Sigurd Larsen: Architektur ist mehr als die Hülle
Der Architekt Sigurd Larsen versteht sich als Formgeber – seine Entwürfe gehen daher oft über die reine Gebäudehülle hinaus. Was ihn an Hospitality-Projekten reizt und welche Strategien er für diverse Standorte und Anforderungen entwickelt hat, lesen Sie hier.
Hallo nach Berlin – schön, dass du Zeit hast! Du hast ja in verschiedenen Ländern eine extrem schöne Bandbreite an verschiedenen Unterkunftsorten geplant – was ist die Essenz deiner bisherigen Erfahrung, wenn es um Hospitality-Projekte geht?
Ich glaube, wir kriegen es gut hin, unsere Bauherr:innen zu überreden, dass wir ein Erlebnis bauen sollten und deswegen auch Dinge tun, die Gäste zu Hause nicht unbedingt haben.

Beispiel: Beim Treetop Hotel in Dänemark hängt die Dusche in einem Käfig an der Fassade – das ist also auch im Winter bei minus 10 Grad eine Außendusche. Das heißt, wir zwingen die Gäste, draußen zu duschen. Das machen die Dänen sowieso gerne, und niemand hat sich bisher darüber beschwert. Unsere Herausforderung dabei war es herauszufinden, wie man Frostschäden an der Installation vermeidet.




Oder, anderes Beispiel: Wir legen das Bett so in einen Erker, dass man von dort aus in alle Richtungen schauen kann. Das ganze Konzept orientiert sich an der Perspektive der Besucher:innen, nicht am Heizungssystem oder der Platzierung der Steckdosen. Das kommt später und ist dann meist auch schnell erledigt.
Wir orientieren uns also an Fragen wie: Was will man hier gerne sehen, was hat man nicht zu Hause? Was ist bereits einzigartig, wenn man auf die Website eines Hotels oder Ferienhauses geht? Dort sieht man ja erst einmal Bilder und damit muss man potenzielle Gäste dazu bringen, dass sie zu träumen beginnen. Oder, noch anders: man muss sich selbst sehen können in einer Situation, in einem Haus. Und das ist die Situation, die wir bauen. Das finde ich superspannend.
Das heißt dann in der Konsequenz aber auch, dass ihr die Objekte jedes Mal gänzlich individuell entwickelt, richtig?
Absolut ja. Das ergibt sich oft schon alleine aus der geografischen Lage. Bauen wir in Brandenburg, im Spreewald, in einem Wald in Dänemark, auf Felsen in Griechenland? Das sind ja ganz verschiedene Baukulturen, auch Klimazonen. Auch das lokale Knowhow ist wichtig: Weil in Griechenland die Expertise im Umgang mit Steinarbeiten unglaublich groß ist, bauen wir dort eben nicht mit Holz – anders als etwa in Österreich.
Das einzige Objekt, das ein bisschen aus der Reihe fällt, sind die Raus Cabins, die theoretisch an vielen weiteren Orten gebaut werden könnten. Habt ihr da eine Vereinbarung getroffen, dass das nicht passiert oder wie genau läuft das?
Richtig, das ist eigentlich ein Entwurf ohne Kontext, was außergewöhnlich ist für einen Architekten. Die Cabins sind tatsächlich erst einmal für überall entworfen, und trotzdem muss man sich Gedanken machen, was universell in einer Umgebung ist. Bei den Raus Cabins war die Begrenzung ihre Transportmöglichkeit. Das heißt, die Regelungen für die Autobahn haben entschieden, wie hoch und wie breit sie sein konnten.




