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Das zweite Leben einer alten Kirche

Anke Nuxoll-Oster ist eine DIY-Frau. Zu ihrem ersten Haus kam sie eher durch Zufall, dann hat sie die Leidenschaft als Retterin alter Gemäuer und als Gastgeberin gepackt.

von Ulrich Knoll im Juli 2017

Dies ist ein Artikel aus unserem Archiv. Er ist im July 2017 erschienen, möglicherweise sind nicht mehr alle Details aktuell.

 Das zweite Leben einer alten Kirche in  /

Im März 2018 wird mit der alten Kirche in Bern­kastel-Wehlen an der Mosel ihr viertes Urlaubs­ar­chi­tektur-Projekt die Pforten öffnen: Gäste können dann erstmals in Deutschland eine Kirche und später auch das zuge­hörige Feu­er­wehrhaus bewohnen. Eine Mut-mach-Geschichte für Alle, die bislang nur heimlich von ihrer eigenen Urlaubs­ar­chi­tektur geträumt haben.

Anke, Du bist stu­dierte Betriebs­wirt­schaft­lerin und hattest bis zu Deinem ersten Projekt keine ein­schlä­gigen Erfah­rungen mit der Reno­vierung von Gebäuden und der Beher­bergung von Gästen. Bist Du also sprich­wörtlich „wie die Jungfrau zum Kinde“ zur Urlaubs­ar­chi­tektin geworden?
Anke Nuxoll-Oster: Das kann man so sagen. Die Geschichte hat schon 2007 ihren Anfang genommen. Wir hatten damals unseren pri­vaten Altbau in ein Mehr­ge­ne­ra­tio­nenhaus umgebaut und damit den 1. Preis beim Leser­wett­bewerb „Umbauen & Anbauen“ der Zeit­schrift Zuhause Wohnen gewonnen. Für den Beitrag hatte uns die Redaktion einen Foto­grafen und eine Sty­listin vor­bei­ge­schickt. Als die gerade aus dem Haus waren, klin­gelte es wieder: Die Sty­listin wollte mir unbe­dingt noch sagen, dass ich ihrer Meinung nach ein Händchen für Innen­ein­richtung hätte und über­legen sollte, das beruflich aus­zuüben. Das hat mich ziemlich über­rascht, da mir das selber über­haupt nicht bewusst war.

An dem Punkt wollte ich mich bereits beruflich ver­ändern und habe das dann tat­sächlich ziemlich zügig in die Rea­lität umge­setzt. Da ich mir damals nicht vor­stellen konnte, für fremde Men­schen Pri­vat­woh­nungen ein­zu­richten, habe ich zu Beginn in Köln eine Immo­bilie erworben und zum Boar­ding­house mit sechs Woh­nungen umgebaut. Dort konnte ich mich erstmals pro­fes­sionell aus­toben. Und weil das gut funk­tio­niert hat, kam noch ein Boar­ding­house mit fünfzehn Woh­nungen in Essen dazu.

Und wie bist Du dann im Feri­enhaus-Sektor gelandet?
Anke Nuxoll-Oster: Wenn man so will, wie­derum auf Umwegen. Wir hatten öfter Schwie­rig­keiten für den Ski­urlaub im Sau­erland ein schönes Domizil zu finden. Irgendwann war ich wirklich frus­triert und dachte mir: Viel­leicht muss man es einfach selber machen. Ich bin dann auf ein pas­sendes Haus in Win­terberg gestoßen, das seit 2012 von uns sowohl ver­mietet als auch eigen­ge­nutzt wird. Die Fremd­ver­mietung war not­wendige Vor­aus­setzung, weil wir uns ein eigenes Feri­enhaus gar nicht hätten leisten können. Nachdem sich Win­terberg gut anließ und ich mich in der Feri­enhaus-Ver­mietung sicherer fühlte, habe ich mich an aus­ge­fal­lenere Objekte her­an­gewagt: Es folgten mit der Mon­schau­bleibe (2013), der Sau­er­land­bleibe (2014) und der Brü­cken­villa (2015) die Häuser, die bereits bei Urlaubs­ar­chi­tektur ver­treten sind.

