Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

Shop

URLAUBSARCHITEKTUR ist das füh­rende Web­portal für archi­tek­to­nisch bei­spiel­ge­bende Feri­en­häuser. Wir geben auch preis­ge­krönten Cof­fee­table-Bücher heraus – diese sind im Buch­handel erhältlich und in unserem Shop.

Über uns

Was wir machen: ein beson­deres Netzwerk für besondere Häuser.

Wie funk­tio­niert Urlaubs­ar­chi­tektur?

Wie Sie mit Urlaubs­ar­chi­tektur Ihr Feri­en­do­mizil finden und wo Sie es buchen können.

Partner werden

Ihr Haus passt zu Urlaubs­ar­chi­tektur? Zeit, dass wir uns ken­nen­lernen!

Real Estate

For sale! Hier finden Sie unsere aktu­ellen Ver­kaufs­an­gebote. Angebote und Gesuche von span­nenden Immo­bilien.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.


Häuser

Unter­künfte von Architekt:innen für Rei­sefans ent­worfen: Unsere Sammlung hoch­wer­tiger Feri­en­do­mizile — auch via Karte. Kennen Sie schon unseren Neu­zugang?

Spaces

Außer­ge­wöhn­liche Orte und Loca­tions finden — für Work­shops, Team­e­vents, Mee­tings, Yoga-Retreats oder private Feiern.

Magazin

In Rubriken wie Homes­tories und Insights hinter die Häuser blicken, Gastgeber:innen besuchen oder Posi­tionen zu aktu­ellen Themen lesen.

News­letter

Jetzt für unseren News­letter anmelden.

Centro de Por­tugal

Die portugiesischen Städte Aveiro und Ílhavo beeindrucken mit Form, Farbe und Funktion. Ein Streifzug entlang von Küstenbauten und Kanälen, durch Bildungscampi, Museen und Fabrikviertel.

von Jan Dimog im April 2025

 Centro de Por­tugal in  /

Aveiro und Ílhavo sind zwei ungleiche Geschwister in der por­tu­gie­si­schen Region Centro. Zwi­schen Atlantik, Salz­marsch und Lagune gelegen, ver­binden sie Geschichte, Handwerk und Bau­kultur auf besondere Weise. Das Tempo ist ruhig, die Atmo­sphäre geprägt von Gelas­senheit. Nichts drängt, nichts lärmt – beide Orte sind pure Ent­schleu­nigung. Aveiro zeigt sich als Stadt des Wassers, des Jugend­stils und der bunten Fischer­häuser, Ílhavo dagegen bietet ein feines Por­zel­lan­quartier, kantige Muse­ums­ar­chi­tektur und kühne Bau­kunst rund um sein Rathaus. Gemeinsam geben sie der Region ein cha­rak­ter­starkes archi­tek­to­ni­sches Profil.

Die geo­gra­fische Lage zwi­schen Coimbra und Porto, umgeben von einer weiten Fluss­mündung, bestimmte seit Jahr­hun­derten die wirt­schaft­liche und kul­tu­relle Ent­wicklung. Der Rio Vouga mündet hier in den Atlantik und formt eine flache Lagu­n­en­land­schaft, die nicht nur für die Salz­ge­winnung, sondern auch für den Fischfang ideale Bedin­gungen bietet. Die Kabeljau-Fischerei war ein zen­traler Wirt­schafts­zweig. Sie prägte die Orte – in ihrer Struktur, ihrem Selbst­ver­ständnis und ihrer gebauten Umgebung.

Noch heute erinnert das Museu Marítimo de Ílhavo mit dem letzten voll­ständig erhal­tenen Stock­fisch-Fang­schiff an diese Epoche.

In Aveiro trifft die Gran­dezza der Belle Époque auf moderne Uni­ver­si­täts­ar­chi­tektur. En
tlang des zen­tralen Kanals in der Innen­stadt stehen Jugend­stil­villen mit geschwun­genen Bal­konen, flo­ralen Reliefs und ver­spielten Eisen­ar­beiten. Viele dieser Fas­saden ent­standen Anfang des 20. Jahr­hun­derts, als die Stadt vom Fisch­handel pro­fi­tierte. Aveiro ist Teil eines inter­na­tio­nalen Netz­werks zur Pflege des Jugend­stils.