Für den Fall, dass mehrere Cabins auf dasselbe Grundstück kommen, haben wir sie so konzipiert, dass es eine Frontseite mit Fenstern und ein Rückseite ohne gibt. So kann man sie besser positionieren und allen Gästen das Gefühl geben, alleine im Wald zu sein.
Sind denn die Hospitality-Projekte, die Du realisiert hast, auch für die Akquise neuer Kunden relevant, bekommst Du darüber weitere Anfragen?
Schon. Das ist ja der Vorteil an einem öffentlichen Gebäude, man erreicht viele Menschen. Daher gibt es auch viel Austausch. Aber auch für mich selbst ist das eine andere Situation als bei einem Einfamilienhausprojekt. Auch da bin ich oft hinterher noch in Kontakt, sehe aber das Haus und die Entwicklung nicht mehr. Und wenn wir von Hotels reden, ist es ohnehin so, dass man da oft langfristig involviert ist.
Ich halte alleine dieses Jahr sieben Vorlesungen zum Thema Hospitality Architektur. Das ist eine Welt, in der es für einen Architekten sehr dankbar ist, zu arbeiten. Das Interesse ist groß und das Thema ist positiv besetzt. Die Zuhörer:innen sind hinterher gut gelaunt und ich selbst habe auch nur über schöne Dinge geredet.
Ja, das kennen wir sehr gut! Kannst du uns erklären, wie dieses sehr spezielle Konzept mit den beiden überdimensionalen Raummöbeln im Dortmannhof zustande kam?
Ich sehe es noch genau vor mir, als ich das erste Mal in der Scheune stand. 200 Jahre alt, denkmalgeschützt, 12 Meter hoch, mit einem Gang in der Mitte und links und rechts den ehemaligen Bereichen für die Tiere. Das musste natürlich alles genau so bleiben. Da es sehr dunkel war, war die Idee, dass die künftigen Räume nach oben zum Licht streben müssen. Wir hatten es nämlich hinbekommen, zwei Fenster auf der abgewandten Seite der Dachfläche bauen dürfen. Und deswegen musste alles – wie eine Sonnenblume – da hoch wachsen.




Um an ausreichend Tageslicht zu kommen, musste das eine Raummöbel 11 Meter hoch, das andere 7 Meter hoch werden. Der Rest der Formensprache hat sich eigentlich von selbst ergeben: wir hatten jeweils nur eine gewisse Grundfläche. Im Falle des Raumes mit dem Flügel war zudem wichtig, dass unser Bauherr, ein klassischer Musiker, ausreichend Platz findet, um die Nachbarskinder zu unterrichten oder mit seinem kleinen Ensemble zu proben.
Das alles war auch in Hinblick auf den Denkmalschutz eine sehr gute Lösung und wurde von den Behörden sehr gut aufgenommen: Die Raummöbel können komplett wieder entfernt werden, die Hallenhaustypologie ist weiterhin erlebbar und es wurden keinerlei historische Bestandteile entnommen oder verdeckt. Daher auch Details wie Balken, die quer durch ein Zimmer laufen.


Hat die Form der Haus-im-Haus-Lösung auch einen Einfluss auf die Akustik?
Das ist tatsächlich so. Wenn man es vermeidet, parallele Wände zu bauen, hat das meist einen sehr positiven Effekt. Die Akustik ist sehr, sehr gut. Ein ähnliches Prinzip haben wir bei The Lake House in Berlin angewandt. Da ist die Akustik derart gut gelungen, dass die Berliner Philharmonie dort geprobt und Konzerte gegeben hat. Und das alles gänzlich ohne Soundingenieure!





Wir sind neugierig, wie es mit einem deiner anderen neuen Projekte läuft, dem Cliff House dass du aktuell für VIPP auf der griechischen Insel Kythnos planst. Das Ferienhaus wird ja in Co-Ownership laufen – sind schon alle künftigen Eigentümer:innen gefunden?
Um die Teilhaber:innen kümmert sich VIPP selbst. Es scheint aber sehr gut zu laufen – zehn von 12 Eigentümer:innen sind schon gefunden. Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Meine Einschätzung war eher, dass wir gerade in einer Zeit sind, in der potenzielle Käufer tendenziell zurückhaltend agieren. Dem scheint aber nicht so zu sein.

Der Preis ist gut, würden wir meinen.
Da war ich mir zuerst auch nicht ganz sicher, weil ich da keine Erfahrungen hatte. Aber ich habe es mit den Kosten verglichen, die wir bei unserem eigenen Ferienhaus haben, das auf der gleichen Insel liegt. Und man darf ja nicht vergessen, dass im Cliff House nicht zwei Personen Urlaub machen können, sondern bis zu acht.