Dein neu­estes Projekt ist ein Kir­chen­umbau an der Mosel. Erzähle mal!
Anke Nuxoll-Oster: Ja, das ist wirklich außer­ge­wöhnlich und ich kann es selbst oft kaum fassen, dass ich nun die erste Kirche in Deutschland in ein Feri­enhaus umbaue. In Holland und England gibt es das ja bereits häu­figer, aber hier ist es noch Neuland.

Da wir bei unserer Sau­er­land­bleibe gemerkt hatten, dass es für moderne Gruppen- und Semi­nar­häuser eine hohe Nach­frage gibt, hatten wir uns gezielt auf die Suche nach einem großen Haus gemacht. In einer Online­aus­schreibung der Stadt Bern­kastel bin ich dann auf die alte Kirche in Wehlen gestoßen, für die seit langem ein neuer Eigen­tümer gesucht wurde. Aber niemand wollte das mitt­ler­weile marode Gebäude haben. Da der Stadt die finan­zi­ellen Mittel fehlten, hatte es über Jahre hin­ein­ge­regnet, so dass bereits gra­vie­rende Schäden an der Bau­sub­stanz vor­handen waren. Doch das Baujahr von 1669 und die vielen Alt­bau­ele­mente hatten immer noch ihren Charme.

Fotos aus der Bau­phase, Frühjahr 2017

Für uns war die Kirche perfekt, da sie schon vor über 100 Jahren nicht mehr genug Platz für die wach­sende Bevöl­kerung bot und daher nach dem Bau einer neuen Kirche bereits säku­la­ri­siert und in Armen­woh­nungen umgebaut worden war. Somit ist sie von der Auf­teilung her als Grup­penhaus bestens geeignet. Später folgten dann diverse weitere Umnut­zungen, so dass die Weh­lener schon daran gewöhnt waren, dass ihre alte Kirche anderen Zwecken diente. Das war, glaube ich, sehr hilf­reich für die Akzeptanz meines neuen Vor­habens.

Der Kir­chenraum mit der acht Meter hohen Gewöl­be­decke wird nun zur offenen Küche und zum Ess- und Semi­nar­be­reich umgebaut. Im Dach­ge­schoss gibt es künftig Platz für Work­shops, Yoga­kurse oder sonstige Grup­pen­ak­ti­vi­täten. Den Gästen stehen dann ins­gesamt zehn Schlaf­zimmer und sieben Bäder zur Ver­fügung. Von einem der Schlaf­zimmer wird es hof­fentlich – wenn das Geld reicht — einen Zugang zum Kirchturm mit der atem­be­rau­benden Aus­sicht auf die welt­be­rühmte Weinlage Weh­lener Son­nenuhr geben. Und der schöne Kirch­garten lädt künftig zum Grillen und Ent­spannen ein, im Gewöl­be­keller kann später auch gefeiert werden.

Aber das ist alles Zukunfts­musik. Im Moment stecke ich gerade noch voll in der Bau­stel­len­or­ga­ni­sation. Und hier bean­sprucht mich vor allem der Chorraum – der Umgang mit den Themen Schall und Beheizung ist natürlich eine besondere und für mich neue Her­aus­for­derung.

Wenn man sich ansieht, wie die Kirche vorher aussah: sind solche Pro­jekte nicht generell unglaublich zeit­auf­wändig und schlecht kal­ku­lierbar? Oder warst Du immer von deiner Lei­den­schaft getrieben und irgendwann gab es einfach kein Zurück mehr?

Anke Nuxoll-Oster: Ich ver­liebe mich ja immer sofort in meine Häuser und kann dann eigentlich gar nicht mehr zurück. Das war bei der Kirche besonders hart, weil ich neun Monate um eine Bank­fi­nan­zierung kämpfen musste. Ein solcher Bau passt ja in kein Gut­ach­ter­schema und wurde daher mehrfach als nicht finan­zierbar ein­ge­stuft. Und die einzige Bank, die letzt­endlich bereit war, hat uns nur ein sehr enges Budget ein­ge­räumt – so dass ich täglich mit mir ringe, was ich umsetzen kann und auf was wir ver­zichten müssen. Das ist schon eine schwere Geburt. Aber wenn der Umbau fertig ist, bin ich sicher, dass sich der ganze Stress gelohnt hat.