Ein Muss: Costa Nova. Die gestreiften, bunten Holz­häuser entlang der Atlan­tik­küste dienten früher als Lager und Unter­kunft für Fischer. Heute ver­binden sie Tra­dition mit Sym­bol­kraft – ihre Farben dienten einst der Ori­en­tierung im Küs­ten­nebel. Inzwi­schen sind viele zu Feri­en­häusern umgebaut worden. Die Nähe zur Lagune und zur Dünen­land­schaft bietet zusätz­lichen Reiz.

Wenige Kilo­meter land­ein­wärts setzt die Uni­ver­sität Aveiro ein Zeichen für Bil­dungs­ar­chi­tektur im 20. Jahr­hundert. Der Campus ent­stand seit den 1980er-Jahren unter Mit­wirkung zahl­reicher por­tu­gie­si­scher Archi­tekten. Besonders prägend: die Uni­ver­si­täts­bi­bliothek von Álvaro Siza Vieira (1994), ein Bau mit klarer Geo­metrie, Sicht­beton und einem hori­zon­talen Lichtband, das den Blick über die Salinen lenkt. Siza posi­tio­nierte das Gebäude so, dass es auch Raum für kon­tem­pla­tiven Rückzug bietet. Die sorg­fältige Ver­bindung von Raum, Material und Licht macht die Bibliothek zu einem stillen Meis­terwerk. Auch weitere Ein­rich­tungen fügen sich in das gestal­te­rische Gesamt­konzept ein. Ein geplanter Neubau (ab 2024) wird diesen Dialog zwi­schen Archi­tektur und Land­schaft fort­setzen. Die Uni­ver­sität ist heute ein Ort archi­tek­to­ni­scher Expe­ri­mente mit inter­na­tio­nalem Renommee.

In Ílhavo zeigt sich Archi­tektur in anderer, aber ebenso kon­se­quenter Form. Das Viertel Vista Alegre, seit 1824 Sitz der gleich­na­migen Por­zel­lan­ma­nu­faktur, ver­knüpft Indus­trie­kultur mit Woh­nungsbau und Muse­ums­ar­chi­tektur. Die Manu­faktur errichtete im 19. Jahr­hundert nicht nur Pro­duk­ti­ons­stätten, sondern auch Wohn­häuser, Schule, Kirche und Theater – ein Werks­viertel mit eigener Iden­tität.

ARX Por­tugal Arqui­tectos haben hier mit dem Vista Alegre Museum eine Brücke zwi­schen Tra­dition und Gegenwart gebaut. In den ehe­ma­ligen Indus­trie­hallen und neu ein­ge­fügten Volumen prä­sen­tieren sie ein Museum, das nicht nur die Geschichte des Por­zellans, sondern auch die Qua­lität por­tu­gie­si­scher Bau­kunst ins Zentrum rückt.

In unmit­tel­barer Nach­bar­schaft: das Hotel Mont­ebelo Vista Alegre (Laforma, 2015) in einem his­to­ri­schen Palast, das Komfort mit Manu­fak­tur­ge­schichte ver­bindet. Vista Alegre prägt seit 1824 das indus­trielle und kul­tu­relle Selbst­ver­ständnis der Region. Heute ist es eine inter­na­tionale Pre­mi­um­marke, die Design, Manu­faktur und Museum ver­bindet.

Das Stadt­zentrum von Ílhavo hat weitere archi­tek­to­nische Kon­traste. Die Stadt­bi­bliothek, eben­falls von ARX, wurde für den Mies van der Rohe-Preis nomi­niert. Nur wenige Geh­mi­nuten ent­fernt wirkt das Kul­tur­zentrum Ílhavo (Ilídio Ramos, 2008) wie ein monu­men­taler Kubus mit klarer Kante.

Unweit davon über­rascht das Rathaus mit Mas­si­vität und groß­zü­gigen Platz­fluchten. Dazwi­schen liegen kleinere Wohn­bauten und das viel­leicht ästhe­tischste Toi­let­tenhaus Por­tugals: die Fried­hofs­toi­lette von m2.senos archi­tekten, mit grün gla­sierter Keramik und raf­fi­nierter Licht­führung.

