser sicher nicht ganz unbe­kannt: Er stand als Alter Ego Pate für den Prot­ago­nisten Jep Gam­bar­della in Paolo Sor­ren­tinos Film „La grande bel­lezza“ , der 2013 mit einem Oskar aus­ge­zeichnet wurde.


Text: Britta Krämer, Juli 2016

Alle Autoren­rechte der Col­lagen, Skizzen und Grund­risse liegen bei Che­rubino Gam­bar­della. Bild­rechte: Che­rubino Gam­bar­della, Hans Jaeger, Peppe Maisto

Die Häuser

Feri­enhaus Villa Due Pini
Villa Due Pini
Feri­enhaus Villa Due Pini
Umgeben von Oli­ven­bäumen und mit Blick auf das Tyr­rhe­nische Meer liegt die Villa Due Pini auf einem Hügel oberhalb der mit­tel­al­ter­lichen Stadt Itri. Der ita­lie­nische Architekt Che­rubino Gam­bar­della hat das Haus auf Grundlage eines unfer­tigen Stahl­be­ton­ske­letts ent­worfen.
Feri­enhaus Villa Capri
Villa Capri
Feri­enhaus Villa Capri
Die Villa Capri liegt in einem Oli­venhain am Ortsrand von Itri, einer kleine Stadt zwi­schen Rom und Neapel. Das Haus wurde aus der Bau­ruine eines Stahl­be­ton­ske­letts gebaut.

6 Kommentare

Seite 1 von 2

due pini is a won­derful excep­tional place to stay with magical views across the bay, designed and deco­rated with a won­derful clean modern and spa­cious esthetic an altog­ether roomy place. and many special and dif­ferent spots for family and friends to hang out.great for family vacation and not so over­whelming for a couple or a few friends.
and of course the archi­tecture is very special and ori­ginal

jeri drucker sagt:

love it… so nice to read about Due Pini
having been a quest and soaked up the ambience of this house / piece of objet-art its been a joy to relive the place through the feature.

Cathal sagt:

This is top-rank on my bucket list, wow!!

Robert sagt:

A beau­tiful vacation get-away with unfor­gettable views of the Medi­ter­ranen. The spa­cious and thoughtful interior design makes for com­for­table and elegant living.

irene sagt:

This article does great justice to both Due Pini and Villa Capri. As a guest at Due Pini, I was swept away by the graceful archi­tecture, thoughtful design and spec­ta­cular views of the Medi­ter­ranean. An ideal family vacation desti­nation.

irene sagt:

Due Pini is a won­derful and breath­taking holiday place snuggled into the moun­tains of Itri. Our whole family and friends app­re­ciated the special design so much and loved the stay in this unique villa. Thanks for the special feature!

Noemie sagt:

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