Das Pirol – eine Kulturinsel inmitten wilder Natur

Wer eine Veranstaltung plant, braucht einen passenden Raum. Am besten einen, der sich perfekt an die eigenen Bedürfnisse und Ideen anpasst. Und für so einen machen wir uns dieses Mal auf den Weg in die Nordwestuckermark.

Natur – so weit das Auge reicht. Innehalten, nur mit sich sein. In der Nordwestuckermark, eine Stunde nördlich von Berlin, ist dies möglich. Seit vielen Jahren ist die Region Rückzugsort für erholungssuchende Städter und Urlaubsparadies für Naturliebhaber. Bauernhäuser und Feldsteinscheunen verwandeln sich in Feriendomizile und dazwischen gibt es viel Grün. Auch die Berliner Modedesignerin Johanna Michel ist vor vielen Jahren dem Charme der Uckermark erlegen. Zusammen mit ihrem Mann und dem Berliner Architekten Thomas Kröger hat sie zwei Ferienhäuser realisiert.

Eines Tages stand eine alte, verlassene Feldsteinscheune vor ihr, umgeben von zwei kleinen Seen. Ein vergessenes Kleinod, das darauf wartete, bespielt zu werden. Die Hülle blieb, wurde nur an manchen Stellen geöffnet, und eine Holzbox mit Vorhalle und ein Workshopraum integriert. Scheinbar unfertig und definitiv rau präsentiert sich das Innere – und doch ist nichts dem Zufall überlassen. Gekonnt wird das Unperfekte zelebriert. Das Pirol ist Chance und Herausforderung zugleich, einen Raum mit Leben zu füllen. Ein bisschen wie der Namensgeber selbst, auffallend gekleidet, eher scheu und gut versteckt, treffen wir Johanna Michel an ihrem Lieblingsplatz: der Terrasse. Dort wo einst der Misthaufen dampfte, befinden sich heute bunte Staudenmischungen in Hochbeeten. Der Blick geht zwangsläufig in die umliegenden Bäume.

Richard Wagner baute einst den geflöteten Gesang des Pirols in seine Oper Siegfried ein. Die von Bülows trugen den gelben Vogel im Wappen und der berühmteste Sohn Victor benannte sich nach der französischen Version: Loriot. Ein schillernder Namensgeber!

Das war mir anfangs gar nicht bewusst. Ich habe den auffallend gelb-leuchtenden Vogel hier zum ersten Mal in meinem Leben gesehen. Es passt aber sehr gut zu unserer Idee, einen Ort zu schaffen, an dem sich Natur und Kultur begegnen, sich austauschen und im besten Fall etwas Neues daraus entstehen lassen. Wir stellen den Raum und andere füllen ihn mit Leben. Sei es für Fotoshootings, Yoga-Workshops, Teamevents oder auch kleinere Feiern. All das ist hier möglich.

Das Pirol ist noch im Werden. Es wird so wie es ist, bereits genutzt, aber ihr plant noch mehr?

Das Haus ist sehr groß, sodass wir uns etappenweise vorarbeiten. Auch um für uns besser zu verstehen, was es werden kann und soll. Unser nächstes Projekt ist ein Innengarten. Zwischen der Holzbox und dem Workshopraum wird eine Art hortus conclusus entstehen, ein von den Feldsteinwänden gerahmter Garten, der die Natur in das Haus holt, es durchdringt und so mit den Themen Innen und Außen spielt. Von den Innenräumen aus wird man den Garten durch eine Glasscheibe sehen können, von außen bleibt er versteckt.

Welche Veranstaltung würdest du am liebsten hier planen?

Einen Kunstsalon, ganz im Sinne Gertrude Steins, wo Kunst auch das Interdisziplinäre beinhaltet. Auch das Kunsthandwerk wäre ein wichtiger Teil dieses Kunstsalons, eine Mischung aus Werkstatt und Vernissage.

Und warum sollten wir uns unbedingt auf den Weg in die Nordwestuckermark machen?

Mich inspiriert diese Landschaft. Sie erdet einen und gibt Kraft. Das Wilde und Unperfekte steht im Kontrast mit unserem sonst so eng getakteten und optimierten Leben. Ich fühle mich hier frei und lebendig.

Die Gastgeber 

Die Professorin und Modedesignerin Johanna Michel und ihr Mann, der Bauunternehmer Dirk Preuß pendeln seit vielen Jahren zwischen Berlin und der Uckermark. Zusammen mit dem Architekten Thomas Kröger haben sie 2012 das vielfach ausgezeichnete „Schwarze Haus“ gebaut. Was eigentlich als privates Ferienhaus geplant war, erfreut sich großer Beliebtheit bei den Gästen. 2019 kam „Die kleine Acht“ hinzu, ein umgebautes DDR-Siedlungshaus mit einem von Gartendesigner Rainer Elstermann angelegten Stauden- und Gräsergarten.

Das schwarze Haus“ und „Die kleine Acht“ sind beide Partner von Urlaubsarchitektur.

Der SPACE

Das Pirol liegt im Ort Beenz, in der Nordwestuckermark, zwischen Prenzlau und Templin. Der ehemalige Stall hat eine Insellage und ist umgeben von zwei Seen und Wald. Der Außenbereich ist größtenteils naturbelassen. Im Workshopraum befinden sich Tische, Stühle, Sofas, eine Küche und Toiletten. Die Holzbox mit Vorraum kann einzeln oder dazu gemietet werden. Die Räume eignen sich für Seminare, Teamevents und Feiern mit bis zu 30 Personen. Außerdem kann das Pirol für Foto-Shootings und Workshops gemietet werden.

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