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Urlaubs­ma­nu­fak­turen

Wenn ehemalige Produktionsstätten zu Urlaubsorten werden, dann bedeutet das, dem zerstörerischen Prinzip des ewigen Aktiv-Seins ein Schnippchen zu schlagen. Willkommen in acht Unterkünften, wo aus emsigen Fabriken mit viel Achtsamkeit entspannte Urlaubsorte mit „Industrial-Flair“ gemacht wurden.

im März 2026

 Urlaubs­ma­nu­fak­turen in  /

Schön unpro­duktiv

Gebaut als Ort, um Lebertran her­zu­stellen. Dann zur Holz­werk­statt geworden. Heute ist Tre­vare­fa­brikken auf den Lofoten ein Ort, in dem die hand­feste Ver­gan­genheit zwar noch sichtbar ist, aber wo man auch wun­derbar die Seele baumeln lassen kann.

Gekauft haben die Betreiber die ehe­malige Manu­faktur, als sie schon lange leer stand. Aber der Geist der echten, hand­festen Arbeit steckte noch in den Mau­er­ritzen. Und blieb auch über die Sanierung erhalten. Stahl­träger und rohe Details wurden sichtbar belassen, neue Ele­mente ordnen sich unter. His­to­rische Instal­la­tionen blieben nicht nur erhalten, sondern wurden wei­ter­ge­nutzt: Betten stehen in ehe­ma­ligen Auf­zugs­schächten, alte Werk­bänke dienen heute als Tische, selbst Beschläge und Lauf­rollen erzählen noch vom frü­heren Betrieb. Die Beton­ober­flächen wurden ergänzt mit höl­zernen Ein­bauten – auch als Remi­niszenz an die Zeit, als hier gehobelt und gesägt wurde. So erzählt das Haus die Geschichte, wie man nach einer Phase von Pro­duk­ti­vität auch Schönheit in Ruhe finden kann – und ist damit der ideale Ort, um sich von Arbeit und Akti­vität zu erholen.

Zum Haus Tre­vare­fa­brikken

Gelobt gelassen

Wenn es in Deutschland eine Haupt­stadt des Indus­trial Chic gibt, dann Leipzig. Nir­gendwo sonst wuchsen Fabrik­ruinen und Kunst­szene so eng zusammen. Das Loft Atelier Dietzold im Leip­ziger Westen ist dafür ein Para­de­bei­spiel.

1905 ent­wirft der Leip­ziger Star­ar­chitekt Emil Franz Hänsel eine Metall­wa­ren­fabrik im Westen der Stadt – es ent­stehen Nägel, Schrauben, Sta­chel­draht. Später Pelz­kon­fek­tio­nierung, dann Elek­tro­schalt­geräte, am Ende der DDR Tüten­suppen für Konsum und HO. Nach der Wende Leer­stand und 2010 Dach­stuhl­brand.
Dann kam die Wende Nummer zwei – die Sanierung und der neue Glanz mit einem Charme, der im Osten aus dem Mangel geboren wurde und heute Stil ist. Das Dietzold macht das mit Sub­stanz: Alte Decken­balken wurden zu Möbeln, Bake­lit­schalter und Indus­trie­klei­der­haken blieben, wo sie waren. Ein 109 Qua­drat­meter luf­tiges Refugium in der Stadt, mit Ori­gi­nal­kunst an den Wänden. So lob ich mir mein Leipzig. Sicher ist: Wer hier schläft, tut das in einem Raum, der ist wie Leipzig selber – ein bisschen rau, ein bisschen bunt und ganz sicher mit vielen Schichten.

Zum Haus Loft Atelier Dietzold

Roher Dialog

Ziegel über Ziegel – genormt, sta­pelbar, aus­tauschbar. Das erste Mas­sen­produkt der Bau­ge­schichte, lange bevor es die Industrie als solche gab. Indus­trial Chic in der Renais­sance-Edition sozu­sagen.

Das Ganze spielt sich ab im Erd­ge­schoss eines Palazzo in San Miniato, Toskana: Back­stein­mauern aus dem 16. Jahr­hundert, bis zu 1,5 Meter dick, frei­gelegt und unver­putzt. Sieben Jahre dauerte die Restau­rierung von Umamma. Das Ergebnis spricht die ver­schie­denen Sprachen des Rohen: Die Zie­gel­wände der Renais­sance treffen auf schwarzen Stahl, Glas­wände und eine dunkle Indus­trie­küche – Mate­rialien, die die­selbe Sprache sprechen, nur mit 500 Jahren Abstand und sich trotzdem ver­stehen.
Zu einem material-lin­gu­is­ti­schen Fest wird das ganze unter der Falltür im Schlaf­zimmer. Trepp abwärts liegt ein 500 Jahre altes Gewölbe – und darin ein Pool aus Tra­vertin. Im warmen Wasser, bei 34 Grad, kann man nach­sinnen darüber, was die Industrie für unser Leben bedeutet. Oder es einfach sein lassen.

