Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

Unterwegs Ohne Titel
urlaubsarchitektur.de
Zu Ver­kaufen Real Estate: Casa Balat
Azur­blaues Meer, leuch­tender Lavendel, sanfte Pini­en­hügel und gold­schim­mernde Wein­berge – die Region Pro­vence Côte d’Azur ver­zaubert. Unterwegs zu Orten, an denen Kunst, Kultur und Land­schaft zu einer Sym­phonie ver­schmelzen.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

Pro­ven­za­lische Sym­phonie – (Bau)Kunst und Land­schaft

Azurblaues Meer, leuchtender Lavendel, sanfte Pinienhügel und goldschimmernde Weinberge – die Region Provence Côte d'Azur verzaubert vielfältig. Unterwegs zu vier Orten, an denen Kunst, Kultur und Landschaft zu einer Symphonie verschmelzen.

von Hendrik Bohle im März 2024

 Pro­ven­za­lische Sym­phonie – (Bau)Kunst und Land­schaft in  /

Villa Noailles

Oberhalb der ver­win­kelten Alt­stadt von Hyéres führt eine steile Treppe ins Paradies. Der Vicomte de Noailles ließ an der Süd­seite der Berg­kette Les Mau­rettes Mitte der 1920er-Jahre eine Gar­ten­land­schaft mit aus­ge­suchter Botanik auf breiten Ter­rassen pflanzen.

Charles und seine Frau Marie-Laure De Noailles hatten das Grund­stück geerbt und beauf­tragten den noch jungen Archi­tekten Robert Mallet-Stevens zunächst mit dem Bau einer beschei­denen Win­ter­re­sidenz. Noch während der Aus­führung wünschten sich die Auftraggeber:innen, wohl­ha­bende Pariser Intel­lek­tuelle, mehrere Erwei­te­rungen. Es folgte unter anderem ein Schwimmbad mit im Boden ver­senk­baren Glas­fas­saden, eine Sport­halle und diverse Ter­rassen, auf denen die Gäste aus­ge­lassen fei­erten.

Im Süd­westen ergänzte der arme­nische Land­schafts­ar­chitekt Gabriel Gué­v­rékian einen „kubis­ti­schen Garten“. Das Anwesen galt in den 1930er-Jahren schnell als Hotspot der inter­na­tio­nalen Haute­volee. Per­sön­lich­keiten aus der Welt der Kunst, der Mode, des Designs und der Lite­ratur gaben sich die Klinke in die Hand, dar­unter inter­na­tionale Künstler wie Luis Buñuel, Man Ray und Sal­vador Dalí. Nach langem Leer­stand wurde es 1996 umfassend saniert. Heute ist das avant­gar­dis­tische Anwesen fran­zö­si­sches Kul­tur­denkmal. Es beher­bergt das Fes­tival Inter­na­tional des Arts de la Mode d’Hyères und seit 2006 die Design Parade — mit einem Ableger im alten Bischofssitz am Cours Lafayette der benach­barten Stadt Toulon.

Fon­dation Car­mignac

Von der Villa Noailles fällt der Blick auf die gol­denen Klippen der Îles d’Hyères. Die Insel­gruppe steht fast voll­ständig unter Natur­schutz. Ihre Strände zählen zu den schönsten Europas. Ein Platz der Ruhe und Kon­tem­plation.

Genau nach so einem Ort suchte der fran­zö­sische Kunst­sammler Edouard Car­mignac, um jährlich wech­selnde Aus­stel­lungen und einige Dau­er­in­stal­la­tionen zu zeigen – weit weg von der all­täg­lichen Hektik der Stadt. 2018 eröffnete er den pri­vaten Kunstraum auf der Haupt­insel Por­que­rolles. Bereits die Anreise gehört zum Ritual der inneren Einkehr. Denn das zwölf Qua­drat­ki­lo­meter kleine Eiland erreicht man nur mit dem Schiff. Start­punkt ist der Port de la Tour Fondue in der nahe­ge­le­genen Bucht. Dut­zende Yachten schaukeln im Hafen des kleinen 300-Ein­wohner-Insel­dorfes. Von Ver­kehrslärm fehlt hier jede Spur, alle Inseln sind autofrei. Der unbe­fes­tigte Fußweg zur Fon­dation wird von Pinien und Euka­lyptus gesäumt, ehe nach etwa zwanzig Minuten ein weit aus­la­dendes Eisentor die Gäste emp­fängt. Zwi­schen den Bäumen stehen Schließ­fächer. Taschen und anderer Ballast sollen draußen bleiben, der Geist und die Gedanken frei sein für die Kunst. Der Einlass ist begrenzt, sodass man nur wenigen Men­schen auf dem 12,5 Qua­drat­ki­lo­meter großen Anwesen begegnet, dessen Herz­stück auf einem Hügel liegt.