Fotos aus der Bau­phase, Frühjahr 2017

Was muss man aus deiner Sicht mit­bringen, um Häuser erfolg­reich umzu­bauen und zu ver­mieten? Kann das eigentlich jeder?
Anke Nuxoll-Oster: Ich denke, es gibt ein paar Punkte, die wichtig sind. Wann immer ich ein neues, häufig sehr marodes Objekt sehe, habe ich sofort eine Vision, eine genaue Vor­stellung davon, was ich daraus machen kann und wie es später aus­sehen wird. Andere halten mich oft für ver­rückt. Aber ich sehe nie den Ist-Zustand, sondern immer nur das End­ergebnis.

Hinzu kommt, dass ich es liebe, zu reisen und dabei Orte aus­findig mache, von denen ich mich inspi­rieren lasse. Ich nehme dann die Beson­der­heiten auf, die mir gefallen und kann sie oftmals, wenn auch in abge­wan­delter Form, in neue Pro­jekte ein­fließen lassen. Auf diese Art habe ich aus all den Ein­drücken der letzten Jahre eine Art Archiv ange­sammelt, aus dem ich schöpfe. So hat sich über die Zeit bei mir sicherlich die Fähigkeit weiter ent­wi­ckelt, dass die Ideen sofort kommen — egal wie unter­schiedlich die Häuser sind.

Aber neben der krea­tiven Ader ist auch eine Portion Mut und Uner­schro­ckenheit uner­lässlich. Ich bin eigentlich immer sehr zuver­sichtlich, dass sich die Häuser ren­tieren und es so läuft, wie ich es mir vor­ge­stellt habe. Denn wenn man nur die Pro­bleme im Fokus hat, ringt man sich ja nie zu etwas durch. Ein wenig kommt mir auch mein betriebs­wirt­schaft­licher Hin­ter­grund zugute. Nur mit Krea­ti­vität alleine lässt sich so ein Unter­nehmen nicht stemmen. Alt­bauten halten leider auch immer Über­ra­schungen mit Mehr­aufwand bereit und wir mussten, das muss ich zugeben, bisher bei jedem Projekt nach­fi­nan­zieren. Ein grö­ßerer finan­zi­eller Puffer sollte daher im Vorfeld schon mit ein­kal­ku­liert werden. Das nehme ich mir auch jedes Mal vor. (schmunzelt)

Was macht Dir bei der Ver­mietung am meisten Spaß?
Anke Nuxoll-Oster: Am schönsten ist es, die Häuser und Woh­nungen vor dem Verfall zu retten, sie sorgsam zu sanieren und dann ganz nach dem eigenen Geschmack ein­zu­richten. Das ist ein bisschen so, als würde man sein eigenes Zuhause immer wieder neu erfinden. Wenn dann noch von den Gästen so viel posi­tives Feedback kommt, ist das wirklich schön: zu wissen, dass sie sich in „meiner Welt“ wohl­fühlen.

Vier Urlaubs­ar­chi­tek­turen, das war es jetzt aber noch nicht, oder?
Anke Nuxoll-Oster: (lacht) Eigentlich habe ich mir vor­ge­nommen, das war´s. Ich komme ja auch wirklich langsam zeitlich an meine Grenzen, da ich mich selbst um die Ver­mietung der Objekte kümmere. Ins­geheim träume ich aber schon lange von einer Finca auf Mal­lorca… also, wer weiß!

Die Bleibe in der Alten Kirche in Bern­kastel-Wehlen kann ab 15. Februar 2018 über www.bleibe.de gebucht werden. Bis zu 24 Per­sonen finden dort Platz für Seminare, Work­shops oder Fami­li­en­treffen. Später kommt noch das Feu­er­wehrhaus für 4–6 Per­sonen auf dem selben Grund­stück dazu.