Nicht nur Bau­kunst, auch andere kreative Aus­drucks­formen prägen das Bild von Aveiro und Ílhavo. Besonders auf­fällig: die hohe Qua­lität der por­tu­gie­si­schen Wand­bild­kunst. Ob abs­trakt, poe­tisch oder erzäh­le­risch – groß­for­matige Wand­ma­le­reien gehören fest zum Stra­ßenbild. Sie ver­binden tra­di­tio­nelles Handwerk mit zeit­ge­nös­si­scher Gestaltung und ver­leihen selbst unschein­baren Gebäuden neue Präsenz. Das wie­derum klingt nach der Defi­nition der Bau­kultur beider Orte. Denn in beiden ist Stille, Weite und eine langsame Taktung des Leben bestimmend. Archi­tektur und Stadt­ent­wicklung ent­stehen hier nicht im Getöse, sondern im ruhigen Dialog mit der Umgebung und der Geschichte – kon­zen­triert und mit viel Raum für gestal­te­rische Qua­lität. Gleich­zeitig öffnen sich beide Städte zunehmend für zeit­ge­nös­sische Impulse: Cafés, Design­läden, Kul­tur­pro­gramme und neue gas­tro­no­mische Angebote zeigen, dass das Leben hier zwar ruhig, aber kei­neswegs rück­ständig ver­läuft. Die tou­ris­tische Ent­wicklung bleibt maßvoll und pro­fi­tiert von der Mischung aus Authen­ti­zität, guter Erreich­barkeit und hoher Auf­ent­halts­qua­lität.

Aveiro und Ílhavo zeigen, wie sehr sich por­tu­gie­sische Archi­tektur durch das Zusam­men­spiel von Land­schaft, Handwerk, Funktion und Geschichte defi­nieren lässt. Ob im Schatten von Jugend­stil­fas­saden, zwi­schen gestreiften Fischer­häusern oder im Dialog mit Beton und Por­zellan: Archi­tektur zeigt sich hier nicht als Spek­takel, sondern als präzise Antwort auf Ort, Klima und Geschichte – offen für Betrachtung, Ver­tiefung und Erfahrung.


Text: Jan Dimog

Bild­nach­weise: © Hendrik Bohle und Jan Dimog / thelink.berlin

Autoreninfo


Der Jour­nalist Jan Dimog betreibt gemeinsam mit dem Archi­tekten Hendrik Bohle ein Digi­tal­ma­gazin zur Bau­kultur. Auf thelink.berlin erzählen sie seit Jahren von ihren Ent­de­ckungen in Europa, spe­ziell von den Ver­bin­dungen zwi­schen Mensch und Archi­tektur.
Wenn sie nicht unterwegs sind, kura­tieren sie u.a. hoch­rangige Aus­stel­lungen, etwa die Wan­der­aus­stellung zur Archi­tektur von Arne Jacobsen.

URLAUBS­A­RI­CHI­TEKTUR-Häuser in Nord­por­tugal

Feri­enhaus Casa Afife
Casa Afife
Feri­enhaus Casa Afife
Casa Afife ist ein Feri­enhaus in einer länd­lichen Siedlung  nahe dem Atlantik im Nord­westen Por­tugals — zwi­schen Viano do Castelo und Caminha, einer Klein­stadt an der Grenze zu Spanien.
Feri­enhaus Casal no Campo
Casal no Campo
Feri­enhaus Casal no Campo
Auf einem Hügel im por­tu­gie­si­schen Norden, zwi­schen gra­senden Schafen und einem sin­genden Hahn streckt sich das Casal no Campo ins dichte Grün. Ein Bun­galow mit zwei Woh­nungen von unge­wöhn­lichem Format.
Feri­enhaus Casa1015
Casa1015
Feri­enhaus Casa1015
Porto für Insider: Zwi­schen Douro und Atlantik im leben­digen Stadt­viertel Foz liegt das sty­lische Feri­enhaus Casa1015. Das Haus aus dem 19. Jahr­hundert steht in einer für Porto typi­schen engen, gewun­denen Gasse.
Bed & Breakfast Na Tra­vessa Suites
Na Tra­vessa Suites
Bed & Breakfast Na Tra­vessa Suites
Monu­men­tales Mau­erwerk trifft lineare Leich­tigkeit. Mitten im leben­digen Herzen des his­to­ri­schen Zen­trums von Porto ver­steckt sich das Gäs­tehaus Na Tra­vessa Suítes, das stilvoll und stimmig Geschichte und Zeit­geist ver­bindet. Mit eigenem kleinem Garten und Blick auf die Kathe­drale Sé.

0 Kommentare

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert
Bei Buchungsanfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Vermieter. Wie funktioniert URLAUBSARCHITEKTUR? Lesen Sie unsere FAQ.