Dann könnt ihr bald anfangen zu bauen?
VIPP hat mit dem Bau schon vor einem Jahr begonnen – das Skelett ist schon da, also die ganze Betonstruktur. Die Fertigstellung ist für Mai 2027 geplant.
Soll das Modell der Co-Ownership auch andernorts weitergeführt werden?
Ja, auf alle Fälle. So positiv, wie die Resonanz gerade ist, wird VIPP das sicherlich fortsetzen wollen. Es gibt sogar den Gedanken, mein eigenes Ferienhaus vor Ort umzuwandeln und in das neue Modell einzubeziehen. Das würde auch für mich Sinn machen, weil ich ja selten länger als einen Monat im Jahr selbst vor Ort sein kann. Was hingegen keine Option für mich ist: gar kein Haus auf Kythnos zu haben (schmunzelt) – ich bin einfach wahnsinnig gerne dort!
Wie bist du eigentlich auf Griechenland und auf genau diese Insel gekommen?
Das war eine leicht verrückte Idee, denn ich war nur einmal zuvor während des Studiums in Griechenland – hatte also keine spezielle Verbindung. Als wir uns vor einigen Jahren wegen eines Grundstücks für ein eigenes Ferienhaus umgesehen haben, war zuerst einmal Brandenburg interessant. So geht es ja vielen Berlinern. Dort hätten wir für unser Budget allerdings nur etwas sehr, sehr Überschaubares realisieren können. Irgendwann kamen dann die Themen Meerblick und Griechenland auf. Beim zweiten Mal vor Ort habe ich also bereits Grundstücke besichtigt. Um auch im Winter gut anreisen zu können, habe ich einen Radius um Athen gezogen und mich auf die Suche gemacht. Eine Insel ist zwar zwecks Anreise nicht so praktisch, aber die Sehnsucht nach dem Meer und der Weite war da. Und ich bin ja selbst auf einer Insel geboren. Das spezielle Gefühl kenne und mag ich.
Kythnos ist es geworden, weil das Grundstück einfach toll war. Nicht in der ersten Lage, aber auf der Mitte einer kleinen Halbinsel und mit freiem Blick in drei Himmelsrichtungen. Perfekt für ein Haus samt Gästehaus – im Piperi House man kann sich vom Aufwachen bis zum Sundowner immer neu ausrichten und es wird nie langweilig.



Ein sehr schönes Haus, wie wir finden. Wie weit ist das vom Cliff House weg?
Nur einmal den Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter – man ist in zehn Minuten da.

Was macht Kythnos für dich aus?
Die Insel ist irgendwie cool, weil da so eine Alltagsstimmung herrscht. Da wohnen viele Einheimische, da ist eine gewisse Normalität und es ist touristisch nicht übermäßig entwickelt. Aber keine Sorge: gerade im Sommer gibt es ausreichend Restaurants!
Wie hat sich eigentlich die Connection zu Kaspar Egelund von VIPP ergeben – kanntet ihr euch vor dem Projekt schon?
Nein, wir kannten uns nicht. Aber er hat mitbekommen, dass ich dort bereits gebaut hatte. Und dann sind wir ja beide Dänen – da hat sich schnell ein Gespräch ergeben und wir haben uns gut verstanden. Kasper ist ein sehr dynamischer Typ und auch ich will nicht gerne ewig über Eventualitäten und Katastrophenszenarien reden, sondern Möglichkeiten suchen. Auch in der Hinsicht verstehen wir uns sehr, sehr gut.
War dein Ferienhaus das erste, bei dem du auch als eigener Bauherr fungiert hast oder hast du schon mal vorher etwas für dich gebaut?
Ich hab nur unsere Wohnung hier in Kreuzberg umgebaut, das war alles. Von Null anzufangen wie beim Ferienhaus, noch dazu samt der kompletten Haushaltseinrichtung, das ist ja auch mal was anderes.