Zum Haus Umamma

Ruhe nach dem Lärm

Hier ging es früher darum, Material in kleinste Par­tikel zu zer­legen. Heute stellt die Schlei­ferei Zwei im Harz sozu­sagen pul­ve­ri­sierte Nerven wieder her. Wer hier ausruht, erholt sich ziemlich sicher von dem, was ihn erschöpft hat. Warum? Weil unsere Umgebung mit­ar­beitet an unserem Sein.

Und dieses Haus weiß genau wie das geht, denn es hat das Wie­der­auf­er­stehen selbst mehrmals erlebt. Die Geschichte geht so: 1896 wurde die Schlei­ferei I errichtet, um eine nahe Papier­fabrik mit Zell­stoff zu ver­sorgen: Baum­stämme wurden gekocht, zu Brei zer­kleinert, getrocknet – Holz­fasern als Grund­stoff für Papier. Im Krieg wurde die Schlei­ferei schwer beschädigt und ab 1946 wieder auf­gebaut. Dann verfiel sie Stück für Stück. Ab 2022 sanierten die heu­tigen Betreiber die Manu­faktur und gaben ihr für ihr drittes Leben den Namen Schlei­ferei II.
Eines wurde während Sanierung und Umbau nicht geglättet: Die Zeichen, die die Zeit an diesem Ort hin­ter­lassen hat. Unver­putzte Wände, frei­lie­gender Sich­te­strich, Stahl­träger. Der mit Sicherheit spek­ta­ku­lärste Ort ist die ehe­malige Tur­bi­nen­halle – ein Loft mit acht Metern Deckenhöhe. So viel Luft nach oben – wenn das nicht Hori­zonte öffnet?

Zum Haus Schlei­ferei Zwei

Positiv rück­wärts­ge­wandt

In Cedofeita, dem Krea­tiv­viertel von Porto, stehen heute Cafés und Design­läden – dort, wo früher Werk­stätten und kleine Fabriken waren. Während das Viertel drum­herum vieles ver­gisst, erinnert sich die Fábrica no Jardim auf respekt­volle Art.

Aus­ge­zeichnet mit dem João Almada Award für her­aus­ra­gende Archi­tektur, ist der Neubau alles andere als naiv oder unbe­leckt. Die Well­blech­fassade, das rohe Sicht­mau­erwerk, die Elek­tro­in­stal­lation auf Putz – all das zitiert die Manu­fak­turen und Werk­stätten, die einst den Stadtteil prägten. Orte, an die Men­schen morgens zur Arbeit gingen und von wo aus sie sich abends mit schmut­zigen Kleidern wieder auf den Weg nach Hause machten. Das Haus bietet nicht Nost­algie-Kitsch, sondern eine Ver­neigung: Wir wissen noch, was hier war.
Drei loft­artige Etagen, bis zu vier Gäste, ein üppiger Garten hinter der Fassade. Drinnen treffen Beton und Ter­razzo auf warme Holz­böden und Kunst­werke lokaler Künst­le­rinnen. Die Kon­traste spiegeln Porto, aber auch das, was Gäste erleben: Heute bin ich hier – und in ein paar Tagen wieder in meinem eigenen Schaffen. So ist das Leben.

Zum Haus Fábrica no Jardim

Richtig Druck raus­nehmen

Dank dieses Turms hatten früher Loks Dampf auf dem Kessel. Heute ist hier richtig, wer ihn los­werden will: Der Was­serturm am Park Sans­souci hat die Seiten gewechselt und ist zur Schlaf­stätte geworden.

