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Freiheit auf zwei Rädern

Wenn die Luft milder und die Tage länger werden, lässt sich die Lust aufs Radfahren kaum mehr zügeln. Wer der Natur auf zwei Rädern ganz nah kommen will, findet hier Ziele in allen Himmelsrichtungen.

im April 2024

 Freiheit auf zwei Rädern in  /

Bleibe Men­zen­schwand

Für einen Per­spek­ti­ven­wechsel ist der Schwarzwald immer gold­richtig. Vom anspruchs­vollen Gip­fel­glück über den rasanten Downhill im Bikepark bis zur ent­spannten Fahrt durch die Wein­berge. Genauso schräg, eigen­willig und abwechs­lungs­reich wie die Anstiege der Region ist auch die Bleibe Men­zen­schwand (Foto: © Mat­thias Schmid). Ihr spitzes Dach zieht sich – typisch Schwarzwald – bis tief nach unten und lässt das Haus mit seinen sechs Ebenen selbst zum kleinen Aben­teuer werden. Vom Dorf aus kann man direkt zu zahl­reichen Moun­tainbike-Touren starten. Und sind am Abend die Beine schwer, macht die Sauna gleich noch mehr Spaß.

Gut Pohnstorf

Wer das herr­schaft­liche Gut Pohnstorf (Foto. © Andrea Ruester) in der Meck­len­bur­gi­schen Schweiz besucht, fühlt sich in eine ver­gangene Zeit ver­setzt und möchte am liebsten mit großem Strohhut und wehend weißer Som­mer­kleidung aufs nost­al­gische Fahrrad steigen und zum Picknick auf­brechen. Die heu­tigen Besit­ze­rinnen des Guts (Frau­en­power wird hier bis ins kleinste Detail groß­ge­schrieben!) unter­stützen Vor­haben dieser Art mit einem modernen, haus­ei­genen Rad- und E‑Bike-Verleih. Schließlich hat das Rad schon im 19. Jahr­hundert die Eman­zi­pation beflügelt.

Hôtel des Hor­logers

Betritt man das Hôtel des Hor­logers (Foto: © Chris­tophe Voisin), steht man erst mal im Wald. Bäume, die von der Decke wachsen, Leuchten, die an Felsen erinnern, bewusste Boden­wellen und viel Holz. Dass in diesem avant­gar­dis­ti­schen Haus die Uhren anders ticken, erzählt bereits die Geschichte der Region. Ein bisschen wie Alice im Wun­derland, nur in exqui­siter Schweizer Qua­lität. Daneben ist das wun­der­schöne Jura prä­de­sti­niert zum Graveln. Ob Touren zu den Berg­hütten des Grand Risoud, Umrun­dungen des Lac de Joux oder der Wunsch nach einem E‑Bike — das Hotel dreht nie am Rad, sondern hilft immer ent­spannt weiter.

Giassa 10

Radfahrer:innen reisen ja gern mit leichtem Gepäck und kommen auch sonst mit herrlich wenig Ballast aus. Das Giassa 10 (Foto: © Jürg Fraefel) in Grau­bünden ist dafür eine per­fekte Basis. Denn das denk­mal­ge­schützte Wals­erhaus wurde weit­gehend ursprünglich belassen und punktet neben seiner Berg­etappe mit Reduktion und authen­ti­schem Charme. Von den ver­tä­felten Wänden bis zum Speck­steinofen. Weckt morgens die klare Bergluft, geht’s mit dem Velo durchs Sur­selva- oder Tujetsch-Tal, auf den Luk­manier- oder Oberalp-Pass oder zur Maighels­hütte.

kokon

Kokon

Wer hoch hinaus will, fängt am besten schon weiter oben an. Wie im Leu­t­a­scher Hochtal in Tirol. Hier warten auf 1.200 Metern viel­fältige Trails durch Wiesen und Wälder, entlang der tür­kis­blauen Leu­t­a­scher Ache, kleinen Wild­bächen und Bergseen, anspruchs­volle Gip­fel­touren sowie jede Menge Downhill-Flow­trails im Bikepark Kat­zenkopf. Danach folgt man am besten dem eigenen Flow und hüllt sich an einem woh­ligen Ort in die Erholung ein – wie dem far­ben­frohen Kokon (Foto: © Lisa Medina-Walzl) mit seinen modern inter­pre­tierten Stuben und den Licht­spielen aus tan­zenden Schmet­ter­lingen.