Unser Eigenheim ist ja eher so eine Evolution seit unserer Kindheit. Mit Sachen, die wir aus Dänemark, Österreich oder sonst wo mitgebracht und nach und nach integriert haben. Zudem stehen da viele eigene Möbelentwürfe, auch Prototypen. Kurz gesagt: Dahinter gibt es kein Konzept, das hat sich über die Jahrzehnte so ergeben.
Insofern ist es schon spannend, ein Ferienhaus gänzlich neu zu planen und einzurichten. Das Interior folgt einem einheitlichen Konzept, dadurch wird es wahrscheinlich ästhetischer. Und man überlegt noch genauer, was wichtig ist und was man wirklich braucht. Und bringt natürlich seinen eigenen Geschmack und Stil ein, aber doch anders als zuhause.
Ja, das ist eine klassische Herausforderung für viele Vermieter:innen: Ein Haus einzurichten, dass danach „fertig“ ist und nicht wie im Alltag wächst.
Der Trick ist meiner Meinung nach, es nicht als fertig anzusehen. Man hat eine Basis geschaffen, damit man schlafen, kochen, Gäste empfangen kann und so weiter.
Ich sehe das etwa bei der Bibliothek im Ferienhaus, die beständig wächst und mittlerweile mehr Platz benötigt als wir ursprünglich konzipiert hatten. Gleiches gilt für Kunstwerke. Und im Außenbereich gilt das sowieso. Diesen ganzen Winter haben wir die Pergola erweitert und neue Steinbänke gebaut, weil wir gemerkt haben, dass man an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten sitzen will. Da das Grundstück sehr groß ist, werden wir wohl nie fertig – und das ist gut so!
Wie läuft es mit den lokalen Handwerkern und den Bauabläufen? Was sind deine Erfahrungen zum Thema Bauen in Griechenland, auf einer kleinen Insel?
Das ist natürlich anders … alleine schon, weil ich ja als Fremder mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund da hingekommen bin. Da muss man ein bisschen „streetwise“ werden. Manchmal verstecke ich mich daher einfach ein bisschen hinter unserem lokalen Ingenieur, mit dem ich seit 2018 zusammenarbeite. Er hat mir bei der Baugenehmigung geholfen, leitet die Baustellen und weiß, wie man Handwerker motiviert.
Ihn zu finden war in gewisser Weise Zufall. Zu der Zeit, als ich das Grundstück für mein Ferienhaus gekauft habe, war ich länger in Athen. Und habe auf einer Party einer Freundin jemanden getroffen, der ihn kannte und wusste, dass er von der Insel stammt und dort ab und zu baut. Meine Erfahrung: ab und zu muss man einfach irgendwo auftauchen, allen Leuten erzählen, was man braucht und dann passiert meist recht schnell etwas.
Wir sind gespannt, wie es in Griechenland weitergeht! Wie siehst du eigentlich das Thema Bürokratie im Baurecht in Deutschland?
Es gab in letzter Zeit genügend Interviews mit Architekten, die sich über die deutsche Gesetzgebung beschweren. Die ist ja dadurch entstanden, dass man in den letzten 170 Jahren bei jedem „Unfall“ ein paar Paragrafen hinzugefügt hat. Was aber niemand gemacht hat, ist aufzuräumen. Meine Hoffnung ist, dass KI vielleicht irgendwann einen Überblick schaffen kann, den kein Menschen mehr schafft. Dann haben wir möglicherweise wieder eine Gesetzgebung, die nicht 1600 Seiten, sondern vielleicht nur 80 Seiten umfasst. Das wäre traumhaft.
Da sind wir eher skeptisch, würden es aber sehr begrüßen. Anderes Thema: Du bist ja Architekt und Designer – hat das für dich den gleichen Stellenwert?
In der Hinsicht bin ich ein typisch dänischer Architekt. Wir nehmen uns ja seit Generationen als Formgeber für alles wahr. Dass ein Architekt alles – von der Gardinenstange und dem Türgriff bis zum Gebäude, dem Städtebau und dem Gartendesign – macht, kommt mir ganz natürlich vor. Oder andersrum: es käme mir unnatürlich vor, damit aufzuhören und zu sagen, jetzt mach ich nur noch die Hülle und den Rest macht der Innenarchitekt. Gebäude wie Michelberger Farm oder The Lake House haben wir entsprechend als Gesamtkunstwerk ausführen können.




Wirst du auch direkt als Designer angefragt?
Das kommt schon vor, klar. Wir haben ja beispielsweise Regale für New Tendency hier in Berlin gemacht oder eine Küche für Reformküche.
Das läuft grundsätzlich parallel zur Architektur. Da ein Gebäude viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, sitze ich in der Realität zwar vielleicht nur zu 5 % an Designthemen, aber das macht extrem Spaß. Und man sieht natürlich viel schneller Ergebnisse. Und es ist witzig, wie oft man Leute trifft, die das haben – wie sich ein Designobjekt tausendfach vermehrt. Ich mag es auch sehr gerne, im Entwurfsverfahren noch viel detaillierter zu arbeiten als es in der Architektur der Fall ist. Diesen Detail-Fetischismus finde ich spannend!