Redaktion: Ulrich Stefan Knoll, Juli 2017 (Update: Dezember 2017)
Foto­credits
Innen­auf­nahmen Dezember 2017: Andreas Scholer / TONIMEDIA. Bild­rechte: Anke Nuxoll-Oster.
Bau­stel­len­bilder: Andreas Scholer / TONIMEDIA. Bild­rechte: Anke Nuxoll-Oster.
Fotos Mon­schau­bleibe / Brü­cken­villa:  Studio B23, Yvonne Kirch. Bild­rechte: Anke Nuxoll-Oster.
Fotos Sau­er­land­bleibe: Con­stantin Meyer

Die vor­ge­stellten Häuser

Feri­enhaus Mon­schau­bleibe
Mon­schau­bleibe
Feri­enhaus Mon­schau­bleibe
Idyl­lisch in der his­to­ri­schen Alt­stadt von Mon­schau liegt das lie­bevoll sanierte Fach­werkhaus. Alte Ele­mente aus dem 17. Jahr­hundert wurden restau­riert und gehen eine gelungene Liaison mit der modernen Ein­richtung ein.
Feri­enhaus Sau­er­land­bleibe
Sau­er­land­bleibe
Feri­enhaus Sau­er­land­bleibe
Die Sau­er­land­bleibe im Fach­werkdorf Bödefeld beweist, dass eine Grup­pen­un­ter­kunft auch sty­lisch sein kann. Das 200 Jahre alte Bau­ernhaus mit Platz für bis zu 26 Per­sonen eignet sich als Feri­en­un­ter­kunft oder Semi­narhaus.

6 Kommentare

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Ein toller Artikel zu einem erstaun­lichen Projekt!
Man spürt bereits auf den Bildern, dass in jedem Raum, in jeder Ecke Inspi­ration und Liebe zum Detail steckt. Ich bin gespannt auf kom­mende Pro­jekte, denn das ist mit Sicherheit nicht das letzte seiner Art!
Liebe Grüße vom Team Heinz und Horn!

Yannick Boedecker sagt:

Liebe Anke, danke. Groß­artige Pro­jekte, fan­tas­tische Ergeb­nisse. Chapeau chapeau! Mir hat dieser Artikel unglaublich nur gemacht, eben doch das Projekt „Urlaubs­ar­chi­tektur „ anzu­packen. Als Archi­tektin und vor allem Innen­ar­chi­tektin bringe ich zwar Know how im krea­tiven Bereich mit, doch Betriebs­wirt­schaft ist nicht mein Ding…ist es möglich Kontakt auf­zu­nehmen? Besten Dank und ein herz­licher Gruß Sandra

Sandra Hufnagel sagt:

“Tagen statt beten” — Die Süd­deutsche Zeitung hat unser kom­mendes Part­nerhaus auf unseren Hinweis hin am 22. Dezember 2017 im Immo­bi­li­enteil vor­ge­stellt.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umwidmung-tagen-statt-beten‑1.3799541

Ulrich Knoll sagt:

Es wird Zeit für das erste Kirch­ge­bäude mit inte­grierten Feri­en­woh­nungen — zumal das gute Stück ja schon seit über 100 Jahren zu Woh­nungen umge­nutzt war. Schade, dass es immer so ein Kampf sein muss, Bank­kredite für solche Pro­jekte zu bekommen — gerade in diesen Zeiten, wo auch die Banken nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Geld machen sollen. Halt durch Anke! Ich bin sehr gespannt, was uns in 2018 erwartet :-)

Jan Reininger sagt:

Ein auf­re­gendes Projekt, dass sich schluss­endlich sicher sehr gut in das bereits bestehende bleibe-Port­folio ein­reihen wird. Das besteht ja quasi nur aus Schmuck­stücken :-)
Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Bilder und das Ergebnis!

Melissa sagt:

Ich bin zutiefst beein­druckt von soviel Mut und Krea­ti­vität!! Tolle Geschichte, vielen Dank für das Interview und ganz viel Erfolg! Ute

Ute sagt:

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