Car­mignac ließ das ehemals pro­ven­za­lische Landgut, das bereits der Architekt Henri Vidal zum Wohnhaus umge­staltet hatte, als Museum umbauen. Auf­grund der Natur­schutz­auf­lagen befinden sich die Aus­stel­lungs­räume unter der Erde. Den zen­tralen Innenhof über­spannt eine glä­serne Decke, durch die die Son­nen­strahlen über ein darüber befind­liches Was­ser­bassin in den Raum scheinen. Sie tauchen die Räume in ein sphä­ri­sches Licht. Außen erscheinen die Skulp­turen und Instal­la­tionen zwi­schen den Wein­reben, den Oli­ven­bäumen und dem Ole­ander des Land­schafts­parks beinahe als Neben­dar­steller. Dabei werden alle Sinne ange­sprochen: Es duftet, es raschelt und knirscht. Dieses umfas­sende Erlebnis von Kunst in der Natur macht die Fon­dation Car­mignac zu einem wahr­haf­tigen Kunst-Retreat.

Château Bonisson

Sze­nen­wechsel: Ros­marin- und Laven­delduft liegen in der Luft. Honig­far­benes Licht fließt die Hügel hinab. Über allem thront der Mon­tagne Sainte-Vic­toire. Bereits Paul Cézanne war von dem Massiv fas­zi­niert. Ganze sie­ben­und­achtzig Mal brachte er seinen Berg auf die Leinwand. Rognes heißt die kleine Gemeinde in der Pro­vence etwa 120 Kilo­meter nord­westlich von Hyères.

Hier fanden Vic­toire Le Dorze und ihr Vater Christian 2017 ein ver­wun­schenes Landgut, das sie gemeinsam in einen Ort der Kunst und Wein­kultur ver­wan­delten. „Château Bonisson ist auch eine Geschichte über ein schönes Vater-Tochter-Aben­teuer“, schwärmt Christian Le Dorze bei unserem Besuch. „Wir beide teilen die Begeis­terung für Natür­lichkeit und Authen­ti­zität.“

Sie reno­vierten das Anwesen, stellten auf bio­lo­gische Land­wirt­schaft um und ergänzten es Ende 2020 um eine Galerie für zeit­ge­nös­sische Kunst. Gezeigt werden fran­zö­sische und inter­na­tionale Künst­le­rinnen und Künstler. Durch deren Unter­stützung und vier Aus­stel­lungen pro Jahr möchte das Bonisson Art Center nicht nur deren Werke, sondern auch die Kar­riere der Kunst­schaf­fenden fördern und einer brei­teren Öffent­lichkeit zugänglich machen.

Château La Coste

Nur wenige Kilo­meter weiter setzt das Château La Coste auf Pritzker-Power. Nir­gendwo sonst in der Pro­vence sind mehr Preis­träger vereint.

Das Weingut in Le Puy Sainte Réparade ist längst kein Geheimtipp mehr. Was vor etwa fünfzehn Jahren mit zwei zehn Meter hohen Tonnen aus Stahl­blech begann, ist heute ein Groß­un­ter­nehmen und ein Frei­luft­museum inter­na­tio­naler (Bau)Künstler. Jean Nouvel hatte die ersten beiden Hal­len­bauten für die Wein­pro­duktion errichtet. Schnell folgte ein mini­ma­lis­ti­sches Emp­fangs­ge­bäude von Tadao Ando – natürlich aus Beton. Von ihm kommt auch der Mas­terplan der gesamten Anlage.

Auf dem Kunst- und Archi­tek­tur­par­cours durch die Wein­berge spa­ziert man heute vorbei an Bauten von Jean Prouvé, Kengo Kuma, Jean-Michel Wil­motte, Renzo Piano, Frank O. Gehry und Richard Rogers. Zuletzt eröffnete eine Galerie von Oscar Nie­meyer. Sein schnee­weißer Pavillon schwingt elegant durch die Ver­mentino-Reben. Hinzu kommen Kunst­in­stal­la­tionen, die sich taktvoll in die Land­schaft fügen, dar­unter Werke von Louise Bour­geois, Alex­ander Calder, Hiroshi Sug­imoto, Yoko Ono und Bob Dylan. Archi­tektur und Kunst ver­binden sich auch hier zu einer pro­ven­za­li­schen Sym­phonie der Sinne.

Autor: Hendrik Bohle, thelink.berlin

Fotos (alle): © Hendrik Bohle / © Jan Dimog, thelink.berlin

Hinweis — URLAUBS­AR­CHI­TEKTUR-Häuser in Süd­frank­reich:


Autoreninfo:
Der Architekt Hendrik Bohle betreibt gemeinsam mit dem Jour­na­listen Jan Dimog ein Digi­tal­ma­gazin zur Bau­kultur. Auf thelink.berlin erzählen sie seit Jahren von ihren Ent­de­ckungen in Europa, spe­ziell von den Ver­bin­dungen zwi­schen Mensch und Archi­tektur.
Wenn sie nicht unterwegs sind, kura­tieren sie u.a. hoch­rangige Aus­stel­lungen, etwa die Wan­der­aus­stellung zur Archi­tektur von Arne Jacobsen.

0 Kommentare

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.