Was würdest du gern mal designen oder entwerfen, womit noch niemand auf dich zugekommen ist?
Ich träume eigentlich davon, mal Mehrfamilienhäuser in einem größeren Maßstab zu planen. Es wäre schon spannend, zum Beispiel 50 Wohnungen auf einmal zu realisieren, weil dann natürlich die einzelne Wohnung per se interessant ist, aber auch die Beziehung zwischen den Einheiten, die Außen- und Gemeinschaftsräume sowie die Verkehrsfläche. Da ich nun schon einiges im Hotel- bzw. Hospitality-Bereich geplant habe, kommen natürlich eher Anfragen aus diesem Bereich auf mich zu.
Wie bei Volker Staab … der in jedem Vortrag betont, dass man ihm offensichtlich nur zutraue, Museen und Labors zu bauen …
Ja, so ähnlich. Wobei ich glücklich wäre, ein Museum zu planen. Aber dafür müsste ich wohl an Architekturwettbewerben teilnehmen.
Aha, ihr arbeitet also eher per Direktauftrag und nehmt gar nicht an öffentlichen Vergaben teil?
Während meiner früheren Stationen bei Topotek 1, OMA, MVRDV oder auch bei COBE war ich sehr häufig in Wettbewerbe eingebunden. Und war davon vielleicht ein bisschen desillusioniert. Mit dem eigenen Büro wollte ich dann also erst mal lieber in einem kleineren Maßstab arbeiten. Das hat den Vorteil, dass das dann auch gebaut wird und wir bis zur Schlüsselübergabe dabei sind. Auch die direkte Absprache an einem Tisch mit Bauherr:innen und die gemeinsame Konzeptentwicklung empfinde ich als motivierend im Hinblick auf unsere kreative Freiheit.
Du unterrichtest seit Jahren auch als Professor an der Berlin International University – wie sieht die Verzahnung zwischen Lehre und Büro für dich aus?
Aktuell habe ich nach 12 Jahren in der Lehre ein dreijähriges Sabbatical von der Professur genommen. Mein Büro ist in dieser Zeit immer etwas gewachsen, gerade auch in letzter Zeit – insofern hat sich nicht nur meine Rolle im Büro verändert, sondern meine Präsenz ist noch erforderlicher, um fokussiert zu bleiben.



Letzte Frage: Was ist eigentlich aus dem Modellprojekt Dachkiez geworden, mit dem du die Aktivierung von Flachdächern auf Plattenbauten im Berliner Kontext adressiert hast – wurde das mittlerweile realisiert?
Die Vision haben wir vor zehn Jahren für einen Ideenwettbewerb eingereicht und gewonnen. Gebaut wurde es bislang nicht, aber wir haben es bei der Biennale in Venedig präsentiert, es geistert seitdem stetig durch die Presse und das Projekt wird aktuell im Stadtmuseum in Dresden ausgestellt. Die Idee, die immer noch Bauherr:innen sucht, lebt also! Wenn ihr jemanden kennt, dann schickt ihn vorbei. Ich rede gerne über das Projekt, immer wieder.
Machen wir. Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Sigurd!
Sigurd Larsen ist Gründer von Sigurd Larsen Design & Architecture, einem preisgekrönten Architekturbüro mit Sitz in Berlin. Seit 2010 hat das Studio Häuser, Hotels und öffentliche Schulen in Dänemark, Deutschland, Österreich, Frankreich, Griechenland und New York entworfen und gebaut.
Seit 2016 ist Sigurd Larsen Professor an der Berlin International University of Applied Sciences, wo er sich in Lehre und Forschung mit Gebäudedesign und visueller Kommunikation beschäftigt.
Zuvor war Sigurd Larsen bei OMA Rem Koolhaas in New York, MVRDV in Rotterdam, COBE in Kopenhagen und Berlin sowie Topotek1 in Berlin beschäftigt.
Er hat einen Master-Abschluss der Königlichen Akademie der Schönen Künste, Fakultät für Architektur in Kopenhagen. Außerdem ist er Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Architekten (BDA) und der Architektenkammer Berlin.
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Interview: Das Gespräch führten Jan Hamer und Ulrich Stefan Knoll.
Fotos: Sigurd Larsen © Noel Richter (Titelfoto), Løvtag Bornholm © Nina Malling (1–5), Raus Cabins © Noel Richter (6–9), Dortmannhof © Christian Flatscher (10–15), The Lake House © Tobias König, Julian Kuhnke & Michael Romstöck / KKROM Services (16–19), Visualisierungen Cliff House © Sigurd Larsen Design & Architecture (20–24), Piperi House © Tobias König, Julian Kuhnke & Michael Romstöck / KKROM Services (25–32), Michelberger Farm © Tobias König / KKROM Services (33–36), Click Shelves © New Tendency (37/38), Kitchen for Reform © Reform Furniture UG (39/40), Dachkiez © Sigurd Larsen Design & Architecture (41–43)
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