Fuchsegg Eco Lodge

Bike-Touren gibt es rund um die Fuchsegg Eco Lodge (Foto: © Günter Standl) fast so viele wie Tau­tropfen am Morgen, verrät die Website des durch und durch natur­ver­bun­denen Hotels. Wer hin und wieder ein bisschen Unter­stützung braucht, um alle Strecken des Vor­arl­bergs zu erkunden, lässt sich ein Stück mit dem Fahrrad-Bus oder der Bergbahn mit­nehmen. Im Anschluss sorgt das archi­tek­to­nisch schlichte Hotel mit seiner beru­hi­genden Atmo­sphäre wieder für Klarheit und neue Kraft. Wer noch ein bisschen braucht, um seinen Akku wieder auf­zu­laden, leiht sich in der Scheune einfach ein E‑Bike.

porcignano

Por­cignano

Für Vintage-Rennrad-Fans ist die jähr­liche L´Eroica im Herbst ein wahres Fest. Auf weißen Schot­ter­straßen, den „strade bianche“, geht es auf his­to­ri­schen Gefährten und begleitet von kuli­na­ri­schen Köst­lich­keiten durch das Chianti-Gebiet der Toskana. Eine pas­sende Unter­kunft bietet die Villa Por­cignano (Foto: © Antonio Carloni). Das von einem Skulp­tu­ren­garten mit Pool umgebene Som­merhaus des Künstlers Leo Lionni war einst Treff­punkt einer inter­na­tio­nalen Intel­lek­tu­el­len­szene. Ein Flair, das bis heute durch die dicken Stein­mauern des kunst­vollen Hauses weht.

Maison Hiltiti

Das loth­rin­gische Gérardmer gehört zum Naturpark Ballons des Vosges und gilt als größter Luft­kurort der Vogesen. Passend luftig schwebt auch das mini­ma­lis­tische Maison Hiltiti (Foto: © Jonathan Maul­oubier) in der Land­schaft. Drei Volumina, die sich an einem bewal­deten Hang anordnen. Ein Haus aus Holz, innen wie außen, mit unge­wöhn­lichen Aus­blicken und Ein­drücken, mal gerad­linig und nüchtern, dann wieder rund und warm. Wie die Natur der Region, durch die sich viele hundert Kilo­meter der schönsten Radwege schlängeln. Schließlich rollt man hier auf den Spuren der legen­dären Tour de France. Also, gelbes Trikot nicht ver­gessen!

Spoor.62

Keine Fahr­radtour ohne reich­hal­tiges Früh­stück. Ganz besonders dann, wenn es sich um die lie­be­vollen Köst­lich­keiten der Gast­ge­berin Irma im Spoor.62 (Foto: © Arne Jennard) handelt. Am besten auf der Ter­rasse mitten im Grünen. Das Bahn­hofs­ge­bäude in West­flandern, das einst die Pariser Haute­volee in die bel­gische Som­mer­frische schickte, wurde in ein elegant gemüt­liches Bed & Breakfast umge­wandelt und die alten Gleise der Pullman-Züge zum Fahr­radweg „De Groene 62“ umgebaut, auf dem man das „Ommeland“ erkunden kann. Ganz im Sinne der Natio­nal­le­gende Eddy Merckx, einem der erfolg­reichsten Rad­profis aller Zeiten. Fahr­räder, Stra­ßen­karten und beste Tipps gibt es direkt bei Irma.

Baix de S’Era

Wer sich frü­hest­möglich auf die Rad­saison vor­be­reiten möchte, kommt am Rad-Mekka Mal­lorca kaum vorbei. Denn die milden Tem­pe­ra­turen starten hier schon Ende Januar, wenn die Man­del­blüte die ganze Insel in einen weiß-rosa Schimmer taucht. Umso besser, wenn man einen sty­lisch-ent­spannten Ort zum Auf­brechen und Zurück­ziehen hat wie die Finca Baix de S’Era (Foto: © Marian Broz). Fernab des Mas­sen­tou­rismus, am Fuße des Tra­m­untana-Gebirges gelegen ist sie ein idealer Aus­gangs­punkt für Rennradfahrer:innen. Auf ein­samen Land­straßen und Feld­wegen geht es bergauf, bergab zu kleinen Dörfern im Insel­in­neren oder auf klas­si­schen Wegen entlang der Küste.


Text / Zusam­men­stellung: Julia Hauch

Titelbild: Zoltan Tasi / Uns­plash

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