Um 1910 ent­stand der Turm am Kai­ser­bahnhof als Ver­sor­gungs­station für Dampf­lo­ko­mo­tiven. Mit dem Ende der Dampfära wurde er über­flüssig, stand jahr­zehn­telang leer. Dann kaufte ihn ein deutsch-spa­ni­sches Archi­tek­tenpaar und machte sich an die Arbeit.
Die Her­aus­for­derung: Alle Wände sind rund und gleich­zeitig schräg. Sechs Etagen, 22 Meter Höhe, auf jeder Ebene eine andere Geo­metrie. Den indus­tri­ellen Charme zu erhalten, war den beiden Ehren­sache: Die Treppe wurde auf­ge­ar­beitet, Sicht­mau­erwerk und Stahl sichtbar belassen. Das Herz­stück ist der ehe­malige Was­ser­be­hälter mit seinen genie­teten Metall­wänden – heute das Wohn­zimmer.
Friedrich der Große ließ sich nebenan sein Schloss bauen, um seine Sorgen los­zu­werden. Von der extra ange­legten Dach­ter­rasse schaut man sogar auf Fried­richs Neues Palais. Bis man dort oben ist, ist man ohnehin schon durch’s Trep­pen­steigen ein ganz neuer Mensch. Ganz ehrlich: Welcher Ort könnte besser passen, um Dampf aller Art abzu­lassen?

Zum Was­serturm am Park Sans­souci

Gereift ent­spannen

Hier lagerte einmal Wein – in einem zweck­mä­ßigen Arbeits­ge­bäude, gebaut für Fässer, nicht für Men­schen. Heute ist das anders – und trotzdem passen die Dinge bestens zusammen. Beide brauchen Zeit und Ruhe, um zu Bestform auf­zu­laufen.

Das Loft by LIEU liegt am Rand von Vil­le­daigne, mitten in der Aude – einer der pro­duk­tivsten Wein­re­gionen Frank­reichs – ja, man kann hier von einer Wein-Industrie sprechen. Und was hier auf dem alten Win­zerhof stand, war ein hand­festes Arbeits­ge­bäude, kühl und zweck­mäßig.

Die nie­der­län­di­schen Betreiber haben das geändert. Die schweren Tore wurden durch große Bogen­fenster ersetzt, die den hal­len­haften Raum mit Licht fluten. Raue Wände, geschlif­fener Beton­boden und altes Gebälk blieben – als Erin­nerung daran, dass hier mal gear­beitet wurde. Drum herum: ein hei­terer Mix aus Vintage-Möbeln, modernem Design und bunten Kunst­werken.

300 Qua­drat­meter, zwölf Per­sonen, ein vier Meter langer Ess­tisch, Pool, Sauna, Bil­lard­tisch. Und immer mal ein gutes Glas Wein. Auch das kann mit­wirken, um Ent­spannung zu schaffen, wo früher schwer geschafft wurde. 

Zum Haus Loft by LIEU


Süße Sorg­lo­sigkeit

Früher wurden auf Møn Rüben zu Saft gepresst. Die Ironie: Indus­trie­zucker und Stress sind Kinder der gleichen Zeit – der­je­nigen, da man ans Immer-Mehr glaubte. Über derlei Zusam­men­hänge kann man bei einem Auf­enthalt in der Saft­sta­tionen prima sin­nieren.

Die Saft­sta­tionen in Damme, erbaut 1884, gehört zu den letzten erhal­tenen Indus­trie­denk­mälern ihrer Art. Drei Zucker­rü­ben­werke gab es einst auf der Ost­see­insel Møn; sie sollten den Bauern lange Lie­ferwege ersparen. Dieser eine Bau hat überlebt und wurde 2021 behutsam restau­riert – mit dem Vorsatz, seine typi­schen Details zu bewahren. Es ent­standen zwei Woh­nungen für je zwei Per­sonen, redu­ziert und hoch­wertig ein­ge­richtet. Hier regiert ein skan­di­na­vi­sches Weniger.
Draußen wartet Møn mit seinen Krei­de­felsen, Grab­hügeln, mit­tel­al­ter­lichen Kirchen, Trö­del­hallen. Und wer ganz viel mehr Trubel braucht, ist in anderthalb Stunden in Kopen­hagen. Aber wichtig: Bloß nicht durch Besich­ti­gungs­druck stressen lassen. Denn das ist der Ort, der sagt: Die Zeit des Immer-Mehr könnte auch vorbei sein.

Zum Haus Saft­sta­tionen

Text: Barbara Hallmann

Fotos: Andrea Vie­rucci (Titelbild), Andrea Gjes­tvang (Tre­vare­fa­brikken), Birgit Mahnke (Loft Atelier Dietzold), Andrea Vie­rucci & Gio­vanni Set­tesoldi (Umamma), Fam. Windels & Dieter Beckert (Schlei­ferei Zwei), Stefan Bul­ler­kotte & Daniela Eksen (Fábrica no Jardim), Luca Girardini (Was­serturm am Park Sans­souci), Frincus & Co (Loft by LIEU), Char­lotte Hauch / Peter Bysted / Egon Gade Pho­to­graphy (Saft­sta­tionen)

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